Irre in der Politik? Irre Politik? – mit kleinem Update 15.4. – heute, 19.4. mit zweitem Update

Die mit dem behaupteten Giftgaseinsatz von Douma ausgelöste und maximal zugespitzte Krise des USA-Russland-Verhältnisses (Stichwort: „militärische Konfrontation zum 3. Weltkrieg“) wurde entschärft, offenbar durch einen symbolischen Angriff.

Erneut wurde bestätigt, dass maßgebliche Politiker des Westens zur Erringung bzw. Sicherung ihrer imperialistischen Suprematie auf eine Politik des maximalen Risikos setzen. Ihre Strategie ist einfach: Wir schlagen zu. Auf Gegenschläge antworten wir mit stärkeren Gegenschlägen, treiben die Auseinandersetzung ins Extrem bis zum Sieg.

Solche Politiker sind Bolton, Pompeo, Netanjahu, May, Macron.

Die Realitätswahrnehmung dieser Politiker und Politikerinnen ist von der Vorstellung ihrer „Außergewöhnlichkeit“ und „Überlegenheit“ durchdrungen. Dies vorausgesetzt, ist ihr Handeln rational. In diesem Sinne sind sie keine Irren. Durch radikales Ausagieren der Überlegenheit (und nur dadurch), meinen sie, wird jedes denkbare Problem gelöst, während umgekehrt das Nichtausagieren zu Niedergang und Niederlage führt.

Die akute Kriese wurde entschärft, weil die extremistische Position gezügelt wurde. (Dazu: „Den Angriff auf das absolute Minimum zu beschränken, war eine kluge Entscheidung von US-Präsident Donald Trump.“- ebenfalls MoA) Jedoch bedurfte es, um dies zu erreichen, außergewöhnlicher Anstrengungen, etwa von Kriegsminister Mattis aber auch (was die europäische Ebene betrifft) der klaren Positionierung von Merkel (Kujat). Es gibt keine Gewissheit, dass die extremistische Linie dauerhaft zurückgedrängt wurde. Im Gegenteil. (Hierzu eine diesmal ausgewogene Einschätzung von P. C. Roberts.)

Um die extremistisch-imperialistische Linie dauerhaft zu schwächen, ist es nötig, das total verfestigte, sozusagen ideologisch-genetische Syndrom der westlichen Überlegenheit zu zerstören.

Wie das geschehen könnte, wer da welche Aufgaben erfüllen müsste – von der Achse des Widerstands Syrien/Russland/Iran/China bis zur letzten Blogdiskussion –  wäre eine gründliche Diskussion wert.

Für eine an Marx, Engels, Lenin orientierte Friedensposition und die Entwicklung mächtiger Friedensaktivitäten, ist es absolut unbefriedigend, dass sich unsere Kritik auf PolitikerInnen konzentriert, also die Akteure auf der Vorderbühne. Die mächtigen Klassenkräfte und -fraktionen, in deren Auftrag die PolitikerInnen handeln, und auch die steuernden Vermittlungen (seien sie kettenförmig, seien sie netzförmig) zwischen den Akteuren in diesem Ökonomie-Geostrategie-Politik-Feld bleiben weitgehend im Dunkeln.

Die Inaktivität der politischen Parteien, NRO und Massenbewegungen der Linken gerade in dieser Frage ist markanter Ausdruck ihres Elends.

 

Kleines Update,

ausgelöst durch Analitiks jüngsten Beitrag (mit Kommentaren).

Trump am 11. 4. 2018 inmitten sehr vieler Militärs:

Der dazugehörige Artikel ist hier zu finden.

Ich lese ihn als Anregung, sich allzu eindeutiger Wertungen der „uns doch nun wirklich gut bekannten Feinde“ zu enthalten. Der Artikel zur US-Army (Rubikon), um den es breit in den Kommentaren dieses Postings geht, bestärkt möglicherweise gerade diese „schlechte Eindeutigkeit“. Gewisse Militärs, so mein Eindruck, waren maßgeblich beteiligt, dass kein Kriegsbeginn, sondern eine Symbolhandlung vollzogen wurde.

Und ebenso, ich wiederhole es, war das Ausscheren der Kanzlerin ein Handlung von größter Bedeutung. (Ich erwarte, dass diese Handlung ihr politisches Schicksal besiegelt.)

 

Zweites Update, 19.4.2018:

Dieses Update ist eigentlich ein erweiterter Kommentar, ausgelöst durch fidelpoludos Endloskommentar: https://opablog.net/2018/04/14/irre-in-der-politik-irre-politik/#comment-126961

Um der Gefahr zu entgehen, in den Diskussionswucherungen des Postings unterzugehen, gebrauche ich meine Administratorenmacht und hebe das, was ich sagen will, heraus und an den Anfang.

Leider muss ich gestehen, dass ich bei Herrn Sloterdijk noch nie eine für mich fruchtbare Anregung gefunden habe. Obwohl ich es mehrmals versucht habe, schließlich nehme auch ich ihn zunächst als den „Geistschmeichler“ wahr.
Nachdem Fidelp eine Lawine Slotermaterial ins Blog gekippt hat, habe ich erstmal angefangen zu lesen.
Aber nein, wenn mich der „Denker“ auf den Trip bringen will, der Kampf aller gegen alle habe zugenommen
– während ich mir die Finger wundschreibe, dass über dem systematisch inszeniertem Getöse die gesellschaftlichen Grundwidersprüche VÖLLIG VERDUNKELT, ausgeblendet, eingeebnet werden, dass also der Kampf gegen diese Seite (Welche wohl?) VÖLLIG EINGESTELLT IST, soweit, dass er fast gar nicht mehr gedacht werden kann –
oder wenn er beiläufig fallen lässt, die Aufgabe der Medien sei es „Halt zu geben“,
dann mag, wer Lust hat, auf solcher Blödsinnsgrundlage loslegen. Mein Interesse daran ist gleich Null.

Natürlich haben andere anderes Interesse. Im Interesse eines etwas höheren Diskussionsnutzens hier, bitte ich Jeden und Jede darum, der/die vom Blitzschlag einer Erkenntnis getroffen wurden, die anderthalb, meinetwegen auch zweieinhalb Sätze (ob von Sloterd. oder wem auch immer) des Blitzes zu zitieren (möglichst mit aufrufbarer Quell) und in konzentrierten eigenen Ausführungen die Blitzwirkung zu erläutern – und zwar möglichst mit einem NACHVOLLZIEHBAREN BEZUG ZUM THEMA des Postings.

Auch die gefühlt 400 Seiten Polemik um den Artikel von Nafeez Ahmad zur US-Army gingen weitgehend am Thema vorbei. Das Thema des Postings war (und ist) das Verhältnis von Irrationalem und Rationalem in der GEGENWÄRTIGEN Weltkrise und mein Eindruck, dass es hier aktuelle Differenzierungen gibt, über die mehr Klarheit DRINGLICH wäre…

Der US-Flugzeugträgerverband nähert sich langsam der syrischen Küste, der Siegesprozess der Achse des Widerstands in Syrien schreitet fort. Wir kennen die weiteren fundamentalen Faktoren; Israel.
Die tektonischen Platten bewegen sich weiterhin aufeinander zu.
Das Thema des Postings hat Zukunft. Auch unser EIGENER alltäglicher westlicher Suprematiedünkel ist in keiner Weise angekratzt (weil er unsere zweite Natur ist).

Der Platz für die weitere Diskussion, meinetwegen Diskussion 2.0, ist frei.

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Krieg, Krise, Machtmedien, Materialismus, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

89 Antworten zu Irre in der Politik? Irre Politik? – mit kleinem Update 15.4. – heute, 19.4. mit zweitem Update

  1. Jens schreibt:

    Sehr trefflich festgestellt, z.B. „ Durch radikales Ausagieren der Überlegenheit (und nur dadurch), meinen sie, wird jedes denkbare Problem gelöst, während umgekehrt das Nichtausagieren zu Niedergang und Niederlage führt.“ – kein Wunder, dass dadurch auch für uns, den Rest der Welt nach und nach und immer schneller alles genau andersrum verstanden werden soll, als es uns die Realitäten aufzeigen..

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  2. Jens schreibt:

    Hmm, westliche Überlegenheit.. Macron findet Franzosen an sich, May Briten, Trump Amerikaner, Netanyahoo Israelis und/oder/drumrum Juden überlegen, ja. Die jeweils Anderen dieser Koalition aber höchstens in Teilen und nur fast ebenbürtig; genug, um eigene Interessen auch von ihnen erstreiten zu lassen. Alle (!) „Anderen“ sind durchweg minderwertig, entsprechend zu ent-menschlichen und daher wie Vieh zu behandeln – also alle, die andere Interessen vertreten, den eigenen im Weg stehen oder unangenehme Fragen stellen!

    In diesem Sinne sehe ich nichts „Westliches“ an diesem durchgeknallten Überlegenheitsgehabe, sondern überbordende Egozentrik, weitestgehenden Egoismus und einen derzeitigen Freifahrschein, derlei ungestraft (ja sogar belohnt!) ausleben zu können.
    Begründet mit nun immer beschämenderen Argumentationsketten. Die allesamt zunächst hehr klingen, beim ersten halben Gedanken schon irrwitzig erscheinen und bei Recherche völlig substanzlos bleiben – für die Vergangenheit fast ausnahmslos bewiesenermaßen, dennoch ohne jede Auswirkung auf Zukünftiges. Scheinbar und bis jetzt jedenfalls.
    Kein Wunder, unser Aufmucken richtet sich im Allgemeinen, genau wie gewünscht, gegeneinander anstatt gegen solch Verballhornung jeden Intellekts..

    Solche Positionen, bei jeder sich bietenden Gelegenheit:
    Auslachen, kurz erläutern (1-2 der unzähligen Gründe, warum es purer Schwachsinn ist; Argumentationen, Konsequenzen – auf verschiedensten Ebenen immer eins: völlig unlogisch spätestens beim 2. Gedanken darüber), umdrehen und ernsthaft erörtern = mit Anderen als solch Durchgeknallten schauen, ob es nichts Besseres gibt, was etablierbar wäre!
    Z.B. mit Euch hier.. Danke für Inspiration!

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    • Krysztof schreibt:

      @Jens: „Begründet mit nun immer beschämenderen Argumentationsketten. Die […] bei Recherche völlig substanzlos bleiben – für die Vergangenheit fast ausnahmslos bewiesenermaßen, dennoch ohne jede Auswirkung auf Zukünftiges.“
      Hier ist ein Lied, in dem in unter 2min für die Vergangenheit einige Beispiele zusammengetragen und mit Originalzitaten unterlegt sind. Kann vielleicht als unegwöhnliches aber prägnantes Lehrmaterial hilfreich sein:

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    • kranich05 schreibt:

      @ Jens
      Ich denke sehr wohl, dass man hier „Westliches“ sehen sollte – ungebrochener westlicher Kolonialismus seit knapp 600 Jahren!
      Weil solch lange „Laufzeit“, deshalb nenne ich solche „Werte“ ideologisch-GENETISCH.
      Zwei Momente bei dieser Diskussion nicht vergessen:
      – Unsere zivilisatorische Überlegenheit und Vorreiterrolle haben nicht nur Politiker-Verbrecher im Blut, sondern WIR SELBST, Lieschen Müller, Prolet Schulze ebenfalls.
      – und zweitens: Die atlantische Suprematie stinkt zwar am meisten und ist am blutigsten – ABER: Alle entwickeln Überlegenheitsvorstellungen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Lenin wurde nicht müde den großrussischen Chauvinismus anzuprangern. China sieht/sah sich als Mittelpunkt der Welt usw usf.

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  3. Theresa Bruckmann schreibt:

    Eigentlich habe ich nur danach gesucht, eine Stelle zu finden, an der Craig Roberts, wie so oft, erinnert, dass das Vorgehen der USA nur durch die stillschweigende oder ausgesprochene Billigung durch Europa/Deutschland möglich ist und fand
    dieses::

    Der Wille, Russland anzugreifen, kommt auch in diesem Text zur „US-Strategie zur „Entthronung“ Putins“ von Nafeez Ahmed zum Ausdruck:
    https://www.rubikon.news/artikel/die-nato-erobert-die-welt
    Ein Auszug:
    „Ein Dokument der US-Army enthüllt die wirklichen Interessen hinter der militärischen Strategie der USA gegenüber Russland: die Herrschaft über Öl-Pipeline-Routen, der Zugriff auf die riesigen natürlichen Rohstoffvorkommen Zentralasiens und die weltweite Expansion des amerikanischen Kapitalismus.“ (das ist nichts Neues) und endet damit:
    „Putin ist vernünftig und nicht schwach (…) noch nicht. Trotzdem könnten ihn die jüngsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die Schwäche der Erdölindustrie und die angeschlagene russische Landwirtschaft dazu zwingen, sich mit einigen dieser Probleme auseinanderzusetzen. Die Schlangen beim Anstehen für Brot werden in Russland immer länger und die Brotregale leerer. Wir sollten bereit sein zuzuschlagen, wenn die Zeit kommt – und sie wird kommen“ (Seite 107).“

    Wolfgang Gehrcke fragt nun: „Was ist zu tun?“

    Er schlägt eine Demonstration in Berlin auf dem Roten Platz vor. Ein Datum nennt er (noch) nicht.

    Nun haben wir ja das Thema
    Recht und Demokratie – was anfangen?!
    ein Beitrag von Lutz Lippke,
    veröffentlicht am 14. März 2018 kranich05
    auf dem Blog.
    Wenn wir nun bei Norbert Häring lesen, wie der Atlantic Council dafür gesorgt haben soll, dass Sigmar Gabriel als Außenminister
    raus, und Heiko Maas über Martin Schulz dafür rein kam, und dass sich in der CDU noch weniger Widerstand rührt als in der SPD
    UND ein 2 mal ignoriertes Video uns berichtet, dass in den Merkel-Regierungen das PARLAMENT umgangen wird, indem in vielen Seiten langen Koalitionsverträgen das Vorgehen festgelegt und dann ‚als Regieren‘ nur noch abgearbeitet werden soll, ohne Beachtung von Oppositionsstimmen im Parlament, also a m P a r l a m e n t v o r b e i
    Auch mein Rätsel Norbert Lammert (der Gentleman der CDU – aber wie passt das zu dieser Abschiedsrede, eine Lobhudelei auf das Parlament während seiner 12jährigen Präsidentschaft, ohne jede (Selbst)-Kritik), scheint mir, ist hier gelöst:

    scheint mir, ist hier gelöst.
    Ich vermute, dass der Name der Informantin und der Ort (Hayek Club, natürlich ist der
    ‚Programm‘), dafür verantwortlich ist, dass man dem hier keine Beachtung schenkt.
    Da lobe ich mir Ken Jebsen, der uns hier
    https://kenfm.de/christian-blex/
    einen beliebten Physik- und Mathematik-Lehrer vorstellt, dem Politik ein Anliegen ist und
    eigenständiges Denken Verpflichtung.
    Lutz Lippke hat die Vermutung schon geäußert, dass es Parallelitäten geben könnte, mit der AfD in der Opposition. Hier ist also ein Politiker, der eine klare Haltung zu Deutschland und
    deutsche Interessen hat. 1:17 Std.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Liebe Theresa, das ist ja ein voelliger unsinn, was du hier zitierst:

      „Putin ist vernünftig und nicht schwach (…) noch nicht. Trotzdem könnten ihn die jüngsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die Schwäche der Erdölindustrie und die angeschlagene russische Landwirtschaft dazu zwingen, sich mit einigen dieser Probleme auseinanderzusetzen. Die Schlangen beim Anstehen für Brot werden in Russland immer länger und die Brotregale leerer. Wir sollten bereit sein zuzuschlagen, wenn die Zeit kommt – und sie wird kommen“

      Ich habe diesen text im Rubikon auch gelesen. Dort finden wir vielen unsinn. Der schwachsinn wird dort zelbriert. Aber dass du diesen teil auch noch besonders hervor hebst, zeigt nur, dass du genausowenig verstanden hast, was eigentlich in der russischen foederation geschieht. So kommt dann die „linke version“ der ignoranz und arroganz zu Russland zum vorschein.

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      • Theresa Bruckmann schreibt:

        Lieber Willy Uebelherr,
        ich weiß tatsächlich nicht, was in Russland passiert.
        Entsprechend habe ich ja auch an anderer Stelle auf dem Blog gefragt, worauf ich denn genau verzichten müsste, hätte ich dorthin einen Auswanderungswillen. (Meiner Meinung nach, erhält man nur auf solche klaren Fragen auch (hoffentlich) ebenso klare Antworten).
        Ich zitiere aus einem Dokument der US-Army und will zeigen, wie diese Leute denken, wozu sie entschlossen sind und also annehmen, dass ein Zeitpunkt kommen würde, von dem sie sagen: „Wir sollten bereit sein zuzuschlagen, wenn die Zeit kommt – und sie wird kommen.“
        Welche Gesinnung US-Generäle haben (auf Gesinnungen ist eh‘ kein Verlass) oder ob sie irrtümlich schon eine Schwäche wahrnehmen, ist nicht wirklich entscheidend für die Wahrnehmung der Bedrohungslage. die diese US-Generäle darstellen. Entscheidend ist die Entschlossenheit anzugreifen, ganz gleich, ob Russland aggressiv ist oder nicht. Angegriffen wird, wenn Russland Schwäche zeigt (gemeint ist natürlich die US-Sicht einer Schwäche, die gar nicht existieren muss).
        Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in Russland die Brotregale leeren, so autark wie das Land ist. Aber darauf kommt es gar nicht an, sondern die Leute aus der US-Army zeigen mit dem Dokument wie sie ticken und welche Absichten sie haben. Das scheint mir hier entscheidend, die brandgefährliche Entschlossenheit loszuschlagen, „wenn die Zeit kommt“.
        Die einen ziehen ‚rote Linien‘, die anderen faseln von ‚wenn die Zeit kommt‘. Das sind Drohungen! Da muss nichts Vernünftiges, jedem Verständliches dahinterstecken, im Gegenteil: es ist tatsächlich wie unter Räubern, die auf einen günstigen Moment lauern.

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        • kranich05 schreibt:

          Liebe Theresa,
          Willis Ausdrucksweise ist öfter nicht besonders nett, aber wo er Recht hat, hat er Recht.
          Die Faselei von den leeren Brotregalen in Russland ist ein Hinweis darauf, dass die Verfasser der US-Studie die heutige russische Realität ignorieren und lieber Daten aus früheren Jahrzehnten bemühen.
          Ausgerechnet diese Army(!)-Studie im Rubikon breit zu treten spricht nicht für das selbsternannte Organ der Kritischen Masse. (Oder sagt es, umgekehrt, besonders viel über dieses Magazin aus? – Ich fürchte fast Letzteres.)
          Ungeachtet dessen hat das russische Leben seine Besonderheiten und Härten, so dass ich Deinen Einwanderungserwägungen nicht zuraten würde.
          Das Land zu bereisen ist jederzeit möglich und empfehlenswert. Ich habe das vor zwei Jahren als Teilnehmer der Friedensfahrt gemacht und auch ein Blog-Tagebuch geführt:
          https://opablog.net/page/2/?s=Friedensfahrt

          Bei der Betrachtung deutscher Politik sollten wir uns vor Schematisierung hüten. Die überraschende Positionierung Merkels gegen Teilnahme der BRD am Militärschlag scheint so schlecht in den linken Streifen zu passen, dass manche dies am liebsten als Phantom behandeln möchten – „nicht gewesen“.
          Ich glaube aber, dass das ziemlich bedeutend war. Merkel mag ich trotzdem nicht.

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    • Theresa Bruckmann schreibt:

      Lieber Fidelpoludo,
      hab‘ ich ja gepostet, nämlich hier oben.
      Es geht aber nicht darum, wer zuerst postet, sondern um die Wahrnehmung.
      ‚Posting In The Wind‘ sozusagen. Daraus könnte man einen schönen Song machen.
      Aber Ihnen zur Freude poste ich jetzt doch noch
      einmal Norbert Häring.
      Das Thema passt hier zwar nicht. Es geht nämlich um einen überaus interessanten Vorschlag, nämlich den Energie als Produktionsfaktor zu behandeln.
      http://norberthaering.de/de/27-german/news/971-energie

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      • fidelpoludo schreibt:

        Liebe Theresa,
        habe extra nachgeschaut, ob Du den „Häring“ etwa schon gepostet hättest und habe nichts gefunden. Aber auch jetzt – nachdem Du mich drauf aufmerksam gemacht hast – finde ich ihn nicht. Könnte er sich auf einer anderen Seite befinden? Es wäre doch einmal schön, wenn wir synchron posteten. Fände ich lustig. Vielleicht demnächst einmal in diesem Theater.

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  4. willi uebelherr schreibt:

    Liebe freunde, ich danke insbesondere Jens fuer seinen kommentar. Er erlaeutert seine eigenen gedanken, seine eigene sichtweise und reduziert sich nicht auf das referenzieren anderer. Aber klar, wir nehmen sie auf, stellen verbindungen und assoziationen her.

    Ich will euch hier meine email in unserem „Kreis der freien DenkerInnen“ weiter geben. German Foreign Policy (GFP) hat es ja voellig richtig dargelegt. Die Generaele der USA haben durchgesetzt, dass die areale der russischen armee und jene, wo die russische armee agiert, aus den zielen ausgenommen werden. Jetzt beginnt der prozess der entmachtung der Genaraele.

    Auf dem Weg in den Weltkrieg (II)
    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7579/

    Hier nun mein beitrag:

    F.U.K.U.S. Strikes Syria – Who Won?
    Moon of Alabama, 14.4.2018
    http://www.moonofalabama.org/2018/04/fukus-strikes-syria-who-won.html

    Liebe freunde,

    einen militaerischen angriff auf Syrien zu fuehren mit der behauptung, es gehe gegen Chemie-Waffen in Syrien, sind alles luegen. Billige luegen.

    Der hintergrund ist ein anderer. Es geht um Gross-Israel. Israel ist der einzige garant in Suedwest-Asien, um das Dollar-Finanzsystem dort agieren zu lassen.

    Selbst Russland scheut davor zurueck, sich auf eine klare position fuer Syrien einzulassen und taktiert. Greift nur dann ein, wenn ihre areale getroffen werden. Nicht, um Syrien vor diesen gaengstern aus dem „Westen“ zu schuetzen.

    Israel braucht die kueste des Mittelmeeres mit den Oel- und Gaslagern. Es braucht das Wasser aus dem Libanon. Und es braucht den freien raum fuer den bau der pipelines. Ost-Palaestina, auch Jordanien genannt, kollaboriert mit Israel und ihren kumpanen. Aegypten und Tuerkei ebenso. Nur Syrien und Libanon stehen im weg.

    MoonOfAlabama (MoA) schreibt, dass 65-70 von 107 dieser missiles deaktiviert wurden. Und dass die sieben militaerischen einrichtungen, die auch ziel waren, geschuetzt sind.

    Syrien und Libanon brauchen die vollstaendige Lufthoheit. Wir koennen nur hoffen, dass der Iran sie schon hat.

    MoA schreibt wieder, dass dieser angriff dann inszeniert wurde, als Donald Trump den militaerischen rueckzug offen erklaerte. Aber das ist die groesste Farce. Damit treibt D.Trump nur das karusell an. Er hat kein interesse, Syrien wieder frei zu geben.

    Die Kurden beteiligen sich an der zerstoerung von Syrien. Verbunden mit der USA und Israel. Nicht die gesamte „Demokratische Foederation Nord Syrien“. Und auch nicht die gesamte PYD/YPG/YPJ. Es sind nur kleine teile, die aber den groessten einfluss, von aussen betrachtet, aufweisen. Die SDF ist heute dominiert von „freunden“ der USA und Israel mit ihrem anhang, weil von dort das geld stroemt. So sind ihre partikular interessen realisierbar.

    Das gleiche gilt fuer die Tuerkei. Ihr ziel ist es, das wasser in der Ost-Tuerkei zu kontrollieren, Es ist die quelle fuer das ganze gebiet des Euphrat und Tigris. Die PKK widersetzt sich diesem. Die PKK sind so betrachtet die natuerlichen verbuendeten von Syrien und Irak. Also muessen sie verschwinden.

    Syrien ist fuer die Tuerkei ein gebiet, dass untereinander aufgeteilt werden soll. Daran sind auch die USA und Israel, und vor allem GrossBritannien, interessiert. Kurdistan ist nur ein temporaerer zwischenschritt.

    Das dilemma in dem feld klarer interessen und positionen ist Russland, weil es sich noch nicht klar entscheiden kann und taktiert. Das wissen alle ihre gegner und spielen damit. Versuchen, die inneren fraktionen in Russland, Atlantik orientiert oder Asien orientiert, zu zerreissen und so handlungsunfaehig zu machen.

    Paul Craig Roberts weist immer wieder darauf hin, dass die politischen instanzen von Russland endlich aufhoeren sollen, vom „Westen“ zu erwarten, dass er mit Prinzipien des Voelkerrechts agiert. Das haben sie noch nie getan. Die russische bevoelkerung ist da schon viel weiter.

    Der rueckzug auf selbstverteidigung von Russland ist nur eine theoretische option, weil sie real nicht existiert. Verbuende gegen den „Westen“ sind notwendig. Darauf weist deutlich China hin. Und in bezug auf die einmischung des „Westen“ in Suedwest-Asien muessen deutliche und faktische grenzen gezogen werden. Bashar al Assad, die syrische armee, die Hizbollah und die ganze syrische und libanesische bevoelkerung wissen das sehr gut.

    Auch die PalaestinenserInnen muessen dies lernen und ihre „Palaestina Authoritaet“ (PA) aufloesen, weil es ein instrument von Israel und dem „Westen“ ist.

    Fuer China, die ja bisher nur auf dem feld des Warenaustausches und der Finanztransfers sich engagieren, zumindest nach aussen, spuert das resultat ihrer alleingaenge. Eurasien soll zersplittert werden. Viele negative erfahrungen der letzten jahrzehnte gegen eine verbindung des eurasischen raumes wirken noch zwischen den politischen gruppen der akteure. Sie suchten ihr heil im Dollar-Raum. Und sehen sich nun als die verlierer, die sie tatsaechlich auch sind.

    Wenn der gegner, der „Westen“, geschlossen auftritt, muessen sie, die Eurasier, auch geschlossen auftreten. Sonst haben sie keine chance. Fuer die bevoelkerungen ist das kein problem des verstaendnisses. Aber hier geht es immer um die lokalen/regionalen Eliten. Und sie traeumen von unbegrenzten Dollar-Stroemen.

