Fundstück (verspätet angezeigt) – 8.2.2019 – Fleischer und Pohlmann

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45 Antworten zu Fundstück (verspätet angezeigt) – 8.2.2019 – Fleischer und Pohlmann

  1. Theresa Bruckmann schreibt:

    Danke für das (späte) Auffinden und hier Einbringen.
    In meinem Fall hatte des den Vorteil, dass ich mir jetzt die Zeit nahm, das Ganze anzuhören.
    Nach HAARP folgte Katalanien, und davon glaubte ich, genug zu wissen und klinkte mich aus.
    Entsprechend fing ich jetzt erst bei Std. 1:19:40 an
    und fand geradezu Atemberaubendes
    Pierre (Leach?) in Std. 1:20:24 wird erwähnt. Dieser sei der Meinung, dass die Zerstückelung (Regionalisierung) ein ‚Troyanisches Pferd der Weltfinanzelite‘ sei.
    In 1:21:24 wird eine Karte von Freddy Heineken (1992) vorgestellt, die Europa aufgeteilt in 75 Ministaaten zeigt.
    Mir sind dies Regionalisierungsideen zum ersten Mal in Dirk Müllers ‚Machtbeben‘ begegnet, die mir überhaupt nicht gefielen. Ihm würde ich aber niemals unterstellen, dass er eine solche Strategie gutheißen könnte. Er scheint Stimmungen in der Finanzwelt wiederzugeben.

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    • kranich05 schreibt:

      Mich hatte ebenfalls der Teil „Katalonien“ in der Ankündigung weniger interessiert.
      Die dann aufgezeigte mögliche Deutung passt zu Vielem, was ich damals, während des Katalonien-Hypes, undeutlich empfunden habe.
      Die strikte Orientierung des Pudgemont auf Brüssel war mir immer suspekt.

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    • fidelpoludo schreibt:

      Liebe Theresa,
      bin ein wenig erstaunt, dass Sie den Befund, „dass die Zerstückelung (Regionalisierung) ein ‚Troyanisches Pferd der Weltfinanzelite‘ sei“ „atemberaubend“ fanden. Die Strategie des „Teile und Herrsche“ dürfte Ihnen doch schon lange bekannt sein. Erst teilen und dann herrschen durch zwangsweise Zentralisierung in einer Neuen Weltordnung (NWO). Dass das das Ziel der Eliten ist, haben verschwörungsanalytisch fortgeschrittenere Kreise schon seit einigen Jahren an ganz anderen Anhaltspunkten festgemacht.
      Im Übrigen erstaunt mich an den Aussagen im Video, dass zurst auf HAARP als Geheimtechnik – ehemals als krude Verschwörungstheorie abgehandelt – verwiesen wird und dann völlig ignoriert (sogar als Verschwörungstheorie) wird, dass es
      1.) viele Anhaltspunkte dafür gibt, dass diese Geheimtechnik (Hutchinson Effekt) bei 9/11 zur verdeckten Anwendung gekommen ist (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=x6O_hK8MoOE : Übersetzung eines Kommentars von mir:

      „Das statische Feld ist also das, was auftreten muss, damit der Hutchinson-Effekt stattfinden kann. Vor New York City gab es (an 9/11) einen Hurrikan, und niemand wusste es. Ich glaube, sie haben das statische Feld genutzt, das natürlicherweise bei einem Hurrikan auftritt und zunimmt. Dabei wird so ziemlich ganz New York in eine statische Blase gehüllt. Dann müssten sie lediglich STRONG-Funkfrequenzen und oszillierende Mikrowellen von einer Art Magnetrongerät an bestimmte Punkte leiten. Dies ist der Grund, warum 911 auftrat.“

      (Übrigens stimmt es nicht, dass niemand das bemerkt hätte. Judy Wood hat in Vorträgen und in ihrem Buch „Where Did the Towers Go? Evidence of Directed Free-energy Technology on 9/11“schon Jahre zuvor wiederholt darauf hingewiesen:
      https://www.youtube.com/watch?v=17UKrX0QWDQ (zum „Hurricane Erin“: ab Minute 33:45)
      2.) fällt auf, wie gleichgültig in dem Video über die offensichtlichen Anomalien – wie zahlreiche analoge Vorgänge und Befunde – bei den angeblichen „Waldbränden in Kalifornien“ hinweggegangen wird, wo meiner Ansicht einiges dafür spricht, dass wir auch hier mit gerichteter Energieverwendung zu tun haben. (Ich habe „sprechende Fotos dazu gesammelt, die ich dem Kranich gerne per mail überspiele, wenn es gewünscht wird).

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      • Detlev Matthias Daniel schreibt:

        Ohne hier jetzt eine lange und detaillierte Erörterung einleiten zu wollen, finde ich es doch bemerkenswert, daß, je mehr ich über die Dinge erfahre, mir die ganze Diskussion über 9/11 immer absurder erscheint. Die Diskussion um den Einsturz der Türme 1 und 2, die angebliche Unerklärbarkeit auf der Basis der bekannten Vorgänge, die Entwicklung immer abenteuerlicherer Verschwörungstheorien um gezielte Sprengung und die Anwendung geheimer Technik führt die Menschen nicht zu mehr Verständnis (und etwas weniger Ohnmacht), sondern lenkt ab von dem eigentlichen Skandal der Ignoranz der (Mit)Verantwortung und der Absurdität der gezogenen Konsequenzen.

        Ich will nicht behaupten, daß die physikalischen Vorgänge vollständig geklärt sind und der Einsturz von WTC7 ist auch mir nach wie vor ein Rätsel. Was aber den Einsturz der beiden Türme betrifft, basiert die Diskussion offensichtlich auf dem fehlenden statischen und baukonstruktiven Verständnis einer großen Mehrheit der Öffentlichkeit. Die öffentlich vorgetragenen Argumente der „architects and engineers for 9/11 truth“ scheinen mir zu einem nicht kleinen Teil suspekt – sachlich und damit auch deren Beweggründe. Man könnte da eine gewisse Parallele ziehen zu dem hier diskutierten Konzept eines Europa der kleineren Regionen, wo auch der Verdacht auf eine unredliche Absicht aufkommt. So kann man dann mit ein paar Experten und Gegenexperten sehr leicht polare Glaubensverhältnisse herstellen – auch eine Form von „teile und herrsche“.

        Und doch noch eine Bemerkung zu dem Europa der Regionen: Ich halte die Idee für richtig, zumindest hat sie einen richtigen Kern. Das Problem ist vielmehr im Prozeß der europäischen Einigung die längst stattfindende Umkehr der Machtarchitektur – von den zentralen Instanzen der Verständigung und Einigung, die von den nationalstaatlichen, demokratisch gewählten getragen werden, hin zu hierarchischen Instanzen, die über die nationalen bestimmen. Diese Entwicklung hängt zusammen mit dem verbreiteten hierarchischen Politikverständnis. Wenn sich dieses nicht mit bzw. vor einem strukturellen Umbau Europas verändert, führt das zu einer Entmachtung des demokratischen Souveräns. Wer aber die immer großmaßstäblichere und weitgehendere Vereinheitlichung und Zentralisierung mit den Erfordernissen des Machtkampfes und der eigenen Machtwahrung begründet, kommt aus diesem System nie heraus.

