Fundstück – 10.1.2019 – Altersschwäche

Wer stirbt an Altersschwäche? Warum so wenige? Eine statistisch untermauerte Betrachtung aus der Schweiz, die auf interessanten Querverbindungen hinweist (Quelle).

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12 Antworten zu Fundstück – 10.1.2019 – Altersschwäche

  1. fidelpoludo schreibt:

    „Hunde, wollt ihr ewig leben?“ oder „Wie man (durch Kritik) schlafende Haie weckt“
    Danke, lieber Kranich, ein herausragender Text zum Thema kapitalistisch organisierter Gesundheit und unter dem Primat der Gewinnmaximierung betriebener Lebens- (und Leidens)verlängerung, die allerdings ungewollt auch Denkansätze und -vorstöße enthält, die darauf hinweisen, dass das in diesem Bereich agierende Kapital noch „unverantwortlich“ reichlich schlammt.
    So enthält der kritisch in Klammern gesetzte und eingeschobene Zwischenzusatz

    [Wegen ihrer viel kürzeren Lebenserwartung sollten die Angestellten mit den niedrigsten Löhnen in einem Unternehmen bei der Pensionskasse von einem höheren Umwandlungssatz profitieren als die Angestellten mit den höchsten Löhnen – und damit eine höhere Rente erhalten.]

    ebenso einen verdeckten Hinweis auf konkret bessere Bedingungen der Anlage der „Zwischen-Gesundheit-Krankheit-und-Tod-Schwebe-Industrie“ [Wofür wollten und sollten die nach dem Gesichtspunkt „je länger, desto besser (ausbeut- und abschröpfbar“) zu Betrachtenden, länger mit höheren Löhnen Lebenden, ihre Geld denn wohl ausgeben?] wie der ebenso kritisch gemeinte Abschnitt

    Die durchschnittliche Lebenserwartung ist tiefer, wenn Viele bereits in jungen Jahren sterben und dadurch sehr viele Lebensjahre verlieren. Eine zusätzliche Milliarde zur Unfall- und Suizidprävention erhöht die durchschnittliche Lebenserwartung wohl stärker als eine zusätzliche Milliarde für das Gesundheitssystem.

    Aus diesem Argument ließe sich mit einem gewissen „rechtspragmatisch-juristischen“ Aufwand, der sich bezahlt machen könnte – eine „Aufwand-Nutzen-Kalkulation“ wäre vorzuschalten -, doch der Staat (und damit der Steuerzahler) in die finanzielle Verantwortung ziehen, hat er es doch versäumt, für die notwendigen lebensverlängernden (und Profitraten erhöhenden) Verkehrs- und sozialen Existenzbedingungen zu sorgen, die sich für Ärzteschaft, Spitäler, Apotheker, Medizinalprodukte- und Pharmaindustrie geschäftsschädigend auswirken – wie sich bestimmt nachweisen ließe. Die Baupläne für staatsunabhängige Gerichte zu diesem Zweck liegen schon seit Jahren ungenutzt in den Konzerntresoren des globalen „Freien Marktes“. Vielleicht reicht aber auch schon eine verschämte Drohung damit, um das Problem mittels einer (Pippi)-Private-Public-Partnership zu lösen.

    Wer den Artikel unter dieser Perspektive sorgsam analysiert, könnte wahrscheinlich noch manch ein Betätungsfeld aufstöbern, dessen Potential noch nicht hinreichend ausgeschöpft wurde.

    Merke: Manch ein kritischer Text (vielleicht jeder) birgt Spuren, die ins „Herz der Finsternis“ führen; könnte sich also wegen seiner fragwürdigen Nebenwirkungen als rezeptpflichtigst erweisen, zu denen man es – als kritischer Bürger – besser unterläßt, seinen „Arzt oder Apotheker“, geschweige denn die Pharmazie-, Gesundheits-, Krankheits- oder Bestattungs- und Todesindustrie zu befragen.

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  2. Lutz Lippke schreibt:

    Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht. Altersschwäche ist doch kein Krankheitsbild im Sinne einer modernen Medizin. Altersschwach, lebensmüde oder „wie frischgeboren“ kann man sich fühlen. Will man denn vom Autoschlosser hören, dass das Auto wegen Altersschwäche oder Montagsgeburt nicht mehr fährt?

