Fundstück – 12.10.2018 – Unteilbar oder wie?

Im Unteilbar-Aufruf steht:

Gemeinsam treten wir antimuslimischem Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Antifeminismus und LGBTIQ*- Feindlichkeit entschieden entgegen.“

Abgesehen davor, dass ich nicht weiß, was LGBTIQ-Feindlichkeit ist und auch nicht die Verpflichtung spüre, deshalb jetzt das halbe Alphabet durchzugoogeln, erkläre ich meine Zustimmung zu den aufgezählten Anti-Positionen. Vergessen wurde die früher (vor Trump ;-)) immer mit gelistete Anti-Position zum Antiamerikanismus. Dagegen bin ich selbstverständlich auch.

Ebenfalls bin ich gegen eine weitere hier „vergessene“ Form des sozialen Rassismus, nämlich die so weit verbreitete Slawen- und speziell Russenfeindschaft.

Aber schließlich liegt mir etwas noch ganz besonders am Herzen:

ICH BIN GEGEN JEDES ANTIDEUTSCHE DENKEN UND TUN

und gegen jede Missachtung oder auch nur Geringschätzung all des Wahren, Guten und Schönen das in meiner deutschen Heimat von den hier lebenden Menschen, Deutschen wie Nichtdeutschen, hervorgebracht wurde.

O, Deutschland, meine ferne Liebe,

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28 Antworten zu Fundstück – 12.10.2018 – Unteilbar oder wie?

  1. Detlev Matthias Daniel schreibt:

    Das habe ich aus dem Diskurs mit Gilad Atzmon gelernt, daß jedes Anti-… letztlich nur die Scheuklappen umpolt.

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  2. fidelpoludo schreibt:

    »unteilbar« erhebt sich gegen »aufstehen«, um es zu verhindern.​ ​Pseudolinke verhüllen mit links klingenden Parolen ihr Ziel einer mit der neoliberalen Ideologie vereinbares und ihm zuarbeitendes Projekt einer »offenen Gesellschaft«​, verstanden und erkennbar in der von Soros inspirierten, angetriebenen und finanzierten EU-Programm der »Open-Border-Doktrin«, das Dogma des freien Marktes, das sich auf die vier verpflichtenden „Freiheiten“ des freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital in der gesamten Union reduzieren läßt. Dazu werden „Offene Grenzen“ gebraucht. Alles andere ist dummes Geschwätz.

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  3. fidelpoludo schreibt:

    Der Kranich wird es mir verzeihen und wohl auch erwartet haben: Mein „Haar in der Suppe“ seines Heinezitates. Denn knappe fünf Jahre später hieß es dann bei ebendem Heine (Ausschnitt) über Deutschland:

    Sah wieder preußisches Militär,
    Hat sich nicht sehr verändert.

    Es sind die grauen Mäntel noch
    Mit dem hohen, roten Kragen –
    (Das Rot bedeutet Franzosenblut,
    Sang Körner in früheren Tagen.)

    Noch immer das hölzern pedantische Volk,
    Noch immer ein rechter Winkel
    In jeder Bewegung, und im Gesicht
    Der eingefrorene Dünkel.

    Sie stelzen noch immer so steif herum,
    So kerzengerade geschniegelt,
    Als hätten sie verschluckt den Stock,
    Womit man sie einst geprügelt.

    Ja, ganz verschwand die Fuchtel nie,
    Sie tragen sie jetzt im Innern;
    Das trauliche Du wird immer noch
    An das alte Er erinnere.

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  4. Beat Wick schreibt:

    Ich bin überzeugt, dass die meisten Menschen aus Gründen der Mitmenschlichkeit, der Menschenrechte und des Friedens an der Grossdemonstration vom letzten Samstag in Berlin teilgenommen haben. Ihnen allen bekunde ich meinen grössten Respekt und Hochachtung.

    Diese Mehrheit der Teilnehmer ging nicht für die Verbrecher von Politik und Medien, von welcher Seite auch immer und die alles für ihre egoistischen Interessen Missbrauchen, auf die Strasse.

    Meine Verachtung gilt all jenen Gebildeten, welche mit spitzfindigen, destruktiven, akademischen Haarspaltereien die Demonstrationsteilnehmer herabwürdigen, ins Lächerliche ziehen. Welche jeglichen Respekt und jegliche Empathie vermissen lassen. Welchen die Fähigkeit fehlt, die starken Zeichen, welche diese ungewöhnlich vielen Menschen setzten, verstehen zu wollen oder zu können.