    So betrachtet zeigt sich doch wieder, dass der Suedwest-Asien als auch Eurasien konflikt in wirklichkeit ein konflikt der lokalen/regionalen eliten ist um den besten zugang zu den ressourcen, die da existieren. Das gleiche sehen wir in Latein Amerika.

    Der „Westen“ hat sich in dem letzten jahr vollstaendig laecherlich gemacht, wenn es um universale prinzipien geht. Und es hat eine geschichte. Hervortritt immer die fratze der raeuber.

    Die bevoelkerungen im „Westen“ koennen diesen konflikt nicht mehr ertragen und verstecken sich. Suchen ihr heil im privaten konsumismus und der politischen entpolitisierung. Sie sehen keinen weg, im aufrechten gang, mit klaren gedanken und perspektiven, sich den globalen fragen zu naehern. Alles, auf das sie sich beziehen, hat sich als taeuschung und luegen offenbart. Nichts ist belastbar und tragend.

    Wir koennen solche ereignisse auch als Schock-Therapien bezeichen. Den menschen wird wieder deutlich gemacht, dass sie nur als sklaven akzeptiert werden. Und dass sie nicht nur unmuendig sind, sondern auch so zu bleiben haben. Solche strukturen stehen nicht fuer sich selbst stabil. Sie muessen regelmaessig erneuert werden, um haltbar zu bleiben.

    Aber diese schocks treiben auch eine grundsaetzliche hinterfragung ihrer strukturen hervor. Das sehen wir gut daran, wenn in den medien die kommentarfunktionen deaktiviert werden. Oder das sprechen eines interviewpartners ploetzlich abgeschaltet wird wie in England bei Sky News.

    Es ist ja ein sehr fragiles gebaeude, was da konstruiert wurde, weil es nicht in den bevoelkerungen und deren lebensgrundlagen verankert ist. Sie muessen zum tragen getragen oder gezwungen werden. Das nuetzt sich ab und treibt merkwuerdige blueten hervor.

    In diesem inzwischen offenen verfallsprozess stehen wir. Auch bei uns sehen wir noch die vielen illusionen und verdraengungsmechanismen, die uns von der klarheit trennen. Jens Wernicke schreibt einen text im Rubikon:

    Befrieden wir die Parlamente!
    https://www.rubikon.news/artikel/befrieden-wir-die-parlamente

    Er hat das prinzip der repraesentativen Republik immer noch nicht verstanden. So auch Albrecht Mueller mit Jens Berger von den Nach-Denk-Seiten (NDS). Das ist wahrscheinlich generell unser hauptproblem, dass wir selbst die methoden der erhaltung elitaerer strukturen nicht verstehen und uns an illusionaeren strohhalmen festklammern.

    mit lieben gruessen, willi
    Asuncion, Paraguay

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    • Beat Wick schreibt:

      «In diesem Sinne sind sie keine Irren» kranich05
      Adolf Hitler wird von diesen, unseren menschenverachtenden Eliten nicht verachtet wegen seinen Verbrechen oder dem Holocaust. Das lässt sie kalt und ist ihnen gleichgültig. In ihrem Denken wird Hitler verachtet, weil er versagt hatte, weil er den Krieg verloren hatte. Für sie, in ihrem Denken, ist Versagen ein Vergehen. So Arno Gruen und so meine früheren Erfahrungen mit dem Denken von Leuten (nicht Deutsche) die nicht einmal zur Elite gehörten.

      Dazu auch kranich05
      «Unsere zivilisatorische Überlegenheit und Vorreiterrolle haben nicht nur Politiker-Verbrecher im Blut, sondern WIR SELBST, Lieschen Müller, Prolet Schulze ebenfalls» So kranich05.

      «Um die extremistisch-imperialistische Linie dauerhaft zu schwächen, ist es nötig, das total verfestigte, sozusagen ideologisch-genetische Syndrom der westlichen Überlegenheit zu zerstören» kranich05
      Wie das verhindert wird und dass dies in einem gigantischen Ausmass geschieht, können wir schmerzhaft erleben. Ich habe in meinem Diskussionsbeitrag Beispiele beschrieben.

      Ich bin der Überzeugung, dass wir ganz besonders im deutschsprachigen Raum massivst getäuscht werden und bin überzeugt, dass dies aus allen (Friedens)Richtungen geschieht. Man beachte alleine, dass das Gazamassaker bei KenFM gerade Mal lediglich sekundenweise erwähnt wurde (Prüft bitte nach!).
      Über Geostrategie, wie sie zum Beispiel Willi hervorragend skizziert hat, sollte man einigermassen informiert sein, ohne mit ihm in allen Details einig gehen zu müssen. Die «grosse» Politik resp. das Politikgeschwafel ist wohl unter anderen dazu da, die Bevölkerung zu täuschen und Widerstand zu lähmen indem das Eingehen auf dieses Geschwafel von wichtigeren «Aufgaben» ablenkt. Von uns selbst.

      Fragen an Willi zu meinem Verständnis:
      – Warum ist gerade Grossbritannien daran interessiert, dass Syrien aufgeteilt wird?
      – «Auch die Palästinenser müssen dies lernen …………. « Ich denke, dies ist nicht belehrend gemeint und wohl auf die «Regierung», nicht auf die Bevölkerung bezogen, da die PA ein Instrument Israels und des Westens ist?
      – «Aber diese schocks treiben auch eine grundsaetzliche hinterfragung ihrer strukturen hervor» Würdest Du dies bitte gelegentlich näher erläutern, denn gerade mit Hinterfragen, in Frage stellen mache ich gar keine guten Erfahrungen in Internet-Foren. Das heisst: Wohl schon mehr als 10 Mal habe ich darauf hingewiesen, dass ohne Hinterfragen, in Frage stellen Änderungen unmöglich sind. Antworten, Du wirst es erraten: KEINE.
      Oder habe ich etwas falsch verstanden?
      – «Das ist wahrscheinlich generell unser hauptproblem, dass wir selbst die methoden der erhaltung elitaerer strukturen nicht verstehen und uns an illusionaeren strohhalmen festklammern». Wie soll man diese verstehen wollen, wenn man selbst zu den Erhaltern gehört? (Eine böse Aussage. Ich weiss)
      – Vielen Dank

      Zum Krieg:
      Täuschungen, Ablenkungen und Finten gehören zur Militärstrategie. Dies ist auch aus der Geschichte ersichtlich. Also kann man nie zum voraus wissen, ob und wo plötzlich zu einem vernichtenden Schlag ausgeholt wird. Wohl dort, wo man es am wenigsten vermutet. Vom alleswissenden Geschwätz von «Spezialisten» halte ich gar nichts.

      —————————————————————————————————————-

      VERÄNDERUNGEN UND FRIEDEN WERDEN VERHINDERT.
      Von der «Friedensbewegung» und «Alternativ»-Medien ebenso wie seit eh und je von den etablierten Parteien, Institutionen, Organisationen und dergleichen.

      Die einen wie die anderen verhindern das Aufkommen von:
      – Ungehorsam (Arno Gruen)
      – Sich nicht vereinnahmen lassen
      – Verweigerung
      Man will Anhänger, Spender. Man will andere führen, lenken, steuern (manipulieren). Man will die Bevölkerung wie eh und je weiterhin unter Kontrolle halten.

      Ganz besonders verhindert wird:
      – Dass es der Bevölkerung bewusst wird, dass Veränderungen und Frieden verhindert werden (dass dies nicht Schicksal oder gottgegeben ist).
      – Dass es der Bevölkerung bewusst wird, dass selbst die Thematisierung dieser Verhinderungen verhindert wird.

      „Die Basis unserer „Hochkultur“ ist das Bestreben, die Welt im Griff zu haben, sie zu besitzen, zu beherrschen und gleichzeitig für Mechanismen zu sorgen, die eine Verleugnung und Verschleierung dieser Motivation bewirken“ (Arno Gruen)

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  5. Theresa Bruckmann schreibt:

    Danke Willy Uebelherr,
    natürlich muss ich wieder referenzieren:
    http://friedensbewegung.info
    Montag, 16. April 18:00 Uhr, BERLIN Brandenburger Tor
    Montag, 16. April 18:00 Uhr, POTSDAM Luisenplatz
    und
    Albrecht Müller am 13.04.’Auf dem Weg zum Regime Change in Russland wäre ein Teil-Boykott der Fußballweltmeisterschaft ein weiterer Schritt. Campact hilft dabei. Ein Einordnungsversuch‘:
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=43503
    Beides halte ich für wichtig.
    Im fernen Asunción mag sich das anders darstellen und man kann auch anderer Meinung darüber sein, was jetzt bei uns zu tun ist. Aber die (Lebens)-Leistung anderer verdienen es, anerkannt zu werden. Ich weiß nicht, für wieviele alternativ Bewegte Albrecht Müller und seine seit 2003 bestehenden NachDenkSeiten Vorbildcharakter hatten. .

    Dass ich hier so viele LINKS auf einmal eingestellt habe, ist eine Reaktion auf diese Verengung zuletzt, die meiner Meinung nach einer dringenden Frischluftzufuhr bedurfte. Wenn sich 2,3 Leute so die Bälle zuwerfen – vielleicht merken sie gar nicht, wie einsam es um sie herum geworden ist!

    Dieser Text einer E-Mail erreichte mich von foodwatch Thilo Bode:
    „Hundertausende haben gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA protestiert, aber die EU hat nichts aus den Protesten gelernt. Denn nun bahnt sich weiteres Unheil an:

    Bis vor kurzem versteckten sich mehr als 100 Verhandlungsführer aus Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und der Europäischen Union hinter den verschlossenen Türen des Olympischen Komitees von Paraguay in Asunción. Ihr Ziel: Der Abschluss eines Mega-Handelsabkommens zwischen der EU und ihren südamerikanischen Partnern („Mercosur-Handelsabkommen“). Sie und ich sollen aber nicht erfahren, was dort ausgehandelt wurde. Das ist demokratiefeindlich und völlig inakzeptabel. Ich bitte Sie, schließen Sie sich uns an und kämpfen Sie gemeinsam mit uns gegen diese Geheimniskrämerei. Werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch.“

    Sie sind da ja nahe dran. Können Sie mehr dazu sagen?
    Neulich las ich auch, dass sich hiesige Landwirte durch Nahrungsmittel-Einfuhren aus südlichen Regionen bedroht fühlten. Bislang war das doch nur ein Problem in umgekehrter Richtung, dass nämlich unsere subventionierten EU-Fleischprodukte die heimische Nahrungsmittelproduktion dort bedrohen.

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  6. Lutz Lippke schreibt:

    Zur kriegerischen Eskalation lob ich mir den Optimismus von kranich05, dass Merkels passive Unterstützung ein gutes Zeichen ist. Das Glas ist noch halb voll oder nur 1/4? Jedenfalls ein Zeitgewinn für das Nachdenken und gegen affektiven Aktionismus. Zum Beispiel darüber, was uns wirksam macht und was eher unserem Ego dient. Dazu ein paar Gedanken:
    Wenn ich wählen gehe oder nicht, setze ich damit für mich und wenige um mich herum ein Zeichen, an dem Ergebnis rühre ich so schnell nicht. Gehe ich zur Demo, ist es ähnlich. Auch das autarke Leben in selbstbestimmter Gruppe hat für das Gesamte zunächst nur die Wirkung, die auch Millionen virtualisierter „Fussball-Bundestrainer“ vor ihren Glotzen oder „Global-Analysten“ in Blogs haben. Nämlich eine vernachlässigbare Wirkung. Andererseits ist dieses Tun für das Ego wichtig und kann mittel- und langfristig „Schule“ machen. Genau daran müsste sich unsere Bewertung orientieren, was sie regelmäßig nicht macht. Zu wenig, zu viel, falsch, unnütz ist schnell das Urteil zum Unzureichenden des Anderen, meist verbunden mit Belehrung zum Richtigen. Das Richtige ist dann jedoch so wirksam wie die Entscheidung, ob ich wähle oder nicht.
    Es fehlt an Toleranz! Wenn wir alle nur netter und unkritischer miteinander werden, wird es besser? Wohl eher nicht. Mir ist die radikale Kritik, die Auseinandersetzung wichtig. Es fehlt an der Beachtung des Kontextes! Ein wichtiger Kontext ist das Wissen um unsere beschränkte Wirksamkeit als Einzelne. Wir brauchen verständige Kommunikation, Geduld und Spucke, sagt der Berliner. Manchmal ist die Verständigung schwierig. Beispiele: Theresa zitiert die Sichtweise von US-Militärs auf Russland und ihre wahnwitzigen Eskalationsstrategien. Vollkommen aus diesem Kontext gerissen, erklärt Willi die Darstellung der Verhältnisse in Russland für Blödsinn und kranich05 pflichtet in der Sache bei. Weniger die Härte des Verrisses macht Theresa vermutlich betroffen, als vielmehr der ungewollte Kontext, in dem nun ihr Zitat gesehen wird. Anderes Beispiel: Wenn ich Fokussierung meine, versteht Willi schon mal Reduzieren. Das ist aber nicht Dasselbe. Bitte nicht falsch verstehen, das Problem heißt nicht willi. Mir ist Willis Radikalität durchaus wichtig. Wir sollten aber auch im Eifer des Gefechts unsere Wirksamkeit realistisch im Blick haben, uns wohlwollend raufen und nicht wie ne Altherrenmannschaft ohne Rücksicht auf Verluste vor leeren Rängen ineinandergrätschen. Frauen haben auch so ihre Macken, aber Begeisterung für krawalligen Altherren-Fussball gehört sicher nicht dazu.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Grandios, mein lieber Lutz. So kommt doch freude auf in diesen finsteren zeiten. Aber diese zuspitzung um uns herum, auch das, was Theresa schreibt zu Paraguay, gemeint ist damit Sued-Amerika, manchmal auch Latein-Amerika, treibt uns auf die fragen zu, was wir, eigentlich, wenn wir genau hinsehen, tun koennen.

      Mit sicherheit ist dieser raum im Opablog eines unserer wichtigsten instrumente, um uns selbst zu verstehen und so auch unsere handlungsmoeglichkeiten zu erkennen. Und der offene gedankenaustausch, auch wenn er manchmal schraeg daher kommt, ist eine wichtige bedingung dafuer. Auch ich referenziere texte anderer und lese weitere. Das ist unser werkzeug, unseren kleinlichen raum zu ueberwinden. Uns als teil des ganzen zu sehen.

      Manche autoren gehen davon aus, dass sich die repraesentativen instanzen mit dieser aktion gegen Syrien einen an sich selbst gerichteten dolchstoss verpasst haben. Fast koennte wir annehmen, dies war im hintergrund geplant. Donald Trump wurde ausgesucht, um das verfaulte establishment in der USA zu zerstoeren, indem er es auf die spitze treibt. Aehnliches wird fuer Grossbritannien und Frankreich erklaert. Wenn wir uns die inneren verhaeltnisse in diesen 3 laendern ansehen, spricht vieles dafuer.

      Ich sehe mehr eine innere dynamik, die zu diesen ereignissen notwendig fuehrt. In unseren diskussionen zu Rechtsverhaeltnissen, den akteuren mit ihren prinzipien, wird es ja besonders deutlich. Und merkwuerdiger weise kannst du, lieber Lutz, dort knnallhart auftreten, was dir in anderen bereichen nicht gelingt.

      Jan Lenkait, der mann von Luz Maria de Stefano, beide kennt ihr bestimmt, hat in seiner FB-seite folgendes geschrieben:

      „Zeigen wir den britischen, französischen und US-Stellen im Land (Konsulate, Kultureinrichtungen) und dessen Personal , dass sie bei uns unerwünscht sind, denn sie dienen kriminellen Regierungen. Boykottieren wir alle Medien, die sich mit den fabrizierten Kriegsvorwänden identifizieren oder sie stillschweigend hinnehmen und die nicht imstande sind das Verbrechen eines Angriffs gegen ein anderes Land beim Namen zu nennen. Verlangen wir auf unseren Straßen und Plätzen den Austritt aus der NATO, die von der wiederholt aggressiven USA geführt wird. Die Mitgliedschaft unseres Landes in einer solchen Organisation ist mit unserer Rechtsordnung nicht vereinbar. Gehen wir in die Unis, in die Rechtsfakultäten und fordern Engagement für unseren Rechtsstaat!!! Aktivieren wir die Staatsanwälte! Beate Klarsfeld sei uns dafür ein Vorbild!“

      Wir bewegen uns damit mit sicherheit auf dem richtigen weg und ich sehe es genauso. Aber die bedingung einer wirklichen veraenderung ist die „Selbstermaechtigung zur Selbstorganisation“. Und damit auf die oekonomie gezielt. Wir muessen uns aus dem netz der repraesentation herausnehmen, uns davon unabhaengig machen.

      Das ist das grosse problem in Latein Amerika. Sie weigern sich, selbst darueber nachzudenken, was eigentlich zu tun ist, um unabhaengig von den Finanzsystemen sich und ihnen eine stabile materielle lebensgrundlage zu verschaffen. Und im kern trifft dies ja auch fuer Deutschland und West/Mittel-Europa zu.

      In Russland/russische foederation ist das heute ganz anders. Sie gehen den weg der entkopplung „West/Ost“. Die Sanktionen des „Westens“ treiben und helfen ihnen, wie es aehnlich V.Putin formuliert hat. Fuer Iran gilt das gleiche. Die notwendigen brueche werden von beiden seiten voran getrieben, wobei nur der oestliche teil einen wirklichen gewinn hat.

      An dieser frage hatte ich eine lange diskussion mit „freunden“ aus Kuba, weil ich sagte, sie sollen doch froh sein, dass sie von der USA blockiert werden. Was besseres kann ihnen doch gar nicht passieren. Und jetzt draengt Donald Trump auf weitere blockaden. Und viele der PCC klagen und jammern. Was soll das?

      Viele der VenezuelanerInnen verstehen das inzwischen, auch wenn sie sich damit noch etwas schwer tun. Sie fixieren sich auf das tun staatlicher instanzen, ohne sich selbst dazu zu ermaechtigen. Sie laufen wie die trottels hinter her.

      Und bei den EcuadorInnen geschieht nun mit Lenin Moreno das gleiche, der sich nun komplett der US/Europa-mafia anbietet. Julian Assange ist der beste ausdruck dafuer. Im land werden alle basis-strukturen aufgeloest. Die bevoelkerung ist erstarrt, kann es nicht fassen. Rafael Correa war kein agent fuer oekonomische unabhaengigkeit. Aber er hat immer diesen raum offen gehalten. Jetzt wird dieser raum geschlossen.

      Kolumbien ist auch ein gutes beispiel. Die FARC war existenziell notwendig, um den indigenen gemeinden ihren lebensraum zu erhalten. Mit unterstuetzung der PCC-Kuba wurde dieses wichtigste instrument zerstoert. Und heute sehen wir die resultate. Hierzu ein text aus dem Tagespiegel/Berlin:

      Kinder siegen vor Gericht gegen den kolumbianischen Staat
      Tagesspiegel, 09.04.2018
      http://www.tagesspiegel.de/21156498.html

      Das alles sind die ergebnisse, wenn die bevoelkerung ihre lebensumgebung nicht selbst in die hand nimmt, sondern repraesentative instanzen machen lassen. Weil da haben sie dann keinen einfluss mehr, weil dort nur die Dollar-Stroeme zaehlen. Und diese quellen haben andere.

      Ich will damit darauf hinweisen, dass wir selbst einen wesentlichen beitrag leisten, dass dies so geschehen kann. So haben wir eigentlich 2 felder. Unseren beitrag aufzuloesen und unsere alternativen zu entwickeln, wo wir diese mafiosen repraesentativen strukturen nicht mehr brauchen.

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  7. Theresa Bruckmann schreibt:

    Danke Lutz Lippke, danke aber auch Kranich05 und Willi Uebelherr,
    ein Verriss macht mir tatsächlich nichts aus, sondern, dass mich jemand, dem mein Denken nicht unbekannt sein kann, in diese Blödsinnsecke dazustellt.
    Eine Einschränkung will ich dennoch machen. Ich beschäftige mich seit 1970 mit ökonomischen Fragen. Würde ein Ökonom, von dem ich etwas halte, sagen: „Theresa,
    Du hast Null Ahnung von Ökonomie!“ Das wäre hart. Zugegeben, weil ich in mich gehen würde, und wenn er recht hätte, und bei mir also nach 40 Jahren Beschäftigung mit einem Thema nichts hängen geblieben wäre. Anders ist das bei Themen, wo ich Laie bin, und eben keinen jahrzehntelangen Aufwand betrieben habe.

    2 Gedanken zur Solidarität unter Ähnlichgesinnten und zu ‚das Richtigen tun‘
    .
    Einzelne von uns waren solidarisch mit Ken Jebsen als er ‚im Feuer stand‘ (Babylon).
    Albrecht Müller schrieb einmal wie wichtig ihm Zuspruch spendende Zuschriften sind, wenn er wieder einmal erkennen muß, wie wenig gegen diese Mainstream-Strategien auszurichten ist. Einfach, um weitermachen zu können brauchen wir gelegentlich Zuspruch. Das ist das eine.
    Und so wie ich in meinen ai-Zeiten damit rechnen konnte, dass auch für mich eine Petition gestartet würde (nicht aus dem eigenen Land, nach einer ai-Regel schrieb man damals nicht an die Autoritäten im eigenen Land), so will ich doch hoffen, dass sich Leute fänden, die
    sich mit mir solidarisch zeigten, sollte ich einmal (das kann eine Verwechslung, ein Irrtum sein, warum auch immer) Schwierigkeiten bekommen.

    Das Richtige tun.
    Klar ist der Fall, wenn man keinen Zweifel hat, dass das Handeln so und jetzt richtig ist.
    Für mich genügt aber schon zu wissen, dass das Handeln meiner Zielsetzung nicht abträglich ist. Im Zweifelsfall nutzt es halt nichts, na und?
    Und wenn mir eine Sache wichtig ist, würde ich alles gleichzeitig machen, was mir möglich ist und was die Wirkung eines anderen Handelns nicht auslöscht.
    Ich würde also alle Ideen gleichzeitig verfolgen, so wie ich jemandem raten würde, wenn er sich bewirbt, darauf zu achten, dass er immer mehrere Eisen im Feuer hat (eine Absage ist dann nicht so schmerzlich).
    In Situationen, wo es ums Ganze geht, würde ich auch nicht erst das eine, dann das andere versuchen, bis etwas Wirkung zeigt. Ich sehe doch nicht zu, wie mir alle Felle davonschwimmen, um dann festzustellen, aha, das Mittel half also nicht, jetzt probieren wir das nächste. Integrative Ansätze in Kliniken arbeiten auch so.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Liebe Theresa, ich antworte hier direkt darauf. Es geht um meinen hinweis, dass die, die sich oekonomen bezeichnen, zumeist nach meiner meinung nicht verstehen, was oekonomie eigentlich ist. Das hat ja viel damit zu tun, wie sie ihr wissen sich aneignen und was sie damit machen sollen. Es sind die filter, die davor geschaltet werden.

      Das studium der „Oekonomie“ ist darauf ausgerichtet, die kapitalfluesse zu maximieren oder zumindest zu stabilisieren. Es geht dabei nicht darum, was zu tun ist, eine stabile oekonomische grundlage herzustellen.

      Ich behaupte, dass es in der oekonomie kein geld gibt. Und dass wir geld nur im distribitionssystem finden. Oekonomie heisst eigentlich wirtschaften, haushalten. Und hat mit kaufen und verkaufen nichts zu tun.

      Jetzt weiss ich ja, dass nur wenige dieser trennung Distribution/Oekonomie folgen. So erklaert sich auch, dass sowohl Flassbeck als auch Bontrup damit nichts anfangen koennen. Flassbeck ist insofern schon etwas weiter, dass er der aussage „ein Staat braucht keine Steuern“ aus der MMT (Modern Monetary Theorie) nicht ganz abgeneigt ist, obwohl es fuer ihn auch sehr merkwuerdig klingt. Bontrup haelt von solchen sachen nichts.

      Das problem sehen wir sofort, wenn es um die frage geht, wann ist eine oekonomie stabil. Mit welchen kriterien wird da gearbeitet. Sollen wir wirklich geldstroeme als kriterium heranziehen?

      Ein zentrales kriterium ist fuer mich die unabhaengigkeit von importen, was dann sofort die unabhaengigkeit von exporten nach sich zieht. Generell muessen wir eine ausgeglichene bilanz herstellen. Am besten ist es dann, wenn beide summen Null ergeben. Das deutet dann darauf hin, dass die innere oekonomie entfaltet ist. Wenn reserven entstehen, ist sie maximal entfaltet, weil die redundanz immer ein kriterium der stabilitaet ist.

      Wenn ich nun von bilanz spreche, das ja quanten vorraussetzt, ist sofort nach der referenz gefragt. Wenn wir dabei von geld sprechen, brauchen wir die klarheit ueber die wertabbildungsfunktion. Weil ich das geldsystem generell als nutzlos betrachte, reduziere ich mich auf die materialisierte zeit.

      In meiner auffassung existieren in der oekonomie nur zwei faktoren. Die substanzen der natur mit ihren inneren gesetzen und unsere zeit, die wir zur umformung aufbringen. Wenn wir also geld als wertabstraktum verwenden, dann koennen wir dies nur auf unsere zeit beziehen. Die substanzen der natur sind frei.

      Eine andere frage, die sofort auftaucht, ist, wer beteiligt sich an diesen prozessen. Die kalauer’sche floskel „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ generiert sofort die frage, was ist arbeit. Aber alle, die diesen kalauer benutzen und benutzten, arbeiten selbst nicht und haben zumeist nie gearbeitet. Sie tun nur so. Auch Paulus hat nie gearbeitet fuer das, was er selbst brauchte.

      So taucht sofort die notwendigkeit nicht-notwendiger strukturen und instanzen auf. Es macht eben keinen sinn, zeit fuer nutzloses tun zu verbrauchen als kriterium unseres beitrags.

      Wir sehen, dass es nicht nur um den „status quo“ geht, sondern jenes gebilde, was uns zur arbeitsleistung anregt oder herausfordert, zu hinterfragen nach sinn und nutzen.

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  8. fidelpoludo schreibt:

    „Der Blick in eine irre Politik – kein zureichender Grund, selbst irre zu werden!“

    Lutz. Du hast im Wesentlichen Recht!