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        • fidelpoludo schreibt:

          Lieber Detlev Matthias Daniel,
          da sehen wir beide die Dinge doch sehr unterschiedlich: In dem Maße, wie Ihnen die Diskussion immer absurder erscheint, klären sich bei mir mindestens drei Perspektiven:
          1.) das die offizielle Version ganz und gar nicht nur nicht stimmt, sondern dass auf ihrer zweifellos falschen Grundlage die verheerenden Wirkungen und Folgen des staatsterroristischen „War on Terror“ beruhen;
          2.) dass die spätestens seit 9/11 einsetzende „Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung“ (Elias Davidsson) selbst bei Leuten wie Ihnen nicht ohne Wirkung geblieben ist. Wie wäre es sonst zu erklären, dass Sie in den Chor derjenigen bereitwillig einstimmen, die das Lied der CIA und G. W. Bushs von „unhaltbaren und abenteuerlicher Verschwörungstheorien“ singen.
          Was übrigens den Einsturz nicht nur der beiden, sondern den aller drei Türme und die „physikalischen Vorgänge“ betrifft (von den physikalischen Absurditäten der Vorkommnisse im Pentagon und der Selbstauflösung eines angeblich bruchgelandeten Passagierflugzeuges in Pensylvania rinmal angesehen), empfehle ich das kleine Büchlein des aus naturwissenschaftlicher Sicht (mathematische Physik) darüber aufklärenden Ansgar Schneider: „Stigmatisierung statt Aufklärung. Das Unwesen des Wortes ‚Verschwörungstheorie‘ und die unerwähnte Wissenschaft des 11. Septembers als Beispiel einer kontrafaktischen Debatte“.
          3.) wie es in einem sich demokratisch nennenden Land vorkommen kann, dass eine derartige Ansammlung von Widersprüchen, Fragwürdigkeiten, offensichtlichen Vertuschungen und Vertuschungsversuchen nicht in eine neue Untersuchung des gesamten 9/11-Komplexes mündet.
          „NIST ist MIST“ und mit ihm die die NIST-Sicht mit allen Mitteln verteidigenden Medien und Journalisten, die sich ja nicht damit begnügen, diese Sicht zu verteidigen, sondern jeden diffamieren. der unbequeme – und seien es auch unbedarfte – Fragen stellt. In die Reihe der Niedermacher der Meinungsfreiheit möchten Sie sich stellen?
          Mit dem Hinweis auf den „eigentlichen Skandal der Ignoranz der (Mit)Verantwortung und der Absurdität der gezogenen Konsequenzen“ treffen Sie zwar einen nicht unwichtigen Punkt, verfehlen aber die Perspektive der in erster Linie Verantwortlichen und der Notwendigkeit der Aufklärung über die Befehle, Befehlsstrukturen, die Manöver und die Hintergründe. Das Ausbleiben dieser Aufklärung zeichnet auch verantwortlich für unsachliche und unplausible Erklärungsversuche, die aber erlaubt sein müssen, nicht nur weil Meinungsfreiheit zu gelten hätte, sondern weil nur ihre sachliche Diskussion und Widerlegung weiter führt.

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          • Detlev Matthias Daniel schreibt:

            Selbstverständlich darf man die Dinge unterschiedlich sehen und bewerten. Aber auch Chorgesang ist nicht a priori zu verurteilen. Ich bekenne, gerne im Chor zu singen (musikalisch). Mir aber zu unterstellen, ich würde bereitwillig irgendwelche einseitigen Darstellungen unterstützen, ist fast schon eine Beleidigung. Und es bestätigt andersherum die eigene Beeinflußbarkeit in der polarisierten Debatte, wo jede Äußerung automatisch in eine der beiden Ecken rutscht und differenziertere Betrachtungen verunmöglicht. Vielleicht war die Verwendung des Begriffes „Verschwörungstheorie“ ungeschickt. Da die diffamierende Bedeutung für mich nicht haltbar ist, verwendete ich ihn – und insofern einig mit vielen „Verschwörungstheoretikern“ – in seinem naheliegenden, in der Wortbildung enthaltenen Sinn.

            Wenn man tatsächlich bereit wäre, mit jedem verstandenen Argument die Vorgänge neu zu überdenken und zu bewerten, was für Folgen hätte es dann, wenn – der Einfachkeit halber hypothetisch angenommen – man zur Einsicht käme, daß die bei weitem plausibelste Erklärung für den Einsturz der beiden Türme kausal auf die Kollisionen der beiden Flugzeuge zurückgeführt werden kann? Welchen Sinn ergäbe die angenommene Sprengung von Gebäude 7, wenn der Einsturz der Türme nicht vorherseh- bzw. planbar war? Kann der Umstand, daß es nicht gelingt, jenen Einsturz plausibel zu erklären, vorausgehende Evidenzen aufheben? Ich denke, daß auf diese Weise der Spekulationsspielraum bei der Interpretation der noch ungeklärten Vorgänge erheblich eingeschränkt würde. Obwohl ich wesentlich mehr für grundsätzlich möglich halte, als ich mir konkret vorstellen kann, würde auch ich mich auf der Suche nach belastbaren Interpretationen mehr auf Evidenzen verlassen, als auf theoretisch deduktive Modelle.

            Entscheidend aber ist, daß angesichts der Komplexität der historischen Vorgänge und der Unmöglichkeit, ihre Spuren vollständig zu erfassen, eine sichere, lückenlose Aufklärung der Ereignisse niemals möglich ist. Immer mal wieder kommt es vor, daß eine einzelne, neu auftauchende Spur die ganze Theorie in Frage stellt. Einerseits dieses und andererseits sorgt die polarisierte Debatte dafür, daß auch eine diskursive Verständigung nicht möglich ist. Und so hängt die Debatte in einer Endlosschleife und verhindert, daß die wirklich wichtige, für die Zukunft richtungweisende Diskussion stattfindet. Nämlich: Welche Reaktionen sind im Falle solcher Ereignisse verhältnismäßig und legitim – a) unter der Ägide international etablierten Rechts und b) in Hinblick auf Frieden und Gerechtigkeit angesichts der Veränderungen und künftigen Entwicklung supranationaler Konflikte?

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        • Theresa Bruckmann schreibt:

          Lieber Detlev Matthias Daniel, meinen wir wirklich dasselbe, wenn wir von
          einem Europa der Regionen sprechen?

          Dieser Satz ist es, der mich nachdenklich macht.
          Das Problem ist vielmehr im Prozeß der europäischen Einigung die längst stattfindende Umkehr der Machtarchitektur – von den zentralen Instanzen der Verständigung und Einigung, die von den nationalstaatlichen, demokratisch gewählten getragen werden, hin zu hierarchischen Instanzen, die über die nationalen bestimmen.

          Wenn Willy Wimmer beklagt, dass von der Souveränität der Bonner Republik (des GG also) 80 % nach Brüssel gegangen sind und nur 20 % in Berlin angekommen sind, meint er glaube ich das, was Sie mit dem Satz sagen wollen. Oder?
          De Gaulle sprach vom Europa der Vaterländer und meinte damit eine Art Staatenverbund unter dem europäischen Dach, also ganz und gar nicht, was wir jetzt mit dem Lissabon-Vertrag haben.

          Ein Europa der Regionen, herausgelöste Landstriche aus dem Nationalstaat und direkt Brüssel ‚unterstellt‘ ist das was kritisiert wird und von dem gesagt wird, dass man mit diesen dann ‚leichtes Spiel‘ hätte.
          Kann es also sein, dass wir hier ganz verschiedene Vorstellungen von Region haben?

          Dirk Pohlmann deutet dann weiter an, dass z.B. Minderheiten mit ihren eigenen Sprachen
          sich u.U. nicht wohlfühlen in Nationalstaaten, anders herum aber ein staatliches Gebilde nicht funktionieren kann wenn man wesentliche Wirtschaftsräume herausnimmt (Bsp. Ukraine ohne Dombass oder Italien ohne Norditalien).
          Die Fragen von Bundesstaat und Staatenbund sind hier angesprochen,
          wobei man überlegen kann, was am besten wo geregelt sein soll.

          Prof. Maus hat für diese unterschiedlichen Problemlösungen prozedurale Prozessnormen zentral angesiedelt (Gleichbehandlung), aber dezentral in den konkreten inhaltlichen Fragen.
          Ich hoffe, Lutz Lippke korrigiert mich jetzt.