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    • fidelpoludo schreibt:

      „Unteilbar“:

      „Solidarität kennt keine Grenzen!“

      Nun meine „Haarspalterei“ dazu:

      „Doch. Kennt sie. Die Grenzen zwischen den Klassen. Kennt sie die nicht mehr, handelt es sich nicht um Solidarität, sondern um Wohltätigkeit.“

      (ich danke ausdrücklich Dagmar Henn für die nichtautorisierte Überlassung der „Haarspaltungsaxt“, auf die beide zurück kommen zu müssen – wie die gespaltenen und geteilten Dinge liegen – ich wohl noch genügend Gelegenheit finden werde, zurück kommen zu müssen.)

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      • Theresa Bruckmann schreibt:

        Danke fidelpoludo,
        aufgrund Ihres Hinweises auf Dagmar Henn habe ich den
        Text „Aufbruch ins Ungefähre“ (bei KenFM veröffentlicht) gelesen.
        Dass im Aufruf „Solidarität statt Ausgrenzung“ eine Litanei an Missständen
        beklagt wird, für die es scheinbar keine Verursacher gibt, ist schon eine
        erstaunliche „Wie bringen wir möglichst Viele auf die Strasse- Leistung“.
        Beim Nachdenken darüber – mit einer Gründlichkeit, wie sie Frau Henn
        vorgemacht hat – bin ich dann doch erschrocken, wie einfach so etwas
        geht. Prof. Mausfeld unterscheidet denn auch zwischen Intellektuellen
        als Vermittler und Tuis, den Wasserträgern der Macht.
        https://kenfm.de/rainer-mausfeld-warum-schweigen-die-laemmer/
        Minute 1:02 Std. und insbes. 1:15 Std. und 1:18:40 Std.

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        • fidelpoludo schreibt:

          Liebe Theresa,
          ich hatte den Text auf Dagmar Henns Website „Das kalte Herz“ nur oberflächlich gelesen und dort auch kommentiert, fast wortgleich wie ich hier mich zu „unteilbar“ geäußert habe. Als ich ihn dann später genauer nachlas, mußte ich einsehen, dass ich meine Kommentare nicht hätte verfassen können, weil ich gleich direkt auf diese außerordentliche Analyse verwiesen hätte. Dass er bei KenFm veröffentlicht wurde, hätte ich nicht zu hoffen gewagt. (Wäre mir eine E-Mail-Adresse von KenFm bekannt, hätte ich „Aufbruch ins Ungefähre“ zur Verbreitung empfohlen.) Die Tatsache belegt nur, wie die alternative Vernetzung fortschreitet. Gute Beiträge werden hin- und hergeschoben und gehen uns nicht mehr durch die Lappen. Den Anstoß, mich mit „unteilbar“ zu beschäftigen, bekam ich allerdings auf einen Text auf den „nachdenkseiten“ hin, der – ob von Albrecht Müller oder nicht, ist nicht ganz klar – die Gründungsaufrufe von „aufstehen“ und „unteilbar“ hintereinander vorstellte, überschrieben mit der an Mausfeld erinnernden Headline “unteilbar” treibt im Konflikt mit “aufstehen” den Rechten die Lämmer in den Stall“ https://www.nachdenkseiten.de/?p=46491, der sich allerdings – vom Titel abgesehen – einer Bewertung wie einer Analyse enthielt.
          Dagmar Henns Text wollte ich auf diesem Blog auch noch bekannt machen. Das brauche ich jetzt wohl nicht mehr. Er ist außerdem noch in „Linke Zeitung“ und an mehreren anderen Orten im Netz veröffentlicht worden.
          Ihre Verbindung zu Mausfeld ist völlig zutreffend und war mir schon klar, weil ich außer seinem neuen Buch wohl alles, was es von ihm zu sehen und zu hören gab, verschlungen habe. Beat Wick mag es „spitzfindige, destruktive, akademische Haarspaltereien, die Demonstrationsteilnehmer herabwürdigen, ins Lächerliche ziehen“, nennen und die „Gebildeten“, die derartiges produzieren, verachten, solange und oft er mag. Ich werde ihn für diese seine Meinung nicht verachten.
          Ohne es nachweisen zu können, vermute ich, dass unter den Anhängern der „nachdenkseiten“ der Zulauf zu „unteilbar“ wie seine Infragestellung höchst umstritten sein mag, denn seltsamerweise findet sich unter den heutige „Hinweisen des Tages“ nicht ein einziger Text zur „Großdemonstration“.

