Fünf Thesen und ein Bild zur Lage der Dinge

  1. Neoliberalismus, „Globalisierung“: Wirtschaftsprofessoren (Neoliberale, Marktradikale) hatten unausgeschöpfte Potentiale des Kapitalismus identifiziert. Ab den 70er Jahren haben politische Führer, ab den 80er Jahren namentlich Thatcher und Reagan, eine offensive Politik zur Erschließung dieser Potentiale betrieben. In der Folge kam der sowjetisch dominierte Realsozialismus in seiner stalinistischen Reformunfähigkeit an sein Ende, ging 1990/91 unter (immerhin ohne finales Blutbad). Danach setzte weltweit eine Phase ein, die „Globalisierung“ genannt wurde. Eines ihrer Hauptkennzeichen ist der Finanzmarktradikalismus. „Globalisierung“ bezeichnet ein imperialistisches Reproduktionsmodell, in dessen Folge eine supermächtige kapitalistische Führungsschicht („Weltelite“) ihre Weltherrschaft zu errichten strebt.
  2. Dasein der „Weltelite“: Die „zur Weltherrschaft ausersehenen Supermächtigen“ bilden einen Zusammenhang, oft als Netz (Mark Lombardi) oder Filz charakterisiert, von wenigen hundert bis wenigen tausend Menschen. Machtstruktur-Forschung (German Power Structure Research, Krysmanski) und andere Wissenschaften haben Beschreibungen dieser „Kreise“ und ihrer „Einbettung“ in die Gesellschaft geliefert. Dennoch ist die innere Struktur, Widersprüchlichkeit und Dynamik der „Weltelite“ weitgehend unbekannt. Kaum erforscht ist, vor allem auf Grund umfassender Geheimhaltung aber auch aus mangelndem öffentlichen Forschungsinteresse, wie die Weltherrschafts-Subjektrolle der „Weltelite“ konkret zustande kommt und kontinuierlich ausgeübt wird. Die „Weltelite“ hat weder „Vaterland“ noch „Muttersprache“. Sie macht sich unsichtbar, ungreifbar, undenkbar – weit überproportional in ihr vertreten sind Angloamerikaner, Christen und Juden.
  3. Praxis der „Weltelite“: Die „Weltelite“ schöpft ihre Macht zwar wesentlich und entscheidend aus der Aneignung von kapitalistischem Superprofit, das hindert sie aber nicht, wenn zweckmäßig, alle historisch „bewährten“ Ausbeutungsweisen der Klassengesellschaft anzuwenden. Folgerichtig greift sie auf immense, vielhundertjährige Herrschaftskenntnisse und -instrumentarien zurück, die laufend modernisiert werden. Die „Weltelite“ prognostiziert die Zukunft des eigenen Systems. Ich denke, sie verfügt über eine relativ illusionslose Einschätzung der Zerstörung der  Lebensgrundlagen durch die eigene Profitproduktion und -herrschaft. Eine herannahende Menschheitskatastrophe scheint als unvermeidlich „eingepreist“ zu sein. (Hobsbawms „Es wird Blut fließen, viel Blut“ ist wörtlich zu nehmen.) Es wird aber die Chance gesehen, in sicheren Rückzugsgebieten zu überleben und die eigene Herrschaft durch „Management der Katastrophe“ zu bewahren. Ein solcher Ansatz wird chaostheoretisch begründet und praktiziert. Die derzeit in Implementierung befindliche Weltmigrationsstrategie ordnet sich hier ein.
  4. Geist der „Weltelite“: Mir sind kaum Forschungen zu diesem Thema bekannt. Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass sich die Angehörigen der „Weltelite“ als göttlich verstehen. Bestimmung der „Massenmenschen“ ist es, den Göttern zu dienen, ihnen zu opfern, in letzter Konsequenz und Erfüllung: sich selbst. Die Göttlichkeit findet ihren profanen, im politischen Alltag (bzw. an politischen Weihetagen) verwendbaren Ausdruck im Postulat der eigenen Exzeptionalität. Das Fremdwort bedeutet „Auserwähltheit“. „Auserwählte“ stehen außerhalb der Moral, die für Massenmenschen gilt. Die aus der Geschichte bekannte „germanische“ Begründung der Auserwähltheit hat sich in faschistischen Massen- und Völkermorden ausgetobt und ist heute weithin diskreditiert. Die auf ausgewählten angelsächsischen, jüdischen und fundamentalchristlichen Traditionen und Werten fußende Begründung der Auserwähltheit hat sich ebenfalls historisch in Massen- und Völkermorden ausgetobt, beansprucht heute aber universelle Gültigkeit. Besonderen Schutz, zumindest im europäischen Raum, genießt das „göttliche Streben“ der „Weltelite“, wenn es jüdisch konnotiert ist.
  5. Feinde der „Weltelite“ –A. mächtige Kapitalisten: Die „Weltelite“ ist kein e. V. Sie ist inhomogen. Sie birgt in sich ihren eigenen Feind, insofern es nur einen einzigen höchsten Gott geben kann. Supermächtige werden von Supermächtigen an den Rand gedrängt, oder, um an ein Marxwort zu erinnern: „Je ein Kapitalist schlägt viele tot“. Nachdem die Weltherrschaft vom Ideologem zu praktischer Politik geworden ist, mit äußerst widersprüchlichen Ergebnissen, formulieren supermächtige Kapitalbesitzer (partielle) Gegenpositionen. Man könnte davon sprechen, dass sich neben der weiter agierenden „Weltelite“ „Weltteileliten“ herausgebildet haben, die bemüht sind eine multipolare Welt zu etablieren. Anscheinend kommen in diesem Konzept auch demokratische Kräfte zur Geltung. -B. Aufklärer: Sie sind radikale Kritiker der „Weltelite“ und ihrer menschenverachtenden Weltherrschaftspolitik. Sie unterstützen das auf friedlichen Ausgleich gerichtete Konzept der multipolaren Welt, ohne seinen kapitalistischen Charakter zu verkennen. Eine ihrer primären Aufgaben besteht darin, die Kontinuität des in Jahrhunderten errungenen radikal-humanistischen Denkens in der grundsätzlichen Diskontinuität der Jetztzeit aufrecht zu erhalten. Das bedeutet, den Versuch zu machen, innerhalb der rasanten Veränderungen des 21. Jahrhunderts die soziale Revolution als Schritt zur kommunistischen Gesellschaft wissenschaftlich zu denken. Die Aufklärer verfügen ausschließlich (wenn überhaupt) über geistige Macht. Sie müssen dringend erforschen, welche neuartigen Schritte möglich sind, um Bewusstheit bei denen zu fördern, die ich folgend als „Feinde C“ bezeichne. -C. Die ausgebeuteten und unterdrückten Massen: „Eigentlich“ sind sie der Souverän. Sie sind einer nie unterbrochenen Dreifachbeeinflussung ausgesetzt, die ihren freien Willen vor allem im politischen Bereich faktisch auslöscht. Diese „Dreieinigkeit“ besteht aus einem relativ hohen Grad der materiellen Bedürfnisbefriedigung, der fast lückenlosen Bewusstseins- und Verhaltenssteuerung auf Basis der Komplettüberwachung (hier Info über neuere Tendenzen) und existentiell/physisch bedrohlicher Repression. Realistische Wege der spontanen Bewusstwerdung dieser Massen sehe ich nicht. Ihre Lage entspricht also dem Normalzustand der Lage der Ausgebeuteten in 95% aller Weltgeschichte. Massenbewusstheit kann offenbar und auch dann nur unter günstigen Umständen nur im Ergebnis einer durchlebten und durchlittenen Massen-Existenzkrise herausgebildet werden.
  6. In Erwägung dessen, dass die Angehörigen der „Weltelite“ trotz ihrer unermesslichen finanziellen und physischen Machtmittel, dennoch keine Götter sind und in Anbetracht, dass die Milliardenmassen der Menschen täglich, trotz ihrer Entsubjektivierung in allen Fragen der res publica, Grandioses ins Werk setzen, entsteht das Bild eines geblendeten Riesen, der – in Trance – tellus, den Planeten, in seinen Pranken hält, um ihm mit der Gewalt des Wahns alles Leben auszupressen.
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32 Antworten zu Fünf Thesen und ein Bild zur Lage der Dinge