    „Es fehlt an der Beachtung des Kontextes! Ein wichtiger Kontext ist das Wissen um unsere beschränkte Wirksamkeit als Einzelne. Wir brauchen verständige Kommunikation, Geduld und Spucke, sagt der Berliner. Manchmal ist die Verständigung schwierig. Beispiele: Theresa zitiert die Sichtweise von US-Militärs auf Russland und ihre wahnwitzigen Eskalationsstrategien. Vollkommen aus diesem Kontext gerissen, erklärt Willi die Darstellung der Verhältnisse in Russland für Blödsinn und kranich05 pflichtet in der Sache bei. Weniger die Härte des Verrisses macht Theresa vermutlich betroffen, als vielmehr der ungewollte Kontext, in dem nun ihr Zitat gesehen wird.

    An diesem Beispiel möchte ich mich jetzt abbarbeiten:
    Liebe Teresa,
    Wenn Du schreibst,

    „Ich zitiere aus einem Dokument der US-Army und will zeigen, wie diese Leute denken, wozu sie entschlossen sind und also annehmen, dass ein Zeitpunkt kommen würde, von dem sie sagen: „Wir sollten bereit sein zuzuschlagen, wenn die Zeit kommt – und sie wird kommen“

    ,
    dürfte zweierlei klar sein: 1. dass das nicht Dein Bild von Russland ist, und 2. dass Du ein Bild von Russland aus der Sicht amerikanischer Militärstrategen uns vorstellst und damit zur Diskussion stellst, das mit dem Hinweis auf den „Blöd- Un- und „Schwachsinn“, der auf „Rubikon“ zelebriert werde so billig nicht zu erledigen ist.
    Dich als drittes jedoch noch mit dem Vorwurf der Mitschuld und -täterschaft zu belegen, dass Du durch die Hervorhebung einer möglicherweise falschen Darstellung eines Russlandsbildes ganz anderer Leute „die „linke version“ der ignoranz und arroganz zu Russland zum vorschein“ brächtest, ist gelinde gesagt drollig (wenn nicht „trollig“).

    Es ist, um den Kranich mit einzubeziehen, nicht nur „nicht besonders nett“, sondern Willi hat auch nicht Recht, „wo er Recht hat“. Gab es hier auf dem Blog nicht ein stillschweigend unterzeichnetes Abkommen, dass der Vorwurf der „Kontaktschuld“ (Ken Jebsen läßt grüßen) ein lächerlicher. dummer bis reaktionärer ist? Soll von jetzt an jeder auf dem Rubikon erscheinende Text von vornherein ohne jede genauere Untersuchung mit der Etikette „Blöd-, Un- oder Schwachsinn“ einfach so – der Einfachheit halber – betitelt werden können? (Darf ich Karin Leukefelds Artikel „Der Krieg beginnt. Der Krieg gegen Russland hat auf syrischem Boden begonnen“ nicht lesen, weil er im Rubikon erscheint?) Des Kranichs „Begründung“, „Ausgerechnet diese Army(!)-Studie im Rubikon breit zu treten spricht nicht für das selbsternannte Organ der Kritischen Masse“ steht in Wahrheit nicht weit über Willis Niveau, drückt sich nur gewählter aus in seiner Bekräftigung des Kontaktschuld-Vorwurfs. Belege für den Vorwurf bringt er – genau wie Willi – nicht, weil es ihm der Mühe nicht wert scheint. Verlorene Zeit und Liebesmüh!

    Nun, um nicht auf dem Niveau zu verbleiben. Ich finde den Beitrag von Nafeez Mossadeq Ahmed „Die Nato erobert die Welt“ herausragend und erdreiste mich, den „Rubikon“ für seine Veröffentlichung und Übersetzung auch noch ausdrücklich zu loben. Aber ich werde das auch begründen:

    Nafeez M. Ahmed ist mir seit langem nicht unbekannt. Als bei mir die offizielle Version des 9/11 in Zweifel geriet, war sein Buch (neben dem von Bröckers) das erste das die Zweifel verfestigte. Es hieß „Geheimsache 09/11“ und lieferte zahlreiche Daten über die Hintergründe und ordnete das Ereignis in die „Logik amerikanischer Machtpolitik“ ein. Und das schon 2002. Nach und vor „The War on Freedom“ (Originaltitel) hat er noch zahlreiche Bücher veröffentlicht. Um einige herauszugreifen:
    *** „Behind the War on Terror: Western Secret Strategy and the Struggle for Iraq
    *** „The War on Truth: 9/11, Disinformation and the Anatomy of Terrorism
    *** „The London Bombings: An Independent Inquiry“
    *** „Failing States, Collapsing Systems: BioPhysical Triggers of Political Violence“
    *** „Suppressing Dissent: The Crackdown on Muslims in Zanzibar“
    *** „Apartheid in the Holy Land: Racism in the Zionist State of Israel“
    *** „Routing Out the Opposition: The Repression of Human Rights in Turkish Society“.

    Besonders Pfiffige würden hier – nicht zu Unrecht – einwenden können: „argumenta ad/pro hominem“ helfen hier nicht wirklich weiter. Gehen wir also zu besagtem Artikel über, nicht ohne noch einen kleinen Seitenhieb auf Willi: Wie leitet er seine Sottise gegen Theresa ein? Mit einem gekürzten Zitat:

    „Liebe Theresa, das ist ja ein voelliger unsinn, was du hier zitierst:
    „Putin ist vernünftig und nicht schwach (…) noch nicht. Trotzdem könnten ihn die jüngsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die Schwäche der Erdölindustrie und die angeschlagene russische Landwirtschaft dazu zwingen, sich mit einigen dieser Probleme auseinanderzusetzen. Die Schlangen beim Anstehen für Brot werden in Russland immer länger und die Brotregale leerer. Wir sollten bereit sein zuzuschlagen, wenn die Zeit kommt – und sie wird kommen“

    das er ungeprüft von Theresa übernommen hat. Im Original ist aber ein Seitenvermerk angefügt, der deutlich macht, dass weder die Meinung von Rubikon, noch des Autors hier wiedergegeben wird (ganz zu schweigen von einer irgendwie zustimmenden Meinung von Theresa), sondern die eines Autors im Dokument, das hier besprochen wird. Wie wäre es, wenn man – um an die Mahnung von Lutz zu erinnern – auch den Kontext berücksichtigte, in dem diese Feststellung getroffen wird, nämlich als an den Schluß des Kapitels „US-Ziel: Entthronung Putins“ gesetztes Zitat, welches sowohl das Kapitel wie den gesamten Essay beschließt. Diesem Schlußkapitel vorausgegangen ist wiederum das Kapitel „Regimewechsel in Russland?“

    Dass das besprochen Dokument ins Deutsche übersetzt „Kulturelle Perspektiven, Geopolitik und Energiesicherheit in Eurasien: Steht der nächste globale Konflikt bevor?“ heißt und heißen muß, ist wiederum nicht dem anzulasten, der sich seiner annimmt, sondern ist der aussagekräftige Beweis dafür, was Militärs und Geheimdienstler, die in dieser Studie der US-Armee bevorzugt zu Wort kommen, unter „Kultur“ verstehen. Nämlich „the chosen american way of life, of thinking of the elites about regime changing all around the world in the name of alleged freedom, democracy etc.“ (kein Zitat) Den Verfassern diese Maske vom Gesicht zu reißen, trägt Nafeez Ahmed Essay bei, indem er ein Dokument der US-Army (das im Internet jedem zugänglich ist), zum ersten Mal bekannt und öffentlich macht, das „die wirklichen Interessen hinter der militärischen Strategie der USA gegenüber Russland“ enthüllt: „die Herrschaft über Öl-Pipeline-Routen, der Zugriff auf die riesigen natürlichen Rohstoffvorkommen Zentralasiens und die weltweite Expansion des amerikanischen Kapitalismus.“

    Dass der eine oder andere Autor bei seinen bemühten Reflexionen dabei auch historisch in die Zeiten des Kalten Krieges zurückgeht, wenn sie – wie sie es (nicht Nafeez Ahmed!) nennen: „das nukleare Säbelrasseln Russlands“ nach dessen Ursachen erforschen wollen, ist keineswegs „ein Hinweis darauf, dass die Verfasser der US-Studie die heutige russische Realität ignorieren und lieber Daten aus früheren Jahrzehnten bemühen“ (Kranich), sondern ein Aspekt neben anderen, über dessen endgültige Gewichtung wir nichts erfahren.
    Bemerkenswert scheinen mir – was den geforderten „Realismus“ betrifft – jedoch Einsichten wie:
    * „Russlands strategischer Kurswechsel ist hauptsächlich bedingt durch die Expansion der NATO auf Kosten der früheren Länder des Warschauer Paktes (Osteuropa), sowie der früheren sowjetischen Republiken (Lettland, Estland, Litauen)“;
    * dass die treibende Kraft hinter dem russischen Militarismus „eine Reaktion auf die Expansion der NATO ist. Dies ist das Grundprinzip hinter den strategischen Bemühungen Russlands in der Region und darüber hinaus“ ist;
    * „Russland bemüht sich derzeit darum, Sicherheits- und Wirtschaftsorganisationen zu schaffen, die den existierenden Strukturen wie der NATO und der Weltbank Konkurrenz machen könnten. Russland, China, Iran sowie andere Länder haben diese und andere – dem nationalen Sicherheitsinteresse der USA entgegengesetzte – Schritte unternommen.“

    Diskussionen über den Zusammenhang der Pipeline- und US Politik in der Region (besonders des Kaukasus) lassen sich ebenso verfolgen wie die Hervorhebung der „zentrale(n) Bedeutung der wirtschaftlichen Interessen der USA“, wenn „mit einer Fülle von Details ein Loblied auf den Überfluss an Energie-, Mineral- und Rohstoffreserven der Region“ gesungen wird: „Die Region bietet jedoch auch Rohstoffe in Hülle und Fülle. (Turkmenistan – Erdgasvorkommen; Kasachstan – Ölvorkommen; Usbekistan und Tadschikistan – Uran und Erdgas; Kirgisistan und Usbekistan – Goldvorkommen und Wasserkraft-Potential). Wobei das „obligatorische Lippenbekenntnis zu ‚verantwortungsbewusster Staatsführung‘ und ‚Bürgerrechten‘,(…)weder das eine noch das andere, eine große Rolle in den Schwerpunkten der NATO“ spielt. Die zentralasiatischen Republiken gehören zu den repressivsten und anti-demokratischsten der Welt und werden von Menschenrechtsorganisation durchgängig wegen der entsetzlichen Folter und der Verfolgung eines jeden abweichende politische Meinung scharf kritisiert. Die Förderung der ‚Demokratie‘ bedeutet nicht etwa tatsächliche Demokratie – es bedeutet nur eine geopolitische Anpassung an die NATO, eine feindselige Haltung gegenüber Russland und eine Öffnung der Wirtschaft für ausländische Investoren – Menschenrechte hin oder her.“
    Davon handeln und darüber sprechen die ersten drei Kapitel des Essays: (1) „It’s oil and gas, stupid!“ (2) „Pipelinistan beschützen“ (3) „Geostrategische Agenda“ und (4) „Natürliche Rohstoffe im Überfluss“.

    Die folgenden Kapitel – (5) „Todsünde Unabhängigkeit“, (6) „NATO-Provokationen“, (7) „Russische Furcht ist verständlich“, (8) „Regimewechsel in Russland?“ und (9) „US-Ziel: Entthronung Putins“ – fokussieren sich dann auf die Wahrnehmungen Russlands und Putin, zu deren Bildern die „chosen people“ dann in einer Art „brainstorming“ die verschiedensten Ideen und „Erkenntnisse“ zusammentragen, die – wie schon erwähnt – ein gewisses Einfühlungsvermögen für die russischen Motive und Situation verraten:

    * „Wenn man bedenkt, dass die NATO gegründet wurde, um einer Expansion der Sowjetunion entgegenzuwirken, überrascht es nicht, dass der Kreml Expansionen als Bedrohung empfindet. Jedes Mal, wenn eine ehemalige sowjetische Republik von der NATO geschluckt wird, verkleinert dies den Puffer. Ohne diesen Puffer jedoch rücken die westlichen Streitkräfte immer näher an Moskau heran und nehmen dem Kreml die Möglichkeit, Raum für Zeit zu gewinnen. (…) Vom Standpunkt des Kremls aus gesehen ist der Westen bereit, jedes ‚hinderliche‘ Land anzugreifen, das sich nicht atomar wehren kann, um ihm seinen ‚politischen Willen‘ in internationalen und regionalen Angelegenheiten ‚aufzuzwingen‘. So sieht also die russische Führung ihre Atomwaffen als wichtigstes politisches Instrument, weil sie ohne diese nur eine begrenzte bis keine Möglichkeit zur Mitgestaltung regionaler und internationaler Angelegenheiten hätte.“

    * „Gestützt auf diese Analyse plädiert die Studie dafür, konzertierte Bemühungen von Seiten des Westens für eine konstruktive Beteiligung Russlands zu verstärken – um „ein gemeinsames Verständnis der Situation zu entwickeln, bevor sie in einer Pattsituation endet“. So könnten „Spannungen reduziert werden, ohne Wege einzuschlagen, die der Kreml als bedrohlich ansehen würde“.

    Diese Empfehlung jedoch wird mit der folgenden nüchternen Warnung versehen:
    „Ohne Dialog ist das Risiko eines erneuten Kalten Krieges und einer möglichen nuklearen Konfrontation hoch.“
    Aber letzten Endes dominieren dann doch hegemoniale Absichten:

    * „Die USA und der Westen müssen entscheiden, wie Russland aussehen und wie es sich verhalten soll und ob es ihnen was ausmacht, dass Putin Präsident ist“.
    * Die „Strategie der politischen Einmischung“ bleibt das erste und oberste Ziel, ob durch „eine aktive verdeckte Strategie des Regimewechsels gegen Putin“ oder eine „mehrstufige“Zuckerbrot- und Peitschen-Strategie“, eine „bündige Kampagne auf Informations-, Wirtschafts- und diplomatischer Ebene“, die die Befürworter Putins dabei unterstützt, einen neuen politischen Anführer zu finden, eine Strategie, die „von den USA und anderen westlichen Ländern immer wieder begonnen und wieder abgebrochen worden zu sein“ scheint, weil Putin i“st ein Meister im Umschiffen solcher Bedrohungen“ geshen wird, der diese Art von Strategie „fast willkommen zu heißen“ scheint, „ist dies doch ein Spiel, in dem er glänzt.“

    Den Schlußpunkt setzt dann das Zitat aus dem Dokument, in dem Nafeez Ahmed „eine kaum verhüllte Drohung in die sonst eher diplomatische Ausdrucksweise“ eingefügt sieht, der ich – ihrer Akrualität willen eine Hervorhebung hinzugefügt habe, die wohl auch Theresa dazu gebracht ahben könnte, das Zitat auf dem Blog zu posten:

    „Putin ist vernünftig und nicht schwach (…) noch nicht. Trotzdem könnten ihn die jüngsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die Schwäche der Erdölindustrie und die angeschlagene russische Landwirtschaft dazu zwingen, sich mit einigen dieser Probleme auseinanderzusetzen. Die Schlangen beim Anstehen für Brot werden in Russland immer länger und die Brotregale leerer. Wir sollten bereit sein zuzuschlagen, wenn die Zeit kommt – und sie wird kommen“ (Seite 107).

    Die Frage, ob das Dokument nur deshalb offen zugänglich ist, weil es schon überholt ist, kann ich auch nicht beantworten. Wer an Wesley Clarks „Enthüllungen“ sich erinnert und wie die von ihm ans Licht gebrachte Agenda eingehalten wurde – und vor allem, welche Länder dort noch nicht „abgehakt“ sind – und wo gerade „ein- und nachgehakt“ wird, könnte da seine Zweifel am Zweifeln bekommen.

    Damit eins klar ist, auf keinen Fall habe ich die Absicht – wie es scheinen könnte – hier etwa Willi gegen Lutz und Theresa auszuspielen. Ich weiß Willis Beiträge oft genug zu schätzen. Aber wie ich ist er und sind alle anderen nicht immer in Hochform. Wäre – bei dem „Mindestlohn“ – auch kaum zu erwarten.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Liebe Theresa, ich antworte hier zum text im Rubikon von Nafeez Ahmed.
      Lieber Fidelpoludo, du hast dich ja maechtig ins „kreuz gelegt“, also maechtig angestrengt.

      Thema ist der text im Rubikon mit dem autor Nafeez Ahmed. Unabhaengig davon, was er noch so schreibt und geschrieben hat.

      Ich kannte die studie schon vorher. Vielleicht war so meine kritische distanz zum text von N.Ahmed erklaerbar. Diese studie ist vielleicht erklaerbar dadurch, dass Mahir J. Ibrahimov als einer der 3 editoren etwas abarbeiten muss, nachdem er sich nun der USA verschrieben hat.

      N.Ahmed versteht nicht, dass es sich um eine propagandistische kampfschrift handelt. Das fuehrt dazu, dass er den begriff „russische Agressivitaet“ 2-mal problemlos anwendet, waehrend er der USA und Nato nur „agressives Getue“ unterstellt.

      Wenn wir die geschichte nur seit 1945 betrachten, dann ist die agressivitaet der USA und der Nato doch mehr als eindeutig. Wenn es um reichtumskonzentration geht, dann ist doch die absolute spitze die USA, Israel und GB. Wenn es um Militarismus geht, dann ist doch auch die USA mit Israel und der Nato unschlagbar.

      N.Ahmed schreibt:
      „Russland hat auch „große Angst vor einem Überraschungsangriff von Seiten der NATO oder den USA“, eine Angst, die von der „deutschen Invasion Westrusslands während der Operation Barbarossa“ sowie von „Einsätzen der USA und der NATO im Kaukasus und im Mittleren Osten“ herrührt.“

      Der hat ja voellig den verstand verloren. Es geht hier nicht um angst, sondern um ein nuechternes kalkuel, was um die russische Foederation herum geschieht und welche triebkraefte dafuer existieren.

      „.. oder Raketenabwehrsysteme auf dem amerikanischen Doppelkontinent zu stationieren – Aktionen, die nie von Russland in Betracht gezogen worden waren..“.
      Hat er noch nie etwas von der Kuba-krise 1962 gehoert? USA hatten mittelstrecken systeme in der tuerkei installiert, worauf die Sowjet Union mit der installation des gleichen in Kuba antwortete. Und dies just zu dem zeitpunkt, als der CIA eine „False-Flag“ operation in Florida plante. Beides hatte sich dann erledigt und kurz danach wurde J.F.Kennedy ermordet. 1972 wurde dann als resultat der ABM-vertrag zur einschraenkung von Raketenabwehrsystemen geschlossen, den die USA 2002 gekuendigt hat.

      „Gestützt auf diese Analyse plädiert die Studie dafür, konzertierte Bemühungen von Seiten des Westens für eine konstruktive Beteiligung Russlands zu verstärken..“
      Also da frage ich mich, was das fuer ein dummkopf ist. Das ist eben kein „agressives Getue“, was die USA und die Nato tun. Es geht um Weltherrschaft unter dem Dollar-diktat.

      Ich muss euch beiden ehrlich sagen, dass ihr jedem dahergelaufenen dummschwaetzer auf den leim geht. Dass die Rubikon-redaktion das nicht versteht, das ist mir klar. Aber von euch erwarte ich doch mehr kritische distanz zu den pamphleten, die so ueberall herum gereicht werden.

      Lest euch mal die „studie“ selbst durch. Hinterfragt den kalauer „Amerikanisches Sicherheitsinteresse“. Lasst dabei die letzten 70-80 jahre an euren inneren augen vorbei ziehen.

      Walter Hollstein hat 1967 die schrift „Kein Frieden um Israel“ geschrieben. Und wir koennen es ergaenzen: „Kein Frieden um USA“. Wenn Russland, China und der Iran sich auf einen solchen Frieden einlassen wuerden, waere der planet verloren. Das ist auch der grund, warum Ahmadinedschad heute von den NeoLiberalen im Iran kalt gestellt wird.

      Es geht hier nicht um die „Einheit in der Vielfalt“, die Multi-Polaritaet. Hier geht es um die „Vielfalt in der Einheit“, die Monotonie, die Hegemonie, die Uni-Lateralitaet der USA. Und auf der grundlage der treibenden kraefte strebt die USA nach militaerischer ueberlegenheit, die es verloren hat.

      Was sich allerdings aendert sind die bedingungen der unbeschraenkten Dollar-Generierung, weil der Dollar mehr und mehr an realisierungsfaehigkeit verliert. Er kann ja beliebig generiert werden, nur muessen dann irgendwann reale werte dagegen stehen. Aus der USA kommen sie nicht. Die anderen regionen werden immer kleiner. Da wird es dann schwierig.

      Das ist der hintergrund fuer die privatisierung des Guarani-Aquifere unter Brasilien, Paraguay, Uruguay und Argentinien. Die grossen Aquiferen in Nord-Afrika, hauptsaechlich Lybien, sind zur zeit unter der kontrolle des Nato++ blocks. Es war neben dem afrikanischen Dollar das wichtigste ziel der zerstoerung von Lybien. Jetzt geht es noch um Sued-Amerika. Temer, Praesident von Brasilien, hat es in Davos angeboten. CocaCola, Nestle und andere haben ihre CEOs hingeschickt. Die ParaguayanerInnen wissen das sehr gut.

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      • fidelpoludo schreibt:

        Ansichten einer „Propagandistischen Kampfschrift“?

        Lieber Willi,
        ich verstände nicht, dass es sich um „um eine propagandistische kampfschrift handelt“. Seit wann finden sich in „propagandistischen Kampfschriften“ solche sich selbst diffamierende Einlassungen wie die, dass es darum geht, „die zentralasiatischen Öl- und Gasvorkommen und die entsprechenden Pipeline-Routen zu beherrschen“. Oder dass die USA „immer wieder verdeckte Kampagnen auf der Ebene der „Information, Wirtschaft und Diplomatie“ geführt haben, die entweder „Putin entthronen“ oder zumindest seine Herrschaft untergraben sollten.“ Oder dass man einräumt, „dass die NATO bei der Provozierung russischen Militarismus eine Rolle spielte.“ Oder dass man zugibt: „„Russlands strategischer Kurswechsel ist hauptsächlich bedingt durch die Expansion der NATO auf Kosten der früheren Länder des Warschauer Paktes (Osteuropa), sowie der früheren sowjetischen Republiken (Lettland, Estland, Litauen)“ (Ibrahimov). Oder dass zugegeben wird, „„die ökonomischen und strategischen Interessen westlicher Länder und der USA in Aserbaidschan“ wären als primär zu betrachten. Oder „dass die Interessen der USA in Afghanistan damit zu tun hätten, dass das Land als Einfallstor in zentralasiatische Öl- und Gasvorkommen diente“. Oder dass Afghanistan von besonderer Bedeutung für die US-Konzerne „wegen seiner geopolitischen Lage als mögliche Transitroute für Öl- und Erdgas- Exporte von Zentralasien zum Arabischen Meer“ sei. Oder dass Richard E. Hoagland bei der Betrachtung Zentralasiens sich nicht mehr einkriegt, wenn er sich ausläßt über die „Rohstoffe in Hülle und Fülle“ in dieser Region, indem er penibel aufzählt, was etwa in Turkmenistan, in Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan „zu holen“ wäre.
        Oder dass unverblümt und offen auf der „wirtschaftlichen und strategischen Vorherrschaft der USA“ bestanden wird, die durch die „entstandene Koalition neuer Allianzen – die Shanghai Cooperation Organization (SCO), die Koalition von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS), die Eurasian Customs Union (ECU, Eurasische Wirtschaftsunion)“ bedroht werde, weshalb verstärkt auf die „die nuklearen Karte“ gesetzt werden müsse. Oder dass man inoffiziell einräumt, worüber man offiziell nie ein Wort verlieren würde, weil es als pure Feindpropaganda abzutun wäre: „Jedes Mal, wenn eine ehemalige sowjetische Republik von der NATO geschluckt wird, verkleinert dies den Puffer. Ohne diesen Puffer jedoch rücken die westlichen Streitkräfte immer näher an Moskau heran und nehmen dem Kreml die Möglichkeit, Raum für Zeit zu gewinnen.“ Oder wenn sich in der Studie reichhaltiges Material findet, mit dem sich „das Ausmaß der US- amerikanischen Bereitschaft zur Einmischung in Russlands interne Angelegenheiten“ ermessen läßt. Oder dass man deutlich herausstreicht, weshalb man außerdem an den Ländern der früheren Sowjetunion interessiert ist: „„Es ist anzunehmen, dass die Länder der früheren Sowjetunion mit einer offenen und wachsenden Wirtschaft bedeutende Handels- und Investitionsvorteile für die USA mit sich bringen würden.“ Oder dass man Einzelheiten eines „Einmischungsprogramm in die russische Politik“ von sich gibt: „„Indem man sich im Umgang mit Russland mehr auf Persönlichkeiten als auf grundlegende Prinzipien verließ, knüpfte man künftige US-amerikanische Interessen an die politische Überlebensfähigkeit bestimmter russischer Politiker“ (Seiten 13 bis 14).“ Oder dass der Geheimdienstler aus dem Nähkästchen einer „Strategie der politischen Einmischung“ plaudert, wenn er an mehreren Stellen Bezug auf „eine aktive verdeckte Strategie des Regimewechsels gegen Putin“ mittels „verdeckter Operationen“ nimmt. Etwa „die USA und den Westen auf eine bündige Kampagne auf Informations-, Wirtschafts- und diplomatischer Ebene“ zu verpflichten, „die die Befürworter Putins dabei unterstützt, einen neuen politischen Anführer zu finden.“ Oder wen will man propagandistisch überzeugend zu einer Zustimmung des folgenden Satzes bewegen: „Die USA und der Westen müssen entscheiden, wie Russland aussehen und wie es sich verhalten soll“. Oder dass in der Studie – mit den Worten Nafeez Ahmeds – „offen“ zugegeben wird, „dass die US-Politik bereits aktiv in die russische Politik eingreift.“ So gesehen kämen den geheimen Operationen Warteschlangen für Brot in Russland selbstverständlich entgegen, sind aber wohl kaum hier als Conditio sine qua non dem allgemeinen Tenor nach angelegt. Von daher taugt auch der letzte von Nafeez Ahmed kaum irgendwelchen Propagandazwecken: „Die Schlangen beim Anstehen für Brot werden in Russland immer länger und die Brotregale leerer. Wir sollten bereit sein zuzuschlagen, wenn die Zeit kommt – und sie wird kommen“ (Seite 107). Der Hinweis auf das „Zuschlagen, wenn die Zeit kommt“ – da stimme ich Nafeez Ahmed ganz zu – ist „eine kaum verhüllte Drohung“.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Lieber Fidelpoludo, das, was du hier als „sich selbst diffamierende Einlassungen“ bezeichnest, ist alles alter hut. Wenn du dir Zbigniew Brzezinski „Die einzige Weltmacht“ von 1997 durchliest, oder die Konzepte fuer Nationale Sicherheit, oder die konzepte fuer nukleare Abschreckung, oder irgendwelche anderen studien, dann ist das alles enthalten. Immer in verschiedenen auspraegungen der formulierungen.