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          • Detlev Matthias Daniel schreibt:

            Die Vorstellung eines Europa der Regionen habe ich – meine ich – zum ersten mal von Karl Heinz Roth gehört und zwar im Zusammenhang mit einer durchaus komplexen Vorstellung einer Umkehr herrschaftsförmiger Entscheidungshierarchien. Da ging es um grundsätzliche Lösungsperspektiven für die inhärenten Demokratieverluste durch den Prozeß der europäischen Einigung. Die Frage ist also sehr bedeutsam, ob und wie das wirklich ein konsistentes Konzept sein kann. Wenn, dann wäre es unsere Aufgabe, jedem Versuch einer „Regionalisierung von oben“ entschieden entgegenzutreten.

            Noch in den Neunzigern kam keine politische Sonntagsrede zur europäischen Einigung aus ohne die Herausstellung der Bedeutung der Subsidiarität. Mittlerweile scheint der Begriff ausgestorben. Was in der Umsetzung schon immer mit Problemen behaftet war (wer und was entscheidet, welche Regelung einheitlich getroffen werden muß?), wurde nicht etwa im Eigensinne rechtssicher geklärt, sondern in der Praxis bis zur Unkenntlichkeit verwässert. Ich denke, daß sichergestellt werden müßte, daß bei dieser Frage auch in jedem Einzelfall die niederen Ebenen nicht übergangen werden dürfen. Auch dürfen Kompetenzübertragungen nicht unumkehrbar werden. Es kann nicht sein, daß die zentralen Institutionen darüber entscheiden dürfen, welche Befugnis sie an sich ziehen. Gewaltenteilung auf der Grundlage von Subsidiarität kann nicht bedeuten, daß die Kontrolle nur von oben nach unten funktioniert.

            Bei dem Problem der „ungleichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“ übersehen wir leicht, daß die Abhängigkeiten durchaus in beide Richtungen bestehen. Ungleich sind vor allem die Machtverhältnisse d.h. das Tauschverhältnis, das die eine Seite zu ihrem Vorteil durchsetzen kann (und damit mehr Geld in der Hand hat). Bei der Frage, muß hier Gerechtigkeit von oben erzwungen werden oder kann sie durch solidarisches Agieren geschaffen werden, sind wir wieder bei der grundsätzlichen Systemfrage, die wir nur beantworten können, wenn wir die Möglichkeiten mit Mut, Herz und Verstand aber gleichwohl vorsichtig vorantastend erkunden und erarbeiten.

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        • fidelpoludo schreibt:

          An den letzten Punkt meiner Antwort (die noch nicht freigegeben ist), der „unsere“ Verantwortung betrifft, möchte ich mit dem neuesten Vortrag von Rainer Mausfeld anschließen, in dem es in vielen Details genau um diese Frage geht. Nämlich die Strategien, die die Machteliten entwickelt haben, um das Volk auf die verschiedensten Weisen dumm zu halten und es ihres Verantwortungsbewußtseins systematisch und geplant zu enteignen. Nur ein Zitat daraus:

          „Wie läßt sich das Volk „von der Politik fernhalten“?
          Man muß das Bewußtsein der Bürger so manipulieren, dass sie unfähig sind, angemessene Schlußfolgerungen aus ihren politischen Erfahrungen zu ziehen, nämlich zu begreifen, dass sie an allen politischen Entscheidungen keinen Anteil haben.
          —- durch Indoktrination ein falsches Bewußtsein und Falschidentitäten erzeugen
          —- das Gefühl der Ohnmacht und Angst induzieren (erhöht Status-quo- Neigung)
          —- durch Konsumismus, mediale Überflutung mit Nichtigkeiten, Infantilisierung u.ä. die politische Apathie verstärken
          —- durch ein geeignetes Empörungsmanagement das Veränderungsbedürfnis der Bürger auf Scheinziele ablenken.

          Unter diesen Voraussetzungen den Bürgern die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen, erinnert schon sehr stark an das neoliberale erste Gebot, aufgeteilt in a) und b):
          a) „Jeder ist sich selbst der Nächste!“
          b) „Jeder ist seines Glückes Schmied!“

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      • Anonymous schreibt:

        Lieber fidelpoludo,
        ‚teile und herrsche‘, also Konflikte schüren, indem bis dahin friedlich zusammen lebende
        religiöse Gruppen gegen einander aufgehetzt werden, ist nichts Neues für mich.
        Aber wenn Menschen einer kleinen Region, sagen wir mal Grafschaft Bentheim oder
        Ostfriesland oder das Münsterland, auf die Idee kämen, frei und unabhängig sein zu wollen und nur Brüssel gegenüber in einem Vertragsverhältnis, dann finde ich das
        schon atemberaubend, weil sie gerade, indem sie sich aus einem größeren Verbund lösen, um freier schalten und walten zu können, in eine weit größere Abhängigkeit bringen als zuvor.

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      • Theresa Bruckmann schreibt:

        Lieber fidelpoludo,
        ‚teile und herrsche‘, also Konflikte schüren, indem bis dahin friedlich zusammen lebende
        religiöse Gruppen gegen einander aufgehetzt werden, ist nichts Neues für mich.
        Aber wenn Menschen einer kleinen Region, sagen wir mal Grafschaft Bentheim oder
        Ostfriesland oder das Münsterland, auf die Idee kämen, frei und unabhängig sein zu wollen und nur Brüssel gegenüber in einem Vertragsverhältnis, dann finde ich das
        schon atemberaubend, weil sie gerade, indem sie sich aus einem größeren Verbund lösen, um freier schalten und walten zu können, in eine weit größere Abhängigkeit bringen als zuvor.

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      • Theresa Bruckmann schreibt:

        Lieber fidelpoludo,
        ‚teile und herrsche‘, also Konflikte schüren, indem bis dahin friedlich zusammen lebende
        religiöse Gruppen gegen einander aufgehetzt werden, ist nichts Neues für mich.
        Aber wenn Menschen einer kleinen Region, sagen wir mal Grafschaft Bentheim oder
        Ostfriesland oder das Münsterland, auf die Idee kämen, frei und unabhängig sein zu wollen und nur Brüssel gegenüber in einem Vertragsverhältnis, dann finde ich das
        schon atemberaubend, weil sie gerade, indem sie sich aus einem größeren Verbund lösen, um freier schalten und walten zu können, in eine weit größere Abhängigkeit bringen als zuvor.

        Nebenbei: Habe eine Verschriftlichung des Gesprächs im ‚fehlenden Part‘
        angefertigt. Interessiert Sie das?
        Übrigens habe ich nirgendwo eine deutsche Übersetzung davon gefunden, was Bannon in Oxford vorgetragen hat. Können Sie mir das bitte in ein paar Sätzen sagen?

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        • fidelpoludo schreibt:

          Liebe Theresa,
          ich will Ihnen gerne eine Art Zusammenfassung von Bannons Auftritt in Oxford geben. Die Frage ist, ob ich sie hier auf den Blog stelle oder sie Ihnen per mail zukommen lasse. Habe Ihre Mail-Adresse jedoch nicht. Wenn Sie des Kranichs Mail-Adresse haben, könnten Sie meine von ihm bekommen bzw. Kranich übermittelt mir Ihre. So könnten Sie mir auch die Verschriftlichung des Gesprächs (ich nehme an, es geht um Bontrup) zukommen lassen, an dem ich sehr interessiert bin.

