DER FROSCH – Kein Hauptthema!

Sarah Wagenknecht hat klar gesagt, dass sie die Migrationspolitik nicht als das oder ein Hauptthema von „aufstehen“ ansieht. Diese Diskussionen seien zu einem erheblichen Teil vorgeschoben, inszeniert, um die Leute zu beschäftigen und von den tiefer liegenden Fragen abzulenken. Einfach gesagt: Es gehe nicht um „Innen gegen Außen“, sondern um „Oben gegen Unten“.

Dieser Einschätzung stimme ich grundsätzlich zu.

Das hindert mich aber nicht, sehr genau im Auge zu behalten, was sich in der Migrationsdebatte abspielt bzw was da gespielt wird. So meine ich, dass die Ereignisse um den Frosch-Club in Frankfurt/Oder eine besondere neue Qualität haben. Und die ist mir kontinuierliche Aufmerksamkeit und Überlegung Wert.

Ich verlinke auf kein bestimmtes Video. In etlichen wird mir zu viel Stimmung gemacht.

https://www.youtube.com/results?search_query=frosch+club+frankfurt


Auch die plötzliche Veröffentlichung einer bestimmten Kriminalstatistik* durch das BKA betrachte ich als Ereignis von nicht nur vordergründiger Bedeutung.

  • * Ich präzisiere: Die plötzliche Veröffentlichung einer bestimmten Art der Auswertung der  Kriminalstatistik des BKA durch die Welt am Sonntag (die ja von RT nur aufgegriffen wurde). Ob (und ggf. Wie) das BKA die Praxis seiner Veröffentlichungen der Kriminalstatistik geändert hat, kann ich allein schon wegen der vorgelegten Datenmassen nicht einschätzen.
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3 Antworten zu DER FROSCH – Kein Hauptthema!

  1. Lutz Lippke schreibt:

    Welche Folgerungen kann man aus solchen Statistiken ziehen?
    Jeder Fall ist einer zuviel! Mord ist Mord! Die Statistik sagt nichts über eine genetische, religiöse oder völkische Disposition aus. Schwerpunkte weisen auf Lebensumstände und Milieus hin, die kriminelle Ausbrüche oder Laufbahnen wahrscheinlicher machen. Wer Arbeit hat, kann nicht klauen, wenn andere arbeiten sind. Was läuft in Heimen, Behörden und den Milieus tatsächlich ab? Aus der Krimi-Statistik können wir allenfalls aus den Folgen dieser wenig transparenten Umstände auf diese spekulieren. Im Übrigen scheitert man als Deutscher an den Ermittlungsbehörden, wenn man z.B. Urkundenfälschung, Prozessbetrug und Gebührenüberhebung eines zugelassenen deutschen Anwaltes objektiv belegen kann. Staatsanwälte sind sich für keine Dümmlichkeit zu schade, um den subjektiven Tatbestand (also die Absicht) und eine Schädigung zu leugnen und noch vor Beschuldigtenvernehmung die Ermittlungen einzustellen. Das ist bei Fahrschein-Manipulation und ähnlichem wohl ganz anders.

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    • kranich05 schreibt:

      Grundsätzlich betrachte ich die Kriminalität als ein wichtiges Symptom für den Zustand der Gesellschaft. Natürlich liefern Symptome keine Antworten, sondern müssen auf Bedingungen, Ursachen und zugrunde liegende Widersprüche zurückgeführt werden.
      Statistik ist dafür ein Werkzeug, ein sehr zweischneidiges, leicht missbrauchbares.
      Das vorausgeschickt kann die gründliche Auswertung statistischer Daten bedeutende Erkenntnisse liefern.
      Ich meine, dass solche Auswertungen zu machen und zu veröffentlichen eine Aufgabe spezialisierter Journalisten ist. Der Laie kann das nicht im Vorbeigehen liefern.
      Der verlinkte Artikel bleibt in Vielem oberflächlich. So wurden die Besonderheiten der Zahlen 2016 nur verbal erwähnt. Man hätte sie ja auch herausrechen können. Sie machen immerhin mehr als 200 Fälle aus.
      Außerdem schreit die Zahl der des Mordes Verdächtigen buchstäblich nach einer Interpretation, ebenso die Daten zur Entwicklungstendenz von Gewaltverbrechen gesamt.
      Schließlich wären auch die Beteuerungen des BKA über die Nichtbelastbarkeit der Daten über Nichtdeutsche zu hinterfragen.

      Am Interessantesten ist für mich aber der politisch-propagandistische Sachverhalt, dass MSM plötzlich etwas aktiv werden (vorsichtig, ohne Merkel direkt anzugehen), an Merkels Politik zu kratzen. Die Sache mit der Erklärung der Dresdner Staatsanwaltschaft zum Thema „Hetzjagd“ (die Focus online startete) ist ein weiteres derartiges Beispiel.

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  2. Detlev Matthias Daniel schreibt:

    Abgesehen davon, daß es immer eines gewissen medialen Hochkochens bedarf, damit die Öffentlichkeit moralisch aufgebracht auf Straftaten reagiert, und es interessant ist, wahrzunehmen, wo dieses Aufkochen geschieht und wo es unterbleibt, fällt hier die Inbeziehungsetzung von Täter- und Opfergruppen auf. So können Wut und Angst sich gegenseitig hochschaukeln. Daß die statistische Wahrscheinlichkeit, von einem Deutschen umgebracht zu werden, immer noch deutlich höher ist, stört in einer solchen Betrachtung nur. In der erzeugten Polarisierung Deutsche – Migranten zählen vor allem die Delikte, die zwischen beiden Gruppen begangen werden. Und hier vor allem die, die von den Angehörigen der anderen Gruppe an denen der eigenen begangen werden.

