Fundstück – 14.1.2019 – Vom Krieg gegen den Populismus

„Das ganze lächelnde, supranationale, neofeudale Konzernimperiums-Konzept  läuft bei den Massen nicht sehr gut, zumindest nicht bei den ungewaschenen Massen.“

(Quelle)

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2 Antworten zu Fundstück – 14.1.2019 – Vom Krieg gegen den Populismus

  1. fidelpoludo schreibt:

    Lieber Kranich,
    ein Superbeispiel dafür, was Du gestern noch eingeklagt haben wolltest: Die „bildhafte Lebendigkeit unserer Sprache“ (wobei ich das nicht auf die deutsche Sprache eingeschränkt verstanden wissen möchte – ein Vergleich der deutschen Übersetzung mit dem amerikanisch-englischen Original wird das deutlich machen. Im Original ist diese Lebendigkeit um noch einige Grade direkter und erfrischender erfahrbar).
    Davon abgesehen ist die der sprachlichen Ausdrucksweise zugrunde liegende Analyse so überzeugend wie originell. Mir ist niemand bekannt, dem es derart gelungen ist, den Herrschenden sozusagen von hinten bei der Verfassung ihrer Strategiepläne über die Schulter zu blicken und gleichzeitig anzusprechen, was das für die Beherrschten in ihrem zwar geteilten, aber dennoch sich formierenden, aber weitgehend begriffslosen Widerwillen zu bedeuten hat. Sein Impuls ist links im besten Sinne des Wortes – um so spürbarer sein himmelschreiender Apell an eine sich links wähnende „Linke“, die ihre Klientel seit langem schon verrät und nicht in der Lage ist zu begreifen, wie sie den Herrschenden zur Seite steht.
    Im deutschen Raum fallen mir nur Paul Schreyer und Bröckers ein als Leute, die sprachlich daran heranreichen. Vielleicht noch Rügemer, Ernst Wolff und Manfred Pohlmann, wobei deren Sicht des dialektischen Zusammenhangs von Herrschenden und Beherrschten sich den Mut zu Spekulationen nicht erlauben – wie Hopkins ihn für notwendig erachtet. (Habe bestimmt einige vergessen, die in dem Zusammenhang auch erwähnt werden müßten.)
    Dabei ist das Problem – wieder einmal -, dass diese „der Sache“ angemessene Sprache weder von denen, für deren Interessen sie eintritt, noch von denen, die kritisiert werden, weil sie als vorgebliche Vertreter genannter Interessen „auf dem falschen Dampfer“ sind, verstanden wird. Das verrät eindeutig das journalistische Schicksal, das Hopkins von einigen „linken“ Plattformen ver- und eher ursprünglich einmal „rechts“ orientierten zugetrieben hat, die nicht nur in Puncto Meinungsfreiheit vorige schon seit einiger Zeit links überholt haben.

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  2. fidelpoludo schreibt:

    …dann schnall dich an!

    „Und dann ist da noch der Kampf um die Herzen und den Verstand, den sie in den letzten zwei Jahren wütend geführt haben und der sich nur noch verschärfen wird. Wenn du denkst, dass die Dinge derzeit verrückt sind (was sie eindeutig sind), dann schnall dich an. Was kommt, wird COINTELPRO (Anm.d.Ü.: siehe J. Edgar Hoover und McCarthy) wie die Arbeit eines Hobby-Mem-Freaks aussehen lassen. Die neoliberalen Konzernmedien, Psy-Ops wie Integrity Initiative, Internet zensierende Apps wie NewsGuard, ShareBlue und andere David Brock-Läden, sowie eine Horde von Massenhysterie-Erzeugern werden unser Gehirn unerbittlich mit Absurditäten, Desinformation und einfach nur völligen Lügen bearbeiten (ebenso wie natürlich ihre Pendants auf der rechten Seite – falls ihr dachtet, dass die eine Alternative wären). Es wird extrem verrückt werden.“

    Was uns blüht, ist also noch einmal eine hochpotenzierte Steigerung dessen, was uns die des Antiamerikanismus (und erst recht des Anti-Israelismus) unverdächtige Wikipedia unter dem Stichwort COINTELPRO als historisch vergangen und deshalb dem Misthaufen der Geschichte zu überantwortende Erscheinung verkaufen will und jeden aktualisierenden Bezug konsequent vermeidet:

    Der langjährige FBI-Chef J. Edgar Hoover ließ in den 1960er und 1970er Jahren die Bürgerrechts- und Anti-Vietnamkriegsbewegung in den USA mit dem COINTELPRO-Programm illegal überwachen und manipulieren. Dabei kam es auch zur Verurteilung politischer Aktivisten aufgrund von falschen Beweisen und zu ungesetzlicher Gewaltausübung, bis hin zu Morden wie dem von Fred Hampton.[1] (…)