  1. Detlev Matthias Daniel schreibt:

    Ich vermisse nach wie vor in diesen Darstellungen die Perspektive, die mir zeigt, wie ich meinen Beitrag leisten kann, diese Herrschaft zu beenden. Was nützt mir all dieses Verstehen, wenn es mir nur zeigt, daß ich dem hilflos ausgeliefert bin? Was kann ich mit den gezeichneten Feindbildern anfangen, außer mich in einen Machtkampf zu stellen? Und wenn dieses, wie könnter der zu was für einem Ergebnis führen?

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    • Theresa Bruckmann schreibt:

      Vielleicht hilft Ihnen dieses zur Orientierung,
      z.B. die klare Aussage, nicht die zu wählen, die verantwortlich
      dafür sind, was jetzt ist.
      Mir ging dabei unter die Haut, wie Prof. Mausfeld wenig Optimismus
      hat.

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      • kranich05 schreibt:

        Dieses aktuelle Gespräch mit Prof Mausfeld konnte ich mir bisher noch nicht anhören, werde das aber bestimmt tun.
        Was Wahlen betrifft neige ich – Nichtwähler seit Jahren – zu der Meinung, dass ein (oder mehrere) systematischer Fehler ins Wahl-/Rerpräsentativsytem eingebaut ist, so dass dieses immer die gewünschten Ergebnisse liefert.

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        • Lutz Lippke schreibt:

          Ein genereller Fehler ist es ja schon, die Nichtwähler im Ergebnis auszublenden. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, wenn eine Partei(-Fraktion) mit real um die 10% Wählergunst von einem mit absoluter Mehrheit lokal gewählten Abgeordneten die Unterwerfung unter den Fraktionszwang einfordert oder sich in einer real unter 50%-Koalition als gewählte parlamentarische Mehrheit versteht, weil die „Nichtwähler-Fraktion“ auf die Übrigen aufgeteilt wird. Unabhängig davon ob es praktikabel ist, stelle man sich die Verhältnisse vor, wenn auch die Gesamtzahl der Bundestagsmandate von der Wahlbeteiligung abhinge.
          https://www.welt.de/politik/deutschland/article168983338/Das-ehrliche-Wahlergebnis-der-Bundestagswahl.html

          Dass die „Schwachen“ (welch verräterische Zuweisung) zwar deutlich seltener wählen gehen, aber keineswegs unpolitisch sind, ist durch Umfragen festgestellt worden.
          https://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-05/bremen-wahl-wahlbeteiligung-demokratie/komplettansicht

          Mit dem Nichtwählen geht es mir wie mit der Ungläubigkeit. Ich praktiziere es, bin aber nicht restlos von der Richtigkeit überzeugt. Wie man es macht, ist es möglicherweise verkehrt. Ein Wunder, dass es zum Wählen noch keine eigene Sparte in der Ratschlags-Literatur gibt.
          https://www.wahlrecht.de/lexikon/ungueltig.html

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          • kranich05 schreibt:

            „Mit dem Nichtwählen geht es mir wie mit der Ungläubigkeit. Ich praktiziere es, bin aber nicht restlos von der Richtigkeit überzeugt.“
            Auch ich bin mit dem Nichtwählen nicht restlos glücklich. Gerne würde ich etwas wählen, das mich – wenigstens in großen Zügen – überzeugt. Doch Fehlanzeige.
            Und meine Stimme ABGEBEN, und das auch noch freiwillig… nee, das verbietet mir die Selbstachtung.
            Mit der Ungläubigkeit – gemeint ist wohl die Nicht-Gottgläubigkeit – geht es mir aber anders. Mit der fühle ich mich sehr wohl. Vielleicht deshalb, weil ich durchaus an etwas glaube.
            Um ein Rätsel aufzugeben 😉 Unter den letzten drei Postings in diesem Blog sind mindestens zwei, die meinen Glauben ausdrücken.

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    • kranich05 schreibt:

      Ich bedaure, nicht liefern zu können, was Sie vermissen.
      Da ich mich zu den im Beitrag genannten Aufklärern rechne, vermisse ich für mich nicht jegliche Handlungsperspektive. Ich sehe sogar eine dringende:
      „Sie müssen dringend erforschen, welche neuartigen Schritte möglich sind, um Bewusstheit bei denen zu fördern, die ich folgend als „Feinde C“ bezeichne.“ Diesen Satz kann man „runterbrechen“ Z. B. auf die Frage, wie internetgestützt eine freie, für jeden offene und zugleich zielgerichtete Diskussion geführt werten kann.
      Auch der im Beitrag behauptete besondere Schutz „jüdisch konnotierter Weltlenker“ kann hinterfragt werden. Ist diese Behauptung zutreffend oder ist sie falsch? Wie, wo und in welcher Form kann ich dagegen wirken, falls sie zutrifft?

      Dass der Mensch verstehen will, um einen Nutzen daraus zu ziehen, ist absolut verständlich und auch berechtigt. Doch im Bemühen um Wahrheit und Wissenschaft gilt zuerst: „Der Du eintrittst, lass jede Hoffnung fahren!“

      Da das Gezeichnete für mich keine „Feindbilder“ sind, komme ich überhaupt nicht auf die Idee, mich „einem Machtkampf“ „in echt“ zu stellen. Ich bin doch nicht lebensmüde. Das Beschriebene liefert heftig Argumente gegen Machtkampfspiele.
      Allerdings sehe ich die Möglichkeit (s.o.), dass im Konzept der multipolaren Welt demokratische Momente zur Geltung kommen könnten. Bei diesen Gedanken scheint mir „Luft nach oben“.
      Eine ganz private Konsequenz für mich ist übrigens, dass ich etliche Beiträge des Blogs „Fassadenkratzer“ u. a. aber nicht nur im Umfeld der Migrationsproblematik mit wachem Blick lesen werde.

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      • Detlev Matthias Daniel schreibt:

        „Da das Gezeichnete für mich keine „Feindbilder“ sind,…“
        Mh, dann ist zumindest die Formulierungsweise reichlich mißverständlich. Immerhin ist hier von „Feinden“ die Rede – einschließlich der eigenen Einsortierung in diese Kategorien. Das scheint mir eher auf einen Disput hinauszulaufen, was denn unter ‚Machtkampf‘ zu verstehen sei. Vielleicht wäre es an der Zeit, sich wesentlich konkreter darüber auszutauschen, wie ein gesellschaftlicher Veränderungsprozeß ablaufen k ö n n t e .

