Ist die Politik irre?

Ich glaube es nicht. Am Ende ist Politik immer noch der konzentrierte Ausdruck der Ökonomie (eine begriffliche Bestimmung, mit der ich mich – unverbesserlicher Nostalgiker? – schon wieder auf Lenin und Trotzki stütze).

Was ich von der Substanz der kapitalistischen Ökonomie halte, habe ich kurz beschrieben.

Aber einfach ist es trotzdem nicht. Der Blick auf das, was wir täglich als Politik erleben, scheint etwas Anderes zu sagen als Lenins Diktum.

Die Rhetorik des US-amerikanische Präsidenten, kürzlich gegen Kim, heute gegen Assad oder die Rhetorik der US-Vertreterin im UN-Sicherheitsrat gegen Russland sind zu „hoher Politik“ erhobener Boulevard, Yellow Press. Politik ein Twitter-Eintrag?

Die Giftgas-Aktionen, sowohl die direkt von der britischen Regierung kommunizierte (Salisbury), als auch die mittels hauseigener NRO („Weißhelme“, SAMS, UOSSM) in Syrien von britischen, US-amerikanischen und französischen Geheimdiensten auf die Agenda katapultierte, zeichnen sich nicht nur durch den Verzicht auf jede Plausibilität aus („cui bono“?), sondern führen buchstäblich bereits Stunden nach Bekanntwerden zu schärfsten politischen Erklärungen der bedeutendsten Staaten der westlichen Welt. Wir erleben einen demonstrativen Verzicht auf objektive Untersuchung, sogar auf den Anschein objektiver Untersuchung. Das ist möglich, weil die westlichen Demokratien mehr oder weniger extremistische Diktaturen sind, was von ihren Bürgern akzeptiert wird.

Im Ergebnis ist innerhalb von Tagen der common sense geschaffen, dass wir „am Rande des dritten Weltkriegs“ leben. Genauer müsste man sagen: „erneut geschaffen“, denn Korea-Krise, Syrien-Krise, Ukraine-Krise (und weitere bei Bedarf) spitzen sich buchstäblich im Zwei-Wochen-Rhythmus zu bis fast zum Atomschlag, um dann ebenso plötzlich wieder auf die Ebenen diplomatischer Begegnungen abzusinken.

Ganz großes Kino?

Ja.

Es gibt neue Momente der politischen Steuerung in der westlichen Welt, vor allem ökonomische und ideologische.

Die Mechanismen der politischen Steuerung im engeren Sinne – das System der Repräsentativen Demokratie, Parteienstaat, Rechtsstaat, reduzierter Sozialstaat, zivilgesellschaftliche Formierung – funktioniert stabil. Das heißt, der Staatsbürger gibt zuverlässig freiwillig seine demokratische Souveränität ab an ein von ihm/ihr unbeeinflussbares Herrschaftssystem.

Dieser Zustand wird zementiert durch die kleinteilig gestaltete, immer individueller zugeschnittene ökonomische Abhängigkeit jedes Auszubeutenden. Er/sie wird auf ein Monadendasein in der Konkurrenzwelt reduziert.

In diesem Monaden-Schwebezustand (= als Zombie in der Matrix), der eingeübt werden muss, wird er/sie stabil gehalten mittels

  • der erwähnten tradierten, allseits akzeptierten politischen Muster
  • eines Kurzschlusses von extremer ökonomischer Ausbeutung und korrumpierender Bedürfnisbefriedigung und
  • neuartiger, in schneller Entwicklung befindlicher, ideologischer Steuerung.

Diese neuartige Steuerung braucht eine alte bewährte Grundlage – Unbildung. „Wissen ist Macht“ war einer der populärsten Sätze der frühen Sozialdemokratie. Unwissen ist Ohnmacht der Ausgebeuteten und direkt proportional der Macht der AusbeuterMachthaber.

Auf der Basis der heute erreichten Unbildung und darüber hinausgehenden Denunziation jeder Bildung ist prinzipiell JEDE Deformation und Manipulation der „Gedanken-Vorgänge“ (Ich verwende dieses sperrige Wort, weil weder „geistige Prozesse“ noch „Denkprozesse“ angemessene Bezeichnungen sind.) einer überwältigenden Mehrheit der Menschen möglich.

