Fundstück – 13.11.2018 – abgeführt?

Nee, die deutsche Politikerschande namens Steinmeier wird hier nicht von zwei militärisch verkleideten Greisen abgeführt. Im Gegenteil, ihm wird gerade, wie er wenig später erklärt, „eine Ehre zuteil“.

Die Nachdenkseiten haben die Frage gestellt: „Macht es heute noch Sinn, die Kriegsschuldfrage 1914-1918 zu behandeln?“.

Ich ließ mich zunächst (Clark mit seinen „Schlafwandlern“) nur widerstrebend auf die ganze Weltkriegsdiskussion ein. Bereits in der Schule hatte ich gelernt (das war immerhin schon 1957/58), dass alle europäischen Hauptmächte aus imperialistischem Interesse gleichermaßen den Krieg wollten. Dieses mein marxistisch fundiertes Geschichtswissen hat sich als zutreffend erwiesen bis heute. Es bedeutet, um das explizit zu formulieren: KEINE Alleinschuld oder Hauptschuld des deutschen Imperialismus ABER ZUGLEICH eine Mitschuld eben dieses Imperialismus. (Letztere ist bei Willy Wimmer meist etwas unterbelichtet.)

Doch muss ich zur Kenntnis nehmen, dass es nicht die herrschende „Geschichtserzählung“ (wie man heute formuliert) ist. Und so nehme ich die von den Nachdenkseiten formulierte Problemstellung ernst und betrachte die dort publizierten beiden Arbeiten von Wimmer und Bittner als qualifizierte Einschätzungen mit großer, leider sehr aktueller, politischer Brisanz. Auch diese weitere Arbeit von Wimmer (Link funktioniert im Moment nicht)

https://zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/1072-deutschland-vor-der-bewaehrung-erneuter-rammbock-gegen-russland-oder-lernen-aus-der-geschichte.html

ist lesenswert, wie überhaupt alle Links, die Bittner anführt, zu beachten sind.

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2 Antworten zu Fundstück – 13.11.2018 – abgeführt?

  1. Dian schreibt:

    Die herrschende Geschichtsschreibung findet sich meist in den Schulbüchern. Dies lehrte mich der ehemalige HU-Geschichtsprofessor Kurt Pätzold, der auch noch nach der Wende zu Imperialismus und zuvorderst Faschismus publizierte und vortrug – bis kurz vor seinem Ableben 2016.
    Schön, wenn man in Opas (weisem) Alter sich der Richtigkeit des in der Schule Gelernten erfreuen kann. Auch heutige Schülergenerationen können dies eines Tages erreichen, wenn sie sich eigenes Denken, mutiges, kritisches Nachfragen und Wissen zumindest vor, besser ohne Glauben aneignen, erhalten. Und mein Optimismus sagt mir, es gibt immer noch Lehrer&innen, die dies fördern, gegen den Widerstand der Obrigkeit.

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