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        • kranich05 schreibt:

          Ich wollte nicht den Begriff „Feind“ ablehnen (obwohl das heute im Schwange ist), sondern habe mich an dem „-bild“ gestoßen. Feinde, in meinem Verständnis hier, bezeichnen eine (objektive) Realität, nämlich eine Menschengruppe mit beschreibbaren Merkmalen und Interessen, die sie durchzusetzen ihre Mittel anwendet.
          Das ist etwas Anderes als ein (subjektives) „Zeichnen von Bildern“.
          Natürlich ist es richtig: Wenn ich „beschreibbare Merkmale“ sage, ist das subjektive Moment wieder dabei. Widerspiegelung verlangt nun mal den (oder die ) Widerspiegelnde(n).
          Damit sind wir wieder beim Problem der Objektivität der Wahrheit, unserem unerschöpflichen Streitpunkt 🙂

          Den heute und jederzeit möglichen, wünschenswerten und erforderlichen gesellschaftlichen Veränderungsprozess sehe ich darin, einen sinnvollen politischen Austausch vieler (im Idealfall: aller) Menschengruppen auf den Weg zu bringen.
          Meine (bis jetzt) große Enttäuschung ist, dass „aufstehen“ diesbezüglich völlig taub zu sein scheint (trotz andersartiger Rhetorik).
          Der Austausch hätte sehr schnell die Tendenz völlig auszuufern (noch viel mehr als unsere kleinen Gespräche hier im Blog). Unter den tausend möglichen Themen halte ich das Thema der UNEINGESCHRÄNKTEN POLITISCHEN TRANSPARENZ für absolut zentral.
          Ich weiß, dass ich in dieser Frage ein einsamer Rufer bin.

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          • Detlev Matthias Daniel schreibt:

            Ich gebe dir recht, daß zumindest im Begriffsverständnis es einen Unterschied gibt zwischen ‚Feind‘ und ‚Feindbild‘, solange man differenziert zwischen ‚objektiver Wahrheit‘ und ’subjektiver Wahrnehmung‘. Auch wenn es regelmäßig schwerfällt, diese Differenzierung im Konkreten aufrechtzuerhalten. Aber mit dem Problem muß sich letztlich jeder selbst herumschlagen.

            Die eigentliche Frage war ja, wie und auf welchem Wege könnte sich die Gesellschaft von den Herrschaftsstrukturen befreien? Daß es sinnvoll wäre, zu einem breiten (politischen) Austausch aller zu kommen, sehe ich genauso. Ich sehe nur nicht, daß das schon eine Antwort auf die Frage wäre. Was passiert, wenn sich das Bewußtsein von Vielen ändert? Können wir wirklich davon ausgehen, daß sie dann andere Parteien wählen bzw. erst einmal gründen, die dann eine andere Politik machen usw.? Ich meine, wenn man sich das wirklich genau überlegt, sind die Dinge nicht so einfach. Und die empirischen Erfahrungen sprechen eigentlich dagegen. Wie war das nochmal mit Einsteins Definition von Wahnsinn?

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            • kranich05 schreibt:

              Ja, dieser angemahnte Austausch hat es in sich.
              Ihn hat es noch nie gegeben.
              Was damit gemeint ist, ist in einer kleinen Broschüre der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen schön auf den Punkt gebracht. Die Broschüre heißt: „Rosa Luxemburg die Philosophin“ von Volker Caysa, Leipzig 2018. Der Punkt, um des es geht, wird „Parrhesia“ genannt, ein Fremdwort, das ich noch nie gehört hatte. Es bezeichnet das „institutionell abgesicherte offene Wahrsprechen“ in einer Gesellschaft.

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          • fidelpoludo schreibt:

            Da irrst Du fast vollkommen. Du bist kein „einsamer Rufer“, was die absolute Zentralität der „UNEINGESCHRÄNKTEN POLITISCHEN TRANSPARENZ“ betrifft. Zu zweit können wir da schon einen kleinen Chor bilden. Es gilt aber so viel transparent zu machen, dass eine Liste anzufertigen wäre, was am dringendsten der Transparenz bedarf. Was durch Transparenz hergestellt wird, ist ja ÖFFENTLICHKEIT, und ich meine nicht die der Klatschspalten (von denen sie gegenwärtig überflutet wird), sondern die der poltischen, sozialen und ökonomischen Gründe für Entscheidungen und die Abwesenheit von Entscheidungen, und an der fehlt es heute mehr als je zuvor in der Geschichte Deutschlands. Und an denen, die – intellektuell und von ihrem Bekanntheitsgrad her – die Möglichkeit und die Fähigkeit hätten, sich dafür und in diesem Sinne zu Wort zu melden. Die die konkreten Forderungen nach Transparenz (warum diese Entscheidung und warum gerade jetzt und warum keine andere, viel plausiblere etc.), wenn sie sie nicht ausformulieren, dann doch anstoßen und eine öffentliche Diskussion in Gang beingen. Das wäre mal ein Anfang. Der ja auch mit einigen alternativen Medien auch schon in Gang gesetzt wurde, aber dem noch nicht der entscheidende Durchbruch gelungen ist. Wenn #aufstehen nicht bald in diese Richtung aufbricht, müssen wir sehen, ob sich etwas anderes in Bewegung setzten läßt.

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            • Johannes S. schreibt:

              Fidelpoludo schreibt im obigen Kommentar: „Wenn #aufstehen nicht bald in diese Richtung aufbricht, müssen wir sehen, ob sich etwas anderes in Bewegung setzten läßt.“
              M.E. zeugt dieses Statement von Ungeduld und einer voreiligen Kritik. Die Sammlungsbewegung ist erst ein Monat alt und es geht in dieser sicherlich schwierigen Anfangsphase darum Aufbauarbeit zu leisten, die in diesem Zusammenhang zumindest in Verbindung mit face-book und anderen Kommunikationsmöglichkeiten neu íst und bislang noch nicht ausprobiert wurde. Ich bekam vor einer Woche eine E-Mail von #Aufstehen mit der Möglichkeit mich mit vielen Anderen an einer Video-Diskussion zu beteiligen.
              An sich eine herausragende Möglichkeit, Engagierte zusammenzubringen und unten mit den Repräsentanten zusammenzubringen.
              Das Anliegen des Moderators bestand vor allem darin, Fragen zu beantworten, wie sich die Sammlungsbewegung konkreter organisieren, wie man in den verschiedenen Regionen kommunizieren kann. Bemerkenswert war, dass nahezu alle keine Fragen stellten, sondern Ihre politischen Anliegen geäußert haben.
              Nicht sonderlich überzeugend, wenn von oben die Basis nur Fragen stellen sollen.
              Gleichwohl war dieser zweistündige Meinungsaustausch beeindruckend und belegt, dass durchaus von den Repräsentanten, Moderatoren die Auffassungen von „unten“ aufgenommen wurden. Es bestand ein Konsens, dass die Notwendigkeit besteht sich auf regionaler Ebene persönlich kennenzulernen und sich zusammenzuschließen, um konkrete Aktivitäten zu entwickeln.
              Es wurde auch der organisatorischen Überbau vorgestellt: Für Aktivitäten existiert eine Adresse #aktiv.aufstehen (?), ein Pressebereich. Für örtliche Veranstaltung können Redner gestellt werden. Der Moderator vertrat die Auffassung, dass es in dieser ersten Phase nahezu nur darum ging pragmatisch die organisatorische Aufbauarbeit zu leisten und die politischen Ziele und Themen der Sammlungsbewegung in dieser Phase nahezu außen vor zu lassen. Diesem nicht überzeugenden Standpunkt widersprach recht vehement einTeilnehmer. Die weitere Entwicklung bleibt nach meinem Dafürhalten abzuwarten und selbst sich einzubringen, um Fehlentwicklungen gegenzusteuern.