      Wenn es um die eigenen interessen der USA geht, herrscht immer offenheit. Anders in der beurteilung der gegner und dem potential deren ueberwindung. Insofern geht es in dieser studie um die vermittlung eines bildes von Russland. Weil aber dieses bild nicht durch die vielfalt kritischer einsichten gestuetzt wird, sondern mit schlagworten und kalauern getragen wird, ist es propaganda.

      N.Ahmed folgt streng dieser propaganda. Das vorletzte kapitel „Regimewechsel in Russland?“ beginnt mit „Putins paranoide nukleare Ankündigungen..“

      Verstehst du nicht, oder willst du es nicht verstehen? Der „Westen“, ein waffenstarrendes monster, mit nuklearen, chemischen und biologischen waffen ausgeruestet, seit jahrzehneten permanent im krieg gegen wehrlose laender, die ohne unterstuetzung abgeschlachtet werden, wird ausgeblendet und der fokus auf jene laender gerichtet, die diese kriminellen banden baendigen koennen. Russland, China, Nord-Korea, Iran. Hier geht es jetzt um Russland, an dem er sich abarbeitet.

      Wir wissen, dass wir es hier im „Westen“ mit irren, mit psychopaten, mit geisteskranken zu tun haben. Ischinger von der MSK (Muenchner Sicherheits Konferenz), schon der titel ein lachhafter kalauer, hat wieder in sein horn geblasen, dem auch N.Ahmed folgt.

      So krankhaft es klingt, und bei diesen irren gilt nichts anderes, kann sich ein land nur dadurch schuetzen, dass es den selbsttod des aggressiven gegners moeglich macht. Irak, Afghanistan, Lybien, Somalia, Yemen, Syrien wuerden heute noch so existieren wie damals. Fuer Aethiopien, Eritrea, Mali, Niger und Sudan gilt dies genauso. Fast ganz Latein Amerika ist davon betroffen.

      Chemische Waffen sind geaechtet. USA und Israel haben sie. Andere Natolaender auch. Biologische Waffen sind geaechtet. USA und Israel haben sie. Andere nato laender wohl auch. Jetzt steht die aechtung nuklearer waffen an. Auch Russland und China wird sich beteiligen, wenn es sich dem zwang zur selbstverteidigung entziehen kann. Die menschen in Eurasien wollen kein militaer. Mit der enmilitarisierung unseres planeten sind alle probleme gelost. Aber das ist unsere aufgabe.

      Das grundprinzip des Voelkerrechts, die gegenseitige achtung und anerkennung, gilt fuer den „Westen“ nicht. Mit einem buendnis Eurasia, Afrika, Ozeanien (ohne Indonesien, Neuseeland und Australien) und Latein Amerika kann dieser kriminelle „Westen“ geblockt und gebaendigt werden.

      N.Ahmed hasst Russland, vielleicht auch Eurasien. Warum, weiss ich nicht. Und er liebt den „Westen“. Warum, weiss ich auch nicht. Auf dieser vorbestimmtheit geht er das thema an. Das ist alles.

      Klaus-Peter zitiert Beat:
      „Ich bin der Überzeugung, dass wir ganz besonders im deutschsprachigen Raum
      massivst getäuscht werden und bin überzeugt, dass dies aus allen
      (Friedens)Richtungen geschieht.“ und verweist auf seinen text zur „Rubikon-Erfahrung“.

      Es sind diese unterschwelligen vorbestimmungen. Da hat analytik nichts mehr zu suchen. Da wird dann eingesammelt, was alles passt. Ich habe viel erfahrungen damit: Attac-de, Die-Linke, Freidenker, Free Software Foundation, World Sicial Forum und jede menge anderer scheinbar „alternativer“ oder „kritischer“ gruppen.

      Du musst dich selbst fragen, lieber Fidelpoludo, warum du so leichtfertig ueber formulierungen hinweg gehst, die eigentlich jede noch so kritische bemerkung in seiner substanz aufloesen.

      Ich habe ja den text vielleicht schon mal referenziert:
      Der Fall Skripal und die Dämonisierung Russlands – Teil 1
      Zlatko Percinic, 14.4.2018
      https://deutsch.rt.com/meinung/68301-der-fall-skripal-und-die-daemonisierung-russlands-teil1/

      In dieser serie ist genau diese unterschwellige vorbestimmung zum thema gemacht. Wie viele teile es werden, weiss ich nicht. Als grundlage dieser haltung sehe ich den wunsch zur parasitaeren beteiligung an der pluenderung der welt ausserhalb. Also die triebkraft fuer den Kolonialismus.

      Wir koennen diese haltung auch an den millionen auswanderern allein unter Bismarck, genau seit 1848, von Deutschland nach Amerika von Nord bis Sued sehen. Da existierten keine ethischen prinzipien, kein respekt vor anderen voelkern, vor der natur, weil sich ausschliesslich der Egoismus durchsetzte. Und sie haben alles zerstoert, wo sie aufgetaucht sind. Heute wuerden wir die meisten zu „Wirtschaftsfluechtlingen“ erklaeren.

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  9. fidelpoludo schreibt:

    Irre in der Politik? Irre Politik? – mit kleinem Update 15.4.
    Das „kleine Update“ mit großen Folgen würde wohl bedeuten: Trump führt „Fake-Kriege“ in perfekter Absprache mit Putin, um alle hinters Licht zu führen?
    Muss ich mir morgen genauer ansehen. Habe jetzt wohl dafür zu viel red wine intus. Ate a manha.

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  10. fidelpoludo schreibt:

    Bevor Theresa den Link zu Norbert Häring postet, komme ich ihr zuvor, ergänzt er doch „das Nachdenken über Russland“ der Militär- und Geheimdienst-Strategen um die auf Europa zielende „Vision“ durch die Einsicht in Absichten und Propagandaziele des „Atlantic Council“:
    http://norberthaering.de/de/27-german/news/972-maas-atlantic-council

    „Und darum geht es, laut Einleitung der Hochglanzbroschüre Democratic Defense Against Disinformation:

    Russland ist zu seinen früheren Praktiken feindlicher Propaganda zurückgekehrt, und zu verschiedenen Formen aktiver, gegen den Westen gerichteter Maßnahmen: Desinformation, politische Subversion und Korruption. Das Russland von Präsident Putin strebt danach, westliche Regierungen und transatlantische Institutionen zu schwächen, demokratische und liberale Werte zu diskreditieren und eine Nach-Wahrheit-Welt zu schaffen, mit dem Ziel, Moskaus Autokratie abzuschirmen gegen liberale Einflüsse und die Erosion der russischen Herrschaft über seine Nachbarn.*

    Die Wahlen in Frankreich und Deutschland 2017 haben dem Atlantic Council zufolge gezeigt, dass Europa vor der gleichen Herausforderung steht wie die USA, nämlich auf Desinformationskampagnen die gegen sie gerichtet sind, zu reagieren. Vor der russischen Einmischung in die europäischen Wahlen hatten der Atlantic Council und andere so wortreich und alarmistisch gewarnt, dass sogar mit East StratCom (Strategische Kommunikation Ost) eine EU-Truppe zur Propagandaabwehr eingerichtet wurde. Weil diese russische Einmischung aber nicht in nennenswertem Maße stattgefunden hat, schließt der Atlantic Council:

    Das Problem ist breiter als Russland oder ein anderer Einzelakteur. Eine demokratische Antwort auf bösartige Einflussnahme muss die ganze Gesellschaft einbeziehen. Wir müssen zusammearbeiten und von den gegenseitigen Fehlern und Erfolgen lernen.

    (Hervorhebungen von mir)
    (Dass WP mich nur reinläßt, wenn ich dem Text einen Mehrwert hinzufüge, erstaunt niemanden mehr wirklich.)

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  11. fidelpoludo schreibt:

    „Liebesbekenntnisse und Hasstiraden?“
    Lieber Willi, in der Einschätzung des Westens liegen wir kaum weit auseinander, aber
    diesen „Schwach-, Blöd- oder Unsinn“ über Nafeez Ahmad kannst Du mir nicht verkaufen:
    „N.Ahmed hasst Russland, vielleicht auch Eurasien. Warum, weiss ich nicht. Und er liebt den „Westen“.“
    Schon alleine der Titel „Die Nato erobert die Welt“: das 1. Liebesbekenntnis zum Westen?. Die Herausarbeitung der militärischen Strategie der USA gegen Russland: Das 2. Liebesbekenntis zum Westen? und der 1. Beweis seines Hasses auf Russland?. Die Dokumentation der Herrschaftsaspirationen über Öl-Pipeline-Routen über die Sicherung des Zugriffs auf die riesigen natürlichen Rohstoffvorkommen Zentralasiens und die weltweiten Expansionsbestrebungen des amerikanischen Kapitalismus: Das 3. Liebesbekenntis zum Westen?. Die ironische Referenz auf die in der Studie gebetsmühlenartig auftauchenden und in einem „überwältigenden Tenor traditioneller Berichterstattung über Russland, die die Vereinigten Staaten von fanatischer russischer Expansionspolitik bedroht sieht“, verpflichteten Vorwürfe, die Russen lauerten „hinter zahlreichen alternativen politischen Bewegungen und Nachrichtenmedien“ (mit dem versteckten ironischen Hinweis auf die projektiven Mechanismen derartiger Vorwürfe): Das 4. Liebesbekenntis zum Westen? und die für einen, der sich das einmal aufgerichetete Feindbild durch Wahrnehmung von dessen Ironie zwanghaft nicht zerstören lassen will, Feststellung, dass „die Russen kommen“, weil sie „unsere Wahlen gehackt“ haben: der 2. Beweis seines Hasses auf Russland?.

    Die auf seine Festellung, dass Putin „ein System oligarchischen, staatsdominierten Raubtierkapitalismus‘ gestärkt, (…) extreme Ungleichheit vergrößert und den Reichtum von Eliten konzentriert hat“ (alles falsch?) folgende Einschränkung, dass „dies nicht gerade besonders gefährliche Dinge“ seien: Keine Kritik an Russland, sondern hauptsächlich an seiner Innenpolitik, noch einmal eingeschränkt durch den ironischen Hinweis auf die „Behaglichkeit des Westens“, mit der er und besonders „der Großteil der westlichen ‚Expertenklasse‘ sich wacker in die Beschäftigung mit den unzähligen Sünden Putins hineinsteigert“, implizierend dass gerade in diesem Punkt (Oligarchie) wie auch den „unzähligen Sünden“ Putins sich gerade der Westen eines Urteils enthalten sollte. Also: Das 5. Liebesbekenntis zum Westen? und der 3. Beweis seines Hasses auf Russland?

    Wenn er der Studie „selbstkritische“ Reflexionen entnimmt, die auch als ein gewisses Eingeständnis begangener Fehler gelesen werden können – in dem Sinne als „selbst diffamierende Einlassungen“ -, werden sie durch Hinweise auf „weit ältere Hüte“ ja nicht dadurch schon obsolet, weil schon der Nachweis, dass in dieser Hinsicht kaum Änderungen festzustellen sind, bedeutsam ist. Dass Nafeez Ahmed dieser Selbstkritik und der damit verbundenen ((geheuchelten, weil an der besseren Kenntnis des zu besiegenden Gegners und seiner Logik sowohl des Denkens wie des daraus abzuleitenden Handelns allein interessiert (Einschätzung des Feindes)) „Einfühlung in den Gegener“ nicht auf den Leim geht, zeigen doch seine deutlichen Worte über das unübersehbare Festhalten der Militär- und Geheimdienststrategen, dass das Dokument „keinen Ansatz erkennen lässt, eine grundlegende Kursänderung in Bezug auf NATO-Politik und -Interessen in Betracht zu ziehen“. Dass also das Eingeständnis, „die NATO“ habe „bei der Provozierung des russischen Militarismus eine Rolle“ (welche Bezeichnung die der Strategen, nicht die Nafeez Ahmeds, ist) gespielt, keineswegs am eigenen Militarismus wie an seinen Zielen etwas Grundlegendes verändert hat. Das 6. Liebesbekenntis zum Westen? und der 4. Beweis seines Hasses auf Russland?

    Weiterhin spricht er klar und deutlich vom „Expansionismus der NATO“: Das 7. Liebesbekenntis zum Westen? Wenn er den von den Autoren der Studie behaupteten und betonten „Sorgen über russischen Autoritarismus“ das „überraschend freimütig“ Zugeständnis des Primats der „Energie-Interessen der USA“ („Riesige Öl- und Erdgas-Vorkommen im und rund um das Kaspische Meer“) gegenüberstellt:

    „Humanitäre Interventionen und militärische Einsätze zur Friedenssicherung in der Region hatten also immer eine breitere geostrategische Agenda, verbunden mit der ‚Sicherung‘ des US- amerikanischen Zuganges zu kaspischem Öl und Gas.“
    „Die Studie weist darauf hin, dass beispielsweise die Bemühungen der USA, den Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien aufzulösen, weniger der Sorge um Frieden und Menschenrechte geschuldet waren, als vielmehr „ökonomischen und strategischen Interessen westlicher Länder und der USA in Aserbaidschan“.

    Das 8. Liebesbekenntis zum Westen? und der 5. Beweis seines Hasses auf Russland?

    Hoagland, der Geheimdienstler, wird – ironisch(!) – mit seinem eine „Fülle von Details“ (auf die Gier anspielend) einbeziehenden „Loblied auf den Überfluss an Energie-, Mineral- und Rohstoffreserven der Region“, das er „singt“ (!): Das 9. Liebesbekenntis zum Westen? Und: Achtung Ironie!: „Diese Länder sind also reif für eine politische Integration in die von den USA dominierte Marktwirtschaft“. Warum Ironie? Weil er kurz darauf ganz ohne Ironie auf den Punkt bringt:

    „Trotz Hoaglands obligatorischem Lippenbekenntnis zu „verantwortungsbewusster Staatsführung“ und „Bürgerrechten“, spielt weder das eine noch das andere eine große Rolle in den Schwerpunkten der NATO. Die zentralasiatischen Republiken gehören zu den repressivsten und anti-demokratischsten der Welt und werden von Menschenrechtsorganisation durchgängig wegen der entsetzlichen Folter und der Verfolgung eines jeden abweichende politische Meinung scharf kritisiert. Die Förderung der „Demokratie“ bedeutet nicht etwa tatsächliche Demokratie – es bedeutet nur eine geopolitische Anpassung an die NATO, eine feindselige Haltung gegenüber Russland und eine Öffnung der Wirtschaft für ausländische Investoren – Menschenrechte hin oder her.“

    Wahrlich! Was für ein deutliches Zeugnis eines 10. Liebesbekenntis zum Westen!!! und was für ein eindeutiger 5. Beweis seines Hasses auf Russland!!!

    „Vor diesem Hintergrund ist ein wichtiger Antrieb für die Feindseligkeit der USA gegenüber Russland dessen stetes Bemühen, interessierte Staaten in alternative regionale politische und wirtschaftliche Strukturen einzubinden.“

    Wahrlich! Was für ein deutliches Zeugnis eines 11. Liebesbekenntisses zum Westen!!! und was für ein eindeutiger 6. Beweis seines Hasses auf Russland!!!

    „Wie die US-Army-Studie nahelegt, stellt Russland wegen seiner Führungsrolle bei der Schaffung alternativer Koalitionen die Hauptgefahr für von den USA dominierte politische und wirtschaftliche Systeme dar. (…)
    Sich der US-amerikanischen Dominanz zu widersetzen, scheinen Strategen des US-Militärs als eine Todsünde anzusehen“.

    Wahrlich! Was für ein deutliches Zeugnis eines 12. Liebesbekenntisses zum Westen!!! und was für ein eindeutiger 7. Beweis seines Hasses auf Russland!!!

    Nur wessen Blick vernebelt ist, weil sein Feindbild es so will, versäumt es, in der Aufeinanderfolge von Zitaten und den Sätzen des Autors „zwischen den Zeilen zu lesen“:
    Zitat aus dem Dokument:

    „Es ist offensichtlich, dass die Annäherung zwischen Russland und China eine große Herausforderung für die Vereinigten Staaten darstellt. Die realpolitische Frage für politische Entscheidungsträger der USA wäre nun, wie diese geschichtlich ungewöhnliche Allianz zwischen diesen beiden großen globalen und regionalen Mächten zu verhindern sei.“

    Zitat von Nafeez Ahmed dazu:

    „Die Frage, wie diese Allianzen und Koalitionen zwischen den Rivalen der USA, die die ‚wirtschaftliche und strategische Vorherrschaft der USA‘ gefährden, aufgebrochen werden können, besitzt also eine hohe Priorität.
    Eine sehr nützliche Strategie ist die nukleare Karte, die entgegen der allgemeinen Meinung vom Westen viel unbekümmerter ausgespielt wurde als von Russland.
    In letzter Zeit wurde viel darüber berichtet, welch große nukleare Bedrohung Putin für die USA und die Welt darstellt, so zum Beispiel im New Yorker vom 2. März 2018:
    „Wladimir Putin macht Wahlkampf mit der Drohung eines Atomkrieges. Wladimir Putin gehört zur Kategorie führender Weltpolitiker, die immer lügen.‘
    Es wird jedoch versäumt, das nukleare Säbelrasseln Russlands mit den permanenten Provokationen der NATO in Zusammenhang zu bringen.“

    Bringen wir diese verschiedenen Zitate aber in den Zusammenhang seiner Ausführungen zu Oberst Gentile, Co-Autor der US-Army-Studie, dessen historischen Rückblick in die Zeiten des Kalten Krieges der Ergründung der „Ursache der russischen Paranoia bezüglich westlicher Intentionen“ sich widmet, die Ahmed sozustimmend zusammenfaßt:

    „Anders ausgedrückt: Es waren zuerst die USA, die dem Kreml mit einer Politik des atomaren Erstschlages gedroht haben. (…)
    Kürzlich freigegebene sowjetische Papiere, Artikel und Sitzungsprotokolle weisen darauf hin, dass die sowjetische Führung nicht die Absicht hatte, in Europa einzumarschieren.“

    und er uns ins Gedächtnis ruft, „dass dies der damaligen staatlichen Propaganda widerspricht, die gehorsam von der westlichen Presse nachgeplappert wurde“, sowie – wieder zustimmend das Dokument zitiert mit:

    „Einfach gesagt möchte die russische Führung die Ausdehnung und den Einfluss der NATO begrenzen, einen Puffer zwischen Russland und der NATO errichten (…)
    dass die unermüdlichen Übergriffe der NATO an den russischen Grenzen Russland in eine Ecke gedrängt haben, aus der heraus es einzig und allein mit der nuklearen Option die NATO abschrecken kann“

    und nicht versäumt darauf hinzuweisen, dass Russland auch „große Angst vor einem Überraschungsangriff von Seiten der NATO oder den USA“ hat, eine Angst, die von der „deutschen Invasion Westrusslands während der Operation Barbarossa“ sowie von „Einsätzen der USA und der NATO im Kaukasus und im Mittleren Osten“ herrührt,
    dann dürfte klar sein, wo Nafeez Ahmed sich in dieser Konfrontation positioniert, nämlich eher auf der Seite Russland, auf keinen Fall auf der Seite des Westens, der NATO oder des Imperiums: Das 13. Liebesbekenntis zum Westen? und der 8. Beweis seines Hasses auf Russland?
    Indem er im Folgenden auf die Absurdität im Dokument aufmerksam macht,

    „die NATO-Strategie der Vereinnahmung ehemaliger Sowjetrepubliken mit einem imaginären Versuch Russlands, Mexiko oder Kanada in den Warschauer Pakt zu inkorporieren oder Raketenabwehrsysteme auf dem amerikanischen Doppelkontinent zu stationieren – Aktionen, die nie von Russland in Betracht gezogen worden waren und ganz sicher niemals von den USA akzeptiert würden“

    steht er wieder eindeutig auf der Seite Russlands: Das 14. Liebesbekenntis zum Westen? und der 9. Beweis seines Hasses auf Russland?

    Dem Plädoyer des Dokuments an einer Stelle, „konzertierte Bemühungen von Seiten des Westens für eine konstruktive Beteiligung Russlands zu verstärken – um „ein gemeinsames Verständnis der Situation zu entwickeln, bevor sie in einer Pattsituation endet“, stellt er wiederum seinen heuchlerischen Scheincharakter durch den eindeutigen Verweis auf die unbeirrt benanten und weiterhin festgehaltenen Bestrebungen entgegen, „eine aktive Politik der Einmischung in wirtschaftliche und politische Angelegenheiten Russlands von Seiten der USA zu rechtfertigen.“ Ob die Kennzeichnung dieser Bestrebungen allerdings mit „aggressivem Getue“ sich nicht einem Übersetzungsfehler verdankt, müßte noch erst überprüft werden. Dem Kontext nach und dem Gang seiner Argumentation nach, ist der Begriff auf jeden Fall zu harmlos gewählt. Dafür spricht nicht zuletzt die Charakterisierung dieses Materials, „gerade weil es das Ausmaß der US- amerikanischen Bereitschaft zur Einmischung in Russlands interne Angelegenheiten bestätigt“ als „so bemerkenswert“: Es offenbart nämlich die „Triebfeder nacktes Eigeninteresse“ (die er im Zusammenhang mit Russland keineswegs in Anschlag bringt): Das 15. Liebesbekenntis zum Westen? und der 10. Beweis seines Hasses auf Russland?

    Kein Zweifel, dass das Thema der „Einmischung in innerrussische Angelegenheiten“ einen Schwerpunkt seiner Analyse ausmacht. Warum sollte er sich dieses Themas – als vermeintlicher „Russlandhasser“ – eigentlich so ausgiebig annehmen? Er stellt nämlich zunächst den Zusammenhang einer Bedrohung Russlands mit der politischen und besonders ökonomischen Einflußnahme der USA her, der auch im Dokument so angedacht wird: „Es ist anzunehmen, dass die Länder der früheren Sowjetunion mit einer offenen und wachsenden Wirtschaft bedeutende Handels- und Investitionsvorteile für die USA mit sich bringen würden.“ Ibrahimov glaubt, mit dieser Politik könne es gelingen, „bestimmte russische Politiker zu fördern, die den Interessen der USA gegenüber als aufgeschlossen eingeschätzt wurden. Die „Tradition“ gewordenen „Regime-Change-Aktivitäten“ der „Supermacht“ sind im Hintergrund immer mitzudenken, wenn etwa über „eine aktive verdeckte Strategie des Regimewechsels gegen Putin“ nachgedacht wird: „Wir müssen uns nur die Reihe seiner Vorgänger oder auch die Fallstudien zu Irak oder Libyen ansehen.“ Darauf aufmerksam zu machen zeugt vom 15. Liebesbekenntis zum Westen? und der 10. Beweis seines Hasses auf Russland?? Ebenso der Verweis auf die Spekulationen der „Herren“ auf „eine Gelegenheit“ (die nicht „schon wieder“ verpasst werden sollte), wenn Russland endlich „die Belastungen seiner Rezession erleben wird“ und Russland „zunehmend verwundbar“ wird, auch weil die „Schlangen beim Anstehen für Brot in Russland immer länger und die Brotregale leerer“ würden. Wie realistisch diese Spekulationen sind, steht nicht zur Debatte, sondern wie all diese Überlegungen darum kreisen, in Russland die direkte oder indirekte Macht zu ergreifen, über Militär oder Markt. Wahrlich! Was für ein deutliches Zeugnis eines 16. Liebesbekenntisses zum Westen!!! und was für ein eindeutiger 11. Beweis seines Hasses auf Russland!!!

    Nafeez Ahmed beläßt es durchaus nich bei der rein sachlichen Beschreibung dieses „machivallischen Round-Tables“, etwa wenn er von der „imperialen Ironie“ spricht, die dem Mitherausgeber der Studie, Gustav A. Otto, dem außerordentlichen Vorstand des US-Geheimdienstes am US Army Combined Arms Center und Ausbildungsleiter am Geheimdienst des Pentagon, völlig entgangen sein muß, „wenn westliche Führungen meinen, sie hätten ein Recht festzulegen, wie Russland aussehen solle“. Es wird unverbrüchlich daran festgehalten, das Recht (als USA und der Westen) darum zu „ringen, wie Russland ihrer Vorstellung nach sein sollte“ und allensfalls Methode und Zeitpunkt noch umstritten seien:

    „Während die USA und der Westen darum ringen, wie Russland ihrer Vorstellung nach sein sollte, täten sie gut daran, eine mehrstufige Strategie von Beschwichtigung, Überzeugung und Abschreckung zu verfolgen, ohne zu versuchen, bereits jetzt die Konfrontation auf die Spitze zu treiben.“

    Ahmeds Bewertung ist klar und eindeutig, wenn er diese Passagen wie folgt zusammenfaßt (wer will sich erdreisten, hier einen Ton westlicher Russenfeindlichkeit herauszuhören?): „Mit diesen Aussagen gibt das Dokument jedoch offen zu, dass die US-Politik bereits aktiv in die russische Politik eingreift.“ Wahrlich! Was für ein deutliches Zeugnis eines 17. Liebesbekenntisses zum Westen!!! und was für ein eindeutiger 12. Beweis seines Hasses auf Russland!!!

