Alexander Rabinowitch: „Die Sowjetmacht“. Und einige Überlegungen zu Lenin und der bolschewistischen Partei

Es geht um die beiden Bände: „Die Sowjetmacht. Die Revolution der Bolschewiki 1917“, englisch 1976, deutsch 2012, 602 S. und „Die Sowjetmacht. Das erste Jahr“, englisch 2007, deutsch 2010, 652 S. (behandelt das Jahr 1918).

Oktoberrevolution war gestern. Inzwischen ist die Gedenk-Karawane weitergezogen. Doch für denjenigen, dem es um mehr geht als um Gedächtnis-Rituale, sind weiterhin viele Fragen offen.

Ich hatte mich bereits seit 2016 erneut den frühen Jahren der Sowjetmacht und dann dem Stalinismus zugewandt. Auslöser dafür war Wadim S. Rogowins großes historiografisches Werk „Gab es eine Alternative?“. Es ist DAS Grundlagenwerk, um die Herausbildung des Stalinismus und damit die Liquidierung der bolschewistischen Revolution zu verstehen. Da bleibt kein Raum für Geschichtsteleologie.

Freilich wirft die Antwort, dass es eine Alternative zu Stalin gab (und mich hat sie überzeugt) die nächste Frage auf: Warum konnte die Alternative nicht durchgesetzt werden? Wenn Rogowin, soweit es die Sowjetunion betrifft, zur Beantwortung auch dieser Frage viel beigetragen hat, bleibt sie doch im Weltmaßstab offen. Weltweit hat sich die stalinistische Deformation des Marxismus-Leninismus an die Stelle der originären marxistisch-leninistischen Wissenschaft und Praxis gesetzt. Viele haben dagegen gekämpft, doch kein „Ketzer“ konnte sich in der „kommunistischen Weltbewegung“ durchsetzen, wohl aber manch Stalin-Klon. Und bis heute, fast 30 Jahre nach dem Untergang des Realsozialismus, erkenne ich kein neues Aufblühen marxistisch-leninistischen Denkens.

Waren die Lehren von Marx, Engels und Lenin eine Erscheinung weniger Jahrzehnte? Zwar mit Folgen aber ohne zukunftsgewisse Fortsetzung?

Und noch grundsätzlicher gefragt: Ist das gesamte Projekt der Aufklärung, der menschlichen Emanzipation, des radikalen Humanismus, sind 250 Jahre Geistesgeschichte, zu Asche geworden ohne den geringsten Hoffnungsfunken?

Heute scheint es mehr Gründe zu geben, auf diese Frage mit „Ja“ zu antworten als mit „Nein“. Wer aber mit diesem Zustand – sei er Realität oder Schein – sich nicht abfinden will, sollte genauestens prüfen, welche Gipfelleistungen des radikalen Humanismus=der kommunistischen Umwälzung erreicht wurden und welche nicht, wie sie erreicht wurden und in welchem Prozess sie zerstört wurden (und auch, welche „Restbestände“ eventuell noch existieren).

In diesem Zusammenhang sind (neben Rogowin) die beiden Bände Rabinowitchs von großem Interesse. Mir ist kein Werk bekannt, dass „das Handgemenge“ der Revolution 1917/18 vergleichbar dicht und materialreich in einer fast durchgängig gelungenen Einheit von Historischem und Logischem ausbreitet und aufbereitet. Dabei für mich überraschend und erfreulich: Rabinowitch ist kein „freiwilliger“ Lenin-Bewunderer, allenfalls ein „unfreiwilliger“. Seine Sympathien gehören offenbar mehr den sog. „gemäßigten Bolschewiken“ a la Kamenew. Umso beeindruckender ist es, zu verfolgen, wie der exakte Wissenschaftler die Oberhand behält und die schwer erkämpften und wiederholt für das Schicksal der Revolution ausschlaggebenden Siege Lenins (oftmals im Bund mit Trotzki) daraus herleitet, dass keiner so wie er die Erfordernisse des revolutionären Prozesses – gleichsam das „Diktat des revolutionären Lebens“ – begriff und in politisches Handeln der Bolschewiki ummünzen konnte.

Versteht sich, dass damit vom heutigen Standard-Quark der Böswilligen oder Ahnungslosen: Oktoberrevolution=‘das kleinen Bolschewistenhäuflein hat einen Putsch durchgezogen‘, nichts übrig bleibt.

Die Oktoberrevolution steht für sich als das einzigartige (allenfalls mit 1789/94 entfernt vergleichbare) elementare Geschichtsereignis, in dem die bolschewistische Partei eine außerordentliche Rolle gespielt hat.

Wie immer führt die eine geklärte Frage zur nächsten offenen: Wie konnte die bolschewistische, tief in der Bevölkerung verwurzelte Partei in historisch kurzer Zeit zu einem der autoritärsten Machtapparate des 20. Jahrhunderts werden?

Wie Rabinowitch diese Frage im Detail beantwortet, kann ich z. Z. noch nicht sagen, weil ich beide Bände noch nicht vollständig gelesen habe. Völlig klar ist aber, dass zur Art und Weise des Wirkens der Partei, ihrer Gliederungen, ihrer Führer, nicht zuletzt Lenins eine solche Fülle charakteristischer Informationen in ihren Zusammenhängen ausgebreitet wird, dass der Leser zu selbständigen, sachlich begründeten Überlegungen zum Parteiproblem angeregt und befähigt wird.

Dieser Satz ist nur eine Behauptung, bestenfalls eine Ankündigung.