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              • fidelpoludo schreibt:

                Lieber Johannes,
                erst einmal danke für diesen Beitrag. Wenn Du meine nicht wenigen Beiträge zu #aufstehen verfolgt hättest (was natürlich zuviel verlangt ist, weil sie auf diesem blog leider an vielen Stellen verteilt sind), hätte Dir auffallen können, dass ich im Grunde Deine Ansicht teile, die Bewegung brauche noch Zeit und unsere Geduld, um sich erst einmal zu konstituieren. Die vorsichtige Formulierung kritischer Anmerkungen sollte dem aber nicht entgegen stehen. Mein letzter Satz
                <blockquote"Wenn #aufstehen nicht bald in diese Richtung aufbricht, müssen wir sehen, ob sich etwas anderes in Bewegung setzten läßt.“</blockquote
                sollte einerseits nicht als eine Art Drohung verstanden werden, und hängt andererseits in Deiner Interpretation von "bald" ab, in das Du ein "Statement von Ungeduld und einer voreiligen Kritik" hinein sehen möchtest, obwohl der Begriff ein zeitlich durchaus dehnbarer Begriff ist, der breiten Raum zwischen „Ungeduld bzw. Voreiligkeit“ und „Geduld bzw. zeitlicher Angemessenheit“ läßt. Dass Du auf die konkreten von mir genannten Ursachen meiner – mit Kranich „im Chor und d’accord“ – Kritik (Transparenzforderungen, sowohl an „unsere Politik“ als auch an „unsere Bewegung“ gerichtet) nicht eingegangen bist, läßt wiederum Raum für Interpretation: Du kannst sie grundsätzlich für falsch halten oder für zutreffend, aber irgendwie doch „falsch“, weil zu früh formuliert.

                Du bekamst „vor einer Woche eine E-Mail von #Aufstehen mit der Möglichkeit (D)ich mit vielen Anderen an einer Video-Diskussion zu beteiligen“. Ich bin genauso eingeschriebenes Mitglied der Bewegung wie Du, habe eine solche Mail aber nicht erhalten. Vielleicht weil ich keines der „Zwitscher-Medien“ mir aufzwingen lasse? Sollte das die Bedingung der Möglichkeit des Mitmachens sein, würde das meine Motivation eher dämpfen als antreiben.
                Was den Ablauf der Videokonferenz betrifft, kritisierst Du, dass die Teilnehmer, statt das zu tun, wozu sie aufgefordert wurden, nämlich Fragen zur konkreten Organisation zu stellen, „nahezu alle keine Fragen stellten, sondern Ihre politischen Anliegen geäußert haben“. Sie haben es doch gewagt, etwas anderes zu tun als ihnen vorgeschrieben wurde. Nicht dass ich die Klärung von Organisationsfragen für unwichtig hielte, ganz im Gegenteil, aber die Klärung dessen, wofür und zu welchem Zweck man sich organisiert bleibt – gerade in diesem frühen Stadium – deshalb nicht unwichtig. Wie ich Deine Darstellung verstanden habe, sind die Moderatoren darauf dann auch eingegangen, obwohl es nicht unbedingt in ihre Agenda gepaßt haben mag. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

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                • kranich05 schreibt:

                  Weil die Kommentarspalte auf dieser Ebene nun unheimlich schmal wird, äußere ich meine Meinung zu Euren Teildisputen „Transparenz“ und Ungeduld beim „aufstehen“ in einem neuen Kommentar.

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  2. Lutz Lippke schreibt:

    „das Bild eines geblendeten Riesen, der – in Trance – tellus, den Plan[e]ten, in seinen Pranken hält, um ihm mit der Gewalt des Wahns alles Leben auszupressen“

    finde ich ein eindrucksvolles Bild der zuvor beschriebenen Gesamtheit. Der „geblendete Riese“ besteht damit zahlenmäßig aus Milliarden Menschen, die die Struktur dieses geblendeten und auch bedrohlich schwankenden Riesen abbilden. Der Anzahl nach, kann das bedrohliche Schwanken nicht an fehlender Stützkraft der produktiv Tragenden liegen, die auch in der Not immer schon Großes ins Werk setzen. Ich habe hier „Grandioses“ durch Großes ersetzt, weil Großes auch das große Übel einschließt. Es ist daher wohl zum Einen die Blendung, die mit Orientierungslosigkeit und Trance zum Schwanken des Riesen führt. Der kleine Kopf beherrscht die Glieder und das Gleichgewicht nicht. Die Träger in den Gliedern und im Körper sind vollends in ihren Funktionen gebunden. Zum Anderen liegt es am kollabierenden Nährstoffkreislauf, der die Träger nicht mehr nährt, weil Alles zur Aufrechterhaltung der Struktur oben gebunden wird.

    Von diesem Bild ausgehend, kann man einige Schlüsse ziehen und auch Perspektiven entwickeln. Der Hang zur monolithischen Struktur hat sicher mehr Gründe als nur die Gier nach Herrschaft und Größe. Die Orientierung nach Oben, nach Mehr steht dem zugleich bestehenden Bedürfnis nach Bewahren und Sicherheit eigentlich entgegen. Der Unendlichkeit ins Große steht spiegelbildlich die Unendlichkeit ins Kleine gegenüber. Letztere wird aber in ihrer Bedeutsamkeit für Erkenntnisse gern ignoriert. Es ist uns zwar logisch, dass man nicht unendlich arm sein kann ohne daran einzugehen, aber für Reichtum kennen wir eine solche Grenze nicht. Der möglichen Armutsgrenze bei mühevollem Erhalt der sozialen bzw. zumindest physischen Existenz sind Heerscharen auf der Spur. Darf es noch etwas weniger sein oder muss doch ein Buddelschippchen drauf. Wann ist nun das Buddelschippchen drauf eine Zumutung für die Allgemeinheit und Einladung zum Schmarotzen? Endlose Debatten. Natürlich sollen sich die Reichen auch mit einem Beitrag für die Allgemeinheit beteiligen. Aber die Frage, bis wohin Reichtum überhaupt möglich sein kann, ohne schädigend für das Allgemeinwohl zu wirken, wird nicht grundsätzlich debattiert. Das klänge nach Neid-Debatte. Klingt die Diskussion um das entscheidende Buddelschippchen, das zum Schmarotzen einlädt, nicht nach Neid-Debatte?

    Sollten wir nicht mit einer rigiden Suche nach dem letzten Buddelschippchen des Allgemeinwohl-dienlichen Reichtums die Heerscharen beschäftigen und damit das Ausquetschen der maximal möglichen Armut ablösen? Tatsächlich gibt es zum Reichtum wenig Erkenntnis, zum Existenzminimum endloses Suchen.

