Randbemerkungen zum kleinen Wunder „Thunberg“ (2)

Thunberg IN DAVOS ist das Schlüsselereignis.

Davos ist Klassenherrschaft.

Genauer: Es ist die Börse, maßgebender Handelsplatz, auf dem die Interessen der Mächtigsten, also der kapitalistischen Ausbeuterklasse, zugleich imperialistischen Herrschaftsklasse, „gehandelt“, abgestimmt und koordiniert werden.

Diese Interessen sind materiell. Dem Aufklärer bringt es nichts, Davos in Dunst zu tauchen (selbst wenn es in wohlmeinender Absicht geschehen sollte). („Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit. Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen.“)

Auch die Herren von Davos sehen die Menschheitskrise. Passable Lösungen werden dringend gebraucht. Endlich eine Stimme (wieder aus Schweden :-)). Da hilft man gerne nach: „ich weiss es wird einmal ein Wunder geschehn„.

Auch im weiteren Verlauf „des Wunders“ mischte sich Banales mit Bemerkenswertem.

Banal ist, dass die Nachricht aufgeblasen und in alle Welt posaunt wurde. Das sei vor 2018 Jahren schon so gewesen. Weise aus dem Morgenland sind rar, und so fighten heute die Feldherrn (beiderlei Geschlechts) der Talkschlachten an vorderer Front.

Ich habe nur ein Gespräch der Dunja mit der Julia mitbekommen. Unerschrocken fragt die bekanntlich enorm Investigative nach der Vielfliegerei der Schönen, dem sexy Gegenpart der Grete,…

… doch das junge Cleverle hat natürlich die Antwort drauf, die jeden Quatsch zum Diskurs adelt.

Mir reicht’s erst einmal. Vom nicht so Banalen, nicht weniger Bösen, beim nächsten Mal.

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25 Antworten zu Randbemerkungen zum kleinen Wunder „Thunberg“ (2)

  1. fidelpoludo schreibt:

    Mir reicht’s jetzt schon.

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  2. albert albern schreibt:

    Es gab nur eine glaubwürdige Zerstörung des Leben auf der Erde: Die Sintflut! Die Sintflut hätten nur die Fische und andere im Wasser lebende Wesen überlebt.
    Doch Gott hat sich sein Vorgehen noch einmal überlegt, sein Vernichtungskrieg eingestellt und uns die Garantie gegeben, das auf der Erde nichts mehr schlimmes passieren wird. Die Erde bleibt bis zum Jüngten Gericht so erhalten, wie er sie schuf.

    Da verstehe ich nicht, wie jemand „glauben“ kann, dass sich das Klima auf der Erde zum Nachteil des Lebens verändert. Und dass sogar die Menschen die Schuld dafür tragen und nicht Gott…

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  3. Detlev Matthias Daniel schreibt:

    Ich warte darauf, daß wir irgendwann aufhören, alles moralisierend durchzusieben und nach scheinbar objektiven Kriterien „gut“ und „schlecht“ zu ordnen, und stattdessen beginnen, auf die Wirk-lichkeit der Dinge zu schauen: Was verändert sich, welchen Einfluß nimmt es auf die weitere Entwicklung der größeren Zusammenhänge, welchen Einfluß kann es nehmen und was muß noch dazukommen, um dieses Potential zu erschließen?

    Es geht nicht darum, ob Greta Thunberg mit dem, was sie macht, auf der „richtigen“ oder der „falschen“ Seite steht. Die Bewegung, die sie (mit)erzeugt, wird nicht geradlinig zu einer Lösung irgendeines Problems führen, aber es ist eine Energie, die etwas bewegen kann, eine Ressource, die genutzt werden kann. Genau das wollten die Herren in Davos. Sollen wir ihnen diese Ressource kampflos überlassen? Es ist nützlich zu beschreiben, wie versucht wird, diese junge Frau zu mißbrauchen. Noch nützlicher wäre es zu erörtern, wie man ihr helfen könnte zu erreichen, worum es ihr im Grunde geht. Dazu muß man natürlich erst einmal versuchen, genau das zu verstehen. Glaubt irgendwer, daß es Greta tatsächlich um den Erhalt des bestehenden ausbeuterischen Systems geht?

