Randbemerkungen zum kleinen Wunder „Thunberg“ (3)

Nach nun etlichen Wochen „fff“ kann jeder erkennen, dass die Herrschaftsmaschine zumindest in Deutschland reibungslos funktioniert.

Dass die Massenmedien ohne jede Verzögerung, nachdem die Bosse den Startschuss gegeben hatten, von 0 auf 100 schalteten, war zu erwarten. Auch dass sie nun schon über Wochen den gleichbleibend alarmistischen Ton durchhalten.

Ihre ungebrochene Fähigkeit die Tagesordnung zu bestimmen, ist bemerkenswert. Das jahrelange Wirken von Medien, die sich als alternativ verstehen, hat daran ebenso wenig geändert, wie die Krise der Printmedien oder ihre wütende Beschimpfung als „Lügenpresse“. Die Masse der Bürger, falls sie einmal Orientierung sucht, greift wie eh und je auf die systemkonformen Medien zurück.

Bemerkenswert finde ich die demonstrative Einordnung „der Politik“ in den vorgegebenen Stream. Merkel (nach kurzer Irritation) begrüßte…, Brandenburgs Regierung und Landtag empfingen…, diverse Fraktionen aller Parteien (mit Ausnahme der AfD) solidarisierten sich…

Die von den klimaaktiven Kindern und Jugendlichen so dringlich ermahnten Politiker bedankten sich für die Nachhilfe, während sich zugleich die „Aktivisten“ für die Aufgeschlossenheit der Politiker bedankten -scheinbar ein seltsames Nonsens-Spiel. Doch hier wird der völlige Schulterschluss aller Systemparteien demonstriert (mit der Besonderheit der AfD als der systemstabilisierenden Alternative im System). Wilhelm zwo brauchte noch den Kriegsbeginn für sein: „Ich kenne keine Parteien mehr,…“. Das #unteilbar-Ideologem als zeitgemäße Variante von Willems Spruch (vor welchem Kriegsbeginn?) braucht nur Thunberg und CO2.

Als weiteres Segment trugen die NRO zum reibungslosen und elastischen Funktionieren der Herrschaftsmaschine bei. Den NRO, eigentlich: RHO – RegierungsHilfsOrganisatiuonen, wird in dieser von ChrizzChrozz verlinkten,  bemerkenswerten Studie als „Non Profit Industrial Complex“ besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

In Berlin ist die „Marienstr. 19/20“ ein zuverlässiger Netzknoten der systemkonformen Steuerung der sog. Zivilgesellschaft. Dort hat neben IALANA auch „Natwiss“ seinen Sitz. Der Verein schaltete sich unverzüglich in die Thunberg-Kampagne ein: Start in Davos am 25.1.2019, Natwiss präsentierte am 14.3.2019 bis zu 23.000 Unterschriften von „Scientists for Future“. Unter den 726 Erstunterzeichnern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden sich die Namen bekannter Klimaforscher. In kurzer Zeit hatte sich die Zahl der offenbar klimakompetenten „Scientists“ verdreißigfacht. Hier kann man die Stellungnahme + Anlagen herunterladen.

Soweit einige wenige Randbemerkungen zu der wundersamen Kampagne. Ein nüchterner Blick auf ihre Orchestrierung, zu dem man freilich bereit sein muss, entblättert schnell ihre demokratisch-ökologische Pracht. Mit welchen Zielen das ganze?

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3 Antworten zu Randbemerkungen zum kleinen Wunder „Thunberg“ (3)

  1. Bernhard Meyer schreibt:

    Ich denke mal, um’s Kilma geht es nicht. Das ist zu diffus. Da können alle zustimmen, ob was gemacht wird, ist konkret kaum zu kontrollieren.
    Wenn’s nicht das Klima ist, dann ist es wahrscheinlich Ablenkung. Die an’s Mark der neoliberalen EU gehenden Gelbwesten kriegen Aufmerksamkeits-Konkurrenz und die ziehen Sympatie auf sich. Friday, das sind die Guten, samedi, das sind die bösen Chaoten. Vielleicht ist es das. Vielleicht auch verbunden mit dem Festzurren der Mainstream-Wagenbug, wie im Text oben schon vermutet.

    Liken

  2. Pingback: Kein Lobbyist – „Energieprofessor Volker Quaschning“ | opablog

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