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      • Theresa Bruckmann schreibt:

        Lieber fidelpoludo,
        ‚teile und herrsche‘, also Konflikte schüren, indem bis dahin friedlich zusammen lebende
        religiöse Gruppen gegen einander aufgehetzt werden, ist nichts Neues für mich.
        Aber wenn Menschen einer kleinen Region, sagen wir mal Grafschaft Bentheim oder
        Ostfriesland oder das Münsterland, auf die Idee kämen, frei und unabhängig sein zu wollen und nur Brüssel gegenüber in einem Vertragsverhältnis, dann finde ich das
        schon atemberaubend, weil sie gerade, indem sie sich aus einem größeren Verbund lösen, um freier schalten und walten zu können, in eine weit größere Abhängigkeit bringen als zuvor

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  2. Theresa Bruckmann schreibt:

    Heiko Schöning und seine Mitkandidaten für die Europawahl am 26. Mai 2019
    brauchen 4.000 solche Formulare mit Unterschriften, und zwar bis zum 01. März 2019,
    damit sie überhaupt auf die Wahlzettel kommen, also gewählt werden können.
    http://archiv.unabhaengige.info/EU2019/EuWO_Anl14_UNABHAeNGIGE.pdf

    Heiko Schöning hat sich hier vorgestellt:
    https://kenfm.de/tree-tv-heiko-schoening/
    http://unabhaengige.info/europawahl/
    https://www.wirkraft.org/spiel-erhalten/

    Wenn man bedenkt, dass das EU-Parlament 751 Abgeordnete hat.
    So ein Engagement verdient aber Unterstützung.

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    • fidelpoludo schreibt:

      Würde die Unterschrift gerne leisten, habe aber aus Faulheit erst einmal nachgefragt, ob die 4000 schon erreicht sind. Dann wäre meine „Anstrengung“ ja nicht mehr notwendig.
      Liebe Theresa, wissen Sie vielleicht Genaueres über den aktuellen Stand? Warte noch auf eine Antwort.

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      • Theresa Bruckmann schreibt:

        Lieber fidelpoludo,
        habe angerufen und erfahren, dass es dringend notwendig ist, noch
        Unterschriften zu schicken, einfach weil der 1. März schon so nah‘ ist
        und die Unterschriften noch bei den Gemeindebüros der Absender
        beglaubigt/bestätigt werden müssen (es sei denn, man macht
        das vor der Einsendung selber).
        Das sind also bis zu 4 Postwege und das alles noch vor dem 01. März 2019.
        Dabei kann es eben auch passieren, dass nicht alle Unterstützungsunterschriften
        in dieser gültigen Form beim Bundeswahlleiter vorliegen.

        Deshalb noch mal die Adresse:
        UNABHÄNGIGE,
        Alte Poststr. 119,
        87600 Kaufbeuren

        Man bat darum, UNABHÄNGIGE groß zu schreiben (für den Postzusteller wahrscheinlich).
        Mehr dazu erfährt man hier, wo ich auch angerufen habe:
        http://unabhaengige.info/europawahl/

        Ich habe keine Verbindung zu jemandem, sondern sah nur das KenFM-Video mit
        Heiko Schöning. Der Gedanke, dass die Zeit für das Prozedere sehr knapp ist,
        veranlasste mich zur Einstellung auf dem Blog.
        Bisher machte ich mir noch nicht einmal Gedanken, wie ich mich zum Thema
        Europa-Wahl verhalten soll.
        Es geht mir nur darum, mitzuhelfen, damit diese ‚wackren‘ Kandidaten ihre
        Chance bekommen. Ansonsten ist damit ja nichts festgelegt.

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        • fidelpoludo schreibt:

          Danke Theresa,
          habe auch eine dementsprechende Antwort bereits bekommen. Werde die Sache – auch auf dem Amt – erledigen.

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          • Theresa Bruckmann schreibt:

            Lieber fidelpoludo,
            nach dem Blick auf den Kalender habe ich heute in Kaufbeuren angerufen.
            Noch sollten Unterschriften eingehen, habe ich erfahren. Man braucht einen ‚Überschuss‘ an Unterschriften für die Möglichkeit einer Aberkennung im Prüfverfahren, dem die rechtzeitig (also bis zum 1. März) eingegangenen Unterschriften unterzogen werden.

            Wer jetzt noch mitmachen möchte, für den gilt:
            die Unterschrift kann noch dabei sein, wenn
            sie auf diesem Formular:
            .
            http://archiv.unabhaengige.info/EU2019/EuWO_Anl14_UNABHAeNGIGE.pdf
            zusammen mit diesem:
            mailbox:///C:/Users/Bruckmann/AppData/Roaming/Thunderbird/Profiles/szi7hex5.default/Mail/securepop.t-online.de/Inbox?number=766&part=1.2&filename=UU-Anschreiben-EU2019.pdf
            beim jeweiligen Heimatrathaus bis spätestens übermorgen (Mittwoch) im Briefkasten liegt.
            Wenn die Sache dann am Donnerstag bearbeitet und per
            Post nach Kaufbeuren geschickt wird, reicht das noch.

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  3. fidelpoludo schreibt:

    Hallo Kranich,
    das Video hättest Du auch schon früher entdecken können.
    Ich habe darauf in einer E-Mail an Dich schon am Sa., 22. Dez. 2018, 08:44
    mit einigem Pomp und Aufwand verwiesen.

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    • kranich05 schreibt:

      War sozusagen ’nen Weihnachtsgeschenk 😉
      Ich sach doch „verspätet“. 😉
      Hauptsache es bleibt dabei, dass wir uns wechselseitig bestätigen dürfen, wie außerordentlich hoch wir den Dirk Pohlmann (und Co) schätzen. :-))

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      • fidelpoludo schreibt:

        Jau, das ist und bleibt die Hauptsache. Verspätet heißt ja eben nicht zu spät. Manche Texte und Videos schon vergangener Zeiten können gerade als verspätete neue Brisanz und Bedeutung gewinnen, weil sich mit der durchlaufenen Zeit zusätzliche Anhaltspunkte ergeben haben, die wir durch Beachtung und Rückgriff auf das Frühere besser und genauer einschätzen können.

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  4. fidelpoludo schreibt:

    Steve Bannon in Oxford
    Was ich hier über Bannons Auftritt in Oxford zusammentrage, geht weniger darüber hinaus, „was man bei bei Analitik fand (http://analitik.de/2019/01/01/bannon-in-oxford/)“, als dass es es
    unterläuft, indem ich konkretere Aussagen wiedergebe, die Analitik als bekannt voraussetzte.

    Der geständige und bekennende „Populist“ Steve Bannon (irischer Herkunft, also ein Migrantenkind), vertritt zwar im Wesentlichen Trumps antiglobalistische Positionen (aus dessen Wahlkampfreden: „Drain the Swamp!“, „Make America Great Again!“ – Slogans, die übrigens Hoffnungen schüren, die auch in Obamas „Yes We can!“ nicht unartikuliert blieben), kann sie aber – vom Amt befreit – sozusagen in Rein- oder Idealform zum Ausdruck bringen, hinter der Trumps eigene Politik jedoch, für manche Anhänger zunehmend irritierend, zurück bleibt.
    Souverain, gelassen unaufgeregt und mit einigem Charisma ausgestattet gibt er sich als Vertreter der Interessen des kleinen Mannes. „Make America Great again“ bedeutet für ihn alles andere als die imperialistischen Bestrebungen der USA auszuweiten. Eher im Gegenteil.
    In der Außenpolitik fordert er die Abkehr von der Kriegspolitik (besonders im Mittleren Osten), die er auch verantwortlich macht für die Flüchtlingswelle, die so viele Staaten in Bedrängnis bringen. Die Bedrohung komme nicht aus Russland, sondern eben von den durch Kriege und die Finanzpolitik der Federal Reserve ausgelösten Flüchtlingsströme.
    Deshalb fordert er folgerichtig innenpolitisch, dass die korrupten Eliten in der Administration entfernt werden, die gigantischen Militärausgaben zurückgefahren, die Deindustrialisierung der USA (wie auch Großbritanniens) umgekehrt werden müssen, um qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen, das Prekariat abzuschaffen, damit die jungen Leute wieder Familien gründen können und nicht mit der Aussicht auf Altersarmut in die Zukunft sehen.
    Die Einwanderungspolitik müsse unbedingt gegen illegale Einwanderung Maßnahmen ergreifen, nicht nur um den einfachen Mann, sondern auch gerade die legalen Einwanderer vor drohenden Dumpinglöhnen zu schützen. Er fordert einen „ökonomischen und zivil-kulturellen Nationalismus“ als vereinigende Kraft, lehnt deshalb einen tribalistischen „Ethno-Nationalismus“ ab: Herkunft, Rasse, Religion und Geschlecht dürften keine Rolle spielen.