Doch die Lektüre der sechs Bände Rogowin veranlasst mich, schon jetzt einige Überlegungen zu der gestellten Frage zu notieren. Dabei stellt die Reihenfolge keine Rangfolge dar.

– Die Partei befand sich in einer permanenten Überforderungssituation. Der Übergang von der Vorbereitung und Durchführung der Revolution zur bewussten Steuerung eines ganzen riesenhaften Landes stellte Aufgaben, die jede theoretische Vorausschau und jede bisher akkumulierte Erfahrung übertrafen. (Das gilt bereits für die Zeit des Bürgerkriegs und der imperialistischen Interventionen.)

– Die Partei agierte fünf Jahre lang aus dem Pathos der Revolution heraus. Es wurde in einer andauernden Hochspannung gearbeitet, die die besten Kräfte verschliss (hinzu kamen die Gewaltakte der Konterrevolution) und andererseits ein mehr oder weniger ausgeprägtes Bedürfnis nach „normalem Alltag“ entstehen ließ. So bildeten sich zunächst fast unbemerkt Doppelstandards heraus, „Menschlich-Allzumenschliches“, bis hin zu Heuchelei und Betrug auch in der Führungsspitze.

– die Zerstörung der Partei begann 1923 mit dem Kampf der vier Parteiführer, Stalin, Sinowjew, Kamenew und Trotzki um ihre persönliche Macht in der Nachfolge Lenins. Genau genommen aber ging es mit der Formierung der „Troika“ (Stalin, Sinowjew, Kamenew) wohl darum,Trotzki als 1. Parteiführer zu verhindern. Es gab die Abgehobenheit einer winzigen Gruppe entscheidender Parteiführer von der (faktisch führungslosen) Partei.

– Die letzten Aktivitäten des fast völlig arbeitsunfähigen Lenin, deren strategischer Gehalt sich voll und ganz bestätigte, wurden von der „Troika“ sabotiert. Auch Trotzki kämpfte nicht mit aller verfügbaren Energie um ihre Geltung. (Vergl. dazu „Stalinismus un Umgebung“ hier und hier.)

– Trotzki, der 2.fähigste Führer, war kein Lenin.

– Lenin verkörperte die revolutionäre Bewusstheit. (Ich gebrauche diesen Fachbegriff des historischen Materialismus in seiner vollen Bedeutung.) Das zu leisten gestattete ihm sein intellektuelles und charakterliches Potential bei gleichzeitiger, niemals unterbrochener, unmittelbarer Verbindung zu den Gruppen und Schichten der konsequentesten Revolutionäre des russischen Volkes.

– Erkannte Fehler gestand Lenin ein und korrigierte sie unverzüglich (meist in öffentlicher Form).

– Stalin agierte frühzeitig aber verdeckt mit dem Ziel seiner persönlichen Macht, wobei er sich systematisch eine ihm ergebene Hausmacht aus Teilen der Partei sicherte (besonders junge unerfahrene Mitglieder) unter Ausnutzung seiner Entscheidungsgewalt in Fragen der Kaderpolitik und der Privilegienvergabe.

– Der überragenden Persönlichkeit Lenins (und mit Abstrichen Trotzkis) hatte die Partei Enormes zu verdanken. Glaubten die Bolschewisten eine Art „Gewohnheitsrecht auf überragende Persönlichkeiten“ zu besitzen? Das könnte Stalin, der sich in diese Rolle manövrierte, zugespielt haben.

– Lenins (praktizierter) Grundsatz des Nichtausschlusses von Gegenmeinungen unter Bolschewisten wurde im Verlauf weniger Jahre restlos aufgegeben. (Dabei kann ich nicht genau einschätzen, ob Lenin diesen Grundsatz praktizierte, einfach weil ihn die Verhältnisse dazu zwangen oder ob bzw wie weit es eine bewusst gepflegte „Kultur“ des produktiven Umgangs mit Gegenmeinungen gab.)

– Aus dem Boden der revolutionären russischen bzw. sowjetischen Gesellschaft generierten sich immer wieder echte bolschewistische Kräfte (bzw. Keime). Sie wurden vom Stalinismus in die stalinistischen Formen umgelenkt und speisten diese somit immer wieder mit frischer revolutionärer Lebenskraft. Die klarsten und theoretisch anspruchvollsten dieser Initiativen stellten sich in bewusste, unversöhnliche Feindschaft gegen Stalin und den Stalinismus. Sie wurden durch den Terror des Systems liquidiert, ohne irgendein Schuldbekenntnis abgegeben zu haben. Einer der bedeutendsten dieser bolschewistischen Helden, dessen Andenken fast völlig ausgelöscht wurde, ist Martemjan Nikititsch Rjutin.

Hier im Blog habe ich wiederholt Martemjan Rjutin gewürdigt. Der Gründungsappell des von ihm gemeinsam mit Kampfgefährten Lenins 1932 gegründeten „Bundes der Marxisten-Leninisten“ liegt auf deutsch vor (8 Seiten). Das Grundsatzdokument dieses Bundes (etwa 120 Seiten) liegt bisher nicht auf deutsch vor. opablog wird sich bemühen, nach und nach eine Übersetzung zur Verfügung zu stellen.