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    • fidelpoludo schreibt:

      Wer hat denn hier irgendwo behauptet, dass Altersschwäche ein Krankheitsbild sein müsse. Genau das Gegenteil ist der Fall. Da der „Sinn der modernen Medizin“ aber ein Krankheitsbild erfordert, um Gewinn für den Diagnostiker des Todes (den Arzt) abzuwerfen, gerät diese gewinnuneinträchtige Diagnose in Verdrängung und Vergessenheit. Im Sinne der Umverteilung von unten nach oben.

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      • fidelpoludo schreibt:

        Außerdem kann man sich wohl kaum – bisher jedenfalls nicht nachweisbar – „an Altersschwäche gestorben“ fühlen.

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        • Frieder Kohler schreibt:

          Liebe Vor-, Mit- und Nachdenker, seit 31 Jahren bin ich aktiver Teilnehmer am „Lebensmarathon“ einer Großfamilie. Zwei Teilnehmer wurden mit 21 bzw. 50 Jahren von Mitgliedern der Vereinigung „Freie Fahrt für freie Bürger“ von der Laufstrecke katapultiert und sind seit 1987 bzw. 1990 zu 100 % EU-Rentner. Beide Verkehrsopfer werden (leider) nicht an Altersschwäche, sondern an den (Spät-)Folgen der Verletzungen an Körper, Geist und Seele sterben: Schädel-Hirn-Trauma (SHT) mit Verletzung des Stammhirns, monatelanges Koma bei meinem Sohn und Schädeloperatiion mit nachfolgenden Veränderungen der Persönlichkeit beim Bruder erweiterten meine Lebensaufgabe bis heute. Bis zum 70. Lebensjahr war ich Anhänger der Sportgruppe „Leben heißt Atmen und Atmen heißt Bewegung“ und konnte dadurch, auch körperlich gut trainiert, den Mehrkampf gegen Kranken- und Rentenkassen bestehen, die Beharrungskräfte in Kliniken und Reha-Einrichtungen „anstoßen“, das oft überforderte Pflegepersonal unterstützen und auch (wenige) Ärzte zum Freund gewinnen. Dadurch wurde der alternative Kampf gegen den Brustkrebs der Ehefrau möglich. Diese erlebte noch ein Jahrzehnt und starb dann nicht an Altersschwäche, sondern an einem unheilbaren Hirntumor.. Ja, und jetzt ist sie für mich spürbar, die ganz normale Altersschwäche: Alles geht etwas langsamer, maches vertagt! Doch die Freiheit, unverblümt die Meinung zu äußern, wird weiter wahrgenommen, der opablog mit Kommentaren mit Freude und Interesse gelesen nach dem Motto: LLL (Lebens-Langes-Lernen) und den „Ärgernissen“ begegnet. Ein Beispie gefällig? In 10 Jahren hat sich die Rente meines Sohnes um ca. 55 Euro erhöht, die monatliche Erhöhung des Pflegeheims beträgt in diesem Zeiraum Euro 650 !.Meine Therapie: “ Ich lief (geh`) im Schnee und zog die Luft genußvoll in die Lunge, die Flocken tanzten in die Gruft des offnen Munds samt Zunge. Das gab ein mundgerecht Getränk, verstärkt durch Sonnenstrahlen, dazu der Krähen Stimmgezänk – :ergab Freude pur und keine Qualen.
          Und die Moral von der Geschicht:
          Vergeßt solche Spaziergänge nicht!“
          Herzlichen Dank fürs Zuhören!!!

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          • Theresa Bruckmann schreibt:

            Danke Frieder Kohler, dafür, dass Sie uns Einblick geben in das, was Ihnen und
            Ihrer Ehefrau, Ihrem Sohn und Ihrem Bruder widerfahren ist. Das Leid durch
            den Unfall und die Unfallfolgen, durch den Brustkrebs und der doch erfolgreichen
            Therapie Ihrer Frau – und wie dann ein unheilbarer Hirntumor zuschlug. Dazu
            das was Sie ‚Ärgernisse‘ nennen, also der Kampf um die Ihnen doch eigentlich
            zustehenden Therapien, Pflegehilfen und Unterbringungskosten.
            Jeder Kommentar erscheint hier ‚zu leichtgewichtig‘, d.h. es fehlen die richtigen
            Worte für das Mitgefühl, die Empathie.
            Aber an Bewunderung und Respekt fällt einem dann so manches ein. Das sind
            die Helden unserer Zeit.
            Sie hätten sich aber in Zukunftsprojekte für die Gesellschaft ebenso eingebracht
            und dort heldenhaft mitgekämpft.
            So ein hartes Schicksal muss man nicht haben.