    Wo ich bereit bin, Dir engegen zu kommen, ist die Frage, ob er die wichtige Rolle, die Putin und Russland auf geopolitischer Ebene zur Eindämmung der imperialistischen Bedrohungen der Welt durch USA und NATO, und damit des „Westens“ – eine Betonung, die in diesem Zusammenhang wohl angebracht und notwendig wäre – genügend zum Ausdruck bringt und hervorhebt. Hier sind einige Mängel durchaus zu verzeichnen. Aber es gibt kaum Hinweise darauf, dass seine Ansichten dazu von unseren entscheidend abweichen würden. Alles in allem ist Nafeez Ahmed sicher nicht „russophil“ zu nennen, aber er ist kein „Russenhasser“ – wie er auch den Westen nicht anbetet, ganz im Ggenteil: er verachtet dessen Politik auf fast jedem Gebiet, besonders weil er anders redet als er handelt. Das wird meiner Ansicht nach mehr als deutlich und kann durch viele seiner Veröffentlichungen bestätigt werden. Er schreibt u.a. ständig auch auf Voltaire.net. Ein Beispiel um seine „Liebe zum Westen“ zu illustrieren:

    Die ignorierten Opfer der Kriege des Westens
    4 Millionen Tote in Afghanistan, Pakistan und Irak seit 1990
    von Nafeez Mosaddeq Ahmed

    „Die öffentliche Meinung im Westen ist überzeugt davon: der Kolonialismus ist Geschichte der Vergangenheit; Seine Staaten üben keine Massen-Massaker mehr aus. Aber die Realität ist ganz anders. So wie mehrere internationale Verbände jetzt gerade zeigen (einschließlich des Friedensnobelpreises 1985, aus einer Zeit, als diese Auszeichnung noch Sinn hatte), allein in Afghanistan, Pakistan und Irak haben die westlichen Kriege wahrscheinlich 4 Millionen Todesfälle verursacht.“
    http://www.voltairenet.org/article187308.html
    So äußert sich einer, der den Westen liebt?
    Dass er in Russland unter Putin nicht gerade als die Avantgarde moderner aufklärerischer Entwicklungen am Werk sieht. Wer soll ihm das verdenken. Aber das ist etwas anderes als „Hass gegen Russland“ – genausowenig wie die Kritik an der israelischen Politik Hass gegen Israel bedeutet.

    „Nobody is perfect!“ Auch Nafeez Ahmed nicht. Aber die Kirche sollte im Dorf bleiben, wenn man Linke als Rechte oder Scheinlinke entlarven will. Diese Teilungsmanie spielt dem Gegner die Bälle zu. Ich halte an Elias Davidsson fest, auch wenn er Mist über Gilad Atzmon schreibt und an Gilad Atzmon, wenn er Mist über Elias Davidsson schreibt. Und Rubikon ist nicht deshalb schon ein für alle mal erledigt, weil Jens Wernicke dort das Sagen hat.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Lieber Fidelpoludo, ein langer text mit viel zitaten-arbeit, den ich nur ueberflogen habe. Sei mir bitte nicht boese.

      Mir geht es um etwas anderes. Das zugrunde liegende denken, das aus unseren tiefen bewusstseinsebenen bestimmt wird. Es ist einfach, es liegt geradezu auf dem tisch, die verbrechen des „Westens“ der letzten 500 jahre aufzuzeichnen. Es ist auch einfach, oligarche strukturen ueberall zu erkennen. USA, Frankreich, Deutschland, Israel und so viele andere.

      Wie fenster oeffnet sich im text im Rubikon das wirkliche denken von N.Ahmed. V.Putin hat sich in seiner rede am 1.3.2018 intensiv mit den alten strukturen in der russischen foederation beschaeftigt. Ja, er ist oder war der meinung, dass kapitalkonzentrationen der anfang sind, aus dem so etwas wie vielfaeltige infrastrukturen entstehen koennen. Tun sie nicht, wir wissen es. Die ganze Sozialdemokratie und die sogenannten „Sozialisten“ sind daran gescheitert. DDR, Kuba und Venezuela sind hervorragende beispiele. Der „Westen“ mit seinem anhang am Golf haelt immer noch daran fest.

      Wenn ein hegemon wie der „Westen“ zerbricht, wehrt er sich dagegen. Da entsteht dann „Verbrannte Erde“ oder „wenn wir nicht, dann ihr auch nicht“.
      Wir wissen, Rechtsnormen sind fuer den „Westen“ nur etwas gegen andere. Grundsaetzlich und immer.

      Paul Craig Roberts hat ja wieder einen grossartigen text verbreitet.
      Once Upon A Time Long Ago Truth Was Important
      http://www.paulcraigroberts.org/2018/04/16/upon-time-long-ago-truth-important/

      Aus der anzahl der ermordeten und vertriebenen koennen wir keine erklaerungen finden, warum das geschieht. Wieviele haben die Europaer in den letzten 500 jahren ermordet? Und warum? Wieviele die Christen in den letzten 2000 jahren? Und warum?

      Solange wir es geschehen lassen, koennen wir nur klagen und jammern. Vielleicht hilft die demo in Berlin etwas. Aber mit Albrecht Mueller oder Sahra Wagenknecht als „Leithammels“? Solange beide sich nicht mit Geld und Finanzsystemen und repraesentativen strukturen und deren konsequenzen beschaeftigen, wird das nichts.

      Querfront ist gut. „Frente Amplio“ ist das gleiche. Eine breite bewegung. Atheisten und Theisten, Bauern, Handwerker, Techniker und Ingenieure, „linke“ und „rechte“. Dem ziel verschrieben, die Selbstermaechtigung zur Selbstorganisation entstehen zu lassen. Wie die leute es dann machen, ist ihre sache. Wir koennen nur universale grundprinzipien zur geltung bringen, die dann konkret lokal/regional sich ausbilden.

      Die arbeitenden, kreativ produktiv taetigen werden aufgewertet, die anderen abgewertet in ihrem tun. Nicht in ihrer person. Alle koennen sich daran beteiligen, weil sie das potential dazu haben. Ob sie es nutzen wollen, ist eine andere sache.

      Notwendig dabei ist es, die staatlichen gewaltapparate massiv zu reduzieren und aufzuloesen. So kann der raum entstehen fuer die Selbstermaechtigung von unten. Der politische ueberbau wird sich in nebelwolken verwandeln.

      Schon aus all dem gesagten ist N.Ahmed ein „Dummschwaetzer“, wie die Oesterreicher solche leute nennen.

      Zum erstenmal lese ich im Makroskop einen text, der auch frei ist, zur MMT, der absolut klar darauf hinweist, dass nur die menschen werte schaffen koennen und nicht das geld. Damit ist die grundlage entstanden, das Geldsystem als information zu behandeln, wie Franz Hoermann dies auch tut. Ein aus dem nichts geschaffenes immaterielles transportmittel.

      Mythos, Staatsschulden und die Explosion der Ansprüche
      https://makroskop.eu/2018/04/mythos-staatsschulden-und-die-explosion-der-ansprueche/

      So verlassen wir die „irre Politik“, die sphaere der „Irren“, die heute noch ueberall herum geistern. Wir muessen dabei nur darauf achten, dass wir selbst das „Irre“ in uns nicht mitschleppen.

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      • fidelpoludo schreibt:

        Lieber Willi,
        mit der „Aufwertung“ Nafeez Ahmeds vom „Blöd-, Un- und Schwachsinn-Verzapfer“ über den „Russenhasser“ und „Westenliebhaber“ zum „Dummschwätzer“ kann ich mich selbstverständlich nicht zufrieden geben.
        Aber belassen wir es dabei. Du fühlst Dich weit überlegen. Das habe ich begriffen.
        Deine Ablehnung verstärkt bei mir nur das Interesse für den Mann. Ich hoffe, ich kann Dich demnächst noch ein wenig mit ihm quälen.

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      • Theresa Bruckmann schreibt:

        Der Gesamtbeitrag hängt wohl irgendwo im System,
        deshalb 2 Teile, hier Teil 1:

        Lieber Willi Uebelherr, was Sie hier sagen ist alles andere als neu.
        Fabian Scheidler spricht von der Megamaschine und z.B. hier
        ab Minute 52 vom Ausstieg aus der Megamaschine:

        Was mich bei Ihnen auf die Palme bringt, ist das Herabsetzen
        auch von wohlwollendem Handeln anderer, wie z.B. was Sie hier schreiben:
        „Solange wir es geschehen lassen, koennen wir nur klagen und jammern. Vielleicht hilft die demo in Berlin etwas. Aber mit Albrecht Mueller oder Sahra Wagenknecht als „Leithammels“? Solange beide sich nicht mit Geld und Finanzsystemen und repraesentativen strukturen und deren konsequenzen beschaeftigen, wird das nichts.“

        Meine Mutter pflegte zu mir (noch Kind) zu sagen: „Du musst mir nicht helfen, aber ich lasse mich nicht von dir von der Arbeit abhalten.“

        In diesem Beitrag von Thomas Schwarz
        https://deutsch.rt.com/meinung/68526-abkehr-von-konfrontation-internationaler-aufruf-politische-vernunft/

        wird kritisiert, dass der Aufruf nicht weit genug geht, aber dennoch anerkannt, z.B. hier
        am Schluss des Beitrags:

        „… Prinzipiell ist jeder Aufruf zu Vernunft zu begrüßen – gerade in Zeiten, in denen der politische Irrsinn große Medien-Redaktionen und zahlreiche Politiker gleichermaßen erfasst hat, wie die irrationalen Reaktionen auf die jüngsten Bombardements in Syrien gerade gezeigt haben. Dennoch ist dieser konkrete Aufruf enttäuschend, und er wird der aktuellen, eindeutig von einer geopolitischen Seite ausgehenden Kriegstreiberei nicht gerecht.
        Der unentschlossene Charakter des Appells ist aber auch ein Zeichen der Zeit: Nach jahrelanger antirussischer Indoktrination würde man momentan wahrscheinlich keine Unterzeichner für einen Text finden, der Ross und Reiter, Ursache und Wirkung klar benennt. So unbefriedigend der Text also auch sein mag – mehr kann man im Moment scheinbar nicht erwarten. Und es ist den Unterzeichnern anzurechnen, dass sie wenigstens diesen Schritt getan haben.“

        Ich nehme mal an, dass Sie Aussteiger sind (vielleicht Entwicklungshelfer).
        Es gibt viele Möglichkeiten des Aussteigens: Entwicklungshelfer, Einsiedler, Kloster-
        schwester oder -bruder, sogar eine Versorgungsheirat. Gemeinsam ist allen diesen Formen, dass man zwar für sich eine Möglichkeit des Distanzierens von der Mittäterschaft am Elend dieser Welt findet, fürs Weiterentwickeln eines Gesellschafts- /Wirtschaftssystem bei uns aber wenig (man nimmt das System ja bewusst nicht mehr in den Blick.
        Ich bin auch ausgestiegen, als ich 1974/75 merkte, was ich da eigentlich mache als Marketingassistentin.
        Ich habe dann bei einem Bekannten gesehen, wie schön er vor sich hinforschen konnte, sonntags haben wir zusammen nach seinen Kulturen gesehen (Mikrobiologe). Und er meinte, das könntest Du doch auch machen, also etwas studieren, was Dir Freude macht und Du nicht mitwirkst – womöglich noch in Führungsetagen – in dieser Wirtschaft.
        Ich erinnerte mich dann an meine Kindheit, wie ich im Gras lag und die Wolken ziehen sah und wie ich abends fasziniert in den Sternenhimmel schaute. Ja, das wär’s Meterologie oder noch schöner Astronomie.
        Ich studierte dann tatsächlich Physik und Philosophie/Schwerpunkt Erkenntnistheorie.
        Ich bedaure das nicht. Hätte ich damals schon im BWL-Studium von einer anderen VWL erfahren, hätte ich vielleicht eine Nische für mich gefunden, Wirtschaftsjournalismus, keine Ahnung, ob und wie das funktioniert hätte, also auf welche Widerstände ich gestoßen wäre.
        Als mir aber klar wurde, dass mir die Mathematiik für Theoretische Physik fehlte und
        – dass das eigentlich eine WELTFLUCHT ist, kehrte ich zurück zur Ökonomie (Mikro und
        Makro, was unbedingt zusammen gehört) und fand die Memo-Gruppe.
        Heute bin ich der festen Überzeugung, dass man überall im Sinne eines gedeihlichen
        Miteinanders wirken kann – ich glaube auch an Schwarmintelligenz (wenn die Menschen
        die nötigen Informationen haben, treffen sie durchaus vernünftige Entscheidungen) und ich denke, dass man bei seinen Entscheidungen durchaus den Rahmen in dem man wirkt ausschöpfen, also mutig an die Grenzen des Machbaren, den ‚Zulässigen‘ gehen kann.
        Seine eigenen Grenzen austesten hat was, anders kann man ja gar nicht erleben, was noch in einem steckt, das man noch nicht kennengelernt hat.
        Ich bin für ein Nebeneinander von verschiedenen Wirtschaftsformen, alle aber unter dem ‚Dach‘ Wirtschaftsdemokratie.

        Zu den bestehenden Systemen und den Modellen, die wir uns ausdenken können.
        Als Kind bauen wir mit Bauklötzchen, werfen alles wiederum, bauen neu!
        Oder heute am PC: Wir entwerfen etwas, verwerfen es, ein Klick auf Reset und alles kann ganz neu und ganz anders geplant und entworfen werden.

        So ist es auch mit den Wirtschaftsmodellen.
        Könnten wir einfach die besten und schönsten Modelle planen und zur Umsetzung gehen, würde man sicherlich ein Modell finden, das der Mehrzahl der Menschen gefallen würde, also auch in einem demokratischen Verfahren von der Volkssouveränität als Ziel definiert werden könnte.

        So ist es aber nicht: Wir finden immer schon etwas vor. Und wer will DIE VOLLE VERANTWORTUNG dafür übernehmen, alles umzustoßen was ist, was ja heißt:
        etwas worauf die Menschen bauen, wofür sie gearbeitet haben, umzustoßen für etwas Neues, was zunächst Verunsicherung und Verlust bringt. Man denke wie die Leute über
        Geldentwertung denken (die für mich nicht nachvollziehbare Angst vor einer Währungsreform, aber ich habe auch noch keine erlebt). Hier kann man einwenden,
        dass Kriege alles umstoßen für die einen, und andere profitieren noch davon. (Genau, deshalb ist ja auch ohne Frieden alles andere nichts!)

        Allerdings bin ich streng im Einführen von Neuem, was noch nicht Fuß gefasst hat, also z.B.
        TTIP, CETA, diese ganzen Assoziierungsverträge, soweit sie noch nicht passiert sind, die
        ‚Ertüchtigungshilfen‘ und was nicht alles an Interventionen, an Rüstungsexporten. Lassen wir doch einfach die Finger von Sachen, die wir nicht wirklich verantworten können und von Ländern, die nur unter den Entscheidungen ‚unserer‘ Regierungen leiden.

        Als Kind habe ich auch nicht verstanden, warum so viel vom Bösen die Rede ist „Und erlöse uns vor dem Bösen …“. Heute erlebe ich das Böse und dazu was Erbsünde ist.
        Erbsünde ist nicht Schuld, sondern das was vorher entschieden wurde, also vor uns und an dem schon Generationen leiden.

        Das große Thema ist für mich Transformation. (Evolutionäre Prozesse, es haben immer die Durchsetzungsmächtigsten obsiegt). Revolution ist nicht das, was ich mir vorstellen will.
        Ich setze also auf eine demokratische Zielfindung und eine Umsetzung in Teilschritten, die immer wieder überprüft werden können (also das, was Lutz Lippke einmal Migration/Informatik nannte).
        Prof. Wallerstein mit seiner Systemanalyse, den beiden Vorgehensweisen von Davos
        (Verführung oder Repression) und Porto Alegre (Horizontalismus gibt er den Vorzug vor vertikalen Strukturen) und das System des Schmetterlings (Alles bewirkt etwas), wie das kommende System genau aussehen wird, wird sich zeigen, aber die Richtung, hin zu mehr Demokratie zu mehr Selbstbestimmung der Menschen muss stimmen.
        Noch einmal Prof. Wallerstein:

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        • Theresa Bruckmann schreibt:

          Und hier die zweite Hälfte:

          Auch Richard Wolff (2011), „das System hat keine Chance“

          Dass ich dieses ‚alte‘ Video nehme, ist Absicht; denn seither wurde so viel geredet und zerredet. Er zeigt die großen Zusammenhänge für die US-Wirtschaft, die US-Arbeiterschaft auf.

          Zum Geldsystem. Darüber wollte ich ja noch etwas schreiben.
          Diese Antwort jetzt, die mir dringlich erscheint wegen der Demo heute Abend; das soll’s
          dann dazu gewesen sein.
          Das Geldsystem wie es jetzt läuft (ich sage bewusst nicht wie es funktioniert), ist tatsächlich so etwas wie das Nervensystem im derzeitigen Wirtschaftssystem, weil der Kopf Realwirtschaft mit dem Schwanz Finanzwirtschaft wackelt und leider nicht, wie es sein sollte, dass das Finanzsystem der Wirtschaft dient (Rudolf Hickel spricht stets davon, dass die
          Rolle der Banken auf diese dienende Funktion für die Realwirtschaft zurückgeschnitten werden sollte).
          Wir haben jetzt einen irren Wildwuchs und es scheint so, dass man wie an einer windschiefen Hütte kein Brett austauschen möchte, weil die Gefahr besteht, dass vieles zusammenbricht und nichts mehr geht. Natürlich muss man so ziemlich alles ändern, aber eben nach und nach.
          Griechenland z.B. muss einfach schnelle Hilfe erfahren, auch dann, wenn argumentiert wird, dass der Rückfluss notwendig sei für den Bestand der Gläubiger-Banken. Wo ein Wille ist,
          findet sich ein Weg.
          Wenn ich daran denke, wie einst Aktien eingeführt, und z.B. VEBA-Aktien unters Volk gebracht wurden, mit der Absicht: dass die Arbeitnehmerseite so an der wachsenden Produktivität und dem Unternehmensgewinn teilhaben könnten, als Miteigentümer (im kleinen) am Produktivvermögen sozusagen.
          Und was sehen wir jetzt: Katar und Firmen wie Blackrock kaufen Unternehmensanteile zusammen. Damit profitieren sie vom Erfolg der deutschen Unternehmen, und erzwingen durch ihre Stimmanteile eine Unternehmenspolitik, die ihren Interessen entgegenkommt.
          Mein Gott, was haben wir alles zugelassen!

          Aber das ist die Ausgangslage für Veränderungen am Finanz- und Wirtschaftssystem.
          Ich sage nichts Neues, aber man muss es immer wieder in den Zusammenhang ‚Veränderung,
          Transformation‘ stellen. (Das verhunzte Wort Reformen mag ich nicht mehr benutzen. Der Schuss ging in der Regel nach hinten los).

          Wie sehr Ökonomen an den Universitäten mit Gegenwind rechnen müssen, zeigt eine
          relativ junges Beispiel.
          Dirk Ehnts hat nur vorgeschlagen die Geldschöpfung in den Lehrbüchern der Universitäten
          so darzustellen, wie es jetzt sogar die Bundesbank tut (Norbert Häring hat darüber berichtet) , da begann ein Streit unter den Ökonomen.
          Diesen Streit habe ich jetzt gesucht (Flassbeck hat darüber geschrieben), und fand stattdessen
          dieses vom Sept. 2017:

          http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/vfs-tagung-oekonomen-streiten-ueber-geldschoepfung-15181750.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

          und dieses aus dem Jahr 2009:
          http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/wirtschaftswissenschaft-der-streit-unter-den-oekonomen-eskaliert-1653694.html
          Darin:
          „…Auslöser der Kontroverse ist der Plan der Kölner Universität, ihre bisher der Wirtschaftspolitik gewidmeten Lehrstühle umzuwidmen und durch eine Forschergruppe von Makroökonomen zu ersetzen. Bachmann gehörte zu den jungen Ökonomen, die für eine Berufung nach Köln im Gespräch waren; er hat aber aus familiären Gründen abgesagt. „Die Verhandlungen laufen noch“, sagt der Kölner Wirtschaftsdekan Frank Schulz-Nieswandt. Eine Entscheidung könne bald fallen. „Die Fakultät ist souverän in ihrer Entscheidung“, sagt er in Richtung der Kritiker. Diese befürchten einen Bruch der Kölner ordnungspolitischen Tradition, die lange von Alfred Müller-Armack geprägt war, einem der Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft und Staatssekretär unter Ludwig Erhard.
          Irritiert über die zunehmende Schärfe des Methodenstreits der deutschen Volkswirte zeigte sich Wolfgang Franz, der Vorsitzende des Sachverständigenrats: „Diese Debatte wird in einer solchen Intensität nur in Deutschland geführt und stößt im Ausland auf Unverständnis.“ Er hat weder den einen noch den anderen Aufruf unterzeichnet. Lars-Hendrik Röller, der amtierende Vorsitzende des Vereins für Socialpolitik, der größten Vereinigung deutschsprachiger Ökonomen, spricht von einer „Scheindebatte“…“
          Es ging – wie gesagt – nur darum einige der Wirtschaftspolitik gewidmeten Lehrstühle umzuwidmen und durch eine Forschergruppe von Makroökonomen zu ersetzen.

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        • Theresa Bruckmann schreibt:

          Dies ist ungefähr die Hälfte,
          der Versuch mit der 2. Hälfte klappte nicht,
          und auch der Versuch, daraus noch einmal 2 Teile zu machen, klappte auch nicht mit der
          Übermittlung.

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          • kranich05 schreibt:

            Liebe Theresa,
            die Kommentarversionen wurden bei mir als manuell freizuschalten angezeigt, was ich eben erst gesehen habe. Die erste (längste) Version habe ich jetzt freigeschaltet und die anderen kassiert. Das ist hoffentlich richtig.

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            • Theresa Bruckmann schreibt:

              Lieber Kranich05,
              wunderbar, danke!
              Ich wünschte, ich könnte Ihnen bei der Reha auch irgendwie
              mal aus einer misslichen Situation helfen.
              Ich habe gerade eine Idee zur Aufheiterung, die lasse ich Ihnen
              aber per E-Mail zukommen!
              Viele Grüße
              Theresa Bruckmann

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              • kranich05 schreibt:

                Zur Klarstellung oder besser aktuellen Information:
                Ich empfinde meine Situation nicht als misslich. Meine Gesundung vollzieht sich sehr dynamisch und planmäßig.
                Das kriege ich auch von allen Bekannten zu hören.
                Neu ist für mich und doch auch gewichtig, dass „tolle Fortschritte“ in meinem Alter etwas anderes bedeuten als im Alter von 50, 60 oder 70 Jahren.
                Ich bleibe ziemlich dauerhaft unterhalb meines „normalen“ Kräftezustands (und damit auch des Grades an geistiger Spannkraft) .
                Offenbar muss ich diesen eben gebrauchten Begriff des Normalen verabschieden und das (zumindest für längere Zeit) „unterhalb Bleiben“ als neue Normalität akzeptieren.

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        • fidelpoludo schreibt:

          Liebe Theresa,
          mach Dich gefaßt auf eine weitere langatmige Version seiner „Kritik“ an den beiden „Dummschwätzern“ Fabian Scheidle und Immanuel Wallerstein. Viel Vergnügen!
          Sie haben Bücher geschrieben und sind nicht bereit, sie kostenlos unters Volk zu verteilen. Schon darin wird Willi deren Inhalt als irrelevant „entlarvt“ haben wollen. „Porto Alegre“ wird ihm nur ein müdes Lächeln abringen etc. etc.

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          • Theresa Bruckmann schreibt:

            Danke Fidelpoludo,
            ich hoffe aber doch sehr, dass Sie mich so weit kennen,dass mir das wirklich nichts ausmacht. Meinungsunterschiede kein Problem. Ein Problem habe ich nur damit, dass man die ‚Gleichwertigkeit anderer, was ja die Gleichwertigkeit von Meinungen und Lebensentwürfen mitmeint, bestreitet.
            Mährholz hat das einmal so schön gesagt, etwas so, er bekämpfe nicht Menschen, sondern – ich weiß es jetzt wirklich nicht genau – rassistisches oder faschistisches Gedankengut. (Faschismus, Rassismus spricht ja die Gleichwertigkeit anderer ab,
            insofern glaub‘ ich, ist diese Ansicht auch schlüssig).
            Ein Maler antwortete mir einmal auf die Bemerkung: „Ja können Sie sich von diesen schönen Werken trennen?“ „Ich lebe davon.“
            So sehe ich das auch mit Schriftstellern, die nicht einfach alles kostenlos zur Verfügung stellen können.

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  12. Theresa Bruckmann schreibt:

    Ich möchte es nicht versäumen auf die Demonstration morgen, 18.4. in Berlin, Pariser Platz am Brandenburger Tor hinzuweisen.
    Albrecht Müller ruft dazu auf, Sahra Wagenknecht wird dabei sein.
    Albrecht Müller:
    „Natürlich werden Regierung und Medien versuchen, die am vergangenen Wochenende gemessene Mehrheit gegen Militärschläge zum Schmelzen zu bringen. So verstehen diese Kräfte ihren Job.
    Wir müssen dagegen angehen.
    Deshalb der Aufruf, die morgige Demonstration zu besuchen und auch vor Ort mit dabei zu sein, wenn in Ihrer Gemeinde oder in Ihrer Region sich Menschen treffen, um gegen die Militarisierung der Politik und gegen das Spiel mit dem Krieg zu demonstrieren…“

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=43546#more-43546

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  13. fidelpoludo schreibt:

    Zu dem lesenswerten Artikel von Mathias Bröckers „Der Westen will Krieg“
    https://www.broeckers.com/2018/04/11/der-westen-will-krieg/
    findet sich ein kurzer Kommentar, der – wieder einmal – unser Hauptproblem auf den Punkt bringt:

    „Stefan
    11/04/2018 at 19:00
    Ich meine: es ist nicht “der Westen”, der den Krieg will, sondern nur dessen durchgeknallte Verbrecherelite. Ich vermute, weder Amerikaner, noch Franzosen oder Deutsche wollen wirklich mehrheitlich Krieg. Irrsinnigerweise ist ausgerechnet in der “Demokratie” des “Wertewestens” die Zustimmung des Volkes zu einem solchen Schritt völlig irrelevant geworden. Autokratien des vergangenen Jahrhunderts (wie das Deutsche Kaiserreich) haben noch die Notwendigkeit gesehen, ihre Völker dazu zu bringen, jubelnd in den Krieg zu ziehen.

    Aber letztlich stimmt es schon: auch wir wollen es, denn wollten wir es nicht, hätten wir – als Souverän – die Pflicht und die Möglichkeiten, es zu verhindern, indem wir die betreffenden Staatsführungen, die uns (anders als in der Diktatur) lediglich vertreten, vom Amt ablösen.“

    Dem zuzustimmen und diese zwei, drei Gedanken zu begreifen, erfordert keinen irgendwie herausragenden IQ. Und doch: Je leichter das zu verstehen ist und je mehr das in der Bevölkerung verbreitet ist, umso weniger scheint es möglich, daraus praktische Konsequenzen zu ziehen. Die Mehrheit denkt so, weiß aber nicht, was sie daran hindert und welche Mächte es verhindern. Wenn sie überhaupt begreift, dass es ein oder mehrere Hindernisse gibt. Prediger der „Selbstermächtigung und Selbstorganisation“ werden – wenn sie Glück haben – nur begriffstutzig angestarrt, um sie – wenn sie wiederum Glück haben – als Idioten entsorgt zu werden. Das Unglück beginnt seinen ungerechten Lauf zu nehmen, wenn sie als Verschwörungstheoretiker halbwegs ernst genommen werden.