Die Potentiale der Meinungsmanipulation sind in einem langen Prozess geschaffen worden. Erfahrene AusbeuterMachthaber-Klassen hatten auch in der Vergangenheit, jeweils auf historisch-konkretem Niveau, bereits große Erfolge erreicht. Beispiele sind der deutsche Faschismus und der militante Antikommunismus der Adenauer-BRD.

Der heute erreichte Stand der Denksteuerung der Massen ist nicht nur komplex im Sinne der oben genannten drei Dimensionen sondern ist ein von Wissenschaftsinstrumenten durchdrungener, industrieeller Massenprozess.

Der Mensch, dem bekanntlich (zumindest im Prinzip) Freiheit eigen ist, kann der systematischen Zombifizierung, dem irre werden, entkommen. Das aber verlangt systematische gemeinschaftliche Arbeit bei Einhaltung einer Reihe zwingender Bedingungen.

Welche? Darüber könnte sich ein Meinungsaustausch lohnen.

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33 Antworten zu Ist die Politik irre?

  1. Joachim Bode schreibt:

    Und es scheint noch viel schlimmer zu sein, als es scheint:

    https://www.veteranstoday.com/2018/04/08/proof-intel-drop-trump-bolton-behind-syria-chemical-attacks-confirmed/

    Ich habe diese Seite erst vor einer halben Stunde entdeckt. Seitdem komme ich nicht mehr aus dem Staunen heraus. Es erklärt aber die neuesten Nachrichten über und von Trump, May, Macron und Merkel.
    Merkels Behauptung, Assads Täterschaft sei bewiesen, entpuppt sich danach als ungeheuerliches Täuschungsmanöver wider besseres Wissen.

    Kann jemand zu der oben angegebenen Seite irgend etwas beitragen?

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    • kranich05 schreibt:

      veterans today, das interessante Informationen bringt und diskutiert, sucht die „letzten Antworten“ im Wirken von Geheimbünden, im Satanismus.
      Ich bin der Meinung, dass diese Faktoren (Geheimpolitik) untersucht werden müssten, nicht in der Art des Verschwörungsgeschichtenanalytikers, sondern mit der Unbedingtheit des materialistischen Aufklärers. Es ist ein Unding, dass wir, die linken Systemkritiker, das politische Wirken der Geheimdienste weitgehend ignorieren. Dabei wird von den Machthabern noch nicht einmal bestritten, dass sie Milliarden in diesem Sektor ausgeben.
      Wenn wir der Spur der Milliarden folgen – a) die ausgegeben werden b) die eingenommen werden und c) die geschützt/gesichert werden, kommen wir der inneren Struktur des heutigen Ausbeutungs- und Herrschaftssystems auf die Spur.
      Heute ist es im Schwange, vom „Tiefen Staat“ zu reden. Manche klären darüber auf. Wenn diese Aufklärung nicht bis zur Aufdeckung der Klassenstruktur (meinetwegen der KlassenFRAKTIONSstruktur) unseres realen Ausbeutungs- und Herrschaftssystems geht, besteht die Gefahr der Scheinaufklärung und neuen Mystifizierung. (Die Rolle von „Rubikon“ in diesem Feld betrachte ich nicht ohne Skepsis.)
      Bündig gesagt (auf einen anderen Fall bezogen): Der Weg von Mollath bis Klatten MIT ALLEN ZWISCHENSTATIONEN muss aufgedeckt werden.

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      • fidelpoludo schreibt:

        „Wenn wir der Spur der Milliarden folgen“.
        Hier hat der Corbett Report (besonders was 9/11 betrifft) einige interessante Untersuchungen angestellt:
        (Forget for one moment everything you’ve been told about September 11, 2001. 9/11 was a crime. And as with any crime, there is one overriding imperative that detectives must follow to identify the perpetrators: follow the money. This is an investigation of the 9/11 money trail.)
        9/11 Trillions: Follow The Money (video):

        Follow the Money: From Paris to ISIS to Paris:
        https://www.corbettreport.com/follow-the-money-from-paris-to-isis-to-paris/
        Spot the Whistleblowers: Follow the (Lack of) Money
        https://www.corbettreport.com/spot-the-whistleblowers-follow-the-lack-of-money/