    „Massenbewusstheit kann offenbar und auch dann nur unter günstigen Umständen nur im Ergebnis einer durchlebten und durchlittenen Massen-Existenzkrise herausgebildet werden.“

    Das heißt nach meinem Verständnis, dass erst im Auffinden des nicht mehr steigerbaren Siechfaktors der Massen die Bewusstheit für die Beendigung des Ausquetschens gefunden werden kann. Also Weitersuchen?

    Das kann nicht die Perspektive sein. Vielmehr sehe ich die Suche nach den praktikablen Größenordnungen zwischen realistischen Minima und Maxima, zwischen arm und reich, zwischen zu Bewahrendem und zu Erneuerndem, zwischen Spontanem und Stetigem, zwischen Kurzfristigem und Langfristigem als Lösung an. Ist die Bewusstheit für den real existierenden Bereich des allgemein wie individuell Dienlichen, für sinnvolle Methoden zu deren Bestimmung in tatsächlichen Verhältnissen nicht das bessere Mittel zur Erkenntnis, als das Warten auf das Aufbäumen in der maximalen Existenznot?

    Das in Deutschland geltende Existenzminimum und den Mindestlohn kennen wir. Es gibt zahlreiche Begründungen, warum deren Werte im Allgemeinwohlinteresse nicht höher (eher niedriger) sein dürfen. Sogar das BVerfG und die hohen Bundesgerichte wachen darüber. Diese Begründungen haben eine weite Verbreitung (Bewusstheit), wie z.B. Abstandsgebote. Der prekär Beschäftigte beklagt in diesem Sinne die zu hohen Transferleistungen für Leistungsempfänger und fügt sich damit wunderbar in die selbstbeschränkende Agenda ein. Das belegt eindrücklich, wie der öffentlichkeitswirksame Fokus auf das Ausquetschen nach Unten das Bewusstsein praktisch beherrscht. Können wir den Fokus verändern, wenn möglicherweise anhand solcher Begründungen, auch ein Existenzmaximum zu berechnen ist, dessen Überschreitung das Allgemeinwohl explizit schädigt? Haben wir die dafür notwendige Methodik und bringen wir die notwendige Sorgfalt auf, damit die gewonnenen Erkenntnisse auch massiven Angriffen standhalten? Lässt sich so eine Bewusstheit schaffen, die in eine selbstwirksame Interessenvertretung der (Leistungs-) Träger dieser Gesellschaft, insbesondere der Prekären mündet?

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    • kranich05 schreibt:

      „„Massenbewusstheit kann offenbar und auch dann nur unter günstigen Umständen nur im Ergebnis einer durchlebten und durchlittenen Massen-Existenzkrise herausgebildet werden.“
      Das kann nicht die Perspektive sein.“

      Mein Satz drückt in keiner Weise meinen Perspektivwunsch aus.
      Ich hoffe und habe fasst mein ganzes Leben geglaubt, dass er nicht stimmt.

      Vorab zur begrifflichen Klärung: „Bewußtheit“ gebrauche im marxistischen bzw. historisch materialistischen Sinn als Qualitätsbezeichnung eines Geschichtsprozesses in dem die Werktätigen (das Volk) ihr eigenes gesellschaftliches (und individuelles) Tun verstehen und deshalb so handeln (und das auch können), dass im gesellschaftlichen Wohl zugleich das Wohl aller und jedes/r Einzelnen gemehrt wird.
      Früher sagten wir Marxisten-Leninisten knapp, dass die Massen die gesellschaftlichen Gesetze begreifen und dies im Handeln verwirklichen. Heute kommt mir der Begriff des gesellschaftlichen Gesetzes nicht mehr so leicht über die Lippen. Da ist Vieles unklar. Aufgeben möchte ich ihn dennoch nicht.

      Wenn ich mir den bisher größten historischen Aufschwung des Massenbewußtseins in der Oktoberrevlution anschaue, so war er wirklich nur im Ergebnis der absoluten Krise möglich + zugleich dem günstigen Umstand, dass die bolschewistische Partei bestand + dem günstigen Umstand, dass sie von einem politischen Genie wie Lenin geführt wurde.
      Die absoluten Krisen in Deutschland 1918 bis 1923 und 1945 allein reichten nicht aus, den notwendigen Grad von Massenbewußtheit hervorzubringen. Viele andere absolute Krisen ebenfalls nicht.
      Vielleicht so: Den absoluten Krisen sind wir ziemlich ausgeliefert. Sorgen wir dafür, dass sie auf Umstände treffen, die emanzipatorische Auswege ermöglichen.

      Als Ungläubiger gefiel mir dennoch ein Vers, den ich vor Jahrzehnten immer bei meinem Bäcker in Friedrichshagen lesen konnte:
      „Gottes sind Wellen und Wind.
      Aber das Steuer ist Euer.
      Führt es, dass Ihr den Hafen gewinnt.“

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  3. Gunter schreibt:

    Opa schreibt:
    „Kaum erforscht ist, vor allem auf Grund umfassender Geheimhaltung aber auch aus mangelndem öffentlichen Forschungsinteresse, wie die Weltherrschafts-Subjektrolle der „Weltelite“ konkret zustande kommt und kontinuierlich ausgeübt wird“

    Gibt es ein ausführendes Organ, ein Direktorat, ein Kommando?
    Wieviele Personen bilden das Direktorat?
    Wo befindet sich das Hauptquartier?

    Nehmen wir als Bsp. die Rolle von Goldman Sachs, Black Rock, … Welche Aufgaben haben diese Konzerne in dem „joint executive command“ (JEC)?

    Gibt es einen globalen „Tiefen Staat“ oder viele nationale „Tiefen Staaten“?

    Ist das geheime JEC dem globalen „Tiefen Staat“ übergeordnet oder bilden die nationalen „Tiefe Staaten“ das Direktorat?

    Wir wissen nichts. Und das ist ein Armutszeugnis für unsere heutige Uni- und Wissenschaftslandschaft. Solange wir nichts wissen, brauchen wir über
    „Mehr Demokratie“ nicht sprechen.

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    • kranich05 schreibt:

      Von der Uni- und Wissenschaftslandschaft erwarte ich bestenfalls Teilantworten. Das ist besser als nichts aber genügt nicht.
      Mit „mangelndem öffentlichen Forschungsinteresse“ meine ich, dass es keine gesellschaftliche Kraft gibt, die die Systemüberwindung konsequent zum Ziel hat. (Das bedeutet nicht zum Tagesziel.) Nur diese gesellschaftliche Kraft würde das entsprechende Erkenntnisinteresse aufbringen können und auch müssen.
      Die beliebte Transformationsforschung wird nur das Bestehende klug belabern.
      Die wissenschaftlichen Leistungen von Marx, Engels, Lenin beweisen (wenn auch unter anderen gesellschaftlichen Bedingungen) das Vieles möglich ist auch ohne Millionen-Dollar-Think-Tank.

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  4. Sven Thom schreibt:

    Eine andere Art auszudrücken, Es geht zu Ende und wir können nichts mehr tun.
    …allein schon deswegen, dass es niemanden gibt, der den Arsch in der Hose hat das einzig richtige zu tun, weil dagegen Personen wie Napoleon, Adolf Hitler und Co. wie Witzfiguren aussehen würden.