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, bloggen, Leben, Lenin, Machtmedien, Materialismus, Mensch, Realsozialismus, Revolution, Widerstand abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

22 Antworten zu Alexander Rabinowitch: „Die Sowjetmacht“. Und einige Überlegungen zu Lenin und der bolschewistischen Partei

  1. fidelpoludo schreibt:

    Erst wieder auf WordPress schimpfen hilft, den Kommentar zu platzieren:

    Vielleicht hilfreich, vielleicht aber auch abwegig, was Slavoj Zizek in dem Zusammenhang erwähnt.
    Einmal in diesem Video, wo er einerseits entschieden auf der Differenz zwischen Stalinismus und Faschismus – gegen die falsch vereinheitlichende Gleichsetzung mit dem Begriff des Totalitarismus – beharrt und andererseits bemängelt, das die Frankfurter Schule keine Analyse des Stalinismus geliefert hat:

    „Diese radikale innere Spannung im Stalinismus ist ein pervertierter Effekt der Tatsache, dass es einen authentischen Kern am Anfang gab. (…) Es war alles in allem doch eine echte Tragödie, in dem Sinne, dass es als eine unglaublich emanzipatorischer Aufbruch begann und sich in einen Albtraum verwandelte. Und ich glaube, dafür haben wir noch keine brauchbare und erklärende Theorie. Entweder wir machen den Fehler, die ganze Geschichte („Dialektik der Aufklärung“) als Verfallsgeschichte zu betrachten (die „instrumentelle Vernunft“ im 20. Jh. kulminieren zu lassen, deren erste Anzeichen bis zum Beginn der Menschheit zurückverfolgen können, wo sich schon im mythisch-magischen Denken sein manipulatives Element zeigen läßt), wonach der Stalinismus in einem ironischen Sinn sich als „Höhepunkt“ der Menschheitsgeschichte erweist. Das kommt für mich nicht hin und wird dem Problem nicht gerecht. Oder wir ergehen uns – genausowenig überzeugend – in simplen Abgrenzungen und Distanzierungen.“</blockquote>

    Das andere Mal in einem
    Gespräch mit Stephen Kotkin, das ich in guter Erinnerung habe, das ich mir aber erst noch einmal aufmerksam ansehen müßte, um Wichtiges hervorheben zu können:

    Im folgenden Beitrag versucht er anhand einiger Beispiele verschiedener Filmproduktionen unter Zuhilfenahme Lacanscher psychanalytischer Begriffe, besonders dem des „Big Other“ die stalinistische Ideologie in ihrer Wirkung und ihrer Wirkungsweise und Mechanismen zu analysieren:

    Gefällt mir

  2. Theresa Bruckmann schreibt:

    Die Frankfurter Schule habe keine Analyse des Stalinismus geliefert. Von Rudi Dutschke
    heißt es aber
    hier https://www.nachdenkseiten.de/?p=43121
    „Er las und diskutierte mit Herbert Marcuse und Ernst Bloch, mit denen er sich anfreundete. Mit Bloch traf er im Februar 1968 auf einer Tagung in Bad Boll zusammen. In der Diskussion ging es um ein verändertes Verhältnis von subjektiver und objektiver Dialektik.
    Auf letztere hatten die Zweite und die Dritte Internationale im Banne eines ökonomistisch reduzierten Marxismus gesetzt.
    Die objektive Entwicklung der Produktivkräfte würde von sich aus eine Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse hervorbringen.
    Der Sozialismus fiele eines Tages wie ein reifer Apfel vom Baum der Geschichte und der Menschheit in den Schoß. Dutschke: „… das Verhältnis von subjektiver und objektiver Dialektik hat sich verkehrt zugunsten der subjektiven Dialektik.
    Es hängt heute mehr denn je von der subjektiven Tätigkeit der Menschen ab als von einer objektiven Dialektik.
    “ Geschichte sollte nicht mehr als Kette gesetzmäßig ablaufender Ereignisse begriffen werden, sondern als ein Feld von Möglichkeiten, die sich realisieren lassen, wenn die Menschen sich ihrer bewusst werden und für sie kämpfen.
    Er las natürlich auch das Buch, das Johannes Agnoli und Peter Brückner gemeinsam verfasst hatten, das „Transformation der Demokratie“ hieß und aus dem die Revolte ihre Argumente gegen Parlamentarismus und bürgerliche Demokratie bezog.
    Die 68er-Bewegung erweckte den Rätegedanken und die Idee der Selbstverwaltung zu neuem Leben und versuchte, an die Traditionen und Diskussionen der frühen Weimarer Jahre anzuknüpfen.
    Und hier, ebenfalls ein Götz Eisenberg-Beitrag
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=40209
    heißt es:
    „Es dauerte lange, bis ich in meinem Fühlen und Denken zulassen konnte, dass die Tötung zweier Geiseln auf grausame Weise, für die ich mitverantwortlich bin, ein Verbrechen ist, das durch nichts zu rechtfertigen ist“, notiert Lutz Taufer in seiner Autobiographie Über Grenzen. Er beschreibt den Weg aus der badischen Provinz in die antiautoritäre Revolte und nach deren Auflösung in den bewaffneten Kampf der RAF. Im Gefängnis setzten Lernprozesse ein und es wurde ihm klar, dass die befreite Gesellschaft bereits in den Mitteln erkennbar sein muss, die zu ihrer Erreichung angewandt werden. Hass und Gewalt verzerren die Züge der Kämpfenden und entstellen das Antlitz der Revolution. Am Ende kommt es zu der grotesken Situation, dass sich die, um deren Befreiung es gehen soll, von denen bedroht fühlen, die sie befreien wollen. Nach der zwanzigjährigen Haft ging Lutz Taufer als Entwicklungshelfer nach Brasilien und versuchte dort in den Favelas, Ansätze einer „Strategie des Glücks“ zu verwirklichen. Von Götz Eisenberg[*].

