Machtforschung

In meinen „Fünf Thesen“ über die gesellschaftliche/weltpolitische Situation in unserer Zeit habe ich mit Nachdruck auf die Rolle der reichsten Machthaber und mächtigsten Ausbeuter hingewiesen. Dazu habe ich die „Weltelite“ hervorgehoben (wenn auch in allgemeiner Form). Eine solche Betrachtungsweise ist nicht populär. Auch in den 32 Kommentaren hier im Blog wurde das Elitenproblem fast völlig ignoriert.

Ich ziehen daraus nicht den Schluss, dass gesellschaftskritisches Denken heute besser die harten Tatsachen meiden und besser im Bereich der Träume, Spekulationen oder unauflöslichen Zweifel siedeln sollte. Im Gegenteil.

Ich werde es nicht beim Hinweis/Link auf Lombardi oder Krysmanski (Siehe genanntes Posting) belassen, sondern lieber einige weitere Autoren mit neueren Werken zum Thema vorstellen. Hier zum Beispiel Hans Jürgen Jakobs, „unverdächtiger“ bürgerlicher Journalist, zu den Machtverhältnissen im globalen Kapitalismus:

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7 Antworten zu Machtforschung

  1. Theresa Bruckmann schreibt:

    Habe das Video bisher nur bis Minute 19 gehört.
    Ab Minute 19 also schon höchst spannend und zeigt, wie
    möglichst alle hineingezogen werden sollen in diese ‚organisierte
    Verantwortungslosigkeit‘. Hans Jürgen Jacobs wörtlich: „Larry Fink
    würde sagen: Das ist ja nicht mein Geld. Das Geld kommt – wie
    Sie wissen – von Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen,
    von Superreichen und auch von vielen von uns. Wenn wir
    Index-Fonds kaufen, börsennotierte Index-Fonds, ETF’s,
    dann haben wir auch eine hohe Wahrscheinlichkeit bei
    Blackrock zu landen. Blackrock ist hier einer der führenden Player
    zusammen mit Bengard, die dieses Modell erfunden hat…“
    (Ich weiß jetzt nicht, ob ich ‚Bengard‘ richtig gehört und geschrieben
    habe. Mir ist das bisher kein Begriff. Ein Begriff ist mir allerdings
    Finanztest, ein monatlich erscheinendes Produkt von Stiftung
    Warentest. Dort werden ETF’s zurzeit sehr beworben.)
    Warum also zieht man auch ‚kleines Geld‘ ins System?
    Damit hat man den besten Schutzschirm gegen regulatorische
    und andere ‚Zumutungen‘, muss man doch die Spar- und Vorsorge-
    groschen der ‚kleinen Leute‘ schützen, diese darf man doch nicht
    antasten!

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  2. fidelpoludo schreibt:

    Neben den „unverdächtigen“ Herrn Jakobs mit seiner „Analyse der Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus“ – die zweifellos ihre Verdienste hat – möchte ich stellen und den „Verdacht lenken“ auf Ernst Wolffs ein Stück auch „dagegen zu lesenden“ Vortrag mit dem Titel:
    „Die Krise am Horizont, Zehn Jahre nach der Finanzkrise – Keines der Probleme gelöst“

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    • fidelpoludo schreibt:

      Ausschnitt daraus:

      „Margin Call“ ist das Ereignis, wenn die Kurse auf breiter Ebene fallen und die Kreditgeber ihre Kredite von den Kreditnehmern zurück verlangen, weil sie befürchten, dass diese in absehbarer Zeit bankrott gehen.(…) Man muss also feststellen, dass dieser Cocktail aus billigem Geld und höheren Zinsen absolut tödlich ist. D.h. wir sind im Moment ​im Finanzsystem an einem Punkt angekommen, an dem es, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen​​, sich selbst zersetzt und schlußendlich auch zerstören muß. Wie lange dieser Prozeß dauert, kann niemand sagen.
      Was man aber sagen kann, ist, wie die arbeitende Bevölkerung von diesem Prozeß betroffen sein wird. Wir können ganz fest damit rechnen,

      dass der Niedriglohnsektor weiter ausgeweitet wird;
      dass Sozialleistungen weiter gekürzt werden;
      dass Steuern erhöht werden;
      dass in Zukunft auch Rentenzahlungen ausfallen werden;
      dass die Verbraucherpreise irgendwann inflationär steigen werden;
      dass der Lebensstandard drastisch sinken wird;
      dass im gleichen Zuge die demokratischen Rechte weiter eingeschränkt werden;
      dass die Bargeldabschaffung weiter voranschreitet;
      und dass die Überwachung der Bürger weiter zunehmen wird.

      Die entscheidenden Punkte, die die Welt in diese Lage gebracht haben:​

      Die weltweite Dominanz des US-Dollars
      Der Siegeszug des Neoliberalismus
      Die Globalisierung
      Die Deregulierung
      Die Steuerung des Finanzsektors durch die Zentralbanken
      Die inzwischen unverhüllte Diktatur des Finanzsektors

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  3. kranich05 schreibt:

    Ich habe oben übrigens nicht zufällig das Wort „Machtforschung“ drüber geschrieben, nicht den etablierten Begriff „Macht-Struktur-Forschung“ („power…usw) gebraucht. (Habe ich gar – ho ho – „Machtforschung“ geprägt? Den Begriff finde ich bisher nur in der Psychologie.)
    Das hat den Grund, dass ich es hasse und als ne bürgerliche Scheuklappe betrachte, allenfalls MachtSTRUKTUREN in den Blick zu nehmen und nicht gleichermaßen die MachtFUNKTIONEN (und damit auch nicht die machtausübenden Subjekte).
    Jakobs scheint da insofern weiter zu gehen, als er tatsächlich das Wirken von Individuen betrachtet. Sobald ich sein Buch gelesen habe, werde ich wohl nochmal darauf zurückkommen.

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  4. Pingback: Blackrock will noch mehr politische Macht | opablog

  5. Elisabeth Schwabe schreibt:

    Unentwegt Geld schöpfen erzeugt Schuldenlawine! Bald kommt das im Alltagsleben ganz sicher an!

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