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  5. Beat Wick schreibt:

    Sehr, sehr unangenehmes Geheimnis: Ohne Stützen ist Macht nicht möglich (Naheliegend aus meiner einfachen, praktischen Sicht von unten. Jedoch ….. )
    Wohl deshalb wird ab und zu von Veränderung von unten geschrieben (Aber immer wieder zum Schweigen gebracht)

    Der Grossteil unserer (auch «linken») Eliten, unseres Establishments und unseres Bildungsbürgertums, also der Stützen und Säulen der Machtelite, waren in der Vergangenheit und sind es in der Gegenwart, mitbeteiligt an: Ausbeutung (Hungertod), Elend, Unterdrückung, Vernichtung ganzer Bevölkerungen wie jene Gazas, Zerstörung von Kulturen, Zerstörung von Wirtschaften und weiteren Zerstörungen (Siehe auch den Link unten).

    Es sind die gleichen Gilden welche diese, ihre Verbrechen, ihren Terror vergessen machen, verdrängen wollen. Unsere Gegenwart ist deshalb geprägt durch ein Übermass an: Ablenkung, Täuschung, Verlogenheit, Heuchelei und desgleichen. George Orwell und Michel Foucault sind Wirklichkeit geworden.

    Der allergrösste Graben innerhalb der Bevölkerung Europas verläuft in Wirklichkeit zwischen (auch «linken») Eliten, Establishment, Bildungsbürgertum einerseits und einfacheren Bevölkerungsmehrheit andrerseits. Alles andere sind Machtkämpfe innerhalb der (auch «linken») Eliten, des Establishments, dem Bildungsbürgertum und Machteliten. Sie alle verachten die einfachere Bevölkerungsmehrheit. Echte Demokratie, Kontrolle durch die Bevölkerungsmehrheit, Transparenz kommt weder für die einen noch die anderen dieser Gilden in Frage. Dies bekämpfen sie auch entsprechend und wollen es gleichzeitig nicht wahrhaben.
    „DIE SCHRUMPFENDE MITTELSCHICHT SOLIDARISIERT SICH MIT DEN REICHEN, OBWOHL SIE ERKENNEN MÜSSTE, WIE WENIG CHANCEN SIE BESITZT, AM REICHTUM ZU PARTIZIPIEREN» (Ilija Trojanow).

    Zur Ablenkung, Täuschung der Wirklichkeit wird selbst davor nicht zurückgeschreckt, sich als Friedensförderer, Menschenfreunde hinzustellen. Sei es mittels entsprechender Organisationen, Bewegungen wie #Aufstehen und dergleichen, sei es auf andere Weise.

    Weiterhin ist ein Grossteil der Eliten, des Establishments, des Bildungsbürgertums geprägt und besessen von Grossmachtinteressen. Ein ausgeprägtes Nationalgefühl, Einheitlichkeit und Leitkultur hat heute wieder an Einfluss und Bedeutung gewonnen.

    All dies ist guter Nährboden für Diktatur, Faschismus und Nationalsozialismus.
    Man vergewissere sich bei weltberühmten, renommierten Zeitzeugen der Nazi-Diktatur wie Klaus Mann, Hannah Arendt, Alice Miller, Arno Gruen und anderen mehr.
    Es waren denn auch die beschriebenen und charakterisierten Gilden welche schon den damaligen Nationalsozialismus mitaufgebaut und gefördert haben. Darunter die jüdischen Wissenschaftler Eugen Rosenstock-Huessy und Felix Jacoby. «Sie waren es nicht aus Furcht vor Verfolgung, sondern freiwillig, aus voller Überzeugung» (so Alois Prinz in „Hannah Arendt“).

    Der Grossteil unserer (auch «linken») Eliten, unseres Establishments, unseres Bildungsbürgertums fürchten sich vor Verlust ihrer Macht, ihres Einflusses, ihrer Privilegien. Doch für den Erhalt von Macht wird vor keinem Verbrechen zurückgeschreckt. Auch nicht vor Selbstzerstörung. Macht wird nie freiwillig abgegeben (Dies ist der Menschheit schon längst bekannt, ist nicht meine Erfindung).

    Ohne dass die Menschen so akzeptiert werden wie sie sind und ohne dass damit entsprechend umgegangen wird, werden sich, nach meiner Meinung, die europäischen vermeintlichen Aufklärer weiter in ihrem engen Kreise drehen und werden weiterhin nichts in eine konstruktive Richtung bewegen.
    Nochmals Karl Barth: «Es geht nicht um Prinzipien, Ideologien und Systeme. Es geht nicht um Machtfragen. Es geht ums Leben»

    Noch etwas:
    Ein sehr grosser und sehr wesentlicher Unterschied besteht darin, dass für mich der Satz von Klaus-Peter Kurch «(Massen)bewusstheit kann offenbar und auch dann nur unter günstigen Umständen nur im Ergebnis einer durchlebten und durchlittenen Massen-Existenzkrise herausgebildet werden» weit mehr noch unter Artikel «-B. Aufklärer:» als unter «-C. Die ausgebeuteten und unterdrückten Massen:» gehört.
    In diesem Unterschied unterscheiden sich nicht Landesgrenzen, sondern Welten. Vielleicht wird dies in Zusammenhang mit obigem Text verstanden. Vielleicht in Zusammenhang mit dem Artikel von Yavuz Özoguz.

    Yavuz Özoguz «Was ist der grösste Terrorismus und wer sind die grössten Terroristen?»
    http://www.muslim-markt-forum.de/t1606f2-Was-ist-der-groesste-Terrorismus-und-wer-sind-die-groessten-Terroristen.html#msg4790

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    • Detlev Matthias Daniel schreibt:

      Nach meiner Beobachtung gibt es die beschriebene Verachtung auf Seiten von Eliten, Establishment, Bildungsbürgertum nicht nur gegenüber der „einfachen Bevölkerungsmehrheit“, sondern durchaus auch untereinander. Und sie beschränkt sich auch nicht auf diese Seite des „Grabens“, sie macht auch keinen Unterschied zwischen politisch links und rechts. Überall herrscht Mißtrauen in die Fähigkeiten, die Absichten, die Integrität der anderen – vornehmlich derer, die man bezüglich dieser „Qualitäten“ unter sich angesiedelt wähnt. Diese Wahrnehmung aber ist, wie Umfragen immer wieder zeigen, generell verzerrt. Stellt man zwei „gleichgroße“ Menschen nebeneinander, wähnt sich jeder „größer“ als den anderen.

      Selbstverständlich läßt sich daraus nicht auf den Einzelfall schließen, es läßt aber zumindest den Verdacht aufkommen, daß die Schichtung der Gesellschaft eher eine Folge dieser Perspektive ist, denn umgekehrt. Schaut man genau hin, gibt es ja auch diese scharfen Trennlinien und Gräben nicht, das sind nur kategorische Abstraktionen. Ändert sich die Deutung, die Perspektive, ändern sich auch die Kategorien.

      Was macht man nun ohne Achtung und damit ohne Vertrauen zu den Mitmenschen? Man fordert Sicherheit, Kontrolle. Die kann nur von oben kommen, von der Macht. Die Macht haben, wollen mehr, die keine haben, rufen nach dem Staat oder dem starken Mann. An diesen Rufen kann man ablesen, wo im Spektrum gesellschaftlicher Macht/Ohnmacht ein Mensch angesiedelt ist. Diese Orientierung zur Macht verschafft obendrein und perverserweise Menschen mit Macht einen generellen Achtungs- und Vertrauensbonus. So stabilisiert Mißachtung und Mißtrauen in der Gesellschaft hierarchische und Herrschaftsverhältnisse. (Ist natürlich eine viel zu einfache Betrachtungsweise. Ich will nur den Blick auf einen Zusammenhang lenken.)