    Und hier:
    https://kenfm.de/bahman-nirumand/
    KenFM im Gespräch mit: Bahman Nirumand („Weit entfernt von dem Ort, an dem ich sein müsste“)
    heißt es:
    „Nirumand in Minute 4:30 „Keine Revolutionen, nicht die kubanische, nicht die russische, nicht die chinesische haben im entferntesten das erreicht, was sie zuvor verkündet oder dem Volk versprochen haben.“
    In Minute 4:59 „Vor allem geht es einmal um eine Revolution, an die ich jahrelang geglaubt habe. Revolution ist ein Gewaltakt. Immer, egal welche Revolution sie nehmen. Das bedeutet, dass man bestimmte Schichten des Volkes, die Herrscher, die Herrscher, die vorher geherrscht haben oder Teile der Bevölkerung unterdrücken muss, um die Macht zu übernehmen.
    Also man muss selbst gewalttätig werden und dann kommt die Zeit, wo die Revolutionäre ihre eigene Macht verteidigen wollen und müssen und das ist immer mit Unterdrückung verbunden.
    Das ist mir erst mit der Iranischen Revolution wirklich klar geworden, weil ich das am eigenen Leib gespürt habe.“
    6:22 Minute “ Also in der Zeit der Revolution, als der Schah noch da war, aber alles … war es eine sehr euphorische Zeit. Man dachte „jetzt kommt die Revolution und die ersten Monate waren wunderbar, die schönsten Monate, die ich in meinem Leben erlebt habe. Aber dann kamen Rachegefühle, dann kam Brutalität, dann wurden Minderheiten ausgeschaltet, dann immer wieder Gruppen ausgegrenzt usw. Das ist aber typisch für die Revolutionen.
    Es ist einfach ein Sprung, ein Gewaltakt, eine Zäsur und diese Zäsur hat mit Demokratie nichts zu tun.
    Ich glaube es ist einfach die Macht, die korrumpiert und vor allem die Konzentration von Macht. Wenn die Macht nicht verteilt ist, auf einer breiten Ebene sondern sich konzentriert auf bestimmte Personen, wird es gefährlich. Das ist dann Monopolisierung der Macht und die korrumpiert die Menschen, weil sie mit aller Kraft versuchen, diese Macht zu behalten.

    Gefällt mir

    • fidelpoludo schreibt:

      Hallo Theresa,
      alles interessante Beiträge, die wohl zeigen, dass die Neue oder Neomarxistische Linke ihre Lehren gezogen hat. Nur: Sind alle Aufgeführten und zur Sprache Gebrachten – von Rudi Dutschke über Ernst Bloch (übrigens lange Zeit ein Verteidiger Stalins – man mag es kaum glauben), Johannes Agnoli, Götz Eisenberg bis zu Bahman Nirumand keineswegs zur Frankfurter Schule zu rechnen. Außerdem hat keiner von ihnen allen eine Theorie des Stalinismus und wie er sich entwickeln konnte geliefert. Es sind allenfalls fragmentierte, wohl wichtige Erkenntnisse darüber versammelt, welche Fehler in Zukunft unbedingt zu vermeiden seien und wie man durch andere Organisationsformen dazu beitragen kann.
      Eine koheränte, detaillierte Theorie des Stalinismus, die der Theorie des Faschismus vergleichbar wäre, ist von keinem ausgearbeitet worden.

      Gefällt mir

      • Theresa Bruckmann schreibt:

        Genau das. Das wäre ja wohl eher Aufgabe von Marcuse gewesen.
        Eine spannende Frage ist, warum wollte er es nicht genauer wissen. (Hat es was mit der ‚Steuerung‘ der Intellektuellen durch den Tiefenstaat zu tun? oder folgten sie
        in einer ‚intellektuellen Redlichkeit‘ anderen Denkpfaden, anderen ihre Erkenntnisse leitenden Interessen).

        Bei Bloch und Dutschke, also die ‚anderen‘ muss ich natürlich auch fragen. Warum?
        Immerhin sagen sie ganz eindeutig, dass die objektive Dialektik durch
        eine subjektive (abgelöst? oder was heißt ‚das Verhältnis hat sich verkehrt‘)
        sei.
        Dutschke: „… das Verhältnis von subjektiver und objektiver Dialektik hat sich verkehrt zugunsten der subjektiven Dialektik.
        Es hängt heute mehr denn je von der subjektiven Tätigkeit der Menschen ab als von einer objektiven Dialektik.

        Gefällt mir

        • fidelpoludo schreibt:

          Ja die Frage ist schon spannend. Allerdings glaube ich in diesem Fall nicht an eine Steuerung. Das Resultat einer solchen Forschung wäre der CIA und vergleichbaren Interessenten auch zugute gekommen. Mir scheint der Grund in einer Unzugänglichkeit der notwendigen historischen Quellen zur damaligen Zeit zu liegen. Allerdings kein Grund, sich nicht dennoch, wenn auch in einem spekulativen Rahmen, den man als solchen kenntlich macht, damit zu beschäftigen.
          Rudi Dutschke hat glaube ich solche Ansätze geliefert, ohne sich wohl über den spekulativen Gehalt Rechenschaft abzulegen.
          Sein Buch hieß: „Versuch, Lenin auf die Füße zu stellen“
          Vielleicht gibt es bessere Rezensionen, aber ich fand diese ganz hilfreich, weil sie in weiten Teilen Dutschke – wie mir scheint – korrekt referiert:
          http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41651544.html
          Ein paar Auszüge:

          „Die russische Revolution von 1917 hat einen „halb-asiatischen Staats-Sozialismus“ hinterlassen. „Der Sumpf zaristisch-bürgerlicher Verhaltensformen“ ist geblieben; er „stinkt zum Himmel“.
          Die Partei des „Leninschen Typus“ ist, wenngleich sozialistisch gewendet. weitgehend ein Ebenbild des despotischen Zarismus. Diese Partei hat, von Rußland aus, ihr „halb-asiatisches“ Modell allen europäischen Kommunisten aufgezwungen. Lenin brach „mit dem revolutionären Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Nationen und Nationalitäten“. Er preßte die Völker in einen „geduckten Gang zum Kommunismus“ — „ein Fehler. der noch bis in die Gegenwart reicht“. (…)
          Dutschkes Lenin-Kritik setzt bei jenem Problem der Geschichte der Russischen Revolution an, das die Marxisten seit nunmehr fast einem ganzen Jahrhundert umtreibt — der Frage nämlich, ob Lenin überhaupt eine russische sozialistische Revolution planen durfte. obwohl Rußland nach marxistischen Vorstellungen dafür noch nicht reif war. Rußland hatte noch nicht die — nach dem Marxschen Geschichtsschema notwendige — bürgerliche Revolution hinter sich. Es war weder um 1900, als Lenin seine bolschewistische Partei aufzubauen begann, noch 1917, als er in Petersburg die Macht an sieh riß, ausreichend industrialisiert, und es besaß ein nur geringes Proletariat. Der Klassen-Antagonismus war noch nicht voll entwickelt. Wichtiger noch: Er entwickelte sich in Rußland anders als in Westeuropa. (…)
          Lenins Fehler war — laut Dutschke daß er „den Begriffsapparat, den Marx für die bürgerliche Gesellschaft (Westeuropas) entwickelt hatte, über die nichtbürgerliche russische Gesellschaft stülpte“ (und das revolutionäre Potential der russischen Bauern mißachtete). Aus dieser ungeschichtlichen Übertragung ergab sieh zwangsläufig das Modell einer „pädagogisch-elitären“ Partei, die nicht anders konnte, als ihre Revolution als eine „Revolution von oben“ zu verstehen, die überdies nicht anders konnte, als die Marxsche „Diktatur des Proletariats“ zu einer „Erziehungsdiktatur“ zu entwickeln, zu einer Herrschaft, die schließlich in eine Restauration „russischer Knechtschaftsverhältnisse“ mündete.
          Dutschke unterscheidet — und das ist wichtig — die russische und die westeuropäische Revolution. Er begründet das damit, daß nicht nur die „Verhältnisse“ in beiden Gebieten unterschiedlich sind, sondern auch das „reale bewußte Sein“ der Massen. Dabei sollen, so bemerkt Dutschke in Anlehnung an Marx, die Besonderheiten „klimatischer und territorialer Verhältnisse“ ebensowohl eine Rolle gespielt haben wie die Besonderheiten der historischen Entwicklung — Besonderheiten, die sich jedenfalls in der Nähe konservativer Vorstellungen bewegen: geopolitischer und historistischer Vorstellungen. An einer Stelle versteigt sich Dutschke sogar dazu, von der Unterschiedlichkeit halb-asiatisch-russischer und westeuropäischer „Produktions und Lebenstypen“ zu sprechen. (…)
          Dutschke wirft Lenin vor, die Russische Revolution „im Kopf antizipiert“ zu haben, und plädiert seinerseits für eine Revolution, die auf den „Füßen“ marschiert — für eine Revolution also, die von den Massen getragen sein soll, und die, überdies, die jeweiligen regionalen, historischen und nationalen Besonderheiten berücksichtigen soll.“

          Mehr emanzipatorische Phrasen als ernsthafte Forschung, wie mir scheint.
          Unser Kranich wird wahrscheinlich über Dutschkes Buch keine Gnade walten lassen, wenn auch ganz anders als der Rezensent. Immerhin: Dutschke hat sich an das schwierige Thema gewagt und ist wohl gescheitert. Aber wie wir aus dem (langfristigen) Scheitern der Russischen Revolution lernen wollen, sollten wir auch aus Dutschkes Scheitern das herauszuholen versuchen, was in ihm steckt.

          Gefällt mir

  3. Theresa Bruckmann schreibt:

    Prof. Wallerstein zum Versagen der LINKEN.
    Ab 18:35 Min. geht es um die Frage nach der Alternative.
    Ja, ich denke es ist der Horizontalismus. Aber man muss die Leute noch überzeugen. 19:00 Min. Horizontalismus bedeutet, dass man eine Familie von systemkritischen Bewegungen der unterschiedlichsten Art versammelt. Man hört sich gegenseitig zu, und redet miteinander und versucht, voneinander zu lernen.
    Aber man schafft keine einheitliche Struktur mit einer inneren Hierarchie. Man unterstützt sich wechselseitig, um eine größere Schubkraft zu haben. 5 Bewegungen schließen sich hier zusammen, um x zu erreichen und anderswo tun sich 6 Bewegungen zusammen, um y durchzusetzen.
    All dies ist gut, all dies bewirkt etwas ohne zu versuchen, eine vertikale Struktur zu etablieren; denn diese würde unweigerlich dazu führen, bestimmte Bewegungen, die eine solche ausformulierte vertikale Struktur nicht unterschreiben, auszuschließen.