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          • fidelpoludo schreibt:

            Übrigens eine „sehr treffende und markante Zusammenfassung“, wenn Sie schreiben:

            „Dass im Aufruf „Solidarität statt Ausgrenzung“ eine Litanei an Missständen beklagt wird, für die es scheinbar keine Verursacher gibt, ist schon eine erstaunliche „Wie bringen wir möglichst Viele auf die Strasse-Leistung“.

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  5. fidelpoludo schreibt:

    „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß‘!“

    Dass in „unteilbar“ unter dem Motto: „Solidarität statt Ausgrenzung – Für eine offene und freie Gesellschaft“, zu den Unterzeichnern die Organisationen Attac, Campact, Amnesty International, sowie die Linkspartei-Vorsitzende Katja Kipping, der Satiriker Jan Böhmermann, der Soziologe Harald Welzer, die Schriftsteller und Schriftsteller Eva Menasse, Jonas Lüscher, Olga Grasnova, der ARD-Journalist Georg Restle, die Schauspieler(innen) Lisa Maria Potthoff, Esther Schweins, August Zirner, Benno Führmann, Ulrich Schneider (Paritätischer Wohlfahrtsverband), Ayse Demir (Türkischer Bund), Maria Loheide (Sozialpolitik Diakonie), Isabell Senff (ver.di Jugend), Julia Dachroff (Brot für die Welt) gehören, ist so wahr wie traurig, wenn auch nicht unbedingt überraschend.
    Ich wiederhole noch einmal, dass hinter all dem, was sie in fast wörtlicher Übereinstimmumg mit den bisherigen Verlautbarungen von „aufstehen“ auf ihrer Website und ihren veröffentlichten Videos formulieren, eine ganz andere Agenda erkennbar ist, nämlich die der „Open Society“ des George Soros und die entsprechend sprechende „EU-Open-Boder-Doktrin“ des „freien Marktes“, den nicht wenige der sich dem anschließenden NGOs zum Teil real bekämpft haben, teils bekämpfen zu wollen vorgeben.

    Der Zeitpunkt der Demonstration verrät einiges, trifft diese wohlgeplante und mit viel Aufwand und Umsicht organisierte Kampagne doch nicht gerade zufällig zusammen mit den recht schwerfälligen Bemühungen der Konstitution von „aufstehen“ zusammen, denen die Initiatoren von „unteilbar“ – nicht ihre zahlreichen Fürsprecher, denen man genug Zustimmungsfähiges zum Anfüttern hingeworfen hat – so schnell und wirkungsvoll wie möglich den Wind aus den Segeln nehmen will, weil sie erkannt haben: Die gewinnen Anhängerschaft und könnten der von der „Open Society“ bereits weltweit erfolgreich installierten „Open-Boder-Doktrin“ demokratisch und auf lange Sicht gefährlich werden. Dass es darum geht, wird entweder verschwiegen oder nur ganz am Rande mal erwähnt.

    Unter diesen aktuellen Umständen gewinnen die vergleichsweise unbeholfenen Anstrengungen der „Aufstehensbewegung“ bei mir an Symphatie, Zustimmung und Glaubwürdigkeit, zeugen sie doch – statt dieser nicht so leicht durchschaubaren (und deshalb leich bestreibaren) „Top-Down-Strategie“ (Farbenrevolutionen, Arab Spring etc.) – von den Schwierigkeiten demokratischer Organisation, die zwar „von oben“ angestoßen wurde, aber im Prozeß ihres Aufstehens und Aufstellens die demokratischen Verfahrens- und Vorgehensweisen, samt der sich in dem Prozeß zu bildenden Institutionen, von denen noch gar nicht feststeht, wie sie beschaffen sind, erst mühevoll sich erarbeiten muß. Weil ein demokratisches „Bottom-Up“, mit „imperativem Mandat“, Transparenzsicherung und -forderung, Gemeinwohlorientierung etc. wegen seiner Uneingeübtheit auf breiterer Basis seine Zeit braucht.

