Vorkriegsnotizen

Von Krysztof Daletski

Die Regierung erklärt, sie will investieren: 
zusätzlich dreißig Milliarden pro Jahr 
ins Militär. 

Freuen dürfen sich schon 
die Hochschulen auf Forschungsgelder, 
die Konzerne auf Rüstungsaufträge, 
die Jugendlichen auf Karrieren 
in der Armee. 

Bestens gerüstet werden wir sein 
für den kommenden Krieg. 

Aber: wie wäre es denn, 
wenn wir nicht investierten 
und der Krieg 
bliebe aus? 

Die Stimmung der Truppe wird wieder besser. 

Nach all diesen Jahren des Sparens. 
Nicht mal ein zünftiger Feind. 
Immer nur hocken in der Kaserne, 
das ist doch nicht attraktiv für Soldaten. 

Endlich wird investiert 
in Ausrüstung und Personal. 
Aufwärts geht es nun wieder. 
Allenthalben ist Aufbruchstimmung. 

Bin ich der einzige, den das beunruhigt? 
Und der sich fragt: wohin 
die Truppe wohl aufbricht? 

3

Nicht nur Soldaten, 
auch Informatiker, 
Ingenieure und Journalisten 
sind jetzt gefragt. 

Äußerste Sorgfalt von Spezialisten 
erfordert nämlich die Arbeit 

an der Software zur Fernaufklärung: 
Ein Fehler im Code und Orte bleiben unzerstört; 

an der Sensorik der Wärmebildkamera: 
Ein falsches Signal und Fremde bleiben ungetötet; 

an der Kampagne zur Rechtfertigung: 
Ein falsches Wort und das eigene Volk 
bleibt ohne Hass.

via: „Neue Rheinische Zeitung“

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