            Wir hatten allerhand Tiefen, auch ein Hirntumor, der rausmusste, weil er ‚raumfordernd‘ war, also durch sein Ausdehnen irgendwann ein Zentrum des
            Gehirns hätte lahmlegen können.. Eine Chemotherapie, brutal, aber erfolgreich,
            gab es auch, dazu eine wiedergewonnene Sehkraft.
            Durch die Art der Verletzung von Sohn und Bruder konnte es wohl keine Wiederherstellung durch intensive Therapien geben. Das ist die eine Tragik.
            Dass Sie aber einen Kampf um die Kostenübernahme von Behandlungs- und Pflege-/Betreuungsmöglichkeiten führen mussten und noch immer führen müssen; dies ist beschämend für eine solidarische Gemeinschaft.

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            • Frieder Kohler schreibt:

              Durch Ihre Worte, sehr verehrte Frau Bruckman, fielen mir sofort „Worte wie Wege“ (Erich Fromm/Herder) ein, die ich häufig den Menschen gab, die sich nach meinen Antriebskräften erkundigten. Ob in Gesprächen oder mit Kopien wurde eine Grundlage für „Liebendes Bezogensein“ geschaffen und gemeinsam nach Antworten gesucht, aus welchen Enegiequellen wir leben. So entstanden Freundschaften, die durch Leid und Trauer geboren wurden und bestehen!. Sätze von Fromm wie die folgenden zwei führten nicht immer zur „Umkehr“ bei Zuhörern, ich selbst mußte mich nicht anstrengen, die notwendigen Schritte zu tun und als Führungskraft den Polizeivollzugsdienst zu verlassen.
              1. Geboren zu werden ist ein andauernder Prozeß..(kooperatives Führen?).
              2. Die Wahrheit befreit, die Lüge bewegt nichts…Auch bei dieser „vorgelebten“ Aussage (Lebmeister, nicht Lesmeister/Gandhi) wollte ich kein Held sein, die große Zahl der Be- und Getroffenen waren und sind bis heute (kluge?) Feiglinge. Frauen und Männer schwören auf die Verfassung, nicht auf einen Innenminister oder Ministerpräsidenten.!
              Auf Beispiele verzichte ich an dieser Stelle und bedanke mich mit herzlichen Grüßen
              Ihr Frieder Kohler (Seite 88 o.a.O.)

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            • fidelpoludo schreibt:

              Lieber Frieder,
              wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind Sie als Führungskraft im Polizeidienst (vorzeitig? freiwillig?) ausgeschieden. Davon ausgehend, dass dieses ihr Ausscheiden auch mit den Entwicklungen im Polizeiwesen im Zusammenhang steht und, dass sie dessen weitere Entwicklungen mit einiger Sachkenntnis weiter verfolgt haben, möchte ich diesen Ihren Insiderwissensvorsprung – für meine LLL-Version (vielleicht auch für eine entsprechende dieses Blogs) – „ausbeuten“ (vorausgesetzt der Kranich stimmt dieser Themenverfehlung insoweit zu, als er ein Auge zudrückt).
              In welcher Weise läßt sich Ihre angedeutete allgemeine Kritik konkretisieren, dass im Polizeidienst (partei-)politische Brötchen (vielleicht aber auch schon einer geopolitischen Agenda folgend) gebacken werden, die sich immer weniger nach der Verfassung ausrichten, und wie schätzen sie die kommende weitere Entwicklung in diesem Zusammenhang ein. Sind sie diese Themen betreffend zur „Intransparenz“, zur Geheimhaltung verpflichtet worden? Müssen Sie schon verschweigen, dass Sie zur Geheimhaltung angehalten sind?
              Vielleicht hilft ein Spaziergang, eine angemessene Antwort auf dieses mein Ansinnen zu formulieren.