    Ich persönlich argumentiere hier flexibel auf verschiedenen Ebenen. Wo die einen meinen, mit dem CO2 gäbe es eigentlich kein Problem, unterstütze ich diejenigen, die das Problembewußtsein schüren. Und das durchaus aus wahrhaftiger Überzeugung, die keineswegs einer eindimensionalen, unterkomplexen Betrachtung entspringt. Wo aber die Problembewußten eindimensionale „Lösungen“ präsentieren und fordern, widerspreche ich klar. So einfach sind die Dinge nicht. Die Problemlage ist nicht hierarchisch prioritär, sondern systemisch vernetzt. Es nützt gar nichts, ein Problem zu „lösen“, wenn man damit andere verschäft.

    Ja, der Einfluß der Menschen auf das Klima dieser Erde und damit auf wesentliche Lebensbedingungen ist erheblich, genauso wie ihr Einfluß auf den Kohlenstoffgehalt der Atmosphäre. All das und noch viel mehr hängt zusammen, aber eben nicht monokausal. Es bringt nichts, den Ausstoß von CO2 zu verringern, wenn man nicht die Stabilisierung des gesamten Kohlenstoffhaushalts der Biosphäre im Blick hat. Es bringt nichts, nur den Kohlenstoffhaushalt der Biosphäre in den Blick zu nehmen, wenn man nicht zugleich die anderen damit vernetzten Stoffkreisläufe, den Energiehaushalt und das System des organischen Lebens mit betrachtet, denn in Wirklichkeit ist das alles ein großes und leider sehr gestörtes System.

    Es geht also nicht um Zustimmung oder Ablehnung, sondern um das, was ich und du dazutun können, damit ein sinnvolles Ganzes daraus wird. Vor dem Hintergrund sehe ich in dieser Bewegung mehr Chancen als Gefahren.

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    • Theresa Bruckmann schreibt:

      Danke, Detlev Matthias Daniel,
      es geht primär nicht um die Unterstützung einer Meinung, die einem sympthischer ist als die andere, sondern man sollte möglichst viele zum Thema hören.
      Ich fand heute dieses, topspannend ab der ca. 9. Minute:


      Am allerspannendsten waren dann die Minuten ab 30:24.

      Interessant auch:
      https://deutsch.rt.com/gesellschaft/86389-ende-eines-zeitalters-vernunft-auf-dem-rueckzug/

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    • albert albern schreibt:

      Ich glaube nicht, dass es eine Lösung für unsere Probleme geben kann. Schließlich werden die geringsten Probleme von den Läusen oder den Klapperschlangen verursacht. Das absolute Übermaß an Problemen kommt von uns – den Menschen, dem internationalem Volk. Erst wenn die Menschen aussterben, wird es auf der Erde nur noch geringe Probleme geben…
      Der Maß ist bereits überschritten. Selbst wenn wir jetzt abrupt damit aufhören, die fossilen Brennstoffe zu verbrennen, wird die Erwärmung mit dem gleichen Tempo weiter gehen, das wir gerade ERREICHT haben. Oder trotzdem noch ein wenig schneller. Der Schnee und Eis strahlt die Sonnenenergie zurück. Schmelz der Schnee und Eis auf verschiedenen Stellen, dann kann sich das Gestein oder das Wasser, das unter dem Eis lag, viel besser erwärmen. Die Städte werden weiterhin viel mehr Wärme aufnehmen als die Wiese und der Wald. (Mikroklima) Wegen den dunklen Dächern und Straßen…

      Ich glaube nicht, dass wir Menschen endlich alle Zusammenhänge erkennen. Wir sprechen z.B. nur über den Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre. Niemand scheint zu begreifen, dass mit dem Anstieg des Kohlenstoffgehalts das Sauerstoff in der Atmosphäre.immer weniger wird. Weil der Sauerstoff durch das Verbrennen in das CO2 umgewandelt wird. Also bleiben uns einige Zusammenhänge wohl für immer verborgen…

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      • kranich05 schreibt:

        Meinten Sie die alten realsozialistischeen Kalauer?
        „Wir wissen zwar nicht, wohin wir gehen – aber das mit aller Kraft.“ Oder
        „Wo wir stehen, geht’s voran – nur leider können wir nicht überall sein.“

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    • kranich05 schreibt:

      Klassenbegriffe zu benutzen (natürlich die „echten“, die von Marx, Engels, Lenin) ist das Gegenteil von „moralisierend durchsieben“.
      Im „Kapital“ findet sich kein einziges Mal die moralisierende Einordnung eines sozialen Verhältnisses als „gut“ oder „schlecht“.
      In meinem Beitrag übrigens auch nicht. (Oder wird mir das Kryptozitat vom „Bösen“ angekreidet?)