    Steve Bannon ist der internationale Wanderbotschafter und -prediger Trumps, der patriotische Gesinnungen überall auf der Welt fördern und die so Gesinnten in den je verschiedenen Umständen der Länder dazu auffordern will, sich politisch zu organisieren und nach der Macht zu streben. Er legt viel Wert darauf festzustellen, dass es ihm nicht darum gehe, sich einzumischen oder Vorschriften zu erlassen, sondern darum Ideen und Gedanken auszutauschen.
    Er gibt sich mit einigem Erfolg als Idealist, dem es nicht um Geld oder seine Person, sondern um die soziale Gerechtigkeit und die Wiederherstellung der Bürgerrechte jedes Amerikaners gehe. Der Bürger stehe bei ihm im Mittelpunkt. Um dafür auf internationaler Ebene zu kämpfen und eine Diskussion zu Ende zu bringen, läßt er – wie in Oxford geschehen – auch mal einen gebuchten Flug sausen und widmet sich den ihm gestellten Fragen.

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  5. fidelpoludo schreibt:

    „Die Gedanken si – ind frei!
    Wer will sie freischalten?“

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  6. Theresa Bruckmann schreibt:

    Danke fidelpoludo für Ihre Übersetzungsarbeit!
    Nun ergab es sich, dass auch Kranich05 meinen ‚Hilferuf‘ vernommen hat und verlinkte
    noch einmal zu analitik:
    http://analitik.de/2019/01/01/bannon-in-oxford/
    Wenn ich nun Ihre Übersetzung und die Deutung dort vergleiche,
    (Diese Deutung dort war auch der Grund, warum ich so an einer Übersetzung interessiert war,
    also wissen wollte, was genau er gesagt hat, um selbst herauszufinden, ob man das heraushören kann).
    so fällt auf, dass analitik die Absicht unterstellt … „Er spricht fast im Klartext darüber, wie die EU zu zerschlagen ist und über seine persönliche Antipathie gegenüber Macron. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass dieser Vortrag vor dem Beginn der Gelbwesten-Proteste in Frankreich gehalten wurde. Bannon tourt gerade durch Europa und versammelt “The Movement” – eine Koalition europäischer Politiker, die die EU zerstören werden. Dieser Auftritt ist sein Manifest, aber das ist nicht das Manifest eines “Anti-Europäers”, das ist eher das Manifest derer, die nicht nur zurück in die gelobten 80er (oder sogar 1950er) zurück wollen, sondern auch erhebliche finanzielle und politische Ressourcen zur Erreichung dieses Ziels zur Verfügung haben. Der Konflikt um den Erhalt oder die Demontage der gesamten Nachkriegs-Weltordnung und der internationalen Beziehungen wird das Hauptthema der Geopolitik im Jahr 2019.“
    – Also Bannon ist KEIN „Anti-Europäer“ aber
    – Er versammelt „The Movement“ – eine Koalition europäischer Politiker, die die EU
    zerstören WERDEN. und
    – Dieser Auftritt ist eher das MANIFEST derer, die nicht nur zurück in die gelobten 80er
    (oder sogar 1950er) wollen, sondern
    – zur Zielerreichung über „erhebliche finanzielle und politische Ressourcen“ verfügen.

    Analitik schließt mit der Meinung:
    „Der Konflikt um den Erhalt oder die Demontage der gesamten Nachkriegs-Weltordnung und
    der internationalen Beziehungen wird das Hauptthema der Geopolitik im Jahr 2019.

    Lieber fidelpoludo, in Ihrer Übersetzung des Vortrages von Oxford heißt es:
    „Steve Bannon ist der internationale Wanderbotschafter und -prediger Trumps, der patriotische Gesinnungen überall auf der Welt fördern und die so Gesinnten in den je verschiedenen Umständen der Länder dazu auffordern will, sich politisch zu organisieren und nach der Macht zu streben. Er legt viel Wert darauf festzustellen, dass es ihm nicht darum gehe, sich einzumischen
    oder Vorschriften zu erlassen, sondern darum Ideen und Gedanken auszutauschen.
    Er gibt sich mit einigem Erfolg als Idealist, dem es nicht um Geld oder seine Person, sondern
    um die soziale Gerechtigkeit und die Wiederherstellung der Bürgerrechte jedes Amerikaners gehe. Der Bürger stehe bei ihm im Mittelpunkt. Um dafür auf internationaler Ebene zu kämpfen und eine Diskussion zu Ende zu bringen, läßt er – wie in Oxford geschehen – auch mal einen gebuchten Flug sausen und widmet sich den ihm gestellten Fragen.“

    Ist das jetzt nur eine Stilfrage, wenn es heißt
    in der Absicht, die EU zu zerschlagen (das wäre eine Art ‚Teile und herrsche‘)
    oder
    „um die soziale Gerechtigkeit und die Wiederherstellung der Bürgerrechte
    JEDES AMERIKANRS gehe. Der Bürger stehe bei ihm im Mittelpunkt.
    Um dafür auf internationaler Ebene zu kämpfen…“
    oder
    PROKLAMIERT er das für ALLE,
    um dies für die Amerikaner auch durchzusetzen,
    um aber gleichzeitig die anderen zu ködern mit
    den Verheißungen von SOZIALER GERECHTIGKEIT UND BÜRGERRECHTEN
    aber nur als VORWAND, um so eine ‚Regionalisierung von oben‘ zu ganz anderen
    Zwecken herbeizuführen.

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    • fidelpoludo schreibt:

      Liebe Theresa,
      die Absicht, die EU zu zerschlagen, habe ich in seinen Worten nicht wahrnehmen können. Dass er die herrschende Form der EU kritisch sieht schon. So do I! Welche verborgene Absichten er verfolgen möge, weiß ich nicht. Ich glaube wahrgenommen zu haben, dass ihm für Europa eine Art Staatenbund, eine Vereinigung autonomer Staaten vorschwebt, die nicht zentralistisch durchregiert werden und die jeweiligen Parlamente nicht entmündigen. Es geht ihm vor allem um die Souveränität der Nationalstaaten.
      Wenn Sie den Essay von C.R. Hopkins, den der Kranich jüngst verlinkt hat unter Fundstueck: General Buck-Turgidson
      https://linkezeitung.de/2019/02/14/macht-den-globalismus-wieder-grossartig/#comments
      wäre diese Bemühung sozusagen ein totgeborenes Kind:

      „Seit zweihundert Jahren wurden wir darauf konditioniert zu glauben, dass wir uns für Bürger einer Ansammlung souveräner Nationalstaaten halten, für „Amerikaner“, „Deutsche“, „Griechen“ und so weiter. Es gibt keine souveränen Nationalstaaten mehr. Der globale Kapitalismus hat sie abgeschafft. Aus diesem Grund erleben wir einen „neo-nationalistischen“ Umschwung. Trump, Brexit, der sogenannte „neue Populismus“ … das sind die Todeszuckungen der nationalen Souveränität, wie das Zappeln eines erstickenden Fisches, bevor man ihm eins überbrät und in die Kühlbox wirft. Der Kampf ist vorbei, aber der Fisch weiß das nicht. Er wusste nicht einmal, dass es eine Schlacht gab, bis er plötzlich aus dem Wasser gezogen wurde.“

      Ich habe daraus in meinem Kommentar eine überspitzt provokative Schlußfolgerung gezogen, die manchen – wahrscheinlich auch Sie – irritieren könnte.

