Weitere Beispiele akzeptabler Berichterstattung über Chemnitz und kurze Überlegungen dazu

Hier bestätigt sich wieder die Beobachtung, dass das Medium „rtdeutsch“ sachlich, objektiv berichtet und damit, im Gegensatz zur gesamten Lügenpresse, journalistische Standards erfüllt.

Die Einhaltung journalistische Standards, wir wissen es, ist zwingend erforderlich damit die Medien eine der Demokratie förderliche Rolle spielen. Die massenhafte Nichteinhaltung solcher Standards veranschaulicht, dass diese Medien privaten, der Demokratie abträglichen Interessen dienen.

Zwei weitere Videos, die zwar den Ministerpräsidenten Kretschmer in Szene zeigen, in denen aber zugleich die Haltung von Bürgern zum Ausdruck gebracht wird:

Ich halte für beachtlich:

  • dass die politische Reife von Bürgern zum Ausdruck kommt
  • dass die vorliegenden Beispiele vorrangig über das Netzt verbreitet werden.
  • dass Politiker, die sich tatsächlich dem Dialog stellen („im Interesse der Wahrheitsfindung“) diese Wahrheit begrenzen, den Protest kanalisieren und offenbar von grundsätzlichen Fragestellungen fernhalten wollen.

Dieses Politiker-Gespräch bleibt eine Top-Down-Veranstaltung. Es ist keine Begegnung auf Augenhöhe – AM RUNDEN TISCH ! – wie ihn die Umwälzung in der DDR 1989/90 hervorgebracht hatte.

Schließlich halte ich für beachtlich (und besonders bitter) das bis heute keine echte linke Stimme „AUFGESTANDEN (!)“ ist und sich Gehör verschafft hat. 

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5 Antworten zu Weitere Beispiele akzeptabler Berichterstattung über Chemnitz und kurze Überlegungen dazu