        Übrigens verfolgt der Corbett Report auch nicht uninteressante Spuren der wissenschaftlichen Bearbeitung des Phänomens der relativ hohen Rate von Psycho- bzw. Soziopathen in den höheren Rängen von Wirtschaft und Politik (weitere Stichworte: „Poneronologie“ (Lobaczewski); „Kakistocracy“ (Endringer); Dr. Robert Hare u. vieles andere)

        „Heute ist es im Schwange, vom „Tiefen Staat“ zu reden.“
        Die Rede stammt selbstverständlich aus den USA und wurde übernommen.
        (Mehr zu erfahren von Mike Lofgren: „What is The Deep State?“ oder von Charles Hugh Smith oder Philip Giraldi: „The American Deep State. A Law Unto Itself, a World Away From the Citizen.“)

        „veterans today (…) sucht die „letzten Antworten“ im Wirken von Geheimbünden, im Satanismus.“
        VT verfolgt viele Spuren nach Israel zurück, besonders, was 9/11 betrifft. Widerspricht in einem gewissen Sinne (übrigens in gewisser Übereinstimmung mit Chrisopher Bollyn) Gilad Atzmon in der Hinsicht, dass die Israelis alle ihre Aktivitäte „offenlegen“ würden. Was ich auch bestreiten würde. Das VT damit „letzte Antworten“ geben wolle, mag manchmal so klingen, scheint mir aber nicht ganz zutreffend – weder vom Ergebnis, noch vom Anspruch her. Sie betreiben gründlich recherchierenden Journalismus, der allerdings oftmals schon vorher zu wissen glaubt, wonach er suchr und suchen will.

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        • Joachim Bode schreibt:

          Für diese Einschätzung spricht der berufliche Hintergrund der Mitarbeiter von VT. Hier versammelt sich ein beachtliches Wissen über Bereiche, die uns „Laien“ zumeist verborgen sind. Erstaunlich (aber nur „eigentlich“), dass aus der „militärischen“ Ecke so viel kritisches Bewußtsein hervor schwappt. Wahrscheinlich (nicht im Sinne von May und Konsorten) ist das den dort krasseren Widersprüchen geschuldet.

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          • fidelpoludo schreibt:

            Kann Dir nur zustimmen und hinzufügen: Wer den Militärdienst, besonders im Auslandseinsatz, entweder ohne traumatische Erfahrungen (eher unwahrscheinlich) oder besonders nach ihrer erfolgreichen Verarbeitung einmal überstanden hat, dürfte sowohl gewappnet sein gegen Manipulation und Verführungen politisch-ideologischer Art wie auch ein besonderes Feingefühl fürs Aufspüren von Ansätzen in dieser Richtung entwickelt haben – allerdings immer inbegriffen die Gefahr der Überreaktion (oder Hysterie).

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          • kranich05 schreibt:

            @ Fidelp, Bode,
            danke für Eure mehr diffrerenzierenden Bemerkungen. Ich verfolge veteranstoday nicht ganz so regelmäßig, um es gründlich genug einschätzen zu können.
            „…schon vorher zu wissen glaubt…“ – das aber war mir doch ziemlich auffällig.

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      • kranich05 schreibt:

        Ergänzend zum letzten Satz: Genau genommen müssen die Wege (das Netz) transparent gemacht werden: Mollath-Klatten. Mollath-Diehl, Diehl-Klatten.

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        • fidelpoludo schreibt:

          Leider kenne ich den Fall Mollath nicht genau genug. Was der Fall Mollath mit der Frau Klatten zu tun hat, weiß ich deshalb nicht und konnte ich nicht herausfinden. Im Netz fand ich keine Zusammenhänge. Bin dem allerdings auch nicht persistent genug weiter nachgegangen. In dem Film über Mollath gab es da auch keine Andeutungen. Bei „Diehl“ bin ich allerdings fündig geworden: der Link dürfte euch bei der Beschäftigung mit dem Fall bekannt sein: https://gabrielewolff.wordpress.com/tag/diehl/ (Der Fall Gustl Mollath: Rosenkrieg und Versagen von Justiz & Psychiatrie IV). Wie deutlich wird mir hier, dass unsere Tatort- und andere Krimis (als „fiktive“ Gebilde) oft mehr Wahrheit enthalten als wir uns eingestehen wollen; ja das das dort Dargestellte von der Realität noch übertroffen wird; also letztenendes noch zu harmlos ist.
          Am Diehl-Fall wird eine Vermittlungsinstanz deutlich: Die Clubs, in denen sich die verschiedenen Eliten „zwanglos“ begegnen und in denen quer durch die Republik und alle ihre Institutionen so ganz nebenbei und informell Karrieren gefördert bzw. behindert oder abgebrochen werden – gegen entsprechende Absprachen und Kungeleien. Hier werden „Lion’s Club“ und „Rotary Club“ genannt. Vgl. etwa:
          Soziale Kluft: Maria und Josef im Ghetto des Geldes
          „Die wohlhabendsten Deutschen leben im Taunus bei Frankfurt: Banker, Manager, Industrielle. Was passiert, wenn man sie um Hilfe bittet? Eine Schauspielerin und ein Journalist haben sich – als obdachloses Paar verkleidet – kurz vor Weihnachten auf den Weg gemacht.“ (im Tagesspiegel) https://www.tagesspiegel.de/politik/soziale-kluft-maria-und-josef-im-ghetto-des-geldes/5996606-all.html
          Krysmanski dürfte darauf schon hingewiesen haben, wenn er seinem Modell zufolge die „Durchreiche“ und Machtverteilungsmechanismen beschreiben sollte, die von der „Superreichen Geldmacht“ über die „Verwertungsmacht“ (der Konzern- und Finanzeliten) zur „Verteilungsmacht“ der Politischen Eliten bzw. zur „Wissensmacht“ der Funktions- und Wissenseliten mit den „Werkzeugen“ der verschiedenen Mechanismen (der Privatisierung, der Verwertung, der Informatisierung und der Verteilung reicht. Wer solche „Vereinigungen“ (Rotary Club; Lions Club etc.) einmal untersucht, dürfte wohl auch bald auf den Namen Klatten stoßen. Etwa „Skala“ u.a.
          Das dürfte mindestens in den westlichen Staaten ähnlich aussehen.
          Wenn wir das erforschen wollten, hätten wir einiges vor uns.
          Transparenz dieser Parallelwelten in ihren vertikalen Verfestigungen wäre allerdings wünschenswert.

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  2. fidelpoludo schreibt:

    1. Joachim Bodes oben stehende Links sollte sich jeder ansehen! (Übrigens eine Website, auf der sehr viele Beiträge von Gilad Atzmon veröffentlicht sind)

    2. Den folgenden Appel habe ich unterzeichnet, ohne mir große Illusionen über einen Erfolg damit zu machen. Aber man kann nie wissen, welcher Tropfen es sein wird, der das (widerständige) Fass zum Überlaufen bringt:

    Multipolare Welt gegen Krieg
    Ein dringender Appell für eine multipolare Koalition des Friedens
    By mpwaw-de8. April 2018

    Unsere Welt steht an einem kritischen und gefährlichen Wendepunkt. Die zerstörerische Politik einseitiger militärischer Interventionen und illegaler Regimewechsel, ausgeführt und gefördert von den USA, ihren Verbündeten und deren Medien, hat zur Möglichkeit einer militärischen Konfrontation zwischen den großen Weltmächten geführt, die einen neuen Weltkrieg auslösen könnte.
    Die Zeit ist gekommen, um dieser ernsten Bedrohung für die Menschheit entgegenzutreten. Respekt für die Grundsätze von Souveränität, Selbstbestimmung und Nichtinterventionismus muss wiederhergestellt werden und die Einhaltung des Völkerrechts muss höchste Priorität haben.

    Dies ist ein dringender Aufruf an alle Nationen, Organisationen, Bewegungen und Menschen weltweit, sich zusammenzuschliessen um den Aufbau einer Koalition voranzutreiben, welche die Katastrophe durch die Stärkung der Zusammenarbeit multipolarer, friedlicher Diplomatie und des internationalen Rechts zu verhindern sucht, um zugleich Interventionismus und einseitige Aggression kategorisch abzulehnen.

    Wollen wir eine unipolare Welt, in welcher der Westen das Schicksal der Welt diktiert, oder eine multipolare Welt, in der souveräne Staaten in einem Umfeld des Friedens, der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Respekts zusammenarbeiten?