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              • Frieder Kohler schreibt:

                Geheimhaltung? Lieber fidelpoludo, die sog. Herrscher*innen der Behörden (vom Bürgermeister, Landrat, Staatssekretär, Minister zum Ministerpräsidenten) benötigen für die Durchführung ihrer Aufgaben treue Staatsdiener. Leider hat dieses Treueverhältnis in einer Hierarchie gewaltige Schwächen, wenn die Treue den Personen/Amtsinhabern und nicht Recht und (Grund-)Gesetz „geleistet“ wird. So entsteht nicht nur Korruption durch Beförderung, sondern nach dem Peter-Prinzip eine Hierarchie der Unfähigen. Nach dem Volksmund wirde der (eigene) Kopf nicht mehr zum Denken, sondern nur noch als Hutablage benutzt. Mit 51 Jahren wurde ich auf eigenen Antrag in den Ruhestand entlassen, der stoerenfrieder hätte sich seinem Buch (Arbeitstitel „die schwarze Schar) widmen können, doch das Schicksal lieferte neue Überschriften. Für weitere Infos setze ich den Lesestoff voraus: „MONREPOS oder die Kälte der Macht (Manfred Zach) und „Die Maultaschen-Connection“ (Born/Bertsch). Leider war wie in Bayern auch in Baden-Württemberg die Staatsanwaltschaft ein „müdes“ Ermittlungsorgan und so konnte das „Cleverle“ Späth aus dem Amt scheiden und seinem Fraktionsvorsitzenden Teufel geordnete CDU-Verhältnisse übergeben. Nicht Leistung, Befähigung war das wichtigste Merkmal für eine Beförderung, sondern das Parteibuch – und im ehemals „schwarzen“ Musterländle konnte ein Sitz im Gemeinderat oder im Arbeitskreis der Polizei (GdP) nur hilfreich sein! Das Parteiwohl und nicht das Gemeinwohl diente den eigenen Interessen. Nach dem langjährigen Staatssekretär Ruder (Südmilch-Skandal) nannte ich diese Führungskräfte nur noch „Ruderknechte“! Zum Schluß ein Schmankerl:
                https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.auftritt-an-beamtenhochschule-fuehrung-lernen-mit-stefan-mappus.3cf3532e-2812-4b61-b79a-23c48a773144.html
                P.S. Opa kann/darf/muß streichen, obwohl auch im heutigen öffentlichen Dienst mach Amtsinhaber*in mit 50 Jahren an Altersschwäche leiden, betrachten wir die Themen Bildung, Digitalisierung, Infrastruktur und „Pflege“ – auch des Rechtsstaats!

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          • kranich05 schreibt:

            Danke, Frieder (nicht zum ersten Mal).

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          • fidelpoludo schreibt:

            Lieber Frieder,
            Die Schilderung Ihres „Lebensmarathons“ ist atemberaubend. Ich weiß nicht, wo und wann ich ihn abgebrochen hätte. Allein schon, wenn ich mir bloß diese Passage herauspicke

            „In 10 Jahren hat sich die Rente meines Sohnes um ca. 55 Euro erhöht, die monatliche Erhöhung des Pflegeheims beträgt in diesem Zeiraum 650 Euro“

            kriege ich das Kotzen und fühle die „körperlichen Schmerzen“, von denen Professor Heinz Bontrup spricht, wenn er sich die neoliberale Wirtschaftspolitik der letzten 40 Jahre zur Brust nimmt. Sein „Lebensmarathon“ ist leider zum Mantra verkommen, das – trotz zahlreicher Begleiter und Mitsprecher – die politischen Entscheider nicht hören wollen.
            Meinen Lebensmarathon bestehe ich weniger mit der Art der von Ihnen geschilderten Spaziergänge. Die Luft, die ich mir genußvoll rauchend in die Lungen ziehe, belegt mir nicht nur die Zunge mit Stoffen, die … Ob Ihr LLL-Motto, dem ich ansonsten nur beipflichten kann, daran noch etwas ändern wird? Der Krähen Stimmgezänk kriege ich hier – ohne Spaziergang – frei Haus geliefert und erfreue mich daran wie Sie.
            Ich wünsche Ihnen noch viele Spaziergänge der therapeutischen Art.

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