      Worum es Greta wirklich, wirklich geht, darüber möchte ich nicht spekulieren. Für mich ist diese Frage gegenstandslos.

      Komplexe Probleme auf ihren verschiedenen Ebenen flexibel zu diskutieren, ist sicher eine brauchbare Methode.
      Meine Methode, die diese brauchbare als Spezialfall einschließt, ist die materialistische Dialektik.
      Zum Nachblättern: https://www.praxisphilosophie.de/lenin_elemente_der_dialektik_lw38.pdf

      Wenn ich’s recht bedenke, laufen meine „Thunberg-Betrachtungen“ auf eine Polemik gegen die #unteilbar-Besoffenheit hinaus.

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      • ChrizzChrozz schreibt:

        In meinen Augen richtig, lieber Kranich: #unteilbar ist dasselbe wie FFF nur „in kleiner“.

        Ich _fürchte_, wir beginnen gerade wieder erst zu entdecken, was Mausfeld damit meint, dass die Eliten immer zwei Schritte in den Methoden ihres Machterhalts gegenüber unserem Erkenntnisprozess voraus sind.

        Ich denke derzeit darüber nach, dass dieses pseudo-umwelt-unteilbar-wohlfühl-„protestieren“ zu einer neuen Art eines unumstößlichen Dogmas führt. „Freedom & Democracy“ sind als Legende zu offensichtlich unbrauchbar geworden, um geopolitische Interessen notfalls auch militärisch durchzusetzen.
        Das äußerst scharfe, aber für die Matrixbewohner fast unsichtbare, Schwert der Sanktionen, vergleichbar mit mittelalterlichen Burgbelagerungen und dem Aushungern von Leningrad, wird angesichts der erstarkten Sanktionsbrecher Russland und China immer stumpfer.

        „Legales“ Geoengineering und „Greenwashing“ könnte die neue, von der Bevölkerung begeistert „hingenommenen“ Waffe werden. (Bitte mit den Hintergründen & Zielen von Al Gore / wedonthavetime beschäftigen!)
        Und jeder, der dagegen (oder gegen #unteilbar) ist, ist ein Zukunftszerstörer (Rassist/Nazi/Antisemit…).

        Aber wenn der Feind dich lobt, dann hast Du einen Fehler gemacht und solltest darüber nachdenken, warum du gerade seine Interessen vertrittst – gegen deine eigenen.

        Das perfide ist diesmal: Es ist so schwer zu erkennen und zu vermitteln. Es wird ganz bewusst unheimlich viel Verwirrung unter das Volk gestreut, so dass mittlerweile die einfachsten physikalischen und chemischen Gesetze plötzlich vollkommen irrational diskutiert werden – und jeder, der dazu steht, dass sich die Sonne doch nicht plötzlich um die Erde dreht, wird als „Klimaskeptiker“ in die Schäm-Dich-Ecke gestellt.

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        • fidelpoludo schreibt:

          Lieber ChrizzChrozz,
          ich kann nur zustimmen. Würde Dich aber bitten, den Satz
          „Legales“ Geoengineering und „Greenwashing“ könnte die neue, von der Bevölkerung begeistert „hingenommenen“ Waffe werden“,
          mit ein paar weiteren Sätzen ein wenig zu erläutern. Und/oder ein paar Quellen anzugeben, anhand derer man sich schlauer machen kann. Denn soweit mir bekannt ist, wird „Geoengeneering“ in den MSM so gut wie garnicht und in den alternativen Medien nur hier und da am Rande behandelt. Kein Zufall, dass es in akademischen naturwissenschaftlichen Vorträgen, soweit sie an die Öffentlichkeit gelangen, ebenfalls so gut wie gar nicht thematisiert wird. (Vgl. die ansonsten nicht uninteressanten Vorträge, die uns Theresa Bruckmann weiter oben empfohlen hat.)
          Vielleicht bin ich etwas begriffsstutzig, aber mit „Greenwashing“ weiß ich nichts anzufangen, glaube aber zu spüren, dass da was Bedeutsames sich zeigen könnte. In dem Sinne, dass etwas ökologische Weihen erhält, die ihm nicht zukommen. Für ein paar aufklärerische Worte wäre ich dankbar.