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  14. fidelpoludo schreibt:

    Ich konnte es nicht ertragen, den langen Text so schmalspurig sich verlängern zu sehen, deshalb habe ich ihn – ohne Hervorhebungen – hier noch einmal reingestellt. Vielleicht kann der Kranich die „Schmalspurversion“ einfach wieder rausschmeißen.

    Liebe Theresa,
    Ihr Satz: „Das große Thema ist für mich Transformation“ hat mich nachdenklich gestimmt. Der nachfolgende – in Klammern gesetzte – Satz („Evolutionäre Prozesse, es haben immer die Durchsetzungsmächtigsten obsiegt“) auch, aber ganz anders. Weil „Durchsetzungsmacht von Personen“ unterschieden werden muß von „evolutionären Prozessen“. Evolutionäre Prozesse kennen wir – als übergreifende – in der Natur (Darwins Entstehung und Entwicklung der Arten) und in der Gesellschaft (sich transformierende, sich historisch verändernde, also vorrübergehende Stadien einer sogenannten „zweiten Natur“), in der die Transformationen menschengemacht sind. Was nicht notwendigerweise heißt, dass die von ihnen bewirkten Transformationen weder immer von ihnen geplant wurden, noch das bei vorhandenem Plan geplante Ergebnis herauskam, weil oft genug der Plan seine Rechnung ohne den Wirt gemacht hatte, will heißen: die Planer kannten nicht wirklich alle Größen, die sich dann glaubten bei seiner Verwirklichung bemerkbar machen zu müssen (die Teufel im Detail; des Zauberlehrlings Geister, die er nicht mehr los wird; auf Lenin folgte Stalin). Beim Kapitalismus hat es sich allerdings um ein ungeplantes System gehandelt, dessen Funktionsweise erst nach seiner Installation analysiert und seiner Bedeutung für den Menschen und seine Zukunft analysiert werden konnte. Eine eigentümliche Verbindung von technischem Fortschritt und Privateigentum verbreitete sich immer mehr und landete im Kapitalismus, ob alle wollten oder nicht. Man kam zu ihm wie die Jungfrau zum Kinde. Er entwickelte sich langsam im feudalen System, um plötzlich da zu sein, ohne in seiner neuen Qualität weder als Gesellschaft organisierendes Prinzip voll erkannt worden zu sein, noch als Begriff von allen anerkannt zu existieren. Er ist – wie könnte es anders sein – älter als sein Begriff.

    Warum erzähle ich das alles? Weil mich der Zusammenhang zwischen „evolutionären Prozessen“ und „Durchsetzungsmacht“ so irritiert wie interessiert hat. Nehmen wir einmal die Idealtypen von diktatorischer Durchsetzungsmacht wie Hitler, Stalin, Mussolini, Franco, Salazar oder Pinochet. Haben sie „obsiegt“? Und wenn nicht (oder nur relativ kurzfristig), warum nicht? Wohl weil sich parallel zu ihrer Machtergreifung sich gleichzeitig ein evolutionärer Prozeß der Widerstandsformierung in allen Facetten entwickelte – mal mehr von innen her, mal mehr von außen her angetrieben, der ihrem „Obsiegen“ ein Ende bereitete. Die Frage, inwieweit hinter diesem Widerstand sich nicht wieder andere „Durchsetzungskräfte und -mächte“ verbargen und formierten, lassen wir jetzt einmal beiseite. Es „entwickelte sich“ jedenfalls Widerstand und Subversion, ein evolutionärer Prozeß also, der sein Ziel mal mit friedlichen Mittel erreichte, oder sich in einer Revolution entlud. Manchmal auch in einem hybriden Zwischending wie etwa in Portugal („Nelkenrevolution“ – ihr Symbo: eine Nelke im Gewehrlauf). Worauf es mir hier ankommt: Evolution und Revolution müssen und können nicht notwendig als einander ausschließend gedacht werden. Das hat Auswirkungen darauf, wie der Begriff der „Transformation“ gedacht werden sollte: nämlich als Überbegriff oder Metabegriff von Evolution (als Entwicklungs- und Reformprozess) und Revolution (plötzlicher Umsturz, der aber nur plötzlich erscheint, weil der Prozeß, der sich in seiner Vorbereitung offenbart, nicht berücksichtigt wird). Dabei ist zu beachten, dass auch der evolutionäre Prozeß eben nicht davor gefeit ist, in Revolution umzuschlagen.
    Weil niemand das Privileg des totalen Überblicks für sich beanspruchen kann, sollte auch niemand sich in dieser Hinsicht ein für alle Mal festlegen, obwohl jedem freigestellt sein müßte, seine moralischen Präferenzen zu haben, wenn sie denn flexibel bleiben für die Resultate politischer Analysen, sich also nicht total festlegen.

    Noch eins: Wenn „das große Thema“ für Sie „Transformation“ (gesellschaftliche Veränderung; Übergang, Wechsel) ist, wäre das doch das beste Argument, um sich mit Geschichte zu befassen, also Geschichtsbücher zu lesen. Deren Gegenstand sind doch im Wesentlichen „Transformationen“. Sie sind als gesellschaftliche Übergänge und Veränderungen ihr Lebenselixier. Dabei sollte man jedoch darauf achten, mit welchen Paradigmen an diese herangegangen wird. Als Ökonomin sind Sie da durchaus anderen gegenüber schon weit im Vorteil. Obwohl das Thema der Kriege (zweifellos eine brutal-rabiate Form von Veränderung), das die meisten Geschichtsbücher derart beherrscht – vor denen sie durchweg gezwungenermaßen alle starren müssen -, dass nicht wenige ihn als den „Vater aller Dinge“ betrachten, zunächst irritieren könnte, weil der Zusammenhang von Krieg und Ökonomie oft nicht genug Beachtung findet und als Kriegsursache viel zu selten erkannt wird.

    Ich möchte in einem ganz anderen Zusammenhang auf ein Interview in der NZZ mit Peter Sloterdijk verweisen, der auf die ersten beiden Blicke, eventuell gar nicht – jedenfalls hier nicht ausdrücklich – den Zusammenhang von Ökonomie und Krieg verweist, sondern eher auf den Zusammenhang von gewissen ökonomisch-technischen Phänomenen mit einer Art „Verwilderung“ oder „Verrohung“ der Art und Weise des Umgangs der Menschen miteinander, die er in eine „Kulturgeschichte des Gleitens“ eingebettet hat, in der ein spezielles Verständnis einer „allgemeinen Migrationsdynamik“ eine besondere Rolle spielt.
    Sloterdijk führt eine Sprache im Munde, die durchaus gewöhnungsbedürftig ist, aber dem Phänomen oder den Phänomenen, die er beschreibt, doch angemessen erscheint. Vielleicht ist es seine Sprache auch, die ihn diese Phänomene erst ausfindig machen läßt. Jedenfalls thematisiert er einen Transformationsprozeß, den ich in ein paar Zitaten hier andeuten möchte selbst wenn ich durchaus nicht jedes Wort – vor allem am Ende – unterschreiben würde und den Konsequenzen, die er aus seinen Beobachtungen zieht nicht immer zustimmen kann:

    „Ich denke dieser Tage wieder öfter an Niklas Luhmann und seine These: Was wir über die Welt wissen, wissen wir durch die Medien. Medien sind Themen-Umwälzanlagen. Das ist die eine Hälfte der Wahrheit: Weltwissen entsteht überwiegend medial, die sogenannte eigene Erfahrung spielt eine immer kleinere Rolle. (…)
    Ich bin sicher nicht der Einzige, der den Eindruck hat, wir hätten seit einigen Jahren einen veränderten Aggregatzustand der medieninduzierten Aufgeregtheit erreicht. Die Heftigkeit und Giftigkeit der Invektiven in Europa, ja im ganzen Westen und, wie man so sagt, im Rest der Welt hat zugenommen, und zwar in allen Richtungen: links gegen rechts, der rechte Rand gegen den linksliberalen Mainstream, oben gegen unten, Geschlecht gegen Geschlecht, Inländer gegen Ausländer, Alt gegen Jung. Identitätsprobleme sind virulent wie nie zuvor. Sämtliche Differenzen, aus denen eine moderne Gesellschaft zusammengewoben ist, befinden sich in Aufruhr. Alle stehenden Dichotomien sind in Bewegung geraten, alles ist im Fluss, aber anders, als Heraklit meinte. Ich hege den Verdacht, dass es einen Mechanismus gibt, der das ganze diskutierende System in eine erhöhte Nervosität hineintreibt – nennen wir ihn das Gesetz der wachsenden Irritabilität. (…)
    … muss man berücksichtigen, dass die Kollektive mitsamt ihren Medien ihre Aufgabe, Halt zu geben, immer unvollkommener erfüllen. Im 21. Jahrhundert steht niemand mehr ausserhalb des medialen Zusammenhangs, der bestehende Differenzen verstärkt und dabei aus dem Streit über Differenzen eine neue und höchst fragile Art des Zusammenhalts erzeugt. Die Medien versuchen Halt zu geben, indem sie Erschütterung produzieren. Sie destabilisieren durch Stabilisierung.
    Erst die Mystifikation des Langsamen ergibt das, was wir aus Gründen der kognitiven Bequemlichkeit bis vor kurzem für die ein für alle Mal gegebene Ordnung der Welt hielten. (…)
    Es hat keinen Sinn, die Medien für etwas zu schelten, was weit über sie hinausgeht. Sie verstärken bloss die Erschütterungen, die den modernen Menschen seit längerem heimsuchen. Es ist doch so: Schon ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ging eine prinzipielle Unruhewelle durch die Zivilisation, als man unter dem Einfluss der Evolutionstheorie bemerkte, dass Gottes beste Ideen, die Tierarten, keine stabilen Entitäten sind, analog den platonischen Urbildern, sondern sich in einer allmählichen Drift bewegen.
    Menschen selbst leben zu wenig lang, um zu sehen, was im Grossen wirklich passiert. Sogar Gebirge kommen und gehen. Anders gesagt: Die Stabilität der Welt ist nichts anderes als eine durch die menschliche Kurzlebigkeit erzeugte Illusion. Erst die Mystifikation des Langsamen ergibt das, was wir aus Gründen der kognitiven Bequemlichkeit bis vor kurzem für die ein für alle Mal gegebene Ordnung der Welt hielten. Eine solche fixe Ordnung existiert nicht. Diese Einsicht fällt extrem schwer. (…)
    Ja, natürlich, es gibt Völker. Ich plädiere in dieser Angelegenheit für einen schwachen Essenzialismus. Das heisst, die Völker sind da, doch sie befinden sich in einem fortlaufenden Transformationsprozess aus kleineren und grösseren, eigenen und fremden Teilchen, die jeweils unter bestimmten historischen Umständen in materiellen und symbolischen Gemeinschaften zusammengezogen werden. Diese zweite Drift war für die Menschen des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts, aber auch für die heutigen nicht minder beunruhigend als die erste, an die wir uns gewöhnt haben, indem wir das Mantra aufsagen: Mutation plus Selektion gleich Evolution, und basta. (…)
    Bei den Völkern und ihren Kulturen vollzieht sich die Veränderung gleichsam an der Oberfläche, es geschieht in historischer Zeit, man kann es mit freiem Auge sehen. Hier gewährt die Mystifikation der Langsamkeit ihren Trost nicht mehr. Es findet ein ständiges selbstverstärkendes Kommen und Gehen statt, während das Bleibende in die Defensive gerät. Die virtuelle Auflösung der Völker trifft viele Einzelne in ihrem Innersten oder dem, was sie dafür halten – ihr ganzes Selbstverständnis beginnt zu gleiten. Wenn es nicht das Franzosentum ist, das mich zu einem Franzosen macht, was ist es? Wer bin ich dann? Bin ich ein Verrückter, der sich für einen Franzosen hält, für einen Korsen, für einen Türken? (…)
    Bis ins 19. Jahrhundert waren die Veränderungen stets viel grossräumiger als die Lebensgeschichte des einzelnen Menschen. Insofern konnte einem das allgemeine Driften halbwegs egal sein. Im 20. Jahrhundert fällt der Ewigkeitsfilter, der das Weltbild so lange stabilisiert hat, allmählich weg. Und das ist zweifellos ein genuin modernes Phänomen: Die Veränderungen haben sich so sehr beschleunigt, dass sie innerhalb der eigenen Lebensgeschichte auffällig werden.(…)
    Das Driften erfasst jetzt auch den Menschen im hintersten Winkel – es sucht ihn heim, auch wenn er sich selber nicht bewegt. Dieser Winkel gleicht im Übrigen sehr der «rechten Ecke», in die man heute so gern Leute stellt, die durch einen Mangel an stillem Einverständnis in den beschleunigten Wandel auffallen. Diese Ecke bleibt harmlos, solange ihr Bewohner gesteht, er sei zu langsam für diese Welt. Sie wird giftig, wenn die Langsamkeit sich aggressiv aufstellt. Inzwischen ist ein Teil der Ecke von Rückwärtsstürmern bevölkert. Denen muss man die Grenze zeigen. (…)
    Ich spreche von einer allgemeinen Migrationsdynamik, die in mehreren Etappen verläuft. Der Austausch von Ideen und Gütern über Ländergrenzen hinweg existierte in relativ trägen Formen in Europa seit dem Mittelalter, übrigens auch mit dem Orient. Er intensivierte sich ab dem 17. Jahrhundert durch Postsysteme, Merkantilismus und beginnende Maschinenkultur. Doch erst seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts leben wir in einer sozialen Form, die man eine Einwanderungsgesellschaft für Ideen und Produkte nennen könnte. Es wandern plötzlich unüberschaubar viele Wahrheiten und Waren bei uns ein, also Fremde in Ideengestalt, die von uns nach und nach zugelassen werden müssen. Aufklärung ist Willkommenskultur für Ideen. Für die Naturalisierung dieser ersten Immigranten in unsere Köpfe sind Universitäten und diskutierende Öffentlichkeiten zuständig, aber die Konsumenten von neuen Gütern wie Stimulanzien, Textilien, Presseerzeugnissen sind es auch. Gleichzeitig werden Europa und die europäiden Teile der Welt Einwanderungsgebiete für Maschinen. (…)
    Sehen Sie, gegenwärtig besiedeln 45 Millionen Pkw die deutschen Strassen und Parkplätze. Vor hundert Jahren gab es sie noch nicht, jetzt sind sie überall. Offenbar sind es willkommene Fremde, mit deren Gegenwart wir uns angefreundet haben, Freunde aus Blech. Das kann so weit gehen, dass Alteingesessene eine Art Zwillingsneurose entwickeln. Wenn wir Freunden eine Mitfahrgelegenheit anbieten, zeigen wir auf das parkierte Auto am Ende der Strasse und sagen: «Ich stehe da hinten!» Wenn der Mitbürger Pkw einen solchen Status bekommt, kann dies als Maximum an gelungener Integration gelten.
    Was ich am Beispiel des Automobils erläutern will, gilt auch für die anderen zehntausend importierten Alltagshelfer, von denen unser Dasein umgeben ist. Wir tolerieren die Nähe dieser Dinge, die es bis vor kurzem nicht gab – das ist eine immense mentale Leistung, die kaum je hinreichend gewürdigt wird. Die Alltagshelfer sind natürlich auch eine Quelle von Ärger, man entsorgt sie, wenn sie ausfallen, doch im Allgemeinen behandeln wir sie pfleglich. (…)
    Das grosse Gleiten ist jetzt in das gesamte Spektrum menschlichen Lebens eingedrungen. Das heisst nichts anderes, als dass du, als durchschnittlicher Altmensch, an keiner Stelle der Welt vor Innovation mehr sicher bist. Und die Unruhe steigt, denn so viel ist klar: Der Mensch erträgt das Gleiten nur, wenn er zugleich das Gefühl hat, irgendwo drinnen in seinem Wesen existiere so etwas wie ein ruhender Pol, der sich in allem Wandel gleich bleibt.
    Wer am Morgen aufwacht und sich nach einer Anlaufphase im Bad als den oder die wiedererkennt, der oder die sich am Abend zuvor niedergelegt hat, darf als stabil und darum änderungstolerant gelten. Wer hingegen Grund zur Annahme hat, der Wiedererkennungseffekt könnte sich auch einmal nicht einstellen, ist gefährdet – und wohl zu vielem, ja zu allem bereit, um die Identität zu verteidigen, von der er oder sie glaubt, sie komme ihm oder ihr abhanden. (…)

    Xenophobe und antikapitalistische Regungen (?) laufen über Anschlüsse an mitgeteilte Aversionen. Man hat solche Regungen bisher mithilfe der alten Kategorien «Nationalismus» und «Sozialismus» zu fassen versucht, als wäre die AfD national-sozialistisch und die Linke sozial-nationalistisch, was am Ende auf dasselbe hinausläuft. Beide Begriffe sind heute falsch, denn sowohl der klassische Nationalismus als auch der Sozialismus waren utopiegetriebene Angriffsbewegungen. Die AfD und die Linke hingegen sind unbehagengetriebene MeToo- Bewegungen, unterstützt von Leuten, die nicht damit zurande kommen, dass in der realen Welt die Aktion der Reaktion zuvorkommt (?). (…)
    Von der Bewegung zur Partei ist es nur ein Schritt. Daraus erklärt sich zweierlei: zum einen die enorme Aufregung, zum anderen die geringe Wirkung. Beide stehen in umgekehrt proportionalem Verhältnis zueinander. Im Übrigen ist in allen politischen Parteien ein MeToo-Faktor im Spiel. Der tritt auf, wo zwischen den Aktiven und den Passiven ein zu grosses Gefälle entstanden ist. Man beobachtet solche reaktiven Bewegungen auch in anderen Bereichen, ausgelöst durch präpotente Männer, die sich gegenüber Frauen zu viel herausnehmen, durch präpotente Unternehmer, die uns durch invasive Innovationen irritieren, oder durch einen präpotenten Staat, der seine Bürger mehr und mehr als Ensemble virtueller Straftäter observiert. Frauen, Kunden und Bürger geraten leicht in die reaktive Ecke. (…)
    Ich glaube, es war zuerst Francis Fukuyama, der in «Das Ende der Geschichte» darauf hingewiesen hat, dass in einer materiell halbwegs saturierten Gesellschaft die Unzufriedenheiten nicht ab-, sondern zunehmen, und zwar exponentiell. Der Kampf um Anerkennung gerät erst dann in die heisse Phase, wenn er formell gewonnen ist und alle erwachsenen nicht entmündigten Individuen als Staatsbürger bestätigt sind. Hier treffen wir erneut auf das Gesetz der zunehmenden Irritabilität. Nach dem Ende der Geschichte, falls es dergleichen gibt, kommt eine Dialektik zum Tragen, die zuvor verborgen blieb: Je grösser der relative Wohlstand aller ist, desto schlechter fühlt sich der Einzelne, solange er nicht ganz oben ist. In einer scheinbar befriedeten Gesellschaft vergleicht sich jeder mit jedem ganz ungeschützt, ohne sich der selbstschädigenden Konsequenzen des Vergleichens bewusst zu sein. Mit anderen Worten: Es wird fortgehend mehr frei flottierende Unzufriedenheit in die Welt gesetzt, als mit den bestehenden Mitteln der Befriedigung gebunden werden kann. (…) Je egalitärer die Gesellschaft tickt, desto aggressiver agiert sie gegen Unterschiede.(…) Unter den gegebenen Umständen muss die Restungleichheit zu einem Gegenstand unerschöpflichen Ressentiments werden. Und so ist es nur konsequent, wenn immer mehr Unzufriedene mit immer mehr anderen Unzufriedenen streiten. (…)
    Die Zeit der schlichten Meinungsäusserungen ist vorüber. Alle werden beim Beobachten beobachtet und überwacht, die Sekundärbeschreibungen übernehmen das Kommando.
    Wenn der arme Herr Tellkamp behauptet, dass 95 Prozent der Asylbewerber, Flüchtlinge und Zuwanderer in Deutschland von 2015 und danach bloss in unsere Sozialsysteme einwandern möchten, wird diese Äusserung von Sekundärmeinungen sofort aufgefressen. Dabei geht es nicht darum, dass die Behauptung falsch ist, sondern man benutzt ihre Falschheit dazu, etwas anderes, ähnlich Falsches loszuwerden, das auch einmal gesagt werden wollte. Dann sind die Tertiär- und Quartärmeinungen an der Reihe. Am Ende siegt die Ermüdung, wie immer. Dabei wäre alles sehr einfach gewesen: Tellkamp hat von Anfang an nicht die Wahrheit gesagt, aus Gründen, an deren Ermittlung man sich nicht beteiligen muss. Warum hat er nicht die Statistik konsultiert, die über Fluchtgründe und Herkünfte informiert? Er riskiert, als Mister Ninety Five Percent in die nationale Erinnerung einzugehen, auch wenn er noch bessere Bücher geschrieben hätte, als die, die ihn bekannt machten. (…)
    Alles hat eine Tendenz. Dass man es aber jetzt bemerkt, das ist ein Nebeneffekt des allgemeinen Gleitens: Nicht nur die Meinungen, auch das Wissen gleitet. Der Objektivitätseffekt schwächt sich ab, Zorn und Eifer sind überall mit am Werk. Unsere Gegenwart wird immer mehr bestimmt durch einen Vulgärrelativismus bzw. Billig-Agnostizismus, der es gern hätte, wenn alles auch ganz anders sein könnte, als die Vertreter der Wissenschaft und der Hochkultur es darstellen. Dann müsste sich niemand mehr eines Besseren belehren lassen, egal worin. Wir treffen hier auf eine Rüpelvariante der kritischen Theorie, wobei «anders» vormals naturgemäss «besser» meinte. Das utopische Potenzial des Denkens in Kategorien des Andersseinkönnens ist dahin, geblieben ist bloss das leere «anders». Was das bedeutet, ist eher unerfreulich. Man sieht die Regression von «besser» auf «anders» vor allem im Parteinamen der AfD: Sie hat den Terminus «Alternative» geklaut und ins Gegenteil gewendet. Der stammte in seiner anfänglichen Tönung von dem Sozialisten Rudolf Bahro, der einen liberalen Sozialismus erfinden wollte. (…)
    Wir suchen nicht nach Stillstand, sondern nach einer sinnvollen Kanalisation der Flüsse. Unsere Situation ähnelt jener Alt-Ägyptens in einem Intervall zwischen zwei Dynastien: Ein älteres pharaonisches Regime ist zerfallen, ein neues hat sich noch nicht etabliert, der Nil macht unterdessen, was er will, er überschwemmt die Landstriche, die Dörfer, die Tempel. Die Sitten verwildern, die Gerechtigkeit ist obdachlos. Der neue Pharao, der die Kunst besässe, Ströme zu lenken, muss erst geboren werden. Kurzum, uns fehlt eine neoägyptische Kanalisationskunde – in heutiger Sprache eine Global Governance (?), und solange wir die nicht haben, werden wir von verwilderten psychopolitischen Energien geflutet, mit ungewissem Ausgang. (…)
    … die Lösungen sind vor den Problemen da, man ist nur nicht so weit, sie anzuwenden. Die grossen Agenten auf der Weltbühne werden sich so lange die Hölle heiss machen, bis sie irgendwann doch einen Modus finden, gemeinsam mit dem Unvorhersehbaren umzugehen. (…)
    Die alte Linke ist tot, aber der Kryptostalinismus hat es fertiggebracht, inkognito, auf der Ebene des Habitus, zu überleben. Man muss sich klarmachen, was aus einer Sprachregelung folgt, der zufolge eine Partei der linken Mitte wie die SPD faschistisch heissen sollte. Das Ergebnis war, dass die meisten linken Intellektuellen in Europa für Abstufungen auf dem nichtlinksradikalen Flügel praktisch blind blieben. Die deutschen 68er waren mehrheitlich solche Blinden, und ihr Defekt wirkt bis heute nach. Stellen Sie sich das einfach einmal vor: dass Liberale per se schon Rechte sein sollen und durch Rechts-Ausdehnung Rechtsextreme. Aber so viel Vorstellungskraft kann ein Schweizer Demokrat im Leben nicht aufbringen. (…)
    Also, die Denkaufgabe heisst: Wenn deutsche Sozialdemokraten in der Sicht von links aussen soziale Faschisten sind, was sind dann Liberale in Deutschland und anderswo? Was sind erst die Konservativen im älteren Sinn des Worts? Aus dem frustrierten Kryptostalinismus entstand der Syllogismus, der heute noch immer durch die diffus progressive Presse spukt: Sozialdemokratisch ist konservativ, konservativ ist rechts, rechts ist rechtsradikal, rechtsradikal ist faschistisch. Im Übrigen ist der abgesunkene kryptostalinistische Habitus bei uns vor allem das Produkt einer diffusen Furcht: nicht auf der richtigen Seite zu stehen. Da produziert man sich schon einmal vor der linksliberalen Galerie. Genosse Stalin wirft einen langen Schatten. Er hat die Politik der Furcht definiert, und sie wirkt unbemerkt nach. Die Agenten der diffusen Furcht handeln heute wie damals: besser schnell bei Anklagen mitmachen als riskieren, selber ins Visier zu geraten.“

    Auch wenn die Zitatensammlung etwas lang geraten ist, hoffe ich doch, dass Ihnen die Wiedergabe nicht ganz sinnlos erscheint. Diskussionswürdig allemal.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Lieber Fidelpoludo, wo nun dein eigenes denken endet oder das denken anderer beginnt, weiss ich oft nicht. Und in diesem text trifft es mich mit haerte. So wende ich mich dem anfang zu:

      „Beim Kapitalismus hat es sich allerdings um ein ungeplantes System gehandelt, dessen Funktionsweise erst nach seiner Installation analysiert und seiner Bedeutung für den Menschen und seine Zukunft analysiert werden konnte. Eine eigentümliche Verbindung von technischem Fortschritt und Privateigentum verbreitete sich immer mehr und landete im Kapitalismus, ob alle wollten oder nicht.“

      Ich sehe hier bei dir, dass du gar nicht verstehen willst, wie sich der kapitalismus evolutionaer entwickelt hat. Er ist nichts neues, weil die private aneignung gemeinschaftlicher ressourcen stetig fortgesetzt wurden bis heute. Nur die ausdrucksformen aendern sich. Der kern, die treibenden kraefte, bleiben.