    Es ist klar, dass WIR, die globale Mehrheit, das letztere wählen.

    Schließen wir uns zusammen, indem wir diesen Aufruf unterzeichnen, bekannt machen und/oder diese Erklärung und alle gleichgesinnten Bemühungen verbreiten.

    ” NEIN zu Krieg … JA, zu einer multipolaren Welt! ”

    Hier kann sowohl eine Langversion des Aufrufs gelesen wie eine Teilnahme gezeichnet werden:
    http://multipolare-welt-gegen-krieg.org/2018/04/08/multipolare-welt-gegen-krieg-januar-2016-ein-dringender-appell-fuer-eine-multipolare-koalition-des-friedens/

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  3. kranich05 schreibt:

    Danke Fidelp,
    ich habe den Appell auch unterzeichnet und will ihn auch mit Hilfe des Blogs weiterverbreiten.

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  4. fidelpoludo schreibt:

    Ich kann mich allerdings des (paranoiden?) Eindrucks nicht erwehren, dass derartige Appelle entweder schon von vornherein oder hinterher ge- und benutzt werden (können), um sich von interessierter Seite einen Eindruck vom realen Maß des Wider- bzw. Aufstandspotentials zu verschaffen, um eventuelle Gegen- oder Umleitungsmaßnahmen zu treffen. Soros und seine NGOs lassen grüßen?

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    • kranich05 schreibt:

      Hey,
      ich bin aus den von Dir genannten Gründen weitgehend appellabstinent geworden.
      Man muss gar nicht an Geheimdienste denken (Aber natürlich denke ich immer daran!), sondern brauch nur einmal im Leben einen Gedanken an empirische Sozialforschung verschwendet zu haben:
      Das gesamte Appell- und Petitions(un)wesen liefert eine IDEALE DATENBASIS zur höchtsqualifizierten (personenkonkreten! aber natürlich beliebig aggregierbaren) Beschreibung und Analyse (und natürlich daraus abgeleiteten Prognose und Steuerung) des gesamten widerständigen Potentials der Gesellschaft.
      Das hat man schon vor 50 (und mehr) Jahren auf der Basis der Lochkartentechnik mit einiger Mühe gemacht.
      Heute mit Big Data ist das ein reines (Erkenntnis-) Vergnügen.
      Sich über all das keine Illusionen zu machen, hat überhaupt nichts mit paranoid zu tun.
      Das u.a. hatte ich im Blick, wenn ich schrieb: „ein von Wissenschaftsinstrumenten durchdrungener, industrieeller Massenprozess.“

      In Wirklichkeit ist alles noch viel perfekter. Aber unser Denken politischen Widerstands bewegt sich irgendwo in den Gefilden zwischen 1870 und 1930.

      Warum ich trotzdem noch immer manchen Appell unterschreibe? Allein aus Jux und Tollerei, und weil es eh egal ist.

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  5. fidelpoludo schreibt:

    Frieden in der Ägäis gefährdet – was neue NATO Stützpunkte in Griechenland bedeuten würden
    Die Freiheitsliebe | 11. April 2018
    „In den letzten Tagen wird in der griechischen Presse berichtet, dass die NATO neue Stützpunkte in Griechenland errichten möchte. Dabei sollen türkische NATO-Stützpunkte aufgegeben werden und nach Griechenland verlagert werden. Grund dafür ist vor allem das angespannte Verhältnisse zwischen den USA und der Türkei. Das Interesse der USA an Griechenland ist gewachsen, seit die Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan unberechenbarer geworden ist. Welche Auswirkungen wird dieses Vorhaben auf die Region haben?“
    http://www.neopresse.com/politik/usa/frieden-in-der-aegaeis-gefaehrdet-was-neue-nato-stuetzpunkte-in-griechenland-bedeuten-wuerden/?utm_source=Beitr%C3%A4ge+des+Tages&utm_campaign=08757b136d-Daily_Latest&utm_medium=email&utm_term=0_232775fc30-08757b136d-102473793

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  6. fidelpoludo schreibt:

    Das Ende des Internationalen Rechts?
    von Thierry Meyssan

    „Der Krieg gegen den erweiterten Nahen Osten müsste mit dem Rückzug der US-Truppen in den kommenden sechs Monaten beendet sein. Nichts weist jedoch darauf hin, dass in jedem der angegriffenen Länder Frieden einkehren wird. Wir sind heute Zeuge dessen, was wie ein Versuch erscheint, das Internationale Recht zu beenden. Wird das die Teilung der Welt in zwei Blöcke festigen oder wir das in einen allgemeinen Konflikt münden?