    Laut Statistik (https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/2017/Standardtabellen/Tatverdaechtige/STD-TV-15-T61-TV-nichtdeutsch-Aufenthaltsanlass_excel.xlsx?__blob=publicationFile&v=3)
    gab es 2017 bei allen Straftaten insgesamt 2.112.715 Verdächtige, davon 736.265 nichtdeutsche und davon wiederum 162.610 Asylsuchende (fluchtbedingte Migration). Betrachtet man nur die Straftaten „gegen das Leben“, waren es insgesamt 3.713 Verdächtige, 1.288 nichtdeutsche und 505 Asylsuchende. Betrachtet man davon nur die Morde, waren es 823 Verdächtige, 307 nichtdeutsche und 91 Asylsuchende.

    Setzen wir jetzt diese Zahlen in Beziehung zum Bevölkerungsanteil von Ausländern (also Einwohnern ohne deutschen Paß) und speziell ‚Asylsuchenden‘. Dazu finde ich folgende Angaben (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/5062/umfrage/entwicklung-der-auslaendischen-bevoelkerung-in-deutschland/): Die Zahl der Ausländer in Deutschland blieb lange Zeit (seit den 90er Jahren) relativ konstant bei etwa 6,7 Mio. Das wäre ein Anteil von etwa 8%. Ab 2011 wuchs die Zahl bis 2017 auf 10,6 Mio. an. Da ich keine statistischen Daten zur saldierenden Zahl der sich hier aufhaltenden Asylsuchenden finde, gehe ich mal vereinfachend davon aus, daß es sich bei diesem politischen Streit in etwa um die Zahl der Menschen handelt, um die der ausländische Bevölkerungsanteil in diesen Jahren zugenommen hat. Das wären dann 3,9 Mio. „Asylsuchende“ oder ein Anteil von knapp 5%.

    Umgerechnet ergibt sich etwa 1 Straftat
    mit deutschem Täterprofil auf ca. 39 deutsche Einwohner
    mit ausländischem Täterprofil auf ca. 15 ausländische Einwohner
    mit „asylsuchendem“ Täterprofil auf ca. 24 asylsuchende Einwohner
    bzw. 1 Straftat gegen das Leben
    mit deutschem Täterprofil auf ca. 22.000 deutsche Einwohner
    mit ausländischem Täterprofil auf ca. 8.000 ausländische Einwohner
    mit „asylsuchendem“ Täterprofil auf ca. 8.000 asylsuchende Einwohner
    bzw. 1 Mord(versuch)
    mit deutschem Täterprofil auf ca. 100.000 deutsche Einwohner
    mit ausländischem Täterprofil auf ca. 35.000 ausländische Einwohner
    mit „asylsuchendem“ Täterprofil auf ca. 43.000 asylsuchende Einwohner.

    Das würde bedeuten, daß sich die Asylsuchenden in dieser Hinsicht nicht problematischer verhalten, als die Menschengruppen ausländischer Herkunft und ohne Asylhintergrund (die i.d.R. nicht aus arabischen Ländern kommen z.B. aus der EU), mit denen wir schon seit vielen Jahren in diesem Land zusammenleben. Die Ausdrucksweise scheint hier etwas gestelzt. Es wäre aber nicht richtig, diese Aussage auf die konkreten Menschen zu beziehen, da die Fluktuation innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe groß ist. Die Zu- bzw. Abwanderungsraten übersteigen die Veränderungsraten teils um ein Mehrfaches. Das könnte darauf hinweisen, daß die höhere Kriminalitätsrate tatsächlich etwas mit der kulturellen Sozialisation zu tun hat. Zu klären wäre aber auch der Bezug zu anderen Einflüssen wie soziale Schichtung und Umfeld, demographische Faktoren sowie organisierte Kriminalität. Wie sind die Korrelationen der verschiedenen Einflußfaktoren?

    In korrekter Sprechweise ist in der Statistik von ‚Verdächtigen‘ die Rede. Nun hängt aber die statistische Häufung von Verdachtsfällen nicht nur mit dem Verhalten der Verdächtigen zusammen, sondern logischerweise auch mit dem der Verdächtigenden. Wieviele dieser Verdächtigen wurden denn später auch für die Tat verurteilt? All das und wahrscheinlich noch mehr müßte geklärt werden, um aus diesen Zahlen überhaupt politische Folgerungen ziehen zu können.

    Eines möchte ich aber noch bemerken: So wertvoll jedes Leben ist und so tragisch jeder unnatürliche Todesfall – wenn wir den Anspruch erheben, daß der Staat in der Verantwortung steht, jedes solche Verbrechen zu verhindern, führt jeder Mord, jedes schwere Verbrechen zum Ruf nach dem starken Staat, nach mehr Überwachung und mehr repressiven Mitteln in den Händen der Ordnungsmacht. So wie Eltern ihren heranwachsenden Kindern mehr und mehr Freiheiten gewähren und damit mehr Risiken eingehen müssen, so auch der Staat der Gesellschaft auf dem Weg zu mehr Eigenverantwortlichkeit und Demokratie. Nicht jeder Unfall ist gleich ein Scheitern. Risiken in Kauf nehmen, heißt auch lernen, mit dem Schicksal zu leben.

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