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  7. fidelpoludo schreibt:

    Liebe Theresa,
    meine Antwort auf Sie ist noch nicht freigeschaltet. Ich möchte ihr hinzufügen, dass die Rede von der Absicht, die EU zu zerschlagen nicht von Analytik stammt, sondern von einem „crimsonalter“, den er zitiert. Ich glaube, dass die EU nicht zerschlagen zu werden braucht, wenn sie wie bisher undemokratisch, konzernenhörig und transatlantisch orientiert weiter macht. Das erledigt sie selbst. Soros empfiehlt den Deutschen die Wahl der „Grünen“, weil sie die einzigen seien, die an diesem Kurs unangefochten festhalten:
    https://www.welt.de/politik/ausland/article188634787/George-Soros-eindringliche-Warnung-an-die-EU-Aufwachen.html
    Ich brauche seine Empfehlung höchstens, um sie umso entschlossener in den Papierkorb zu werfen.

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  9. Theresa Bruckmann schreibt:

    Dieser Text in Rubikon hat einiges zu bieten:
    https://www.rubikon.news/artikel/die-krise-der-vollen-welt
    Daraus: „…Schließlich kommen wir zu der leicht umstürzlerischen Auffassung, unsere volle Welt benötige eine neue Aufklärung.
    Gewiss räumen wir ein, dass die Aufklärung des 17. und 18. Jahrhunderts eine philosophische Befreiung von den erstickenden und autoritären Strukturen des Mittelalters war. Sie leitete auch eine wissenschaftliche Blüte und im Gefolge die Industrielle Revolution ein. Aber sie hatte auch Schwächen, die man gerne verdrängt: Sie führte zu einer Überheblichkeit Europas und wurde zu einer Legitimationsgrundlage für die Kolonisierung, das heißt für die Eroberung des größten Teils der Welt durch europäische Armeen. Sie enthielt als Kernstück die Lobpreisung auf Individualismus, Egoismus, Utilitarismus, Fortschritt und freie Märkte. Und später, hauptsächlich im späten 19. und im 20. Jahrhundert, wurde sie zu einer Legitimationsgrundlage für eine Ökonomie des gnadenlosen Wettbewerbs…“

    Wenn ich an die Volkssouveränität, so wie Prof. Maus sie herleitet, denke, so soll das wohl in eine ganz andere Richtung weisen.
    Und kann man die Aufklärung „zu einer Legitimationsgrundlage für eine
    Ökonomie des gnadenlosen Wettbewerbs“ machen?
    Hat jemand diesen Club of Rome – Bericht gelesen?

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    • fidelpoludo schreibt:

      Liebe Theresa,
      ich muss Ihnen Recht geben. Wer die Aufklärung – richtig verstanden – zur Legitimitationsgrundlage für eine Ökonomie des gnadenlosen Wettbewerbs und gar der Ausbeutung, Unterdrückung und Ausrottung anderer, nichteuropäischer Völker oder selbst innerhalb Europas „unterer“ Klassen macht, hat von der Aufklärung so gut wie nichts verstanden. Einer ihrer universalistischen Grundgedanken lautet: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und selbst wenn dieser aufklärerische Gedanke sich später nur noch in einigen nationalen Verfassungen wiederfindet (wie sieht es in den Verträgen der EU und der UN aus?), heißt das doch gerade eben nicht: „Die Würde des Deutschen ist unantastbar.“ Oder: „Die Würde des Amerikaners ist unantastbar.“ Genausowenig wie „Die Würde des Europäers ist unantastbar“.
      Die heute in vielen Kreisen so verunglimpften Adorno und Horkheimer („Kulturmarxisten“??) hatten mit ihrer Feststellung, dass der Holokaust uns einen neuen kategorischen Imperativ auferlegt habe, dass dafür gesorgt werden müsse, dass Ähnliches sich in der Geschichte nicht wiederholen dürfe, mit Sicherheit nicht gemeint – wie nicht wenige ihrer „falschen Schüler“ es unausgesprochen vertreten -, dass nur die Juden (und damit Israel) vor vergleichbaren Katastrophen zu schützen seien. Am allerwenigsten gar, dass den Opfern der Geschichte nun endlich erlaubt sein müsse, sich aus ihrer Opferrolle dadurch zu befreien, dass sie in die Täterrolle schlüpfen. Eine völlig zynische Auslegung des Gedankens von „ausgleichender Gerechtigkeit“, für dessen Auslegung als zynisch heute nicht nur Leute wie Gilad Atzmon sich von breiten und regierungsoffiziellen Kreisen als „Antisemiten“ beschuldigen lassen müssen.
      Die von Horkheimer und Adorno 1944 verfasste „Dialektik der Aufklärung“ ist zwar in auflärerischen Geist, mit der Absicht, den universalen Geist der Aufklärung zu retten, geschrieben worden, hat es aber doch versäumt – noch ganz im Schatten des deutschen Faschismus -, Kolonialismus und Imperialismus, geschweige denn Globalisierung, Marktradikalismus und Neoliberalismus in ihre Betrachtung einzubeziehen. Ihre Gedanken haben dennoch eine solche Einbeziehung nicht nur nicht ausgeschlossen, sondern sogar nahe gelegt. Den Mangel haben sie selbst geahnt, weil sie einer Neuveröffentlichung in den späteren Nachkriegsjahren (1968 ff.) sich widersetzt haben.

      Eine genauere Untersuchung der Rolle des „Club of Rome“ („Grenzen des Wachstums“) im Zusammenhang mit dem Heraufziehen des Neoliberalismus und ob er dem wirklich etwas entgegenzusetzen hatte, steht noch genauso aus wie die seiner (veränderten?) Neuauflage. Ich bin da einigermaßen skeptisch. Die Rede von einer „Balance“ scheint mir da auf den ersten Blick nicht gerade aussichtsreich.

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    • Lutz Lippke schreibt:

      Interessant ist der Artikel allemal, aber mich beschleicht dabei auch das Gefühl, dass es – wie fast immer – um alleserklärende Gründe geht. Dass grenzenlose Euphorie über die klassische Aufklärung auch zu Fehlleitungen führten und führen, begründet noch keine Abkehr von deren Prinzipien. War und ist nicht der Tenor der Aufklärung das fortlaufende Prüfen und Erkennen des Erkennbaren und deren bisherige Grenzen? Das schließt gerade dialektische Beziehungen und damit Fragen der Balance mit ein.
      Statt „Alles neu“ sehe ich eher den Bedarf für ein Besinnen darauf, was Ziel, was Methode, was Sinn, Zweck und Mittel sind, was daraus aktuell möglich und zukünftig erstrebenswert ist.

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      • fidelpoludo schreibt:

        Lieber Lutz,
        ich fühle mich verstanden und kann das Dich beschleichende Gefühl teilen.
        Eine Frage zum Bedarf dessen, auf was wir uns zu besinnen hätten. Ist es nicht im Moment so, dass alle an wirklicher Aufklärung interessierte Kräfte sich einer zwar zunehmend ihre Kräfte sammelnden, aber dennoch immer noch in einer defensiven Position befinden? Es also darum gehen muß, bedrohte Sicherheiten – was Staatseinheit, Demokratie und Rechtsstaat angeht -, zunächst zu verteidigen und uns bewußt machen, was wir an ihnen hatten (wahrscheinlich auch, was wir uns lange einbildeten, gehabt zu haben – der Punkt, an dem sich in der widerständigen Szene die meisten Uneinigkeiten bilden), um erst danach weitergehende Ziele zu verfolgen und in Angriff zu nehmen?