    Möchte der Westen mit den Verpflichtungen des Internationalen Rechts brechen? Das ist die Frage, die der russische Außenminister, Sergej Lawrow, auf der internationalen Sicherheitskonferenz in Moskau gestellt hat [1].
    Im Laufe der letzten Jahre hat Washington das Konzept des „Unilateralismus“ befördert. Das internationale Recht und die Vereinten Nationen müssten vor der Macht der Vereinigten Staaten verblassen. (…)

    Die „weltweite Verbreitung der angelsächsischen Werte“ vergisst die Ehre und wertschätzt den Profit, derart, dass sich das entsprechende Gewicht eines Staates zukünftig einzig nach der ökonomischen Entwicklung seines Landes bemisst. (…)
    Die durch die angelsächsischen Werte verursachte Verwirrung hat zur privaten Finanzierung der zwischenstaatlichen Organisationen geführt. Eine Sache führt zur nächsten, so haben beispielsweise die Staaten, die Mitglieder der Internationalen Fernmeldeunion (UIT/ITU) sind, ihr Vorschlagsrecht schrittweise dem Profit der privaten Telekommuinkationsbetreiber überlassen, die in einem „beratenden“ Komitee zusammengefasst sind.

    Die „Kommunikation“, der neue Name der „Propaganda“, drückt den internationalen Beziehungen ihren Stempel auf. Vom Fläschchen mit Pseudo-Antrax schwenkenden US-Außenminister zu dem über die Herkunft von Nowitschok von Salisbury lügenden britischen Außenminister hat die Lüge den Respekt ersetzt und läßt nur Raum für Misstrauen. (…)
    So wie eine Gesellschaft sich in ein Chaos verwandelt oder der Mensch wieder zum Wolf für den Menschen wird, wenn sie des Rechts entbehrt, so wird die Welt wieder zu einem Schlachtfeld werden, wenn sie das internationale Recht aufgibt.“

    http://www.voltairenet.org/article200614.html

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  7. Joachim Bode schreibt:

    Die Qualität der Denksteuerung befindet sich auf abenteuerlicher Talfahrt:

    Kanzlerin Merkel und Präsident Macron besitzen (jeweils einzeln oder zusammen?) nach eigenen Angaben die Beweise für den Gasangriff in Syrien, dessen Existenz sich zusehends auf Hirngespinste in bestimmten Köpfen reduziert (wie schon im Fall Skripal).
    Es ist offensichtlich: Die müssen verrückt sein, irre – oder spekulieren die etwa auf unbeschränkte Doofheit der Bürger?
    Dann wären sie zusätzlich noch einfache Kriminelle – wegen Beleidigung.

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    • fidelpoludo schreibt:

      Vielleicht sind nur ganz simpel erpressbar?

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    • willi uebelherr schreibt:

      Ihr denkt beide zu kurz. Zunaechst koennen wir eine vorbestimmtheit zu grunde legen. Wenn dann nun en geschehen eintritt, trifft es auf diese vorbestimmtheit und erzeugt unter umstaenden eine aktive reaktion. Diese aktion erzeugt nun zwaenge auf der grundlage der inneren dynamik. Unter umstaenden erzeugen diese zwaenge ein weiteres agieren, das diese zwaenge ins perverse treiben kann.

      Wir koennen diesen prozess sehr gut bei kleinen kindern verfolgen. Und das ist auch der grund, warum ich den politischen ueberbau zum kleinkindergarten erklaere.

      „oder spekulieren die etwa auf unbeschränkte Doofheit der Bürger?“
      Ja, lieber Joachim, weil sie es selbst sind. Es ist ihre welt, ihr ghetto. Von daher liegt es doch nahe, dass sie sich als „die Doofsten unter den Doofen“ verstehen.