      Das gleiche finden wir bei historikern, die krampfhft versuchen, phasen zu definieren und dabei, wie selbstverstaendlich, das gemeinsame als „natuerliche Gesetztheit“ vorraussetzen. Auch die konstrukte der „repraesentativen Republik“ ruht darauf und verbirgt so die fortsetzung feudaler und aristokratischer, oder oligarcher, grundlagen. ich sehe dich geblendet vom schein des theaters.

      Was ist das Patent- und Lizenzrecht anderes wie die aufrechterhaltung feudaler privater aneignung gemeinschaftlicher ressourcen? Und Wissen ist immer gemeinschaftliche ressource. Was ist private aneignung von land anderes als feudale private aneignung gemeinschaftlicher ressourcen? Was ist private aneignung der taetigkeiten vieler anderes als feudale private aneignung gemeinschaftlicher ressourcen?

      Wenn wir von „transformationen menschlicher gemeinschaften“ sprechen, dann muessen wir zuerst wissen, wohin die reise geht und woher wir kommen. Erst dann koennen wir die wege suchen, die uns zur verfuegung stehen. Und solche transformationen sind immer evolutionaere prozesse.

      Auch die installation der NSDAP waren evolutionaere prozesse. Das kam nicht ploetzlich so auf den tisch von nirgendwo her. Der boden war bereitet ueber viele jahrhunderte.

      Du schreibst:
      „Weil „Durchsetzungsmacht von Personen“ unterschieden werden muß von „evolutionären Prozessen“.“
      Mit oder ohne „Durchsetzungsmacht“, es bleibt das gleiche. Hier geht es um zwei unterschiedliche dinge.

      „Evolutionäre Prozesse kennen wir – als übergreifende – in der Natur (Darwins Entstehung und Entwicklung der Arten) und in der Gesellschaft (sich transformierende, sich historisch verändernde, also vorrübergehende Stadien einer sogenannten „zweiten Natur“), in der die Transformationen menschengemacht sind.“

      Wenn wir uns ein bisschen anstrengen, finden wir „evolutionaere Prozesse“ ueberall. Da muessen wir nicht Darwin heran ziehen. Dein eigenes lernen der sprache, des gehens und rennens, des klettern, fahrem auf dem rad, lesen und schreiben, umgang mit quantitaeten in zahlen oder mengen, das erkennen der gesetze der natur, das sind alles evolutionaere prozesse und es ist das leben.

      Auch menschliche gemeinschaften folgen diesem prinzip. In solchen prozessen verbergen sich kraefte und potentiale von moeglichkeiten. Wir koennen uns getrost von statischem beschreiben konkreter situationen trennen und uns mehr dem dynamischen zuwenden. So entstehen auch positive vertrautheiten fuer die zukunft.

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      • fidelpoludo schreibt:

        Hallo Willi,
        gut zu wissen und zu erfahren, dass der Kapitalismus sich nicht vom Feudalismus unterscheidet, dass er „nichts neues“ gebracht hätte, Marx also sein Leben umsonst mit dessen Analyse verbracht hat. Er hätte sich den Feudalismus bloß anschauen sollen und hätte alles Wesentliche erfahren. Wenn du das so sehen willst! Ich will und kann dich nicht daran hindern. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Sichtweise auf dem Blog viele teilen. Dann müßte ich mich sehr getäuscht haben.

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    • Theresa Bruckmann schreibt:

      Lieber Fidelpoludo,
      ich habe so viel vom Positiven ins Negative abdriften gesehen, Volks-Aktien einst,
      Blackrock heute, dazu Staatskonzerne mit großen (Aktien)-Anteilen an unseren Unternehmen, dass ich denke, dass die Richtung gedreht werden muss, hin (oder besser zurück, ich denke dabei an den Weimarer Wertepluralismus, wie ihn Ingeborg Maus noch sieht) zur Volkssouveränität und zu dem was diese dann als ihre Zielsetzung findet. Dass dies eine Diktatur, ein Führer sein soll, kann ich mir nicht vorstellen und will das auch nicht!
      Was die Verantwortung eines jeden einzelnen von uns angeht, so reicht es doch, wenn sich das auf das Zeitgenössische bezieht, was soll es uns beunruhigen, wohin die Evolution als Ganzes oder auch nur der Mensch darin auf lange Sicht driften?
      Es genügt, seinem eigenen Kompass zu folgen, in den Begriffen und in der Bedeutung, die
      sie für mich unverändert haben, zu urteilen; in der Zeit, die mir zur Verfügung steht, einen möglichst kleinen Fußabdruck im Ökosystem zu hinterlassen. Mehr ist nicht nötig, und das ist auch genug.
      Das alles ist überschaubar, und für mich ein klarer Fall. Wenn ich dann noch einem jeden zugestehe, dass er seinem Kompass folgt und bereit ist, an der Einübung freiheitlicher demokratischer Verhältnisse mitzuwirken, was braucht es mehr!

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  15. kranich05 schreibt:

    Willi, in einem obigen Kommentar (diesem:https://opablog.net/2018/04/14/irre-in-der-politik-irre-politik/#comment-126867)
    macht auf die „unterschwelligen vorbestimmungen“ aufmerksam.
    Es geht dabei vordergründig um eine gewisse Wertung/Einschätzung von Rubikon.
    (Was trotzdem nicht bedeutet, den Kontaktschuld-Vorwurf zu erheben.)
    Ich habe, gleichgerichtete Bemerkungen (zumindest in meinem Verständnis) von Beat Wick aufgreifend, ebenfalls Rubikon problematisiert (und in meinem verlinkten Posting „Rubikon-Erfahrung“ zugleich thematisch weit über dieses Magazin hinausgegriffen).
    Ich halte es nicht nur für legitim, sondern für dringend geboten, dass wir diskutieren, welche Alternativangebote in Wahrheit Scheinangebote sind, die uns, wenn wir ihnen folgen, ins System zurückführen. Damit ist keine Feindschaft zu solchen „Alternativen“ gesetzt. Denn wenn sie mir auch die Alternative zum System verstellen, mögen sie durchaus eine Alternative zum augenblicklichen Zustand des Systems, zu seiner gerade passierenden größtmöglichen Schweinerei bieten.
    Schlimm ist, dass die Scheinalternativanbieter das Suchen nach radikalen Alternativen zum System selbst, also zu seiner Überwindung, teils blockieren, teils in Irrgärten führen. Sie sind am Ende Stabilisatoren des Systems.
    Kritische Geister, wie sie sich im Internet tummeln, Einige auch hier im Blog, neigen dazu, angesichts der „vielen guten Taten“, der „bewunderungswürdigen Mühen“ der Albrecht Müller, Ken Jebsen, Jens Wernicke, Sarah Wagenknecht, der Freidenker, der Friedensaktivisten usw usf die „kleinen Ereignisse“ von Inkonsequenz oder Falschheit auszublenden.
    Warum sie das tun, weiss ich nicht. Vielleicht fürchten sie, allein zu stehen. Oder sie schämen sich, dass sie nur Kritik haben und keine bessere Lösung wissen.
    Wie auch immer: Es ist mehr als ein Löffel Teer in einem Faß voller Honig.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Ja, lieber Klaus-Peter, ich sehe es sehr aehnlich wie du und Beat. Wobei ich nicht weiss, wie Beat die „alternativen Medien“ wahrnimmt.

      Rubikon ist fuer mich kein „Gegner“. Es ist eher eine sphaere, wo die eigene substanzlosigkeit der akteure sich ausbreitet. Mal abgesehen von einigen „Lichtern“ im dunklen nebel.

      Die schwierigkeiten mit unseren eigenen begrenztheiten beginnen dann, wenn wir uns abgrenzen wollen, wie wir es bei Jens Wernicke mit Gilad Atzmon extrem gesehen haben. Wenn wir die aufgabe der teilnahme zur ermoeglichung freier informationsfluesse dann unseren individuellen partikular-interessen unterwerfen wollen. Spaetestens dann koennen wir unser tun als gescheitert erklaeren.

      Peter Frey oder Ulrich Miess und vielleicht so manch andere (Wolf Wetzel ausgenommen, er wurde befreit) erleben das ja an sich selbst, was Niklas Luhmann beschrieb zu pyramidalen organisationsstrukturen, die irgendwann immer sich auf die Selbsterhaltung reduzieren. Der Rubikon mit seiner zelebrierung oberflaechlichen geschwaetzes hat sich selbst in eine nische zurueck gezogen. Und Ken Jebsen muss verdammt aufpassen, dass es ihm und seinem team nicht genauso ergeht.

      Ich vermute, dass Jens Wernicke mit seinem team dies wahrnimmt und nun wild agiert, um den anschluss nicht zu verpassen. Das problem dabei ist, dass der bezugspunkt mediales theater ist und nicht substanzbehaftetes wirken fuer selbstaendige transformationen. Wenn wir uns reduzieren auf mediales theater sind wir eine von vielen buehnen.

      Telepolis gelingt es immer wieder, reale fokuspunkte ins zentrum zu ruecken und mit sachkenntnis aufzuarbeiten. Trotz der dominanz von „Dummschwaetzern“ ala Florian Roetzner und seinesgleichen. Lutz hat ja auch schon darauf hingewiesen.

      Der OpaBlog ist ja etwas ganz anderes. Hier geht es um den austausch von denken und ideen. Um die ermaechtigung zum selbstaendigen wirken in anderen sphaeren. Und wir sehen dies auch daran, wie einige wenige grundlegenden fragen doch in allen themen hervorbrechen, weil sie uns universal wichtig sind.

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    • Theresa Bruckmann schreibt:

      Lieber Kranich05,
      es ist Zeit für mich zu geh’n.
      Da will ich doch lieber mit den ‚Scheinalternativen‘, mit denen, ‚die den Blick zum System verstellen‘ und mit denen, die wenn wir ihnen folgen, ‚ins System zurückführen‘, nach Wegen suchen wie wir demokratische Verhältnisse hinbekommen.
      Ganz wichtig ist mir auch eine große Friedensbewegung!
      Dabei finde ich es geradezu ärgerlich wie die Bewegung geschwächt wird, indem man sich von anderen, die ihren Beitrag zum Frieden auf ihre Weise leisten, distanziert und sie herabsetzt.
      Vermissen werde ich die Möglichkeit, hier das einzustellen, was man bei dem Gang durchs Netz findet, z.B. das:
      ein Textbeitrag und 2 Video-Clips:
      https://deutsch.rt.com/gesellschaft/68578-rt-schreibt-wettbewerb-fuer-beste-berichte-aus-konfliktzonen-aus/

      und hier, wie man regierungsseits wieder einmal Anstand vermissen lässt, indem man
      gute und von vermeintlich bösen Toten unterscheidet:
      https://deutsch.rt.com/amerika/68591-ende-ara-castro-kubas-parlament-waehlt-praesident/

      https://deutsch.rt.com/kurzclips/68540-weltweit-demonstrationen-und-proteste-gegen-us-anrgiff-syrien/

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    • fidelpoludo schreibt:

      Hallo Kranich,
      nichts dagegen, immer auf der Hut zu sein, aber völlig dagegen, die Beiträge auf einem Portal, hier Rubikon, pauschal schon von vorneherein zu verurteilen, nur weil sie dort erscheinen: „Au, Rubikon! Das muss ja Mist sein!“ Zumal dort die verschiedensten Autoren schreiben. Auch Autoren, die sich abheben vom Durchschnitt wie Chris Hedges, Diana Johnstone, Dirk C. Fleck, Elias Davidsson, Ernst Wolff, Gaby Weber, Hannes Hofbauer, Hermann Ploppa, Immanuel Wallerstein, John Pilger, Jörg Becker, Kai Ehlers, Karin Leukefeld, Klaus-Jürgen Bruder, Mathias Bröckers, Mohssen Massarrat, Nafeez Ahmed, Noam Chomsky, Paul Schreyer, Paul Craig Roberts, Pepe Escobar, Rainer Mausfeld, Ray McGovern, Richard Falk oder Rolf Verleger. Jeder der Genannten kann auch mal einen schlechteren Text schreiben oder völlig daneben liegen (wie z.B. Elias Davidsson), aber sie nicht lesen oder zitieren zu dürfen, sehe ich grundsätzlich nicht ein. Das „Stabilisatoren-des-Systems-Argument“ gilt letztenendes auch für alle Schreibende und Denkende, solange es nicht praktisch aufgehoben ist. Ich meine auch von Dir solche Töne schon vernommen zu haben. Bei der Analyse von Texten bleibt uns nichts anderes als sich (spekulativ) Texte auszusuchen (die nicht jedesmal aus einem beschränkten Kreis von Quellen stammen müssen), sie sich vorzuknöpfen und zu entscheiden, ob sie etwas bringen oder nicht. Die „Mühen der Berge“, weil wir die Ebenen noch gar nicht betreten haben, wofür letztlich auch gerade diese Diskussion spricht.

      Nichtzuletzt sind auch schlechte ideologische Texte immer wieder für jeden eine Herausforderung, sich über etwas klar zu werden, seine eigene Position besser zu formulieren. Was hätte Ideologiekritik für einen Sinn, wenn ihr der Gegenstand abhanden käme. Aber sie muss „immanent“ sein und nicht mit Parolen und Schlagworten um sich schmeißen wie „Dummschwätzer“ u.ä. Ja, die Ideologiekritik kann dann – nach dem Durchgang durch die Sache – mit dem Hinweis auf Blockaden und Irrgärten enden. Jedenfalls war bei Willi der Befund von „Russenhass“ und „Westenliebhaber“ völlig, aber völlig daneben, wie ich zu zeigen versucht habe.

      WP will den Mehrwert…

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    • willi uebelherr schreibt:

      Lieber Fidelpoludo, es geht hier nicht um autoren, die im Rubikon erscheinen. Es sind die „Lichter im dunklen Nebel“. So sehe ich es.

      Es geht hier mehr um das „projekt“ Rubikon, seine innere struktur, das gehabe seiner „Leithammels“, die auswahl kriterien. Kennst du die menge der moeglichkeiten, die dann ausgewaehlt werden und warum? Auch da finden wir die tief verankerten mafia-strukturen, die heimlichkeiten. Wolf Wetzel hat es doch beschrieben. Peter und Ullrich halten sich zurueck. Peter verweist auf positive veraenderungen. Ullrich verteidigt.

      Florian, der „prinz“, ist doch auch so ein akteur gegen eine offene reflektion und du weisst doch, wie er agiert hat gegen Gilad Atzmon und Evelyn Hecht-Galinski.

      Und mit Noam Chomsky sich zu schmuecken? Eine person, die immer noch gleuben will, dass 19 jugendliche mit Alubuechsen (Fluzeugen) 60×40 cm traeger mit einer wandstaerke von 6 cm durchschnitten und die triebwerke sich wohl in feinststaub aufgeloest haben? Oder eine Alubuechse (Flugzeug) die fluegel eingeklappt, den rumpf etwas zusammen gezogen hat und dann in einem 5m loch im Pentagon verschwunden ist?

      Ich halte dich wirklich fuer einen kritischen geist. Aber manchmal treibst du dich noch im kindergarten herum.

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  16. fidelpoludo schreibt:

    Liebe Leute!
    Schade, aber ich will kein Bremsklotz mehr sein als Verteidiger von „Dummschwätzern“, „Russenhassern“, Leuten die „den Westen lieben“ und „Geistschmeichlern“, als jemand, „der nicht verstehen will“, was sonst alle ja verstanden haben. Als jemand , der „über dem systematisch inszenierten Getöse die gesellschaftlichen Grundwidersprüche VÖLLIG VERDUNKELT“, „ausblendet“ und „einebnet“. Oder als jemand, der für solche „Agenten des Systems“ etwas übrig zu haben scheint, indem er lustvoll „auf solcher Blödsinnsgrundlage“ loslegt. Als Mitverantwortlicher dafür, dass sich jemand die Finger wund schreibt, fühle ich mich durchaus nicht wohl. Und auch nicht als derjenige an dem ein Exempel statuiert wird, wie das vorgegeben Thema verfehlt wird, obwohl er nur auf ein Postung reagiert hat, das das Thema „Transformation“ als das ihm wichtigste bezeichnete. „Null Interesse“ zu erwecken, war noch nie ein Interesse, das ich beharrlich angestrebt habe. Wer weiß, vielleicht wurde ich ja von der Amadeu Antonio Stiftung dazu beauftragt und dafür auch bezahlt. Dann allerdings habe ich kläglich versagt, weil ich zu plump agiert habe und werde die erhaltenen Beträge brav abstotternd rückzuerstatten haben. „Alles seit je. / Nie was anderes. / Immer versucht. / Immer gescheitert. / Einerlei. / Wieder versuchen. / Wieder scheitern. / Besser scheitern.“ Kann jemand mir einen Blog nennen, auf dem ich mehr Aussicht auf Erfolg haben könnte. Einzige Voraussetzung: Er muß sich als links (ohne Anführungsstriche!) verstehen? Eure Basis wird durch meinen Ausstieg nicht breiter, aber in ihrem Zusammenhalt umso mehr bekräftigt und zusammengeschweißt. Glück auf!
    War da eine Träne im Knopfloch? Wohl kaum! Weil ich keine Anzüge trage.

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    • Beat Wick schreibt:

      WO GLAUBWÜRDIGKEIT UND VERTRAUEN FEHLEN ……………..

      Besonders am Beispiel von Palästina zeigt es sich inwieweit auf die «Friedensbewegung» und «Alternativ»-Medien Verlass ist. Wie weit wir ihnen vertrauen können und wieweit wir auf ihre Solidarität zählen können.

      Wie bei anderen Themen bringen sie auch bei Palästina lediglich pflichtgemäss ihre Empörungs- und Entrüstungsartikel. Von Bernhard Trautvetter wird in seiner Ostermarschrede und bei KenFm.de zu Boykott der Türkei aufgerufen während die Politik Israels gegenüber den Palästinensern selbst im Zeichen des Karfreitagsmassakers beschönigend lediglich als «überhart» bezeichnet wird. Doch von Boykott des mörderischen, faschistischen Israel keine Spur. Und autoritätshörig schon gar keine Spur von Boykott der massgeblich an Ausbeutung und Krieg mitverantwortlichen Führungen der eigenen Institutionen (wie Universitäten, Kirchen), Organisationen (auch Friedens- und Menschenrechtsorganisationen), Wirtschaft, Parteien usw. Gerade hier, bei den wichtigsten Stützen der Macht, wo Boykott am wirksamsten wäre, wird geschwiegen wie schon eh und je, wie auch in der Zeit des Nationalsozialismus geschwiegen wurde und sich geduckt hat.

      Es ist naheliegend und geschieht ganz unbewusst, dass man Leuten und Gremien kein Vertrauen schenkt, welche andere im Stich lassen und nicht solidarisch sind. Da weiss man, auf solche Leute ist kein Verlass.

      Tatsächlich zeigt sich dieses im Stiche lassen, diese fehlende Solidarität, nicht allein gegenüber den Palästinensern, sondern auch gegenüber verantwortungsbewussten, engagierten Menschen bei uns, um erneut nur wenige Beispiele zu nennen über die bei der «Friedensbewegung» und «Alternativ»-Medien nicht informiert wird:
      – Diffamierung der Montagsmahnwachen für den Frieden (1)
      – Angriff auf die Meinungsfreiheit am Falle des Musikers Gilad Atzmon (2)
      – Diffamierungen des Journalist Helmut Scheben durch die eigene «Journalisten»-Gilde (3)
      – Vier Kriegsgegnern wird in Sachsen-Anhalt der Prozess gemacht (4)

      Dazu wird geschwiegen während Politiker-Knatsch, Kriegssensationen und Fälle wie Skripal bis zum Überdruss behandelt werden. Ob dies wohl bewusste Ablenkung ist oder ob man nur noch an geostrategischem Eigeninteresse interessiert ist, ungeachtet der Menschenleben und des Leids das es fordert?

      (1)
      http://www.koop-frieden.de/kooperation-fuer-den-frieden-zu-friedensbewegung-2014-wer-steckt-hinter-ominoesen-aufrufen-zu
      (2)
      https://promosaik.blogspot.ch/2018/03/gilad-atzmon-benotigt-dringend-ihre.html
      (3)
      https://swprs.org/2017/03/01/das-gewuenschte-narrativ-ii/
      https://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Syrien-Russenpeitsche-Helmut-Scheben-Replik
      https://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Syrien-Burgerkrieg-laquoDie-Rolle-der-Russenraquo
      (4)
      https://opablog.net/2018/03/27/schnoeggersburg-wiederholungstaeter/

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    • willi uebelherr schreibt:

      Was ist denn jetzt los, lieber Fidelpoludo? Ziehst du den schwanz ein, wo es doch gerade richtig losgeht? Theresa aeussert sich auch immer wieder, dass es ihr zuviel wird.

      Ja, differenzen auszuhalten und dabei nach den gemeinsamkeiten ausschau zu halten. „Political Correctness“ wird nur von wenigen gefordert und eingeklagt.

      Aber frage dich doch mal nach den zugrunde liegenden kraeften und wirkungen, die hier toben. Beginne damit, deine wirklichen perspektiven und visionen zu skizzieren. Auch in anderen blogs wird dich dies erwarten.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Ja, lieber Beat, so sehe ich das auch. Palaestina, West und Ost, ist ein kristallisationspunkt, wo die ernsthaftigkeit und konsequenz, oder nicht, zum ausdruck kommt. Und so auch in all den vielen geschehnissen.

      Ich habe gestern den text von Ignacio Ramonet gelesen:
      Was bedeutet Chavismus?
      https://amerika21.de/analyse/198052/bedeutet-chavismus

      Urspruenglich auf Cubadebate in spanisch, dann englisch und nun deutsch in Amerika21. Wie blockiert muessen menschen sein, um so einen unsinn hervor zu bringen. Und wenn wir etwas Venezuela kennen, dann wird es uns einfach nur schlecht.

      Er stellt sich jetzt offen auf die kubanische Staatsdoktrin und nimmt den schwachsinn zum Christentum aus Nicaragua gleich mit. Hugo Chavez ist 5 jahre tot und nun wird er zerpflueckt, zurecht gestutzt auf das, was die „intellektuellen linken“ so brauchen. Die bevoelkerung interessiert sie nicht.

      Ich mache diesen bezug, weil die grundlegenden fragen „der Gleichwertigkeit aller Menschen“ und damit die anerkennung ihrer lebensweisen nicht akzeptiert wird. Winston Churchill hat immer wieder darauf hingewiesen, dass fuer ihn die nordischen Weissen die ueberragende menschliche „Rasse“ ist und deswegen das recht hat, andere gebiete zu uebernehmen, wenn sie es wollen. Und das ist tief im staatsdoktrinaeren Christentum verankert.

      Wenn nun „linke“ oder „alternative“ oder „progressive“ diesen grundkonflikten ausweichen, dann nur deshalb, weil sie sich in uebereinstimmung mit den „herrschenden meinungen“ befinden. Wir koennen, so denke ich, keine „Glauwuerdigkeit und Vertrauen“ einfordern, wenn die grundlagen nicht vorhanden sind.

      Allerdings muessen wir wohl oder uebel immer zugestehen, dass wir als beobachter keinen einfluss haben. Auch die reaktionaeren Medien sind dazu nicht in der lage. Sie und wir koennen nur staub aufwirbeln. Mit „Roettgen auf allen Kanaelen“ wird deutlich, dass der zugriff der Massenmedien optimiert werden muss. Dass die Gleichschaltung der Meinungen den anforderungen nicht gerecht wird und ARD und ZDF nun optimiert werden. um die Meinungsdominanz zu stabilisieren.

      Ich sehe das relativ gelassen, weil die grundkonflikte damit nicht beruehrt werden. Sie wirken unabhaengig davon weiter. Das Netz-Durchsetzungs-Gesetz greift nicht wie gewuenscht. Das Polizei-Gesetz in Bayern wird auch nicht die gewuenschte wirkung erzeugen. Es kann vielleicht an manchen wenigen stellen ruhe erzeugen.

      Aber das machen ja schon „linke“ und „alternative“ gruppen schon seit jahren und jahrzehnten. Sie sind permanent damit beschaeftigt, dem pfeil die spitze abzunehmen. Ken Jebsen zelebriert es mit seinem eigenen denken, wenn er sich aeussert.

      Und, jetzt mal ehrlich, koennen wir mit worten etwas veraendern, wo es ausschliesslich mit staatlich gewalttaetiger aktion vollzogen wird? Ein entziehen aus kapitalistischen strukturen ist nur moeglich, wenn wir uns unabhaengig von ihnen machen.

      Eine „Friedensbewegung“ muss die komplette entmilitarisierung des planeten zu ihrem ziel erklaeren und dies als ihre Richtlinie offen und ehrlich zum ausdruck bringen. Da sind wir selbst bei den rednern auf ihren treffen noch weit entfernt.

      Fidelpoludo und Theresa wurde es zuviel. Zuviel des radikalen Sehens und Wuehlens. Da existiern versperrte raeume, die nicht angetastet werden duerfen. Unabhaengig jetzt, ob das begruendet war. Aehnlich sehen wir es in allen diesen „linken“ und „alternativen“ gruppen und strukturen. Es gibt „rote linien“, „rote zonen“, die nicht uebertreten oder betreten werden duerfen.

      Wenn wir es aber ernst nehmen, dann existieren fuer uns keine dieser „roten“ flecken und zaeune. Wir sind ja hier im OpaBlog, einem diskursraum des freien denkens und kein aktionsraum. Aber wie immer sind diese raeume vorrausetzung, um agieren zu koennen.

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    • kranich05 schreibt:

      Dieses Blog war und ist eines der freien Diskussion.
      Die Grenzen der Diskussionsfreiheit hab‘ ich bestimmt irgendwo definiert. Ich erlaube mir diesen ungenauen Hinweis, weil die Frage von mir gezogener Diskussionsgrenzen im hiesigen Themenzusammenhang und mit den hiesigen Teilnehmern völlig irrelevant ist.
      Selbstverständlich schließt aber das Recht zum Mitlesen und Meinungschreiben, keinerlei Pflicht zum Mitdiskutieren ein.
      Jede und Jeder ist völlig frei.
      Ob und wie aus und mit der Freiheit Bindung entsteht, schließlich belastbare Bindung, bleibt uns als große Frage im Hintergrund erhalten.
      Grüße in die Runde!