      Interessanterweise kann man immer mal wieder beobachten, wie Achtung und Vertrauen zwischen den Menschen in einer „durchlebten und durchlittenen Massen-Existenzkrise“ zunehmen, so lange diese andauert. Nicht generell – man lernt dann notgedrungen erkennen, wem man vertrauen kann (und muß) und wem nicht. So kann paradoxerweise die Aufhebung geordneter, gesicherter Verhältnisse mitunter das Vertrauensverhältnis und die Achtung zwischen den Menschen stärken.

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    • kranich05 schreibt:

      Ich bin der Meinung, dass moralische Werte eine sehr bedeutende Rolle im Leben der Menschen spielen. Im Leben des Individuums ist ihre Bedeutung wohl überragend.
      Wie das geschieht und wo das geschieht, tritt zwar immer wieder auch ans Tageslicht, doch Vieles passiert im Verschwiegenen oder nur, wenn unter wenigen Augen geredet wird.
      Die lauten Moralverkündigungen und die über den Markt schallenden Aufrufe, ihnen zu folgen, wecken bei mir Skepsis.
      Ich liebe – um es einmal etwas pathetisch zu sagen – das Ethos der Nüchternheit und der Rationalität. Dass Rationalität nötig ist, um mörderische Waffen zu bauen, macht mir nicht die Rationalität hassenswert. Denn es gibt die von humanistischen Werten geleitete Rationalität.
      Heilige Nüchternheit, kühl Leben spendend, wie Wasser.
      Phantastische Totenrechnungen, geschichtliche Schwärmereien oder Beschimpfungen, die sich wenig um Tatsachen scheren – all das, um schließlich religiöse Inbrunst zu feiern –
      Mag nach dieser Fasson selig werden, wer den Allmächtigen braucht. Wer will, kann sich so entscheiden.
      Mein Denken über’s Ganze geht diese Wege nicht.

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  6. fidelpoludo schreibt:

    Danke Beat, interessanter Link. Mit der Analyse kann und muß man sich einverstanden erklären. Ähnlich treffend – was den Mord an den hungers Sterbenden betrifft – hat es bereits Jean Ziegler schon ausgedrückt. Interessant auch festzustellen, dass eine religiös-spiriturell inspirierte Einstellung und Vorstellung des Islam zu nahezu den gleichen Schlußfolgerungen führt, zu denen sowohl „authentisch“ christliche, orthodox jüdische als auch genuin aufklärerische Positionen und Haltungen kommen. Einmal abgesehen vom Wahabismus saudischer Prägung scheint mir, dass unter den genannten Religionen diese Haltung im Islam bedeutend weiter verbreitet scheint als im Christen- und Judentum. Im manipulierten Mainstream lautet das Urteil allerdings genau gegenteilig. Sowohl an Küng als auch an Drewermann ist offenbar mehr dran, als wir und einzugestehen bereit sind.

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  7. ups2009 schreibt:

    #aufstehen: Administrator löscht eigenmächtig Umfrage-Option zum NATO-Austritt
    Die Manipulationen der antideutschen Gruppe in der Sammlungsbewegung gehen weiter

    https://rotefahne.eu/2018/09/aufstehen-administrator-loescht-eigenmaechtig-umfrage-option-zum-nato-austritt/

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  8. Beat Wick schreibt:

    Detlev Matthais Daniel
    fidelpoludo

    Es hat mich sehr gefreut, auf meinen Kommentar zwei derart bedenkenswerte Antworten zu erhalten.

    Bei Detlev Matthias Daniel unter anderem:
    «An diesen Rufen kann man ablesen, wo im Spektrum gesellschaftlicher Macht/Ohnmacht ein Mensch angesiedelt ist. Diese Orientierung zur Macht verschafft obendrein und perverserweise Menschen mit Macht einen generellen Achtungs- und Vertrauensbonus. So stabilisiert Mißachtung und Mißtrauen in der Gesellschaft hierarchische und Herrschaftsverhältnisse»

    Bei fidelpoludo
    « ……….. scheint mir, dass unter den genannten Religionen diese Haltung (religiös-spirituell-inspirierte Einstellung) im Islam bedeutend weiter verbreitet scheint als im Christen- und Judentum. Im manipulierten Mainstream lautet das Urteil allerdings genau gegenteilig»
    Dies scheint mir auch und habe (als Nichtgläubiger) grosse Achtung vor dieser Einstellung.
    Was den Mainstream betrifft: Der mit der Süddeutschen Zeitung liierte schweizerische «Tagesanzeiger» (grösste schweiz. Tageszeitung) inszenierte wieder eine widerliche, abstossende Hetze gegen Muslime und eine Moschee. Ich schäme mich nicht für meine grosse Wut.

    Herzlichen Dank Euch beiden
    Beat

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  9. kranich05 schreibt:

    Zur Forderung nach Transparenz (Unser Chor mit 2 (zwei) Stimmen klingt ja noch ziemlich dünn.)
    Im Blog habe ich mich dazu immer wieder geäußert, ziemlich ausführlich.
    https://opablog.net/?s=Transparenz
    Transparenz ist ein Kernproblem jeglichen ernst gemeinten politischen Engagements.
    Das möchte ich nicht widerkäuen.
    Fidelp hat einen Aspekt angemahnt, den ich nicht so im Vordergrund hatte: Transparenz bei Entscheidungsprozessen. Dem ist nur zuzustimmen.
    Was „aufstehen“ betrifft, sehe ich immer klarer, dass alles Wesentliche im Unklaren belassen wird. Keine Spur von Transparenz aber Ungereimtheiten noch und nöcher.

    Transparenz könnte ein mächtiges Hilfsmittel gegen die regierungsseitige und sogar die geheimdienstliche Unterwanderung der oppositionellen Organisationen sein, der NGOs, der „alternativen Medien“, der ganzen Zivilgesellschafts-„Leuchttürme“.
    Wie sind sie verfasst (Statuten, Orgplan, Entscheidungslinien)? Woher kommt, wohin geht das Geld? Wer sind die Führer und seit wann? Was sind die Hauptaktivitäten?
    Diese 4 Fragen jährlich sauber beantwortet/veröffentlich und du kannst mit 80% Wahrscheinlichkeit abschätzen, wes Geistes Kind die Helden sind.
    Im Grunde ist das, was transparency propagiert für’s erste ausreichend:
    https://www.transparency.de/mitmachen/initiative-transparente-zivilgesellschaft/

    Man sollte glauben, dass wirklich systemkritische Organisationen das politische Potential der Transparenzforderung verstehen und Vorreiter sind. Pustekuchen.
    Bei den Freidenkern habe ich diese Diskussion geführt. Sie sind gegen Transparenz, weil sie dann „diese Daten dem Geheimdienst auf dem Tablett servieren würden.“
    Heilige Einfalt! Oder doch nicht nur Einfalt?