      Das dilemma fuer sie ist nun, dass mit jedem tag, der ohne aktion verstreicht, ihre Doofheit immer deutlicher zum tragen kommt. Was wir hier erleben ist die sezierung der verbloedung des politischen ueberbaus. Sie koennen nur mit dem „Durchmarsch“, wie es Willy Wimmer beschreibt, ihren stand aufrecht erhalten. Wenn sie zoegern, verbroeseln die rechtfertigungen.

      Das russische militaer und die russische regierung wissen sehr gut, dass dieser selbstzerstoerungsprozess laeuft. Schwierig ist es fuer sie, wenn die einfalt obsiegt und massive taten erzeugt werden.

      Wir koennen auch sehen, dass die strukturen der Massenmedien nicht mehr richtig funktionieren. In der ARD hat der ehemalige Botschafter in der UK das ganze gebaeude zerrissen. Das gleiche finden wir auch im englisch-sprachigen raum.
      siehe Eva Bartlett
      On Syria & unverifiable, baseless, CW allegations
      https://ingaza.wordpress.com/2018/04/11/on-syria-unverifiable-baseless-cw-allegations/

      Fox News in der USA, ein Murdoch ableger, stellt all diese luegen in frage. Fuer Donald Trump ist das das einzige medium, das ihn unterstuetzt.

      Israel treibt zur aktion. UK ebenso. Sie haben viel zu verlieren, wenn das zoegern aufrecht erhalten wird. Es ist die getriebenheit aus den selbst geschaffenen fakten und tatsachen, die sich ihrer ermaechtigt hat.

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      • Joachim Bode schreibt:

        Beeindruckende Beschreibung der zwanghaften Beschränktheit postdemokratischer Machtstrukturen, die bei den betroffenen Politikern in ihren psychologischen Reduktionen zu Primitivst-Reaktionen führen. Kleinkindergärten wirken dagegen, lieber Willi, fast wie universitäre Anstalten (ich habe da einige Erfahrung…).

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  8. willi uebelherr schreibt:

    Liebe freunde, Jens Berger von den NachDenkSeiten hat immer noch nicht begriffen, wie mit diesem geschehen umzugehen ist.

    Die OPCW-Untersuchung zu Skripal – Fake News auf allen Kanälen
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=43460

    Anstatt jegliches uebriggebliebene ansehen der privaten und oeffentlichen medien zu zertruemmern, jammert er rum. Erwartet irgendwie qualitaet, fordert es ein. Der hat ja einen vollen schatten im hirn.

    NDS hat keine kommentare. Hat mich auf ihren Spam-Filter gesetzt. Klar, ich weiss ja, warum. Rubikon macht es genauso.

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    • icke schreibt:

      „…einen vollen Schatten im Hirn“ – wenn Sie so persönlich werden, müssen Sie sich nicht wundern, wenn Sie in die Trollecke gestellt werden.

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  9. icke schreibt:

    „… der konzentrierte Ausdruck der Ökonomie“ – nostalgisch finde ich das garnicht.
    Ich kann dazu den langen Vortrag von Rainer Mausfeld empfehlen: „Wie sich die “verwirrte Herde” auf Kurs halten lässt“ , Machterhalt der ökonomischen Eliten durch vielfältigste Mittel der Manipulation.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=40899

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  10. fidelpoludo schreibt:


    Da der Palästinenser nicht vergast wurde, ist an der Aktion nun
    wirklich nichts auszusetzen. „Humanes Sterben“ haben sich die
    israelischen „menschlichsten Streitkräfte der Welt“ auf die
    Fahnen geschrieben. Warum bleiben diese Mißgeburten und
    Unmenschen nicht einfach in ihren ihnen zugewiesenen Löchern
    und bilden sich ein, zurückkehren zu können in ihre Heimat, die
    sie doch freiwillig verlassen haben?