    So ist die ‚alte Linke‘ gewöhnlich vorgegangen, was zu fortgesetzten Brüchen in den verschiedensten Bewegungen geführt hat, zu endlosen Streitigkeiten und zu endlosen Versuchen, die anderen zu kontrollieren. Das hat schließlich zu einer Selbstdemontage geführt.
    Der Geist von Porto Alegre ist die Einstellung, die zu einer verhältnismäßig demokratischen und egalitären Welt führt, während der Geist von Davos die Geisteshaltung beschreibt, die nach einer Struktur sucht, in der die Vorteile der privilegierten Minderheit des alten Systems mit neuen Mitteln wiederhergestellt werden sollen. Dies könnte noch weit schlimmer ausfallen, als das gegen wärtige negative System. Es wird auf jeden Fall keine Besserung bringen.

    5) Prof. Heinz-J. Bontrup, Fachhochschule Gelsenkirchen, Arbeit, Kapital und Staat – Plädoyer für eine demokratische Wirtschaft

    Im Gegensatz zu Prof. Wallerstein, der dem Horizontalismus den Vorzug
    löst Bontrup das Problem der Konzentration von Macht (Nirumand s.o.)
    mit seiner umfassenden Demokratisierung der Wirtschaft, und zwar auf allen Ebenen
    Mikro-Ebene. Hier besteht das Machtverhältnis Kapital und Arbeit, das sich im Investitionsmonopol manifestiert. Auf er Makro-Ebene sind es die Wirtschaftlichen Eckdaten oder der ordnungspolitische Rahmen, in dem sich die Wirtschaft zu bewegen hat, den ihr die
    gerade herrschende Regierung vorgibt, ganz nach dem Primat Politik vor Wirtschaft.
    Auf der Meso-Ebene verortet er die Machtausbalancierung zwischen den Gewerkschaften als Arbeitnehmervertretung und den Arbeitgebervertretungen, welche die Flächentarifverträge (darin Arbeitszeit, Arbeitsverkürzung, Arbeitsentgelte, Sonderzahlungen, u.v.m.
    Auf dieser Meso-Ebene siedelt er auch die Wettbewerbsbedingungen und den Markt an
    Wettbewerb heißt hier nicht Niederkonkurrieren, sondern Wettbewerb um die besten Produkte, zukunftsfähigen Produkte, um die besten Problemlösungen.

    Zur Politik und ihren Widerständen

    6) das Lafontaine Video
    Lafontaine

    Oskar Lafontaine: „10 Jahre Agenda 2010: Eine kritische Bestandsaufnahme“
    Das Video wurde am 13.09.2012 veröffentlicht.

    7) das Hans-Ulrich Wehler Video

    Finanzfaschismus, Neofeudalismus, Parteienmafia – Umverteilung von UNTEN nach OBEN

    Minute 3:26 Ende der 80er vor der Wiedervereinigung verdienten die Vorstände der Dax unternehmen etwa 500.000 Euro, 2010 verdienten sie 12 Mio.
    Minute 4:30 hat das mit Globalisierung zu tun…? Bsp. Mercedes kauft Chrysler. Die Mercedes-Mitarbeiten sehen was „unsere amerikanische Kollegen verdienen“. Dem gibt
    Schremp sofort nach, erhöht sich selbst sein Gehalt auf 7 Mio. Das hat mit zusätzlicher
    Leistung nichts mehr zu tun. Und die Gewerkschaften, was sagen die dazu? Die Gewerkschaften, trübselige Geschichte in den Aufsichtsräten sitzen die Hälfte Gewerkschafter…

    Minute 9:06 Woher kommt der Abstieg des Staatlichen?
    Minute 12:10 Die Entwicklung zwischen Arm und Reich, ab wann gefährlich?
    Der Anstieg der Gehälter von DAX-Vorstände von 500.000 bis 6 Mio. Euro ist nicht mehr mit Leistungsargumente zu rechtfertigen. Und auf der anderen steht der Anstieg der Minjobs von 3 Mio. auf 8 Mio. Daher entstehen Spannungen
    Minute 13:36 Abzocker-Initiative in der Schweiz. Was halten Sie von so etwas in Deutschland? Die Gehälter sollen diskutiert werden.

    Gefällt mir

  4. fidelpoludo schreibt:

    Wie hieß noch das Ausgangsthema?

    Alexander Rabinowitch: „Die Sowjetmacht“. Und einige Überlegungen zu Lenin und der bolschewistischen Partei

    Und ich hatte mit meinem Beitrag über Zizek und Kotkin über den Stalinismus schon das Gefühl,
    das Thema nur noch am Rande zu berühren…

    Gefällt mir

  5. Johannes S. schreibt:

    Studentenbewegung – DDR -Stalinismus
    In West-Berlin war ich bei den Demos und den Teach-ins an der Freien-Universität und auch im Zentrum der APO im Republikanischen Club (RC) in der Wielandstraße.
    Eine sehr merkwürdige Situation in der gespaltenen und gefährdeten Stadt Berlin zwischen Ost+West, Kapitialismus und „Sozialismus“. Ein politischer Konflikt mit mehreren Fronten in der Frontstadt Berlin. Auch in der linken Studentenbewegung eine gespaltene, ambivalente Haltung zum autoritären Sozialismus in der DDR. Den Funktionären in der DDR war die antiautoritäre Studentenbewegung sicherlich nicht geheuer. trug jedoch zur Destabilisierung West-Berlins bei. Mit Kritik hielten sich die linken Studenten gegenüber der DDR und auch dem Kommunismus in der Sowjetunion und auch dem Stalinismus weitgehend zurück. Gleichwohl distanzierte man sich zumindest passiv von diesen Verhältnissen und wollte einen anderen Sozialismus. Mao Tsetung, mit der Mao-Bibel und seine Kulturrevolution hielt man naiverweise für einen befreienden Weg.
    Positiv war der Protest gegen den mörderischen Vietnamkrieg auch mit den Protestrufen „Ho Ho Ho chi minh“.