    Danke lieber Soros! Danke liebe „Open Society“! Danke liebe Initiatoren von „Unteilbar“!
    dafür, dass Ihr und ein Stück deutschen Volksguts wieder in Erinnerung gerufen habt:

    „Heißest du Kunz?“ – „Nein.“ – „Heißest du Heinz?“ – „Nein.“ – „Heißt du etwa Rumpelstilzchen?“
    „Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt,“ schrie das Männlein und stieß mit dem rechten Fuß vor Zorn so tief in die Erde, daß es bis an den Leib hineinfuhr, dann packte es in seiner Wut den linken Fuß mit beiden Händen und riß sich selbst mitten entzwei.

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    • fidelpoludo schreibt:

      „man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!“ – Oder sie bei ihrem Namen nennt. – Oder einfach mit kindlichem Zeigefinger auf ihre Nacktheit zeigt.

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  6. fidelpoludo schreibt:

    Lieber Beat Wick,
    wenn ich damit gemeint sein soll, dann bitte ich um den Aufweis meiner „spitzfindigen, destruktiven, akademischen Haarspaltereien, die Demonstrationsteilnehmer herabwürdigen, ins Lächerliche ziehen“. Eine Bezeichnung der „starken Zeichen, welche diese ungewöhnlich vielen Menschen setzten“ erbäte ich mir auch noch.
    Wenn ich für „Aufstehen“ statt „Unteilbar“ plädiere, lasse ich „jeglichen Respekt und jegliche Empathie vermissen“? So einfach geht das?

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  7. Beat Wick schreibt:

    Lieber fidelpoludo

    Mein Kommentar ist keine Antwort auf Deinen Kommentar. Wenn Du für Aufstehen plädierst so ist das Deine Sache, auch wenn es mir nicht passt, so wie ich die Meinung des anderen immer respektiere wie meine Eigene. Auch wenn ich ganz und gar nicht damit einverstanden bin.

    Um Achtung und Respekt geht es.
    Um die Sache geht es.

    Meine Haltung gegenüber Parteien, Organisationen, Bewegungen und dergleichen, auch Personenkult geht aus meinen bisherigen Kommentaren ebenso eindeutig hervor wie aus meinem Gastkommentar:

    MAXIMAL EFFIZIENTE ÜBERWACHUNG
    https://opablog.net/2018/01/26/maximal-effiziente-ueberwachung/

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    • Beat Wick schreibt:

      Sorry, sollte unter Antwort bei fidelpoludo aufgeführt sein. Nicht als Kommentar.

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    • fidelpoludo schreibt:

      Ist ein Fehlen von Achtung, Respekt oder Empathie bei demjenigen anzumahnen, der glaubt, jemanden darauf hin weisen zu müssen, dass seine Gutgläubigkeit und moralische Integrität für bestimmte Interessen ausgenutzt wird? Selbstverständlich kann ich irren. Aber für mich ist das Verschweigen meiner Bedenken genau das, was mir durch ihr Aussprechen attestiert werden soll: Ein Mangel an Achtung, Respekt und Empathie.

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  8. fidelpoludo schreibt:

    Liebe Mitblogger,
    mein verachtenswerter Mangel an Empathie hat mich – ungelogen – bisher nicht dazu bringen können, mich davon zu überzeugen, welches Ausmaß an „grösstem Respekt und Hochachtung“, „Empathie“ sowie Verständnis unsere MS-Medien, angefangen mit „Tagesschau“ und „heute-journal“, der „starke Zeichen“ setzenden Großdemonstration voller „aus Gründen der Mitmenschlichkeit, der Menschenrechte und des Friedens“ sich versammelnder Teilnehmer („diese ungewöhnlich vielen Menschen“) entgegen zu bringen bereit, fähig oder gezwungen waren.
    Kann mir ein emphatischer Mitblogger vielleicht mit einer entsprechenden Auskunft nachhelfen?

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    • fidelpoludo schreibt:

      Oder sollte hier sich entweder wieder einmal herausstellen, dass „die Ausnahme die Regel bestätigt“ oder dass „dem blinden Huhn“ ein „gefundenes Korn“ doch gegönnt sein müsse?