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          • kranich05 schreibt:

            Zu Geoengineering ist am ehesten etwas bei Clauda v Werlhof zu finden, guggeln oder gleich hier http://www.pbme-online.org/

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            • fidelpoludo schreibt:

              Ja Claudia von Werlhof ist schon lange „auf meinem Speisezettel“ ( https://fipaz.at/ ), leider nicht genügend vertieft zur Kenntnis genommen. Bin erst wieder durch die NRZ wieder an sie erinnert worden, was mich sehr gefreut hat. Aber zum Geoengeneering gibt es schon weit mehr Quellen. Ganze Websites, besonders in den USA, haben sich darauf schon spezialisiert. ( https://www.geoengineeringwatch.org/ )

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          • ChrizzChrozz schreibt:

            Lieber fidel,
            Eine Quelle bezgl. Legales Geoengineering hat kranich benannt, dort gibt es dann weiterführende Literaturhinweise, die muß ich hier gar nicht aufführen, eine häufige Lektüre der NRZ hilft auch.

            Kurz ad militärisches Geoengineering:
            Es findet schon lange statt, wird jedoch mehr oder weniger erfolgreich geleugnet, alle ach so lächerlichen „VT“ finden sich in freigegebenen Akten der US Dienste am Ende bestätigt. Leider. Die Panikmache von „Greta & Co. KG“ könnte jedoch dazu benutzt werden, derartige Technologien, welche m.E.n. ein sehr großer Teil des Problems sind, plötzlich als deren LÖSUNG aus dem Hut zu zaubern. Beispielsweise wird doch ernsthaft debattiert, die Atmosphäre mit Schwefelsäure zu besprühen – gegen die Erwärmung durch zu viel CO2! Es ist zum k*tzen!

            ad Greenwashing:
            Eine äußerst lesenswerte Quelle findet sich als Kommentar auch in diesem Blog:
            http://www.theartofannihilation.com/the-manufacturing-of-greta-thunberg-for-consent-the-political-economy-of-the-non-profit-industrial-complex/

            Viele Stunden des Lesens in diversen weiteren Quellen erhärten in mir ein unschönes Gefühl, dass es beabsichtigt ist, ein weltweit zwingendes System von „grünen Beurteilungskriterien“ zu etablieren, vor allem in den Köpfen. Getreu dem Motto: „Bist du nicht für die Bewegung, bist du gegen uns!“ kann dann jeder beliebige Staatsmann „geregimechanged“ werden. (anstatt „Diktator!“ => „sinistrer Planetenzerstörer!“) – es sei denn, er kann sich „grünwaschen“. So, wie es alle können werden, die reich und / oder mächtig genug sind. Natürlich unter dem Applaus der FFF-Kids – den nwer ist schon gegen die Zukunft? Sie etwa?!
            Dazu befürchte ich eine weitere gigantische Umverteilung, so wie mit dem EEG bereits angelegt: Lieschen Müller zahlt die „Ökoumlage“, sie doch auch, gerne, oder? Thyssen, Deutsche Bank, etc. natürlich nicht.
            Es wird zu weiteren vollkommen irrwitzigen „Öko-umlagen“. „Öko-Vorschriften“, vielleicht gar einen „Öko-Soli“ kommen – umverteilen, umverteilen, umverteilen – natürlich stets im Namen der Zukunft des Planeten (eben anstatt, wie bisher, im Namen von Freiheit & Demokratie, das zieht ja nicht mehr so)

            Konnte ich mich etwas verständlicher machen?

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            • fidelpoludo schreibt:

              Ja danke! Du hast Dich verständlich gemacht. Wie Du aus meinen Kommentaren entnehmen kannst, glaube ich auch – was das Thema betrifft – ganz in diesem Sinne argumentiert zu haben.

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        • Detlev Matthias Daniel schreibt:

          Die Möglichkeiten und Gefahren solcher Entwicklungen sehe ich auch, auch, daß das z.T. bereits geschieht. Ich meine aber, an dieser Stelle wäre etwas Differenzierung hilfreich: Es wird und wurde immer wieder – mehr oder weniger erfolgreich – versucht, Herrschaft auszuüben durch Anwendung der Macht, verschiedenste Normen zu bestimmen. Sei es die Wahrheit, das Recht, die Moral, die Sitten…

          Das alles ist nichts Neues, ja es ist Alltag. Herrschaft – zumindest in großen, komplexen Gesellschaften – geht nicht einfach von den Herrschenden an der Spitze der Hierarchie aus, sie benötigt stets die – i.d.R. unbewußte, unverstandene – Mitwirkung der Beherrschten. Diese zu erforschen, aufzudecken und bewußt zu machen, ist das unermüdliche Bestreben Werner Mausfelds.