  1. Lutz Lippke schreibt:

    Es ist als Linker sicher auch nicht leicht sich Gehör zu verschaffen, wenn die Bürgerwut wegen der Folgen von Profitgier, Krieg und Globalisierung durchgreift. Der tödliche Messer-Übergriff ist in dieser angespannten Situation nicht nur ein tragischer Kriminalfall, sondern auch ein Kristallisationspunkt für die katastrophalen politischen und gesellschaftlichen Versäumnisse einiger bis vieler Jahre. Auf die Verunsicherung und Frustration kann man nun aber auch nicht mit „Fluchtursachen bekämpfen“ antworten oder „bessere Integration“ oder etwa „hättet ihr mal links gewählt“. Die Leute spüren sicher selbst, dass die Verwerfungen etwas mit globalen Interessen, Kriegstreiberei, Waffenlobby und nicht zuletzt dem Versagen von demokratischen und rechtsstaatlichen Strukturen zu tun hat. Wo und warum links eine Alternative darstellen soll, ergibt sich nicht aus Parteiprogrammen oder Bundestagsreden. Links ist für Viele mittlerweile direkt mit Obrigkeit verbandelt und kann insbesondere in ostdeutschen Gegenden schnell mit den Erfahrungen in der DDR verkoppelt werden.
    Ich habe fast täglich solche Themen mit Kollegen und es ist manchmal kein leichtes Brot. Oft liefert die Bild-Zeitung am Morgen, der Dudelfunk und auch die ARD-Tagesschau vom Vorabend den Plot zu Entrüstung und mitunter grenzwertigen Äußerungen. Vieles wird auch über die sozialen Netzwerke verteilt. Die Unterschiede in der Wirkung dieser Medien sind zumindest in der Quantität mittlerweile marginal. Wer noch einen Bekannten mit Infos aus 2. Hand hat, legt in der Bewertung den Turbo-Modus ein.
    Oft höre ich den so medial Erregten nur zu, nehme Vertretbares als legitime Reaktion an und vermittle möglicherweise einen ergänzenden oder sogar alternativen Blickwinkel. Dann werde ich fiktiv ein Muslim, Flüchtling, Jude, Politiker, ein böser Putin oder auch die Oma, die gar nicht über die Straße wollte. Hätte ich nicht vielleicht auch legitime Interessen und kann mich über die Verhältnisse beklagen? Sind wir nicht nur zu feige, uns mit den tatsächlich Verantwortlichen auseinanderzusetzen? Auf der Arbeit und in der Gesellschaft?
    Wenn Pausengespräche allerdings in Extreme abdriften und ich mich tatsächlich zu einer Reaktion über ein „find ich Scheiße“ hinaus berufen sehe, dann setze ich der Provokation pointiert meine Sorgen und meinen Ärger entgegen. Das kann sogar sehr harsch ausfallen. Zum Beispiel sinngemäß: „Ich hoffe nicht, dass ich mal Einen von Euch als Blockwart in meiner Gegend erlebe, der mich vielleicht wegen volksschädigendem Verhalten bei der Geheimpolizei denunziert“ oder „Ich habe 3 Söhne, die nicht für Euren unterwürfigen Blödsinn in den Krieg ziehen werden. Geht doch selbst an die Front und haltet euren Arsch für die da Oben hin, statt mit der Chipstüte in der Hand von Krieg zu träumen“. Das sitzt immer, hat aber nur dann eine klärende Wirkung, wenn es sich eben auf wirkliche Entgleisungen und extrem dumpfe Rethorik bezieht. Denn die ist den Meisten schon im Innersten als mindestens fragwürdig bewusst.
    Ich merke, dass die Gespräche schon weniger aggressiv und auch überlegter in den Argumenten geführt werden. Alternative Sichtweisen, der größere politische Rahmen und die Folgen werden manchmal schon mitgedacht. Es wird sogar bewusst die eigene Argumentation an meiner Reaktion überprüft. Provokationen natürlich inbegriffen. Man kann die Leute nicht umpolen, aber man kann einen Beitrag dazu leisten, dass sich der Blick für das Ganze weitet. Das wird auch angenommen, wenn man sich nicht als über den Dingen stehend und besserwissend verkauft. Man macht natürlich aus einem kleinbürgerlichen Mitläufer keinen Kämpfer für Freiheit und die Menschenrechte, aber man kann einer unreflektierten Folgsamkeit für die rechtsextremen und neoliberalen Parolen entgegen wirken.

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  2. Beat Wick schreibt:

    Vielen Dank!

    Als Ausländer bin ich erneut sehr stark beeindruckt von diesem Ausmass an politischer Reife der Menschen im Osten Deutschlands.

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  3. Clara S. schreibt:

    Dagmar Henn hat einen Artikel dazu geschrieben: https://linkezeitung.de/2018/08/28/antifaschistischer-arbeiter-in-chemnitz-ermordet-ruhe-in-frieden-daniel-hillig/
    Die Kommentare drunter zeigen wie schwierig das Thema ist.

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    • Lutz Lippke schreibt:

      Ehrlich, ich las den Artikel, dann dachte ich: Wer ist denn Dagmar Henn? Hatte ich vielleicht schön mal gehört. Ist aber eigentlich auch egal. Der Artikel unterscheidet sich faktisch in nichts von einem stumpfsinnigen Erguss aus dem wütenden rechten Lager. „Hass“, „Schweine“, „Volkszorn“ passt einfach nicht mit „Ruhe in Frieden“ zusammen. Man kann sich selbst Linker, Autor und Widerständler taufen, aber damit wird weder linker noch rechter Volkszorn bei einem solchem Programm ohne „DEN“ Führer auskommen. Komisch, dass ich an False-flag, U-Boot oder V-Mannfrau denken muss, wenn ich solche affektierte Radikalisten-Poesie zu lesen bekomme. Sind die wirklich solch dürftige Geister?

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  4. Pingback: „aufstehen“ – Chemnitzer Bürger haben es getan. Und was ist nun mit Sammlung? | opablog

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