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    • fidelpoludo schreibt:

      Eine emphatische Auskunft ist nicht mehr nötig. Habe mir die Tagesschau von gestern abend um 20.00 Uhr angesehen und nach drei Minuten wußte ich bescheid. Lasst mal eine Demonstration von „Aufstehen“ entstehen und vergleicht dann …

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  9. Lutz Lippke schreibt:

    Ich bin gerade viel offline und maximal beschäftigt. Brauche starke Nerven und spontan die richtigen Ideen. So nehme ich derzeit die größeren Themen nur am Rande wahr.
    Transparenz ist hier ein wichtiges Thema. Nur, wie geht man dann mit Intransparenz und dem Argwohn über deren Motive um? Kranich05 hat vielfach aufgezeigt, dass Transparenz an vielen Stellen fehlt, wo wir sie unabdingbar erwarten. Was also tun? Fordern oder fördern?
    Ich habe es häufiger mit unbefriedigenden, zugleich ambivalenten Konstellationen zu tun, denen ich ausgeliefert bin und nur mäßigen Einfluss auf die weitere Entwicklung habe. Ich muss verantwortungsvoll handeln, genaugenommen zählt nur der Erfolg. Davon hängt viel ab. Recht zu haben oder richtig zu liegen, kann ich mir in die Haare schmieren. Ich muss richtige Ergebnisse so (be-)fördern, dass sie unabhängig davon wahr werden, welche Agenda und Vorstellungswelt andere Beteiligte haben. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, nicht hehre Absichten infrage zu stellen, sondern die richtige n Vorgehensweisen zur Erfüllung durchzusetzen. Genaugenommen verändert das die Perspektive. Nicht die Forderung und Bewertung ist maßgeblich, das sind nur Hilfsmittel, sondern die Effektivität des eigenen Tuns aus der gedachten Perspektive des Erfolgseintritts. Es reicht also nicht zu, Transparenz über einen negativen IST-Zustand herzustellen, sondern der Weg zum Erfolg muss sichtbar und unmissverständlich für alle Beteiligten werden. Es muss sogar sichergestellt werden, dass sich sie sich an Ziel und Weg binden, in dem Ausweichmanöver und Absprünge durch geeignete Mittel unerreichbar teuer werden. Es geht also um Strategien.

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  10. ups2009 schreibt:

    Teilbar … drum wart ich auf die Mpoderation

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  11. fidelpoludo schreibt:

    „Die eine „Haarspalterin“ übergibt die Axt dem nächsten „Haarspalter“
    Warum es gut war, dass „aufstehen“ sitzen blieb!

    Die „Tagesschau“ beweihräucherte die „überwältigende“ Großdemonstration in der ersten Meldung des Tages mit den begeisterten Stimmen einer Auswahl euphorisierter Teilnehmer in Festtagsstimmung, als hätte „die Mannschaft“ gerade wieder einmal die WM gewonnen und uns gezeigt, „wie die Gegner“ und „wie w i r gehen“: sie kriechen am Boden und wir hoch erhobenen Hauptes.
    Heiko Maas erteilte der Menge den unheilbaren Segen „Urbi et Orbi“.
    Wohl kaum einer der Teilnehmer hatte es wohl für notwendig befunden, sich etwas näher mit dem Text des Gründungsaufrufes von „unheilbar“ auseinander zu setzen. Wozu auch? Wir feiern die Feste, wie sie fallen.

    Zum Glück lebe und blieb ich in der Provinz, so dass ich von der ansteckenden Trance einer bewußtlosen Versenkung „aus Gründen der Mitmenschlichkeit, der Menschenrechte und des Friedens“, bewahrt blieb und folgte lieber den Spuren jener „zu verachtenden“ „Gebildeten, welche mit spitzfindigen, destruktiven, akademischen Haarspaltereien die Demonstrationsteilnehmer herabwürdigen, ins Lächerliche ziehen“, und das ohne ihnen – wie es vom Gutmenschen gefordert war und erwartet wurde, den Demonstranten „meinen grössten Respekt und Hochachtung“ zu bekunden. Ließ angeblich „jeglichen Respekt und jegliche Empathie vermissen“, was sich erklären läßt aus der Unfähigkeit, „die starken Zeichen, welche diese ungewöhnlich vielen Menschen setzten, verstehen zu wollen oder zu können“.