          Wenn dir jemand – bildlich gesprochen – die Pistole auf die Brust setzt, ist dieses Mitwirken noch recht klar. Das treibende Motiv ist der Wille zu leben. Dieses Motiv ist aber nicht schon deshalb „falsch“, weil es den Herrschenden nützt. Es wäre also zu unterscheiden zwischen Motiv a) Wille zum Leben, b) Wille zur Macht und dann den Umständen und Strategien, die es ermöglichen, Motiv a zum Zwecke des Motivs b zu mißbrauchen. Man sollte aufpassen, daß es nicht so rüberkommt, als wollte man das alles dem Motiv a als Attribut anhängen.

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      • Detlev Matthias Daniel schreibt:

        Hm, verstehe ich nicht wirklich. Hattest du den Eindruck, daß ich Marx‘ „Kapital“ kritisiert hatte? Und warum kann man, wenn man alles durch die Brille der Moral betrachtet, keine Klassenbegriffe im Munde führen? Insbesondere, wenn das Ganze nicht zwingend einen schlüssigen Sinn ergeben muß? Auch das mit der Dialektik überzeugt mich nicht wirklich, es sei denn, man verkürzt sie auf das polemisch-ironische Ausschlachten von Widersprüchen. Aber gerade Polemik und Ironie wären ja witzlos, wenn sie uns nicht aufforderten, zwischen den Zeilen zu lesen. Was aber steht denn dort? Geht es dort wirklich nicht um moralische Attribute wie Wahrhaftigkeit/Verlogenheit, Glaubwürdigkeit, Vorbildcharakter etc.? Nicht um die „richtigen“ und die „falschen“ Ziele? Und wie darf ich eine Bezeichnung wie #unteilbar-Besoffenheit nicht-wertend und dialektisch verstehen?

        Bitte, ich will das NICHT moralisch bewerten. Ich frage nach dem Sinn.

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  4. fritzLetsch schreibt:

    Viel wichtiger als die Beurteilung einer Person ist der Blick auf die Bewegung, die mit ihrem Vorbild wirksam geworden ist, es geht hier nicht mehr um wagenknecht’sche Dimensionen … streikende Schüler*innen! Folgende Bewegungen: #scientists4future und #parentsforfuture #farmersforfuture: Es gibt schon Millionen von klimabewussten Menschen in Europa, sie müssen aber ihre Durchsetzungswege gegen die alten Lobbykraten finden …

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  5. fidelpoludo schreibt:

    „Bewegungen: #scientists4future und #parentsforfuture #farmersforfuture“ – „Bewegungen“???
    Was soll das denn aussagen? Ich bestreite gar nicht, dass Marionetten sich bewegen – und das nicht selten auf eine entzückende Art und Weise, die leicht vergessen und übersehen läßt, dass ein oder mehrere Beweger sie verdeckt bewegen. Umso leichter zu übersehen, je weniger über den Aufführungsorten Begriffe wie „Theater“ oder „Bühne“ zu finden sind.
    Obwohl: Ein Faden des Bewegers läßt sich noch vor Aufführung des Stückes leicht ausmachen. Alle Ensembles vereinigen sich unter dem Erfolg verbürgenden Begriff „forfuture“ (postmoderne Version: „4future“ – damit die hippe Jugend nicht verfehlt wird). Wer entweder nicht mitmacht oder sich das nicht ansehen will, ist „againstfuture“, einer der bereit ist, die Zukunft der Menschheit aufs Spiel zu setzen oder zu verspielen. Die müssen geächtet oder ins Abseits gedrängt, mindestens lächerlich oder unglaubwürdig gemacht werden.
    Eure „future“ könnt Ihr vom Freitag auf die ganze Woche schmieren und in jeden sozialen Bereich, den ihr in die Finger kriegt. Ohne mich.

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    • kranich05 schreibt:

      „Pfui, Du alter weißer Mann!“

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      • fidelpoludo schreibt:

        Danke! Gleichfalls!