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  10. Theresa Bruckmann schreibt:

    Danke Fidelpoludo,
    dieser Text lässt mich nicht los.
    Wenn man Ökonomie als Philosophie abtut, dann ist ES die falsche Philosophie, und alle sind entlastet. Marx wurde in meinem Studium als Philosoph abgetan.
    Nun habe ich mir überlegt, dass man mit dieser ‚Schwamm drüber-Einstellung, jetzt machen wir alles anders‘ leicht ins Gespräch kommen und sogar kleine ‚Achtungserfolge‘ erreichen könnte. Unterschwellig, also im Verborgenen, könnte es aber wie bisher weiterlaufen.
    Das sind jetzt keine reifen Überlegungen, sondern ein Versuch mitzuteilen, was mich hier aufhorchen lässt.
    Interessieren würde mich natürlich auch, was Prof. Mausfeld und Prof. Ingeborg Maus
    über die Äußerungen zur ‚alten‘ Aufklärung und der Notwendigkeit einer ’neuen‘ Aufklärung für eine volle Welt denken.

    Diese Sätze sind der Hintergrund zu diesen ‚Schwamm drüber‘-Gedanken:
    „Hierzu ein weiteres Beispiel: Im politischen Raum gibt es den dauernden Streit zwischen der Priorisierung der Gerechtigkeit und der Priorisierung der Leistungsanreize. Aber heißt das, dass eine Seite Recht hat und die andere Unrecht? Kaum.
    Gute Politik muss eine Balance finden zwischen Gerechtigkeit und Leistungsanreiz. Dann wird die Betrachtung der Politiker der „linken“ und der „rechten“ Seite nicht mehr mit Zorn im Bauch vollzogen, sondern mit der – individuell verschiedenen – Abwägung, ob einem in der gegenwärtigen Lage die Gerechtigkeit („links“) oder der vermehrte Leistungsanreiz („rechts“) wichtiger ist. Und die „GroKo“ würde nicht als Ausbund von Machtgier und faulen Kompromissen, sondern als eine temporäre Balance zwischen den zwei Prinzipien wahrgenommen; die Zahlenverhältnisse im Bundestag machen nun mal andere Koalitionen noch deutlich schwieriger.“

    Und: der GLOBALISIERTE WETTBEWERB HAT eine inhärente Tendenz UND
    „nun käme ES weltpolitisch darauf an, auch hier WIEDER MEHR BALANCE zu schaffen, also DENJENIGEN, die durch INNOVATION UND LEISTUNG „UNANSTÄNDIG“ REICH geworden sind…“
    Wörtlich:
    „Der Ärger ist nur, dass der globalisierte Wettbewerb eine inhärente Tendenz hat, die Leistungsanreize stärker zu belohnen als die Gerechtigkeit. Man sieht es daran, dass in fast allen Ländern der Welt der Abstand zwischen Arm und Reich in den letzten 25 Jahren zugenommen hat. Nun käme es weltpolitisch darauf an, auch hier wieder mehr Balance zu schaffen, also denjenigen, die durch Innovation und Leistung „unanständig“ reich geworden sind, Akte der Gerechtigkeit aufzuzwingen. Solange man aber – wie im angelsächsischen Kulturraum üblich – den gnadenlosen Wettbewerb als naturgegeben ansieht, wird man jeden übernationalen Eingriff in die Ungerechtigkeit als ungerecht, zerstörerisch oder zumindest fortschrittshemmend ansehen und schärfstens ablehnen…“

    Entweder ist die Philosophie der Aufklärung ’schuld‘ oder eine Tendenz, aber natürlich weit und breit keinerlei Strategien und Absichten und ES käme darauf an, den durch Leistung und (Finanz)Innovationen ‚unanständig reich‘ gewordenen, ‚Akte der Gerechtigkeit aufzuzwingen‘.
    Auch ist vom ‚gnadenlosen Wettbewerb‘ die Rede, der im angelsächsischen Kulturraum üblich sei. Der (sonstige) globalisierte Wettbewerb habe (lediglich) eine inhärente Tendenz, „die Leistungsanreize stärker zu belohnen als die Gerechtigkeit“.
    (In Klammern gesetzt sind meine eigenen Hinzufügungen).

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    • fidelpoludo schreibt:

      Liebe Theresa,
      ich würde behaupten, dass Marx in erster Linie Philosoph war, und zwar ein Philosoph in der Tradition der Aufklärung, der in der Durchleuchtung und Transparentmachung der kapitalistischen Ökonomie und ihrer Mechanismen und Zwänge das entscheidende Mittel sah, erst durch ihre wissenschaftliche Analyse, dann durch ihre emanzipatorische Veränderung, die daraus und darauf erfolgt, menschenwürdige Verhältnisse zu schaffen und die Vorgeschichte zu beenden. Ich sehe sein ganzes Werk seinem Motto gewidmet, alle Verhältnisse abzuschaffen, in denen der Mensch ein armes, ein elendes, ein verächtliches, ein verlassenes Wesen sei. Es geht also ganz im Sinne der Aufklärung um einen philosohisch aufkärerischen Anspruch, nicht um Menschen bestimmter Herkunft, bestimmter Rasse, eines bestimmten Geschlechtes oder des Anhängers einer bestimmten Religion. Und ich halte diesen Anspruch – auch wenn er in Europa zunächst bekannt wurde – für keineswegs eurozentristisch, schon gar nicht irgendeinen missionarischen oder militärischen Interventionismus auf irgendeine Weise rechtfertigend.

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  11. fidelpoludo schreibt:

    In der Rechten finden wir permanent den Vorwurf eines „Kulturmarxismus“, der uns das ganze Elend eingebrockt habe (’68 und die Folgen). Vera Lengsfeld bezieht sich hier weitestgehend bestätigend auf ein neu erschienenes Buch des Titels:
    https://vera-lengsfeld.de/2019/02/26/benjamin-kaiser-kulturmarxismus/
    Der „Marsch durch die Institutionen“, denen Linke meiner Façon ein nahezu komplettes Versagen zusprechen, weil sie die Prinzipien, unter denen sie antraten, nicht nur verraten, sondern oft genug in ihr genaues Gegenteil verkehrt haben („Grüne“ und „Sozialdemokratie“ „in Solidarität vereint“), wird ausgelegt als ganz bewußt und auf lange Sicht hin geplante Absicht, die dann planmäßig und systematisch die Fakten geschaffen habe, denen wir uns nun entgegen sähen. Uns sie seien längst noch nicht am Ziel angelangt.
    Auch wenn ich gute zwei Drittel der Vorwürfe in dem Sinne bestreite, dass sie in der Absicht der Protagonisten schon begründet waren – ich würde eher zu dem Vorwurf neigen, dass eben wieder einmal gerade nicht die Besten nach oben kamen, sondern die Ehrgeizigsten, Käuflichsten und Korruptesten, die von der „Sache“ am wenigsten verstanden, aber so auftraten, als hätten sie sie verstanden -, kann ich doch nachvollziehen, wie sich ein derartiges Verständnis bildet und artikuliert. Manche „Rechte“ lecken noch Wunden aus den 60er Jahren, die sich durchaus nicht rechtfertigen lassen. Man muß einräumen, dass seiner Zeit es auch „linke“ Auswüchse eines Mobs gegeben hat, der sich keineswegs auf die RAF begrenzen läßt. Gewisse Ausläufer eines „linken“ Hippietums (Charles Manson etc.) muß dazu gezählt werden. Diese Erscheinungen aber gerade in einen Topf mit (zumindest den Vätern der) Frankfurter Schule in einen Topf zu schmeißen – so als hätten sie diese Entwicklungen herbeigesehnt oder -geführt, ist vollkommen daneben. Vor allem Adorno hatte damit politisch wie privat seine Schwierigkeiten und Konflikte. Manche behaupten, dass sein früher Tod damit in einem nicht geringen Zusammenhang gestanden habe.