    COINTELPRO ist ein Akronym für COunter INTELligence PROgram. Es steht für ein ehemals (???) geheimes Programm der US-Bundespolizei FBI, das die systematische Überwachung, Unterwanderung und Störung von politischen Organisationen und politisch aktiven Privatpersonen innerhalb der USA umfasste. Hintergrund war eine allgemeine antikommunistische Stimmung und die teilweise zwanghafte Vorstellung, vor allem von FBI-Chef J. Edgar Hoover, dass sich hinter jeder regierungskritischen Bewegung oder Person der Einfluss sowjetischer KGB-Spione verbergen könnte. Das Programm wurde nach seinem Bekanntwerden in den 1970ern zum Gegenstand parlamentarischer Untersuchungen und gilt als Begleiterscheinung bzw. Folge der so genannten McCarthy-Ära. Es umfasste zahlreiche illegale Aktivitäten, darunter die Strafverfolgung von Menschen aufgrund durch das FBI gefälschter Beweismittel, und willkürliche Gewaltanwendung bis hin zu politischen Morden an missliebigen Personen.
    Vorgehen
    Der von Senator Frank Church geleitete Untersuchungsausschuss Church Committee des US-Kongresses untersuchte ab 1975 illegale Aktivitäten von US-Geheimdiensten und des FBI. Church bilanzierte, dass „der wachsende Missbrauch der Geheimdienste ein größeres, grundlegendes Problem in unseren zentralen Institutionen reflektiert.“[2]
    Die Operationen fanden zwischen 1956 und 1971 statt und sollten als politisch gefährlich eingestufte Gruppen und Individuen diskreditieren, überwachen und zermürben. Von den – teilweise illegalen – Aktionen des FBI betroffen waren dabei sowohl linksgerichtete Parteien (KPUSA, Socialist Workers Party) als auch Studentenorganisationen (Students for a Democratic Society) und die Bürgerrechtsbewegung (SCLC, NAACP, CORE).[3][4] Ins Visier geriet auch die Antikriegsbewegung gegen den Vietnamkrieg, wobei teilweise Mitglieder des US-Senats in den Fokus gerieten, die sich kritisch über den Krieg geäußert hatten.[4]

    Das FBI verwendete vor allem vier Methoden:[5]
    Unterwanderung: Informanten und Agenten spionierten nicht nur Aktivisten und Organisationen aus, sondern störten sie aktiv.
    Psychoterror von außen: Mittels falscher Anschuldigungen in den Medien, gefälschter Briefe, anonymer Denunziationen etc. wurde versucht, Arbeitsverhältnisse und persönliche Beziehungen von bestimmten Personen zu zerstören.[3]
    Verfolgung: Das FBI und lokale Polizeibehörden stellten Dissidenten als Kriminelle dar. Um Verhaftungen und Verurteilungen zu erreichen, wurden Beweise gefälscht und falsche Aussagen vor Gericht gegeben.[6]
    Gewaltanwendung: Auch durch Gewalt sollten Aktivisten eingeschüchtert oder sogar ausgeschaltet werden. Dies ging von der bloßen Androhung von Gewalt über Einbrüche und illegale Durchsuchungen bis hin zu Vandalismus, Schlägertrupps und sogar Mord. So wurde Fred Hampton, ein Anführer der Black Panther, von Polizisten im Schlaf erschossen.[1][6]
    Zu den prominentesten Opfern solcher Methoden zählten Martin Luther King und die indianischen Aktivisten Dennis Banks und Leonard Peltier. Die Aktivitäten des FBI wurden später Gegenstand der Untersuchungen des Church Committees.[3]

    Hintergrund
    Das Projekt hatte seine Wurzeln in einer weitverbreiteten antikommunistischen Hysterie, siehe auch Red Scare. Mutmaßungen, dass linke und radikale Organisationen von feindlichen Geheimdiensten aus dem Ausland manipuliert seien (insbesondere vom KGB) und die staatliche Ordnung der USA gewaltsam unterwandern wollten, bewogen den mächtigen FBI-Chef J. Edgar Hoover zur Institutionalisierung von COINTELPRO. Historiker bezeichneten dies später als die „große amerikanische Inquisition“.[7]
    Etwa zur gleichen Zeit wurden solche Personengruppen auch vom Auslandsnachrichtendienst CIA im Rahmen der Operation CHAOS überwacht, was gegen die US-Verfassung verstieß.Aufdeckung
    → Hauptartikel: Citizens’ Commission to Investigate the FBI
    Aktivisten der Bürgerrechtsbewegung hatten seit spätestens Mitte der 1960er Jahre angenommen, dass sie entgegen den Gesetzen durch das FBI nicht nur beobachtet wurden, sondern unter Druck gesetzt werden sollten. Eine Gruppe um William C. Davidon, einen Physikprofessor am Haverford College, wollte Beweise für das illegale Vorgehen der Behörden beschaffen. Sie planten einen Einbruch in ein FBI-Büro, bei dem sie Dokumente stehlen wollten. Nach monatelanger Vorbereitung brachen neun Aktivisten in der Nacht des 8. März 1971 in die Außenstelle des FBI in Media ein und stellten die erbeuteten Dokumente der Presse zur Verfügung. Die Täter blieben 43 Jahre unerkannt und traten teilweise dann im Januar 2014 zusammen mit der Journalistin Betty Medsger an die Öffentlichkeit.“

    Alles „history“, abgeschlossen, zu den Akten gelegt und dem Vergessen anheim gegeben?

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