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    • fidelpoludo schreibt:

      Lieber Kranich!
      „Arie zum Lob des Widerkäuens“
      Kurz bevor ich – trotz Rente – zur Arbeit „wieder“-antrete, um einerseits in der Distribution von Waren in dessen sieben Mägen des Systems „widerkäuend“ aktiv zu werden und andererseits meine pure Existenz „widerkäuend“ am Überleben zu halten, möchte ich unsere „dünne“ Chorbesetzung opernarienmäßig kurzzeitig verlassen und meine Fistelstimme erheben:

      „Widerkäuen! Bitte Widerkäuen! Unbedingt widerkäuen! Bis es keiner mehr hören kann! Bis es denen, die es angeht, zum Halse raus hängt, weil sie es irgendwie begriffen zu haben scheinen!“

      Während ich distribuiere, werde ich am Steuer sitzend (real, nicht im übertragenen Sinne verstanden) versuchen, meine Stimme zu festigen und an der Arie zu feilen.
      Bis dann – in drei bis vier Stunden!

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  10. fidelpoludo schreibt:

    „Wider das übereilte Widerkäuen!“ oder „Du, du, du! – Du Tui Du!“
    Wiedergekehrt kaue ich stur weiter am Begriff des „Widerkäuens“.
    Und wie ich so vor mich hin kaue, bemerke ich, dass ich mir beim Kauen etwas vormache.
    Nämlich dass das bloß Wiedergekaute auch schon gleich verdaulich sein müsse und schon seinen Weg in seinen Bestimmungsort nehmen könne, um nach seiner Verstoffwechselung als „Widergekäutes“ wieder auf zu schlagen.
    Woran ich das bemerkt habe? Daran, dass der zu zerkauenden Nahrung ein leicht zu übersehender Buchstabe fehlt, nämlich das „e“. Wer nämlich vom „Widerkäuen“ spricht, während es aber noch darauf ankömmt, vom „Wiederkäuen“ zu sprechen, weil die Herauslösung des „e“ als Arbeitsvorgang noch gar nicht geleistet worden ist, begeht den Fehler, sich und alle anderen um den Produktionsprozess zu betrügen.

    Und wie bin darauf gekommen? Wer hat mich drauf gebracht?
    Herr Keuner, den ich heute morgen auf der Straße traf, hob bloß lächelnd seinen Zeigefinger und sprach: „Du, du, du! Du Tui Du!“
    Erst wieder am Küchentisch sitzend fiel mir ein, was er gemeint haben könnte. Wir „Tuis“ wollen uns vor der Arbeit drücken und den Mehrwert einheimsen, bevor es an seiner Zeit ist. Die Arbeit am Begriff ist auch Arbeit.
    Und die Moral von der Geschicht‘?
    Vor dem „Aufstehen“ sitzen bleiben und die Hausaufgaben machen!
    An wen gerichtet?
    An alle zu früh Aufgestandenen, auch wenn sie nicht zu Unrecht meinen, es sei schon spät genug.
    Vor allem an alle Frühaufsteher, die voran schreiten wollen und sich den Zeitvorsprung nicht mehr nehmen lassen wollen, indem sie die später Aufstehenden – bloß Altbekanntes wiederkäuend – mit der Bestrafung durch das Leben drohen.
    Es kömmt aber darauf an – „neu-demokratisch“ diesmal wider(gegen das Alte)käuend – wenn nicht gleich alle, dann doch so viele wie möglich mit zu nehmen. Erst dann nämlich gewänne „Aufstehen“ den „demokratischen Sinn“, den zu produzieren es – wie spät auch immer – sich lohnt.

    „Schwurbel! Schwurbel!“ (Bitte anklicken!)

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  11. fidelpoludo schreibt:

    „Wiederkäuen“ als Schritt und Anleitung zum „Widerkäuen“:

    (1) „Transparenz brauchen wir, wie die Luft zum atmen.
    Wir wollen von unserer Sache überzeugen? Also müssen die Menschen unsere Sache rundherum beäugen dürfen. Wir wollen mit unseren Vereinen und Organisationen überzeugen? Also müssen die Menschen unsere Vereine und Organisationen auf Herz und Nieren prüfen dürfen. Und zwar, BEVOR sie sich dafür entschieden haben.
    Wie willst du etwas prüfen, wenn du nicht hineinschauen darfst?“

    (2) „Nach unseren Begriffen ist es die Bewußtheit der Massen, die den Staat stark macht. Er ist dann stark, wenn die Massen alles wissen, über alles urteilen können und alles bewußt tun.“

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  12. fidelpoludo schreibt:

    Intransparenter Stein des Anstoßes im „Katalog von Transparenz-Mindestanforderungen“

    „Bisher hatten alle Versuche aus der Misere herauszukommen nur geringen Erfolg. Dafür gibt es mehrere Gründe. Für einen besonders wichtigen halte ich, dass „politische Transparenz“ nicht als ein Schlüsselproblem begriffen wird.

    Warum Schlüsselproblem?

    Die Klassenverhältnisse haben sich „diversifiziert“. Heute scheint es, als ob unabhängige Individuen, souveräne Bürger frei ihre zivilgesellschaftliche Lebensweise gestalten. Objektive und subjektive Faktoren/Interessen haben die Zivilgesellschaft der Klassengesellschaft übergestülpt – bis zum (augenscheinlichen) Verschwinden der Letzteren.
    Das Konzept der Diktatur des Proletariats hat sich als zu grob erwiesen, um den unbekannten Weg des sozialistischen Aufbaus über Anfangsschritte hinaus erfolgreich zu gehen.
    Die kontinuierlichen Selbstbewahrungsanstrengungen (um den Begriff „Selbstreinigung“ zu vermeiden) der radikal-humanistischen Organisationen entsprechen nicht dem Notwendigen.

    Zu 1: Ein Katalog von Transparenz-Mindestanforderungen muss und kann es dem „naiven“ aktivitätswilligen Bürger ermöglichen, den (Klassen-)charakter der ihn interessierenden (bzw. sein Engagement herausfordernden) NRO (???) zumindest vorläufig einzuschätzen. (Und genau das ist heute, da wir von hunderten, tausenden NRO geradezu bedrängt werden, eine Mindestvoraussetzung für Orientierung in der Gesellschaft.)

    Zu 2: Transparenz über inhaltliche Gegensätze innerhalb der radikal-humanistischen Organisation ist der zwingend notwendige erste Schritt, um diese dialektisch aufzulösen d.h. in einen kreativen Prozess zu überführen mit möglichst kleinem Verlust und möglichst großem Gewinn für alle.

    Zu 3: Absolute politische Transparenz ist der einfachste und überall wirksame Garant dafür, dass das unvermeidliche „Allzumenschliche“ der einzelnen Mitglieder, namentlich der Führer, keine negative Auswirkungen auf die Organisation hat.

    WIE könnte die angemahnte Transparenz aussehen?

    Zu diesen überdenkenswerten Hinweise gab es – vor gut einem Jahr – nur einen „mickrigen“ Kommentar („mickrig“ bezogen auf die Quantität…). Ich für meinen Teil bin gestolpert über das für mich intransparente Kürzel „NRO“ (eine intransparente Angewohnheit, die zu vermeiden ich mir alle Mühe gebe – von Ausnahmen wie „USA“ etc. abgesehen).

    What the hell does it mean?
    Vielleicht werde ich über meine Dummheit nach der Auflösung der Frage nur lachen müssen, aber die Vorfreude darauf bringt mich nicht weiter.

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