    Nach einer eher dürftig ausgefallenen Kurzformulierung meines Unbehagens stieß ich auf den „spitzfindigen, destruktiven, akademischen Haarspalter-Beitrag von Dagmar Henn
    https://kenfm.de/unteilbar-gutes-gefuehl/
    und fühlte mich gleich sowohl besser aufgehoben als auch meinen eigenen Durchblick als zu unterkomplex, weil er sich nicht wie sie detailliert-haarspalterisch schon weit vor dem Massenauflauf auf den Gründungstext von „unheilbar“ konzentriert hatte.

    Eine „haarspalterisch-apathisch-respektlos-spitzfindig-destruktiv-herabwürdigende“ Herangehnsweise muß allerdings nicht der Analyse von Texten vorbehalten bleiben, sondern kann sich auch auf die teilnehmend-beobachtende Beschreibung eines „Ereignisses“ stürzen – wie uns Ulrich Gellermann in „Unteilbar gutes Gefühl“. Das Fest der Freundlichkeit in Berlin in unnachahmlicher Weise vorführt:
    https://kenfm.de/unteilbar-gutes-gefuehl/

    Ein kleines Bündel ausgerissener von ihm gespaltener Haare gefälligst?

    „Fraglos gehörten die Aktionsteilnehmer zu den ehrlichen Erben jener unzähligen Helfer, die Merkels „wir-schaffen-das“ mit echtem Pflicht- und Mitgefühl eingelöst haben. Wo wird sie hingehen, diese große, schöne Freundlichkeit? Wer wird sie einsammeln, die vielen guten Menschen? Die Wahlen in Bayern zeigen erneut, dass es die GRÜNEN sind, die aus einer ernsten Friedensbewegung stammen, die sie von Jugoslawien bis Afghanistan verraten haben und noch immer verraten. In deren Sammlungs-Sack die Stimmen landen und damit in der Bewusstseinslosigkeit.

    Es war Bundesaußenminister Heiko Maas, der #Unteilbar in Berlin noch kurz vor dem Start den letzten Kick gab: „Es ist ein großartiges Signal, dass so viele auf die Straße gehen und klare Haltung zeigen: Wir sind unteilbar“. Dieser oder jener Teilnehmer der vom Kipping-Flügel der Linkspartei inspirierten Aktion wird sich nicht so richtig wohl gefühlt haben. Denn es war Maas, der sich noch jüngst bei der saudischen Diktatur für seinen Vorgänger Gabriel entschuldigte. Der hatte den Saudis „Abenteurertum“ im Nahen Osten vorgeworfen. Saudi-Arabien hatte daraufhin verärgert seinen Botschafter abgezogen und eine Entschuldigung der Bundesregierung gefordert. Dabei sorgen die saudischen Kriegsverbrecher nur für neue Flüchtlinge in und um Jemen herum. Da braucht man natürlich jene offene Grenzen, die #Unteilbar im Aufruf zur Berliner Aktion betont friedlich forderte.

    Kaum von Heiko Maas verabschiedet, bot sich den Kämpfern für offene Grenzen ein garantiert unschädlicher Demo-Bereich zur Integration in den oppositionellen Mainstream an: Der Demo-Block „Die offene Gesellschaft“ – supported by Bertelsmann – bot all jenen Unterschlupf, die zwar irgendwie dagegen sind, aber auch dafür.“

    „unteilbar“ teilt – unheilbar?
    (fragt sich das Stimpelrulzchen…)

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  12. fidelpoludo schreibt:

    Ich bin nicht unbelehrbar. Und bin bereit, einen Irrtum einzugestehen, wenn sich erweisen ließe, dass sich durch diese Demonstration Entscheidendes an den herrschenden Machtstrukturen verändert. Wenn sie also Folgen hat, die und alle vorwärts bringen. Ich befürchte nur, das genau das nicht der Fall sein wird.

