Jerusalem

Im Fernsehen wird die festliche Eröffnung der USA-Botschaft in Jerusalem übertragen. Ich sitze in einem Arzt-Wartezimmer und komme somit nicht umhin, Fernsehzeuge zu werden. Alle Herren sowie die Dame Ivanka sprechen feierlich, dass sie das Wahre und Richtige und Gute tun. Alle Gesichter sind glatt und stellen Würde aus. Ein großer Tag. Ein großer Tag. Es wird auch gesungen. Mit sanften Stimmen singen sie Triumph.

Eigentlich geht es um Politik. Was aber wirklich stattfindet, ist Gottesdienst. Lobpreis des religiös begründeten jüdischen Herrenmenschentums.

Die Hamas, ein anderes Herrenmenschentum, hat, so lese ich, tausenden Palästinensern brennende Reifen und Steinschleudern gegeben und sie in den israelischen Kugelhagel geschickt.

Die Hüter des Herrenmenschentums, hüben wie drüben, ergänzen sich prächtig.

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8 Antworten zu Jerusalem

  1. Joachim Bode schreibt:

    Irgendwie, so scheint es mir, finden im letzten Satz die historischen Wirkkräfte keinen ausreichenden Ausdruck.
    Immerhin handelt es sich bei den „tausenden Palästinensern“, die sich in den israelischen Kugelhagel schicken ließen, nicht um bewusstlose Roboter. Auf ihrer Seite fehlen auch jegliche Anzeichen für feierliche Stimmung, ausgestellte Würde und Triumph, die ich auch bei den Hamas-Granden nicht ohne weiteres feststellen kann.
    Die „prächtige Ergänzung“ passt da einfach nicht so recht. Sind wir etwa zu weit entfernt?

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    • kranich05 schreibt:

      Ich gebe zu, dass meine Bemerkung, meine Schwerpunktsetzung der Tatsache des verbrecherischen Massakers an den Palästinensern, für das die israelische und auch die USA-Führung verantwortlich sind, nicht gerecht wird.
      Ich habe meine ohnmächtige Erbitterung darüber ausgedrückt, dass die Palästinenser heute offenbar keine effektiven asymmetrischen Waffen zum Kampf gegen Apartheit-Israel finden. Nicht selten lassen sie sich zu Opfern machen, verleitet von korrupten, von Saudi Arabien und den USA bezahlten Führern.

      Das Leben jedes antizionistischen Kämpfers ist kostbar und muss unbedingt geschützt werden.
      Ich glaube, dass man da von den Russen und der syrischen Armee und Hisbollah lernen kann.

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  2. willi uebelherr schreibt:

    Liebe freunde, auf grund des gespraechs mit Elias Davidsson, das hier veroeffentlicht wurde, habe ich ihm eine email geschrieben, um ihm fuer seine arbeit fuer sein buch „der gelbe Bus“ zu danken. Er hat mir geantwortet auch mit einer darlegung seiner haltung zu Palaestina, die ich euch weitergeben will. Er hat diesem zugestimmt.

    „Was Palästina betrifft, so habe ich mich seit 1993 vom Thema zurückgezogen als ich erlebte, dass die Palästinensische Seite nicht in der Lage war einen ehrlichen Widerstand zum Zionismus zu führen. Es gibt systemische Schwächen in der palestinensischen Gesellschaft, die sie zum heutigen Zustand führen. Das kann man nicht von aussenher korrigieren und heilen.

    Von den Zionisten erwarte ich selbstverständlich nichts Gutes, aber sie ohne eine Befreiungsstrategie zu besiegen ist aus meiner Sicht eine Zeitverschwendung. Und diese Befreiungsstrategie muss von den Unterdrückten kommen. Man kann diese Strategie nicht von den Unterdrückern erwarten. Dann können wir auch Solidarität zeigen.

    Es ist höchst traurig zu sehen, wie Israel die Palästinsner in einem Ghetto hält und die Menschen mit Brutalität erschiesst. Die kriminelle Geschichte der Zionisten zieht sich wie ein roter Faden durch die Jahrzehnten, aber diese hängt zusammen mit dem Imperialismus, die heutige Stufe des Kapitalismus. Es hat nichts mit Religion zu tun. Es geht mir daher in erster Linie den Imperialismus und seine Lakaien zu bekämpfen. Durch die Aufklärung des verdeckten Staatsterrorismus, versuche ich die Menschen auf die Dysfunktionalität ihrer eigenen politischen Institutionen aufmerksam machen. Um Palästina zu befreien, müssen wir in Deutschland zunächst unseren eigenen Garten säubern.

    Grüße von Elias“

    Ich war und bin von der antwort von Elias sehr angetan. Insbesondere, wenn er schreibt:
    „Es gibt systemische Schwächen in der palestinensischen Gesellschaft …“. Anders kann ich das 70 jaehrige drama in West-Palaestina auch nicht verstehen. Und in Ost-Palaestina ist es ja aehnlich.

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  3. Pingback: Gehorsame Linke | opablog

  4. willi uebelherr schreibt:

    Liebe freunde,
    es geht um einen text auf dem blog „Linke Zeitung“ und Peds-Ansichten.

    Damaskus zwingt Israel neue Einsatzregeln auf (15.5.2018)
    https://linkezeitung.de/2018/05/15/damaskus-zwingt-israel-neue-einsatzregeln-auf-syrische-gegenangriffe-erfolgreich-in-golan/

    Israels Selbstbetrug und die Folgen (19.5.2018)
    https://peds-ansichten.de/2018/05/israels-selbstbetrug-und-die-folgen/#comment-4802

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  5. kranich05 schreibt:

    Zu unserem kleinen Disput hier über Hamas und palästinensischen Widerstand äußert Kyrillow schön eindeutig seine Meinung:
    https://kyrillow.net/2018/05/20/eintrag-38-king-ghidorah-haust-am-mittelmeer/

    Ein Kernsatz (gilt leider ÜBERALL und besonders in der BRD!):
    „Das macht Hamas zu einem besonderen Symbol für eine in allen westlichen Ländern erfahrbare Tatsache: die Herrscher organisieren nicht alleine ihre Herrschaft, sie organisieren auch den Widerstand!

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    • willi uebelherr schreibt:

      Auch das ist nicht ganz richtig. Die „Herrscher“ organisieren nur dann ihre ablenkungsmanoever, wenn sie von einem widerstand heraus gefordert werden oder ihn erwarten. Wenn da ruhe herrscht auf der seite der beherrschten, tut sich da gar nichts.

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