    Wie ist diese gespaltene, zurückhaltende Haltung insbesondere zum Stalinismus zu erklären?
    1. Da die linke Studentenbewegung einen humanen Sozialismus angestrebt hat, vermied man eine grundsätzliche Kritik an der DDR, an der Sowjet-Union und auch am Stalinismus.
    2. Der Nationalsozialismus, der Faschismus war mit dem Kapitalismus der ideologische Hauptfeind der Studentenbewegung, was sich in dem
    Ruf deutlich zum Ausdruck gebracht wurde „Kapitalismus führt zum Faschismus, Kapitalismus muss weg!“.
    3. Nachdem die kommunistische Sowjetunion den deutschen Nationalsozialismus besiegt hatte, bestand bei den Linken weitgehend ein Tabu die Verhältnisse in der Sowjetunion und auch der DDR einer grundsätzlichen Kritik zu unterziehen.
    4. Da Stalin diesen vaterländischen Krieg angeführt und auch zum Sieg verholfen hat, wurde m.E. das Tabu noch größer ausgerechnet Stalin in Frage zu stellen und massiv zu kritisieren.

    In der gesamten Diskussion im Opa-Blog wird das Bewußtsein,die Psychologie die Psychopathologie von den Führern, Verführern, die für den Ersten, Zweiten Weltkrieg, die Kulturrevolution in China, das Morden von Pol Pot
    und auch von Stalin so gut wie nicht thematisiert und ausreichend reflektiert.
    Obwohl wie exemplarisch bei Stalin festzustellen ist, dass hauptsächlich seine Persönlichkeits-
    struktur, seine Machtgier und auch tragischerweise seine Paranoia zu den Schrecken des Stalinismus geführt haben.
    Erich Fromm hat die Psychopathologie von Hitler umfassend untersucht und u.a. festgestellt, dass er unter einer zerstörerischen Nekrophilie gelitten hat.

    Ich vertrete die Aufffassung, dass hauptsächlich der Geist, die Psychologie das Leben der Menschen und der Politik bestimmt und dies in einem nicht zu trennenden dialektischen Zusammenhang mit den Machtverhältnissen und der Ökonomie steht.Wenn wir Menschen uns nicht unserem Bewußtsein stellen, nicht bewußt werden und uns nicht diesen Fragen stellen, werden wir auch keine menschliche Welt erschaffen können.
    Das Einstellungen, Meinungen die politischen Realitäten entscheidend bestimmen beweist auch der ideologische, geistige Feldzug des Neoliberalismus, wie er aktuell in Rubikon sehr konkret dargestellt wird.

    Gefällt mir

    • fidelpoludo schreibt:

      „Der Verrat der besseren Sache ist der schlimmere!“

      „1. Da die linke Studentenbewegung einen humanen Sozialismus angestrebt hat, vermied man eine grundsätzliche Kritik an der DDR, an der Sowjet-Union und auch am Stalinismus.“

      Diese Begründung – und ich meine nicht Johannes, sondern die linke Studentenbewegung – ist offensichtlich nicht besonders stringent, weil der Mangel an Humanität abgestuft in DDR, Sowjetunion und erst recht im Stalinismus jedem ans Nachdenken heranreichenden Studenten hätte auffallen müssen. Glaubte man allen Ernstes, der entscheidende Schritt in Richtung „humanitärem Sozialismus“ sei dort mit Zwangskollektivierung“, Einparteiendiktatur etc. schon getan? Es hätten nur noch ein paar Schrauben anders eingestellt werden müssen, über deren Brauchbarkeit man sich ausgerechnet im Kapitalismus das notwendige Know-How verschafft?
      Die einseitige Verordnung des Mangels an Humanität in mehr oder weniger pluralistischen, „gewaltenteiligen“ Demokratien in Westeuropa und den USA ist und war ein kapitaler Denkfehler, der sich tagespolitischer kurzsichtiger Verwicklung in politischen Aktivismus verdankt, der nach dem Reiz-Reaktions-Schema abgespielt hat: Gegen den „Schoß, der noch fruchtbar ist“, gegen „Springer“ etc. Dutschke wäre in der SU nicht von einem BILD-verseuchten „Überzeugungstäter“ angeschossen, sondern vom KGB auf die eine oder andere Weise „entsorgt“ worden.
      Der „Muff (nicht nur) unter den Talaren“ war uns wichtiger, weil unmittelbar einsichtiger als die Arbeitslager in Sibirien, obwohl doch ein simpler Gedanke unsere Aufmerksamkeit hätte umlenken müssen: „Der Verrat der besseren Sache ist der schlimmere!“
      Und diesem „Verrat der besseren Sache“ hätten wir – nicht nur -, aber in besonderer Weise nachgehen müssen. Aber nein! Damit hätten wir doch dem politischen Gegner bloß Munition geliefert. Wir wollten das „Schwarzbuch des Kapitalismus“ schwängern und das „Schwarzbuch des Kommunismus“ abtreiben.