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  17. willi uebelherr schreibt:

    Liebe freunde, diesen kommentar habe ich ganz bewusst nach unten gesetzt. Theresa schreibt:

    „Ein Maler antwortete mir einmal auf die Bemerkung: „Ja können Sie sich von diesen schönen Werken trennen?“ „Ich lebe davon.“
    So sehe ich das auch mit Schriftstellern, die nicht einfach alles kostenlos zur Verfügung stellen können.“

    Da kommen wir zur kernfrage: Wer generiert unsere materiellen lebensgrundlagen.
    Sind es die finanzsysteme? Nein.
    Sind es die staatlichen konstruktionen? Nein.
    Sind es die akademischen apparate? Nein.
    Sind es die instanzen des politischen ueberbaus? Nein.
    Sind es die „kuenstler“? Nein.

    Ja, wer denn eigentlich. Wenn wir uns ansehen, wohin der grossteil des Vemoegens fliesst, dann sind es immer jene, die eigentlich fuer unsere existenzbedingungen nichts beitragen. Gleichzeitig wissen wir aber, dass alle menschen gerade diese grundlegenden taetigkeiten einfordern. Alle.

    Was spricht dagegen, dass sich ALLE, soweit gesundheitlich dazu in der lage, sich daran beteiligen? Wenn wir die unsinnige ressourcen verschwendung beenden und die notwendig zu leistende arbeit auf ALLE verteilen, dann bleibt nicht mehr viel uebrig fuer die einzelnen. Dann kommen wir in richtung 5-10 stunden per woche als mittelwert.

    Und, sollen „Maler“ und „Schreiber“ aus diesen anforderungen entlassen werden? Sollen buerokraten, funktionaere, finanzagenten, akademikerInnen ebenfalls von diesen anforderungen befreit werden?

    Diese grundfrage durchzieht alle unsere konstruktionen des politischen und sonstigen ueberbaus. Auch Karl Marx und Friedrich Engels haben sich immer damit beschaeftigt. Es ist der rote faden in ihrer arbeit. Das Kapital und der versuch von Karl, eine theorie der kapitalistischen zyklen aufzustellen, hat sie nie davon abgehalten, dass es zeitliche erscheinungsformen sind, die aber alle in den prinzipien elitaerer strukturen aufsetzen, die schon uralt sind. Und elitaere strukturen orientieren sich daran, dass die Eliten selbst nichts dafuer tun wollen, fuer das, was sie verbrauchen und gebrauchen. Dafuer werden dann sklaven benoetigt.

    Das problem ist nun, dass in der sphaere der „kritischen reflektion“ selbst nur „parasiten“ agieren, die natuerlich ihre parasitaere existenzweise erhalten wollen. Ja, ich weiss, das ist eine heftige aussage. Franz Nahrada aus Wien hat auch immer darueber geschimpft. Aber wir sollten schon die dinge so benennen, wie sie sind.

    Wir koennen die herstellung stabiler materieller lebensgrundlagen fuer alle als gesellschaftliches projekt fuer alle auffassen. Das haette den vorteil, nicht permanent den kontakt zum boden zu verlieren. Darauf koennen wir alle unsere taetigkeiten aufsetzen. Und so wid es immer menschen geben, die die oekonomischen prozesse in ihrer „freien zeit“, also daneben, weiter vereinfachen. Und immer jene, die ihre wahrnehmung und traeume in form und farbe oder in texten oder in melodien mit/ohne gesang zum ausdruck bringen.

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  18. willi uebelherr schreibt:

    „Der US-Flugzeugträgerverband nähert sich langsam der syrischen Küste, der Siegesprozess der Achse des Widerstands in Syrien schreitet fort.“

    Eine gute anwendung der Dialektik, lieber Klaus-Peter. Die militaerischen verbaende des „Westens“ werden ueberall in stellung gebracht. Der Petro, der Petro-Yuan, der Renminbao, der Rubel, verselbstaendigen sich. In Brasilien werden alle limitierungen durch rechtsgrundsaetze aufgeloest. Siehe Frederico Füllgraf in NDS:

    Der Faktor Lula: Brasilien zwischen demokratischem Widerstand und Absturz in die faschistische Barbarei
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=43601

    Jetzt kommt das gutachten des wissenschaftlichen dienstes des Bundestages:

    Völkerrechtliche Implikationen des amerikanisch-britisch-französischen Militärschlags vom 14. April 2018 gegen Chemiewaffeneinrichtungen in Syrien
    Wissenschaftliche Dienste, Bundestag, 18.04.2018
    https://www.bundestag.de/blob/551344/f8055ab0bba0ced333ebcd8478e74e4e/wd-2-048-18-pdf-data.pdf

    Wir sind uns bestimmt darin einig, dass die grundlagen der UN, die UN Charta, geltung benoetigt. Und wir sind uns auch darin wohl einig, dass sich die militaerisch aufgeplusterten laender des „Westens“ sich noch nie daran gehalten haben.

    Nur, was nuetzt es uns, sich immer daran abzuarbeiten, was die anderen, die gekauften, PolitikerInnen und JournalistInnen, tun, ohne selbst zu verstehen, was zu tun ist? Warum werden massen an texten generiert, die ohne substanz sind fuer das, was wirklich wichtig ist?

    Der kern ist Oekonomie und Geldsystem. Die zurueckdraengung der fremdbestimmung und des unterwerfens unter von aussen gesetzter normierung. Das gejammer um „Globalisierung“ schafft nur resignation und furcht. Das eigene potential verschwindet im nebuloesen.

    Ich verstehe nicht, warum menschen auf diese „Witzfigur“ Sloterdijk ausweichen. Da waere es doch besser, auf Schumpeter und seine „schoepferische Zerstoerung“ auszuweichen. Das haette zumindest substanz. Der weg zur CFR (Concil of Foreign Relation) und Mont Pelerin Society waere dann nicht mehr so weit und die akteure befinden sich mitten im „Mainstream“. Karl Popper,
    Ludwig Mises und Friedrich Hayek bieten sich als lehrer an.

    Detlev hat in unserem kreis den begriff der Stampede eingebracht, um all dieses geschehen des bewusstlosen mitrennens zu beschreiben. Manche bleiben vielleicht zurueck, weichen aus und ueberlegen, wohin denn die reise gehen soll. Und sehen den abgrund.

    „Für Sieg im Informationskrieg“: BBC-Moderatorin erlaubt keinen Zweifel an Giftgas-Vorfall in Duma
    20.4.2018
    https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/68693-fuer-sieg-im-informationskrieg-bbc-moderatorin-zweifel/
    Die wahrheit wird dem „Sieg im Informationskrieg“ geopfert. Deutlicher und duemmlicher, weil ohne verstaendnis, was die Moderatorin im BBC da hervorbringt, geht es ja eigentlich nicht. Russland steht symbolisch fuer die aufloesung der „westlichen“ Hegemonie.

    Der neue Flugzeugtraegerverband soll es deutlich machen. Damit sind es drei in diesem umfeld. Israel, das lieblingskind des „Westen“, an dem sich der ganze schwachsinn kristalliert, muss vor bedrohung geschuetzt werden, damit es freie hand hat, in diesem raum frei zu agieren im sinne des „Westen“. Die aufloesung aller internationaler rechtsgrundsaetze ist dort programm. Mit der Nakba wurde Winston Churchill vollzogen.

    Die Tuerkei will das quellwasser von Euphrat und Tigris und damit den ganzen raum kontrollieren. Der versuch von Russland, den „Westen“ mit seiner Nato dadurch zu schwaechen, wenn sie die Tuerkei mitnehmen, wird sich massiv raechen. Die Tuerkei gemaess ihrer akteure ist niemals ein freund globaler kooperation auf der grundlage von gleichwertigkeit. Die menschen im Iran wissen es und wir sehen, wie schwer sie sich damit tun. Die kooperation Syrien, Libanon, Irak, Iran und Russland hat substanz. Ist tragfaehig.

    Ercan Ayboga, ein tuerke, der in Deutschland lebt, ist aktivist in „Mesopotanian Ecology Movement“ MEM. Hierbei geht es um den gesamten raum von Euphrat und Tigris fuer ein wirtschaften in harmonie mit der natur. Gegen die industriellen konzentrate, die nur die natuerlichen ressourcen auspluendern und zerstoerung zuruecklassen. Wenn die Demokratische Foederation Nord Syrien mit ihren freunden in Ost-Tuerkei und Nord-Iraq diesen weg gehen, dann koennen stabile lebensraeume entstehen.

    Ich schreibe das, auch als antwort auf den Update, um deutlich zu machen, dass wir nur in der beobachtung der anderen akteure, gewissermassen als selbstbeschaeftigung, keine zukunft uns erwirken koennen, die uns zumindest etwas von dem, was wir uns ertraeumen und erhoffen, realisieren laesst.

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  19. willi uebelherr schreibt:

    Liebe freunde, ich nehme dieses thema, um meiner abscheu vor diesem text auf Telepolis zum ausdruck zu bringen:

    Die Systemfrage als Überlebensfrage
    Tomasz Konicz, 21. April 2018
    https://www.heise.de/tp/features/Die-Systemfrage-als-Ueberlebensfrage-4029017.html?seite=all

    „Das Aufkommen einer populistischen Politklasse, die den global gegebenen Trend zu einer risikoreichen, imperialistischen Geopolitik exekutiert, ist dem weltweiten Krisenprozess geschuldet, der die sozioökonomischen Verwerfungen erst zeitigt, die Charaktere wie Trump an die Macht brachten.“
    Die politklasse war noch nie etwas anderes. Sie sind gekauft, um geistigen schrott, das Irre, zu verbreiten und zu luegen. Der berufsstand der journalisten hat die gleiche bestimmung.

    „In den Zentren sind es Deindustrialisierung, Verschuldung, ..“.
    Als ob verschuldung irgend eine bedeutung haette. Fuer die „schwaebische hausfrau“ mag das ja gelten, und fuer Tomas Konicz auch, aber doch nicht fuer die FED und EZB oder ihren ganzen angehaengten apparat. Das ist ja lachhaft.

    „.. die ökonomisch überflüssige Menschheit schaffen ..“.
    Es ist unglaublich, was fuer ein schwachsinn aus diesem hirn hervorquillt. Das erinnert mich an Zbigniew Brzezinski und seinem 20/80 tittytainment.

    „Das Massenelend dieser wachsenden überflüssigen Bevölkerungsteile bildete das Fundament der Aufstände im arabischen Raum ..“.
    Auch das ist falsch. Ohne MI6 und CIA waere da etwas ganz anderes gelaufen.

    „Die Substanz des Kapitals ist ja eben die Lohnarbeit, die das Kapital in seiner Selbstbewegung durch Rationalisierungen aus dem Produktionsprozess verdrängt – diese autodestruktive Tendenz bildet den zentralen Widerspruch des Kapitalverhältnisses und der gegenwärtigen Krisenperiode mit ihren politischen, sozioökonomischen und ökologischen Verwerfungen.“
    Das ist diese typische „Robert Kurz’sche“ kurzsicht. Wie kann ich die entwicklung von produktionsprozessen als „autodestruktive Tendenz“ erklaeren, wenn es ausschliesslich dabei um die form des vollzugs geht und niemals um ihren gehalt. Die entwicklung der produktionsprozesse ist immer ein wesentliches merkmal menschlicher kreativitaet und lernerfahrung. Das war ja schon Robert Kurz klar. Zumindest, solange er sich an Karl Marx orientierte. Weil konkreten einblick hatte auch er nicht.

    „In einem gesamtgesellschaftlichen – über das Internet organisierten – Diskurs würden die Menschen sich über das verständigen, was produziert wird und wie es produziert wird. Das Internet, das derzeit nur als Marktplatz von Wahnideen und Bühne für Eitelkeiten dient, wäre endlich zu etwas Vernünftigem gut!“
    Ich vermute, dass Tomas Konicz noch nie konstruktiv gearbeitet hat. Er spricht von „InterNet“, das nicht existiert. Er spricht von verstaendigung zur „produktion“ aber nicht mehr zur organisierung dessen, die ja immer nur materiell sich vollziehen kann. Dass wir die auflosung privater aneignung des Wissens aufloesen muessen, ist ihm immer noch nicht klar. Dass wir die oekonomie dezentralisieren muessen, auch nicht. Dass sich alle daran beteiligen muessen, auch nicht.
    Und wer soll es dann nun tun? Er und seinesgleichen natuerlich nicht. Vielleicht auslagern nach Ost-Asien? Alles drumherum in die sklaverei treiben? Haben wir ja schon. Ausser schrauberbuden gibt es schon fast nichts mehr. Und haendler ohne ende. Da koennen dann solche leute wie Tomas Konicz sich selbst beschaeftigen, wie es die SPD und Gewerkschaften schon vorzeichnen: Dienstleistungsgesellschaft.

    Ich kann nicht soviel essen, wie ich bei diesem text kotzen muss.

    mit lieben gruessen, willi
    \Asuncion, Paraguay

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    • Lutz Lippke schreibt:

      Verstehe ich nicht.
      Man kann Einiges am Artikel für illusorisch, zu kurz oder zu grob gedacht und Konkretes vermeidend halten, aber dumm, verschlagen oder boshaft ist daran nichts.
      Deutlich wird, dass der Autor nicht der Dekonstruktion von Produktivität und Effizienz durch Arbeitsteilung und Spezialisierung das Wort redet. Sie partiell abzuschaffen, wäre demnach ein mögliches aber kein zwingendes Ergebnis eines demokratisierten Verständigungsprozesses. Darin liegt offenbar der Frevel. Der Autor sieht zunächst „nur“ die Notwendigkeit die ideologisch verkleisterte Zweckbestimmung (Maximalprofit Weniger) aufzubrechen und sich der ungenügenden Haftung des Kleisters „Viele profitieren, wenn Wenige Kapital ansammeln und für Profitversprechen wagen“ endgültig bewusst zu werden. Die Irren in der Politik sind demnach das notwendige Pendant zu Irrtum und Selbstbetrug der Allgemeinheit darüber, dass Wohlstand für Alle quasi als Kollateralschaden des Profitstrebens Weniger abfallen könnte. Für diesen Irrglauben lieferte bisher noch fast jede radikale Öko-Kommune und alle bisher bekannten Planwirtschaftsversuche gute Argumente. Es fehlt also am Zutrauen, dass es eine echte, erreichbare Alternative zur Kollateralschaden-Theorie „Profitstreben schafft allgemeinen Wohlstand“. Der Autor skizziert die Möglichkeit, dem Mittel „Effizienz“ eine direkte Zielbestimmung zu geben. Eigentlich fiel mir dazu die Freistellung der Existenz vom Arbeitszwang (z.B. BGE) und Vergesellschaftung der Produktionsmittel ein (z.B. Volksaktie) ein.

      Natürlich ist das kein radikales „Back to the roots“, keine Forderung der Abschaffung der Mittel. Wenn die „roots“ die Mittel hervorgebracht haben, die den Profitwahn ermöglichten, reicht ein Zurück auf Anfang auch nicht, um es besser zu machen. Es ist bisher nur eine Fluchtalternative zum Glauben an die Rettung durch technologischen Fortschritt. Beides vermeidet die Analyse, wie die Mittel der Effizienz konkret zielbestimmend wirken können.

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    • willi uebelherr schreibt:

      In Telepolis wird hauptsaechlich die konstruierte naehe von Trump und Putin und den anderen mit kritik zerlegt. Fuer mich greift das viel zu kurz. Im text wird der alte Schein mit einem neuen ersetzt. Das ergebnis, wenn wir Karl Marx und sein „Grundrisse zur kritik der politischen Oekonomie“ nicht verstehen wollen.

      Karl war ja damals noch jung und rebellisch, trotzig und aufbrechend. Wir sollten die Mittel nicht zum Inhalt erklaeren. Das lese ich auch aus deinem text, lieber Lutz. Eines der wichtigsten resultate aus dem nachdenken ueber das beobachtete von Karl Marx: Das Sein bestimmt das Bewusst-Sein.

      Viele menschen gehen diesen weg ganz bewusst. Wenn sie ausbrechen wollen, veraendern sie radikal ihre lebensweise. Von langjaehrigen finanzakteuren kenne ich das auch. Auch von jenen, die sich aus ihrem spirituellen denken eine andere realitaet, ein anderes Sein, erschaffen.

      Der Schein, dem Tomasz Konicz sich hier entgegen stellt, wird mit einem anderen Schein ersetzt. Das sollte doch euch aus der DDR sehr bekannt sein. Wenn wir die kritischen floskeln, oder toene, durchstossen, kommen wir zu anderen floskeln.

      Das hat viel aehnlichkeit zu Nafeez Ahmed, der sich ja auch mit vielen kritischen floskeln bemueht. Sehr aehnlich auch Mohssen Massarrat, mit dem ich bei Attac-de zu tun hatte, als es um Israel als koloniales landraeuber projekt ging.

      Illusorisch, utopisch? Das wird in den kommentaren in Telepolis auch viel so gesehen. Ist aber voellig falsch. Tomas Konicz ist von zentralismen erfasst. Wir koennen es auch in der Makro-Oekonomie so lesen. Die ganze legitimierung des politischen ueberbaus ruht darauf. Die entleerung des realen und ersetzen mit „religioesen“, also dogmatischen, konstruktionen, auch kopfgeburten genannt.

      Wenn wir uns dem oekonomischen zuwenden, muessen wir die ganzen staatsdoktrinaeren und religioesen muster und methoden zur seite schieben. Die mittel, so wie du es beschreibst, entstehen sowieso nach bedarf. Es geht um die entfaltung der lokalen faehigkeiten, stabile lebensgrundlagen fuer alle im lokalen raum zu schaffen. Die regionale und globale kooperation hilft uns und darin helfen wir. Materielle austauschprozesse existieren und sind resultat der geschichte. Das ziel ist notwendig, sie zu reduzieren.

      Auch die mittel werden andere, weil die zwecke andere sind. Wir konzentrieren uns auf die immateriellen austauschprozesse, wobei hier der begriff der kooperation besser passt. Das setzt gehbare und freie raeume vorraus. Deswegen auch mein hinweis zur telekommunikation. Fuer Tomasz Konicz ist auch klar, dass die telekommunikation eines unserer zentralen instrumente wird, um zentralismen ueberfluessig zu machen. Aber wegen seinem mangel an einsicht kommt er mit leeren sprachhuelsen daher. Er kennt die realen zwangsmassnahmen nur vom hoeren-sagen.

      Telepolis ist und war immer schon ein zentrum der „Dummschwaetzer“. Das hat sich nocht nicht geaendert. Alle wirklich positiven ansaetze werden (bewusst) zerredet. Nicht nur bewusst. So aehnlich geht es auch in den zirkeln der „Community Networks“ wie FreiFunk zu. Aber wir finden das gleiche bei der DieLinke, den Gruenen und den Piraten, den HackerLabs und MakerLabs. Und das leider weltweit.

      Wir haben ja immer noch zwei polare raeume. Der raum des politischen ueberbaus, wo mit leichtigkeit die realitaet uebergangen und im sumpf des Geschwaetzes ertraenkt wird. Die USA ist ein extrem gutes beispiel. Und der raum des wissenschaftlich/technischen, wo jede philosophierung heraus getrieben wurde und wird.

      Dies beiden raeume muessen wir verbinden. Wir koennen unser tun nicht ohne philosophie und geschichte vernuenftig gestalten. ich verbinde diese beiden zur geschichte mit ihrem materiellen und immateriellen teil. Also die Philosophie als die geschichte des denkens. Aus dem spezifischen materiellen Sein entsteht ein spezifisches immaterielles denken.

      Das bild des ingenieurs, wie es Gottfried Leibniz, aber auch Joseph Fourier und Pierre Bézier waren, ist fuer mich praegend. Die verbindung tiefer theoretischer erkenntnis mit tiefer praktischer erfahrung. So ueberwinden wir auch die polaren raeume von „Kopf und Handarbeit“. Ein zentrales element bei Karl Marx und Friedrich Engels wie bei der gesamten aufklaerung.

      Wir koennen doch davon ausgehen, dass alle menschen die notwendigen potentiale dafuer mitbringen. Schwieriger wird es mit iherer entfaltung. Gerhard Huether hat sich auf dieses thema konzentriert: Potential Entfaltung. Die Selbstermaechtigung zur Selbstorganisation ist fuer mich der einzige weg. Und leider auch der schwiergste. Nicht von der sache her, sondern aus der aufmerksamkeit, die dieser bewegung sich entgegenstellt. Wird doch damit der gesamte historische konstruktionsaufwand zur etablierung elitaerer strukturen in nebelwolken verwandelt.

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      • kranich05 schreibt:

        Die geforderte Selbstorganisation, zu der wir uns ermächtigen mögen, ist heute – und dabei verzichte ich auf jede Zentralisierungsgläubigkeit – eine kontinentweite, am Ende globale Aufgabe.
        Ich bin sehr für die relativ geschlossenen Kreisläufe auf lokaler und regionaler Ebene. Sowohl als (auch aber nicht nur ökonomisch) Tätiger in meinem nicht kleinen Garten, als auch als ein Aktivist eines Projekts ÖKOSTADT (über viele Jahre) bin ich mir der Möglichkeiten und Erfordernisse von Projekten solcher Reichweite bewusst. Auch ihrer Grenzen!
        Gesellschaft HAT Lokalität und Regionalität aber sie IST Weltgesellschaft.
        Ermächtigung passiert als unmittelbare kontinentweite Vergesellschaftung (natürlich nicht nur des Ökonomischen oder Materiellen, sondern auch des Politischen, Kulturellen, der Big Data, des Geistigen überhaupt) oder sie passiert überhaupt nicht.

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      • willi uebelherr schreibt:

        „Ermächtigung passiert als unmittelbare kontinentweite Vergesellschaftung ..“
        An dieser stelle erhebe ich meinen einspruch, lieber Klaus-Peter.

        Vergesellschaftung setzt die eigene Ermaechtigung voraus. jetzt egal, in welchem geografischen raum wir uns dies betrachten.
        Ermaechtigung ist ein individueller akt, den wir natuerlich im kollektiv einfacher gestalten koennen. Vergesellschaftung wie Ermaechtigung wird uns nie gegeben. Wir vollziehen es. Ermaechtigung ist nach uns, nach innen, gerichtet. Vergesellschaftung nach aussen.

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  20. willi uebelherr schreibt:

    Liebe freunde, anstatt die heimlichtuereien mit dem OPCW-bericht der Bundesregierung als steilvorlage fuer deren mafiose methoden zu verwenden, jammert Heike Hänsel von der fraktion DieLinke nur daemlich rum.

    Linkspartei: Regierung verweigert Bundestag Einblick in OPCW-Bericht
    https://deutsch.rt.com/inland/68774-regierung-verweigert-bundestag-transparenz-fall-skripal/

    Es ist doch offensichtlich, dass jede gelegenheit genutzt werden muss, um diese mafiosen heimlichkeiten zu beenden und der bevoelkerung einen wirklichen einblick zu ermoeglichen. Auch gegen eventuelle vereinbarungen im OPCW-vertrag, falls sie existieren. Es ist einfach nur schrecklich, was das fuer kuscher sind in dieser Partei.

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  21. Pingback: Fundstück – 22.4.2018 – Schiffe versenken | opablog

  22. willi uebelherr schreibt:

    ich setze meine reuhe ueber das „Irre in der Politik“ fort. RTde verteilt einen kommentar:

    Paraguay wählt Staatschef und Parlament
    https://deutsch.rt.com/newsticker/68790-paraguay-wahlt-staatschef/

    Keine ahnung, welchen namen die autorIn traegt. Oder ist es eine meldung einer Nachrichten Agentur?

    „Mit nur knapp sieben Millionen Einwohnern und einer Sojaproduktion von mehr als
    acht Millionen Tonnen, die fast ausschließlich exportiert wird, hat Paraguay im
    letzten Jahrzehnt ein anhaltendes Wirtschaftswachstum von durchschnittlich fünf
    Prozent im Jahr verzeichnet. Dennoch leben noch immer mehr als ein Viertel der
    Menschen in dem südamerikanischen Land in Armut. (dpa/RIA Nowosti)“

    Das ist das prinzip in Latein Amerika, von Mexico bis hinunter zu Argentinien und Chile. So sehen wir gut den berufstand der Journalisten, gekauft, um dummes geschwaetz und luegen zu verbreiten.

    Und auch die meisten ParaguayanerInnen verstehen nicht, was eigentlich geschieht und lassen sich von leeren floskeln und wilden luegen in jeder form und farbe an der nase herumfuehren.

    In Portugal bricht es jetzt auf. Die grossen waldbraende 2017 waren fast alle von der holzmafia in verbindung mit den finanzsystemen organisiert. Den brailianerInnen taete es gut, mal ueber ihre selbstgebauten zaeune hinaus zu sehen. Dann wuerden sie besser verstehen, was heute in Brasilien eigentlich stattfindet.

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  23. Johannes S. schreibt:

    Heute wurde im Bayerischen Rundfundfunk in den Nachrichten gesendet, dass in der Oberpfalz
    (also nahe der Grenze zu Tschechien) amerikanisches Militär ein großes Manöver mit 200 Panzern abhält und auf den Staatsstraßen Soldaten marschieren. Die Kriegsgefahr ist nicht gebannt.

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  24. Johannes S. schreibt:

    Eine Berichtigung ist notwendig: Nicht Panzer sondern gepanzerte Wagen, also Panzerwagen sind in diesem dubiosen Manöver eingesetzt.

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  25. willi uebelherr schreibt:

    Panzerwagen und verbaende auf den strassen, PAG (Polizei Aufgaben Gesetz) in den amtsstuben. Der krieg gegen die bevoelkerung wird geuebt. Und dieser krieg wird erst gebannt, wenn die eliten keine eliten mehr sind.

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  26. willi uebelherr schreibt:

    Gut zum thema passend, vielleicht sogar ein „Fundstueck“ mit besonderer auszeichnung?

    Wozu Identität?
    http://www.streifzuege.org/2018/wozu-identitaet

    Geht es um die Zombi-isierung? Der bewusstlose und alleinige und seeligmachende konsum als bezugssystem? Mit all dem billigen theater des politischen Ueberbaus?

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  27. fidelpoludo schreibt:

    Vielen Dank, Willi!
    „ein „Fundstueck“ mit besonderer auszeichnung“! Ohne Zweifel. Deshalb habe ich das Fragezeichen nicht mitzitiert. Da der Autor es wagt, auch „Geistschmeichler“ zu zitieren – und das auch noch zustimmend -, mag es Leute geben, die das anders sehen. Immerhin: Heidegger hat er nicht zitiert. Das besorgt dann doch viel überzeugter Gilad Atzmon, der ihn für den größten Philosophen des 20. Jahrhunderts hält, worauf nicht nur der Titel seines jüngsten Buches verweist: „Being in Time“.

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