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      • fidelpoludo schreibt:

        Sybille Berg in Spiegel Online: „Da sitzt er, der alte weiße Mann und weiß nicht, was auf einmal los ist. Jetzt ist er also schuld. Na super! Er – das ist das Synonym für die Gruppe von Menschen, die die Welt ruiniert hat. Er ist der Waffenlobbyist, der Frauenverachter, der Vorstandsvorsitzende, der Politiker, die Dumpfbacke und Nestlé in Personalunion. Er verkörpert alles, was die, zu denen er sich eigentlich gehörig fühlte, verachten. Sie wissen schon, die coolen tätowierten Umweltschützer, die jungen Frauen, die die Nasa hacken. Die verachten ihn plötzlich.“

        Wehe, wir erkennen uns darin nicht wieder…

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  6. fidelpoludo schreibt:

    #europe4future#europe4future#europe4future#europe4future

    „Der ehemalige US-Präsident Barack Obama kommt im April nach Berlin. Wie die Stiftung des Demokraten am Dienstag mitteilte, wird sich der 57-Jährige am 6. April bei einer Veranstaltung den Fragen junger Menschen stellen. Zuvor ist er bereits am 4. April in Köln.
    Die Obama-Stiftung rief dazu auf, für die Veranstaltung in Berlin Fragen an den Ex-Präsidenten einzureichen. Den Angaben zufolge nehmen an dem „Town Hall“ rund 300 junge Menschen aus Europa teil, die sich in Bereichen wie der Zivilgesellschaft, der Integration oder der Ernährungssicherung engagieren.“

    Die „europäischen jungen Fragesteller“ werden wohlgesiebt und gefiltert sein. Greta wird ihre Anführerin sein und bei ihm mit ihren „unbequemen“ Fragen Türen einrennen, die schon jetzt in der Vorbereitung des Spektakels weit aufgerissen werden. Der „New Green Deal“ wird eine europäische Bühne bekommen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Alexandria Ocasio-Cortez for president of the world – oder vielleicht dann doch lieber Killary Clinton? Der US-Wahlkampf für 2020 der Demonicrats wird in Berlin global einsetzen, wie es sich für ein Empire geziemt. Mit einem Friedensnobelpreisträger und einer Klimaaktivistin der „forfuture-generation“ kann da ja wohl nichts schief gehen.

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  7. fidelpoludo schreibt:

    Nochmal speziell – aber nicht nur – an ChrizzChrozz. Bin dem Link nachgegangen und habe festgestellt, dass ich mir den Text auch schon runtergeladen hatte. Das vorgeschaltete Zitat sagt doch eigentlich das Entscheidende schon aus:

    “What’s infuriating about manipulations by Non Profit Industrial Complex is that they harvest good will of the people, especially young people. They target those who were not given skills and knowledge to truly think for themselves by institutions which are designed to serve the ruling class. Capitalism operates systematically and structurally like a cage to raise domesticated animals. Those organizations and their projects which operate under false slogans of humanity in order to prop up the hierarchy of money and violence are fast becoming some of the most crucial elements of the invisible cage of corporatism, colonialism and militarism.” — Hiroyuki Hamada, artist

    „Das Ärgernis an den Manipulationen durch den Non Profit Industrial Complex ist, dass sie sich den guten Willen der Menschen, insbesondere der jungen Leute, zu nutze machen. Sie richten sich an diejenigen, die nicht über die Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen, um selbstständig denkend die Institutionen zu durchschauen, die allein der herrschenden Klasse dienen. Der Kapitalismus arbeitet systematisch und strukturell an einem Käfig zur Züchtung von Haustiere. Diese Organisationen und ihre Projekte, die mit vorgetäuschten humanistischen Parolen agieren, um die Hierarchie von Geld und Gewalt zu stützen, sind immer schneller und in zunehmendem Maße zu einem der wichtigsten Elemente des unsichtbaren Käfigs von Korporatismus, Kolonialismus und Militarismus geworden. ”- Hiroyuki Hamada, Künstler

    Für mich stellt sich die – möglicherweise weitere Spaltungen ankündigende – Frage, wen oder was man dafür verantwortlich macht: Den Kapitalismus allgemein oder die sich seiner und der avanciertesten Manipulationstechniken bedienenden Eliten. Ich plädiere eher für die zweite Variante, vermute aber – Anhaltspunkte dafür gibt zuhauf -, dass eine bestimmte „Linke“ das als „rechte Verschwörungstheorie“ vehement bekämpfen wird.

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