Die Systematik zum Krieg begreifen! (II)

Den Ausbruch (Ha, ha „Ausbruch“!) eines dritten Weltkriegs (als Synonym für den Raketen-Kernwaffenkrieg) erwarte ich nicht. Es wird ja schon länger viel schwadroniert über diese Möglichkeit. Doch den einen und anderen ernsthaften Analysten befragend und den eigenen Kopf bemühend, erscheint mir eine Zuspitzung solcher Stufe recht unwahrscheinlich.

Leider ist das kein bisschen beruhigend. Es ist kaum die halbe Wahrheit. Und die ganze Wahrheit ist bitter. Die ganze Wahrheit sehe ich so (hoffentlich irre ich mich), dass mit weit gespannter Perspektive (also mit strategischer Klarheit), absoluter Logik (und zugleich Flexibilität) in der Schrittfolge, mit maximalem Mitteleinsatz (das ganze Spektrum der Mittel, von den weichsten bis zu den härtesten) ohne die kleinste Atempause erfolgreich ein großes Kriegsgeschehen organisiert und eher früher als später herbeigeführt wird.

Was ich „großes Kriegsgeschehen“ nenne (was ja „gottlob“ kein Weltkrieg sein möge), fürchte ich, ist viel größer als die „begrenzten Kriege“ gegen Irak, Libyen oder Syrien. Die Gefahr, dass solch Kriegsgeschehen außer Kontrolle gerät (besser: darüber hinaus getrieben wird) ist groß. Doch glaube ich, dass die Motivation, die Kontrolle zu behalten auf allen Seiten größer ist.

Das Schreckliche ist, dass der Gang in diese schlimme Zukunft so gut wie unvermeidlich zu sein scheint. Aus zwei, drei Gründen:

  1. Der Weg in einen großen kontrollierten Krieg ist für die mächtigste Kraft (das transatlantisch-zionistisch zentrierte Weltkapital; vergl.: Werner Rügemer) die weitaus beste Option – Einsatz ohnehin vorhandener oder leicht aktivierbarer Machtmittel, Scheinlösung (eigentlich nur Verschiebung) einer Menge unlösbarer Widersprüche, nachhaltige Bremsung der aufstrebenden Gegenmächte. Es ist mehr als nur ein „glänzendes Geschäft“. Es könnte zur kompletten Bluttransfusion werden, mit der sich der Patient zumindest ein halbes zweites Leben holt.
  2. Die eurasischen Gegenmächte sind stark genug, um den Sieg des Imperialismus zu verhindern. Ob sie stark und strategisch kühn genug sind, diese fatale Logik frühzeitig zu brechen, bezweifle ich.
  3. Die den Krieg fürchtenden und ihn ablehnenden Menschenmassen hat die transatlantisch-zionistische Kriegspartei voll und ganz im Griff. Zur Steuerung dieser Massen gegen ihr Lebensinteresse werden mit durchschlagendem Erfolg ganze (Zivil-)Armeen und Industrien eingesetzt. Eins ihrer bisher nicht „geknackten“ Erfolgsgeheimnisse ist es, die unterschiedlichen revoltierenden Seiten gegeneinander zu hetzen (möglichst noch in ein -und demselben Format):  Ein „Zentrum für politische Schönheit“ wendet sich gleichermaßen gegen Waffenexporteure wie es demokratisch demonstrierende Bürger denunziert. Eine Amadeo Antonio-Stiftung verteidigt ebenso ein rassistisches Opfer, wie sie selbst chauvinistische Stigmatisierung betreibt (übrigens mit dem Segen und Geld der Bundesregierung). Da organisieren sie fleißig Demonstrationen gegen die US-Drohnenmord-Vermittlungszentrale Ramstein, um zugleich Forderungen wie „Raus aus der NATO!“ oder „Kündigung der Truppenstationierungsabkommen!“ zu hintertreiben (IALANA).

Wir, jeder Einzelne und alle zusammen, könnten viel dagegen tun. Kleine einfache Schritte, wenn sie wohlüberlegt sind und nicht bloß Routine bedienen, könnten wirksam sein. Doch wir mussten ernsthaft damit anfangen. Meine Meinung dazu bald kurz im Punkt „Wir könnten viel tun“ (III).

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3 Antworten zu Die Systematik zum Krieg begreifen! (II)

  1. Ossie schreibt:

    Die Gefahr besteht ohne Zweifel ….Danke dass es ihren Blog…und andere gibt

    Gefällt mir

  2. Pingback: Gegen den Krieg könnten wir viel mehr bewirken (III) | opablog

  3. Pingback: „Irresein“ ist keine politische Kategorie (I) | opablog

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