    Würde mich interessieren, ob jemand auf diesem Blog eine andere Perspektive auf die Vorwürfe des „Kulturmarxismus“ zu bieten hat.

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    • Lutz Lippke schreibt:

      Ich neige wahrscheinlich zu einer politisch-geschichtlichen Ignoranz. Das hat Nachteile, aber vielleicht auch seinen Sinn. In der Not meiner Unwissenheit bediene ich mich dann bei Analogien zur Technik.
      Zum Links-/Rechts-Versagen fällt mir dafür ein, dass auch jedes politisches Ziel auf ein praktisches System, eine reale Systematik abzielt. Im Technischen unterscheidet man funktionale und nicht-funktionale Eigenschaften eines Systems. Zu den funktionalen Eigenschaften gehören die Merkmale, die unmittelbar dem Erreichen des Systemzwecks dienen. Ist dieser überhaupt mit dem System, der Systematik erreichbar? Wohl die wesentlichste Frage zur funktionalen Eigenschaften. Aber auch die Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit gegen Fehler und Manipulation sind wichtige Eigenschaften jedes Systems. Da Letztere für alle Systeme relevant sind, werden sie nicht-funktionale Eigenschaften genannt.
      Dass Begriffe wie Demokratie, Gerechtigkeit und Menschenrechte selbst keine Systemeigenschaften haben, können nur die damit verbundenen Prinzipien über Zweckmäßigkeit, Skalierbarkeit und Robustheit etwas aussagen. Die Idee, alle notwendigen Eigenschaften eines Systems würde durch ein besonders moralisches Prinzip erreicht, halte ich für fatal. Angesichts eines global wirkenden, sich entwickelnden, anpassenden, windenden kapitalistischen Systems kann eine Alternative nur wirksam werden, wenn sie die dafür notwendigen Systemeigenschaften besitzt. Nehmen wir meinen Anteil am Volkseigentum in der DDR. Es ist weg bzw. in privaten Händen. War es irreal? Habe ich es verzockt? Wie kann Gemeinsinn, Gemeinschaftseigentum und Gerechtigkeit gesichert werden? Wie können lokal erfolgreiche Methoden in staatliche, globale Dimensionen skalieren? Ich habe mehr Fragen als Antworten. Antworten, mit denen solche Fragen nur umgangen oder ignoriert werden, helfen nur den Bewährten des derzeit Herrschenden. Deshalb sind „Rechtslastigel“ Fragen nicht das Übel, sondern erfordern „Linke“ Antworten mit systemrelevanten Eigenschaften.

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      • fidelpoludo schreibt:

        Vielleicht hast Du recht. Nur: Ich begreife, verstehe Deinen Gedankengang nicht. I – schier – don’t get it. So sorry!

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      • fidelpoludo schreibt:

        Das gesagt, hier der Beweis, dass ich es nicht verstehe:
        Unter dem „Zweck eines Systems“ kann ich mir nur etwas „Moralisches“ – Demokratie, Gerechtigkeit und Menschenrechte auf moralisch-ethische Weise definiert und interpretiert (bzw. „Unmoralisches“) vorstellen. Also müßten alle funktionalen Eigenschaften des Systems auf die eine oder die andere Weise mit dem „Zweck des Systems“ übereinstimmen. Wenn ich dich richtig verstehe, nennst Du „nicht-funktionale Eigenschaften“ „die Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit gegen Fehler und Manipulation“. Warum sind die „nicht-funktional“? Sind sie nicht mindestens so funktional wie die funktional genannten? Sozusagen die funktionalen Bedingungen der Möglichkeit der „funktional“ genannten? Sozusagen die Absicherungs-, Gewährungs- und Garantiebedingungen für die „funktionalen“ Eigenschaften, damit das System den moralisch gewählten Zweck auch erreichen kann? Vorgeschaltete Relais zur Vermeidung von Manipulation, Vertuschung, Irreführung, Umleitung etc.?
        Da ein vollkommen perfekt geschlossenes kybernetisches Gesellschaftsmodell wohl weder erreich- noch wünschbar sein dürfte, sind unbedingt psychologische und philosophische Überlegungen bei der Erstellung der vorgeordneten Funktionsbedingungen zu berücksichtigen.

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        • Lutz Lippke schreibt:

          Nicht-funktionale Eigenschaften sind Eigenschaften, die nicht abhängig von der Funktion sind. Solche Strukturierung ist immer auch widersprüchlich, dient aber aus analytischer Sicht der Erkenntnis. Haben z.B. Kapitalismus und Sozialismus auch vergleichbare Eigenschaften? Um dazu Antworten zu finden, muss man vorgreifende Moral und Wertung möglichst eliminieren. Was bringt das? Zum Beispiel die Erkenntnis, dass Eigenschaften zweckgebunden sein können, aber eben auch nicht. Wenn man weiter prüft, mit welchen Prinzipien die jeweilige Eigenschaft erreicht werden kann, finden sich weitere Erkenntnisse. Steht ein solches Prinzip eventuell im Widerspruch zum Zweck? Führen gegensätzliche Zwecke zu gegensätzlichen Prinzipien? Ist ein Prinzip zugleich Methode oder eher eine Eigenschaft für eine Ansammlung von Methoden, die als Einzelne durchaus vom Prinzip abweichen kann?
          Eine ernsthafte Frage bewegt mich dazu. Kann es sein, dass das kapitalistische Zweckdenken weniger durch moralische Prinzipien gebunden und dadurch flexibler und anpassungsfähiger als der sozialistische Gegenentwurf ist? Wie prinzipientreu müsste eine soziale Idee bleiben und wie flexibel darf sie in den Methoden sein, um einerseits den Zweck nicht zu verraten und andererseits überlebensfähig und robust zu sein? Gibt es dazu überhaupt Widersprüche oder ist das gerade eine zentrale Herausforderung?

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        • Lutz Lippke schreibt:

          „Also müßten alle funktionalen Eigenschaften des Systems auf die eine oder die andere Weise mit dem „Zweck des Systems“ übereinstimmen.“

          Gerade daran habe ich Zweifel bzw. ich sehe keine zwingende Begründung für diese Sicht.
          Was sind vergleichbare funktionale Eigenschaften in einer Gesellschaft von Menschen unter kapitalistischen und unter sozialistischen Bedingungen?
          In beiden Systemen gibt es doch eine Mehrheit, die im Alltag keine Führungs- und Entscheidungsfunktionen ausübt. Durch Kommunikationsstrategien muss die Führungs- und Leitungsebene daher In beiden Systemen auf diese Mehrheit so einwirken, dass diese Mehrheit zum Einen in einer ausdifferenzierten Arbeitsteilung die realen Grundlagen der gesellschaftlichen Existenz erwirtschaftet und zum Andern sich den Systembedingungen möglichst freiwillig unterordnet oder diese zumindest nicht sabotiert.
          Besteht darin in beiden Systemen eine Übereinstimmung mit dem Zweck des Systems?
          Wenn das so wäre, worin gleichen und worin unterscheiden sich diese Zwecke dann?
          Gleich sind offenbar die Attribute „hierarchisch“, „arbeitsteilig“, „elitär“.
          Ist also in einem sozialistischen System die Gewährleistung einer Struktur der hierarchisch-elitären Führungsminderheit über eine arbeitsteilig produktive aber untergeordnete Mehrheit eine funktionale Systemeigenschaft und zugleich auch Zweck des Systems? Unterscheidet sich davon der Zweck des kapitalistische Systems nur durch die „systemimmanente“ Profiterzielungsabsicht? Also ein Unterschied nur durch das Abzweigen und Privatisieren von gemeinschaftlichen Arbeitserlösen?

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