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  11. fidelpoludo schreibt:

    Kranichs Vorgabe und -haben:

    „Ich bin der Meinung, dass diese Faktoren (Geheimpolitik) untersucht werden müssten, nicht in der Art des Verschwörungsgeschichtenanalytikers, sondern mit der Unbedingtheit des materialistischen Aufklärers. Es ist ein Unding, dass wir, die linken Systemkritiker, das politische Wirken der Geheimdienste weitgehend ignorieren. Dabei wird von den Machthabern noch nicht einmal bestritten, dass sie Milliarden in diesem Sektor ausgeben.“

    Findet sich nicht mindestens einiges von der „Unbedingtheit des materialistischen Aufklärers“ in den beiden folgenden Videos von Dirk Pohlmann „Desinformation: Das Spiel der Geheimdienste mit der Wahrheit (1)“ und „Desinformation: Manipulation der Massen (2)“? Überprüft es doch selbst:

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  12. fidelpoludo schreibt:

    Man sollte sich auch dieses Video über Pohlmann ansehen:
    im Dialog: Dirk Pohlmann über „Macht & Kontrolle, Medien und geheime Dienste“

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  13. Pingback: Fundstück – 22.4.2018 – Schiffe versenken | opablog

  14. fidelpoludo schreibt:

    „Irre Politik“ macht schon lange nicht mehr an der Grenze halt.
    Auch Frankreich ist auf dem falschen Gleis, weil die Macrionette die Weichen stellt.

    In einem lesenswerten Text
    „The Tragedy of the Cheminots: The Deep Meaning of the French Railroad Strikes“
    http://www.europereloaded.com/tragedy-cheminots-deep-meaning-french-railroad-strikes/
    analysiert Diana Johnstone welche sozialen Errungenschaften der framzösischen Gesellschaft durch die neoliberale Weichenstellung einer neoliberalen Macrionette verloren zu gehen drohen. Nicht ohne den Sackbahnhof und die Gleisverleger zu benennen, die den unipolaren Zug ins Rollen brachten und ihm den eingleissigen Weg freisperrten, den nun schon mehr Leichen pflastern als Sergio Corbuccis „Il grande silenzio“. Ein Schweigen, das auch Diana Johnstone bedauernd kommen bzw. sich erhalten sieht, wenn sie befürchtet, dass „there is reason to fear that much of the public has already been plunged into a slumber too deep to be awakened.“
    Ein paar Schwellen seien verlegt, um ihrem Gegengleis auf die Spur zu kommen:

    „It is harder to build things up than to tear them down.

    The Thatcher neoliberal putsch signaled the death sentence of the glorious thirty and the start of the forty inglorious: the persistent campaign, ideological and institutional, to destroy the social state, lower wages and benefits, and eventually transfer all decision-making power to the movements of finance capital. This is variously called neoliberalism or globalization.
    The counter-revolution struck France in the early years of the presidency of Socialist President François Mitterrand, causing his government to change its policies and break its “common program” alliance with the Communists. To hide its anti-social shift, the Socialist Party changed its line to “anti-racism” and “the construction of Europe” (meaning the European Union), presented as the new horizon of “progress”. The concern of workers to maintain the standard of living they had achieved in recent decades was derided as “reactionary”, in opposition to the new concept of borderless, global competition, the new “progress”.

    In reality, “European construction” has meant the systematic deconstruction of member states’ sovereignty, bringing about the destruction of social welfare systems bolstered by sentiments of national solidarity for which there is no substitute in the vague abstraction called “Europe”. Step by step, Europe is being deprived of its social protections and opened up to the whims of the likes of Goldman Sachs, industrial takeovers and shutdowns, and Qatar. (…)

    Macron is only a pawn. It is not Macron who decided to destroy France’s rail system. It was decided and decreed by the European Union, and Macron is merely carrying out orders. The orders are to open the rail system up to free international competition. Soon, German, Italian, Spanish trains may be sharing with French trains the same rails – rails whose upkeep is turned over to another company, also in it for the profit. The stress of the rail workers will be increased by their insecurity. To fill the profit margin, passengers will inevitably have to pay more. As for residents of small rural communities, they will simply lose their railroad service altogether, because it is not profitable. (…)

    As Macron raises taxes to build up his military industrial complex, the only public employees who will soon be left to enjoy social benefits and early retirement will be the military – whose task will not be to serve France but to act as auxiliary in United States foreign wars.

    Until soldiers are replaced by robots.“

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    • fidelpoludo schreibt:

      Apropos Neoliberalismus, in dem das Wesen hinter seiner Erscheinung zurückzutreten scheint. Bei Corbucci war es – wie überhaupt „in the good old days“ – noch umgekehrt. Lang, lang ist’s her:
      Zum Anfüttern – Take this!

      Zum Nachladen – Take this!

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