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    • Lutz Lippke schreibt:

      Hallo fidelp,
      die Analyse ist das Eine (Notwendige) und muss natürlich diskutiert werden. Aber wie damit, auf die Zukunft gerichtet, umgehen?
      Wenn man #unteilbar auf einen bewusstseinstrüben Moralaktionismus (Teilnehmer) und dessen bewusste Förderung durch einflussreiche Akteure reduziert, ergibt sich doch logisch die Notwendigkeit zu differenzierten Reaktionen und Einsichten. Insbesondere wenn man mit Aufstehen selbst für die Straßen aktivieren will.
      Im Grunde belegt #unteilbar vs. Aufstehen derzeit, dass die Aktivierung für die Straße effektiv keine Änderungen bewirken kann, die die herrschenden Strukturen nicht kontrollieren und in beliebige Bahnen lenken können. Wenn man das so erkennt, dann leidet Aufstehen an einem strategischen Irrtum. Darüber sollte es ebenfalls eine Diskussion geben.

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      • fidelpoludo schreibt:

        Lieber Lutz, Du hast vollkommen Recht.

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        • fidelpoludo schreibt:

          Du hast vollkommen Recht, kannst mir aber nicht vorwerfen, dass ich „die Aktivierung für die Straße“ zum jetzigen Zeitpunkt als strategisches Mittel für „Aufstehen“ irgendwie befürwortet hätte. Dass es für die Zukunft – je nach Lage der Dinge – aber nicht völlig auszuschließen sein wird, wirst Du wohl nicht bestreiten wollen. Aber Strategien zu entwickeln, macht wirklich erst Sinn, wenn die Ziele klar sind u n d darüber weitestgehende Einigkeit hergestellt bzw. erreicht wurde. Sozusagen ein taktischer Verzicht auf eine vorzeitige Festlegung einer Strategie. Und in dieser Beziehung liegt „Aufstehen“ doch gar nicht so schlecht im Rennen, wenn die geplanten regionalen Treffen nicht dazu mißbraucht werden, sich „auf der Straße“ die dann nicht unverdiente Frustration bis hin zur Resignation einzuhandeln. Jedem, der uns vor- und frühzeitig auf die Straße locken möchte, wäre mit einem hohen Maß an Mißtrauen zu begegnen. Vielleicht war die
          Großdemo von „unheilbar“ und ihre Feier in den MSM schon so ein erster Lockversuch, dem wir nicht auf den Leim gehen sollten. Die Erfahrungen der „Montagsdemos“ der Friedensbewegung sollten uns eine Warnung sein.

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      • kranich05 schreibt:

        LL, bedenkenswert,was Sie schreiben.
        Grüße aus der Ferne.
        Soo fern bin ich nun auch wieder nicht, Bratislava.

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      • fidelpoludo schreibt:

        „Hallo fidelp, die Analyse ist das Eine (Notwendige) und muss natürlich diskutiert werden. Aber wie damit, auf die Zukunft gerichtet, umgehen?“

        Dazu fällt mir ein: Diese Frage nach dem „Umgehen damit in der Zukunft“ setzt voraus, was noch gar nicht geleistet ist. „Damit“? Womit denn? – Wenn noch nicht einmal klar ist,

        —– was der Gegenstand unserer Analyse ist;
        —– wie die notwendig arbeitsteilig arbeitenden Analytiker sich untereinander verständigen;
        —– wie die Ergebnisse der Analysen kommuniziert und verbreitet werden;
        —– ob die Diskutanten unter „dem Gegenstand“ das Gleiche verstehen;
        —– ob wir – wenigstens in Grundrissen – uns darauf einigen können, vor dem Hintergrund welcher Zielvorstellungen wir die Analyse vornehmen wollen;
        —– wo der Gegenstand anfängt und wo er aufhört;
        —– welche Analysemethoden in Frage kommen;
        —– wer darüber bestimmt, welche Analysemethoden in Frage kommen;
        —– wann der Punkt erreicht ist, die Analyse zu beenden;
        —– wer über den Schlußpunkt der Analyse bestimmt;
        —– wie die Ergebnisse der Analyse zu interpretieren sind;
        —– wer darüber bestimmt, wie die Ergebnisse zu interpretieren sind;
        —– etc.

        Alles weitgehend noch unbeantwortete Fragen, die erst nur „das Eine (Notwendige)“ betreffen. Die Frage „wie damit, auf die Zukunft gerichtet, umzugehen sei“ kann realistisch erst gestellt werden, wenn die „analytischen Hausaufgaben“ gemacht und die Zielvorstellung einigermaßen und für die Mehrheit der an ihnen Interessierten formuliert sind. Kalt, kurz und schmerzlos und dennoch keineswegs vollständig.

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