      Gefällt mir

  6. kranich05 schreibt:

    Ich gestehe eine gewisse Vorliebe für Geschichtswerke. Demgegenüber scheinen mir die Einlassungen ideologischer Wortführer, medial präsent, oft nur zweite Wahl zu sein.
    Natürlich gibt es auch Historiker (und „Auch-Historiker“), die wüste Schwarten verfassen. Jedoch kommt kein Historiker umhin, seine Quellen anzugeben. Die schaue ich mir wirklich sorgfältig an, prüfe auch das Eine oder Andere nach.
    Eine Reihe von Themen, auch das des Postings, alle Themen im Zusammenhang mit Stalinismus sind überdies davon geprägt, dass seit 1990 (schon etwas früher beginnend) enorm viele Quellen erstmals zugänglich und erschlossen wurden. (Aber bis heute noch längst nicht alle!)
    Damit will ich nicht pauschal abweisen, dass auch ein Dutschke vor 50 Jahren bereits Zutreffendes gesagt haben kann. Seine Problematisierung von objektiver und subjektiveer Dialektik z. B., man könnte auch sagen das Problem Determinismus in der Geschichte, oder das Verhältnis von geschichtlicher Gersetzmäßigkeit und Freiheit des Menschen – diese Problematisierung halte ich durchaus für fruchtbar und bedenkenswert. Grotesk ist es freilich, das am Beispiel Lenin kritisieren zu wollen. Lenin ist gerade der Führer, der die Dialektik von Objektivem und Subjektivem am tiefsten bgriffen/gespürt und bewältigt hat (dabei oftmals das „theoretisch Erlaubte“ überschreitend).
    Mein nachdrücklicher Verweis auf Geschichte (im Unterschied zu „Meinungen über Geschichte“) hat den Haken, dass amn meist mehrhundertseitige Wälzer durcharbeiten muss.
    Das ist, meine ich, nicht zu umgehen und lohnt sich.
    Vorschlag zur Güte aber: Der Verein „Helle Panke“ gibt in großer Zahl Broschüren auf der Basis von Vorträgen zu diversen Geaschichts- und sonstigen Gewi-Themen heraus. Die sind oft etwas polemisch und gut zu lesen. Qualität ist unterschiedlich aber oft hoch. Ich empfehle, sich dort mal umzuschauen.
    https://www.helle-panke.de/topic/158.publikationen.html
    Auch die Hefte der „Geswchichtskorrespondenz“
    https://www.die-linke.de/partei/parteistruktur/weitere-zusammenschluesse/marxistischer-arbeitskreis-zur-geschichte-der-deutschen-arbeiterbewegung/geschichtskorrespondenz/
    empfehle ich. Die sind sogar kostenlos und als pdf downzuladen.

    Gefällt mir

    • willi uebelherr schreibt:

      Ich bin immer wieder erstaunt ueber so manche naivitaeten.
      „Die sind sogar kostenlos und als pdf downzuladen.“

      Alles gedruckte koennen wir frei zum lesen zur verfuegung stellen. Wir brauchen nur ein exemplar. Und alle texte in digitaler form ebenso. Wenn wir dies nicht tun, hat dies einen anderen grund.

      Gefällt mir

      • kranich05 schreibt:

        Es gibt, glaube ich, mehrere Gründe.
        Unabhängig davon: Wer einen wichtigen Text hat, den er frei zur Verfügung stellen möchte, möge ihn mir übermitteln. Ich werde ihn nach Möglichkeit (bei gar nicht naiver Abschätzung, was mich eine copy right-Verletzung kosten könnte) hier unter „Dokumente“ veröffentlichen.

        Gefällt mir

  7. willi uebelherr schreibt:

    Liebe freunde, ich habe 2 fragen, die hier sich so langsam nach vorne draengen.
    1) gibt es eine geschichtliche, strukturelle vorbedingung, um so etwas wie einen Sozialismus entstehen zu lassen
    2) brauchen wir menschen, als fuehrer deklariert, oder als sinnbild theoretischer referenz, die uns sagen, was zu tun ist

    zu 2) Das ist einfacher. Sie koennen hilfreich sein, aber wir brauchen sie nicht.
    zu 1) Das ist schwieriger fuer manche. Das hat ja viel damit zu tun, was wir als Sozialismus verstehen. Und in der tat dominieren in den orthodoxen kreisen auffassungen, die dies nahelegen. Wir wissen dabei nicht, was ist das Huhn und was das Ei.

    Wir werden uns in dieser doch so wichtigen diskussion genauso verlieren wie es so vielen anderen auch passiert, wenn wir nicht versuchen, uns so etwas wie denkerische autonomie anzueignen. Das hat ja auch viel mit dem „Fuehrerkult“ zu tun, der auch bei uns in diesem kreis permanent mitschwingt.

    Ich weiss, wenn es um theoretische analysen und debatten geht, ist der „Fuehrerkult“ nicht weit. Nur, denkt daran, eine gesellschaftliche transformation kann nur von uns, von unten, wenn ueberhaupt, entstehen.

    Klaus-Peter hat ja eine wichtige frage gestellt:
    „Warum konnte die Alternative (zu Stalin) nicht durchgesetzt werden?“

    So entstehen die fragen:
    – Was existierte real
    – Was wurde durchgesetzt
    – Was wurde nicht durchgesetzt und warum

    Damit ruecken die fragen in den vordergrund:
    – Was existierte real
    – Was existierte als alternativen

    In den alternativen finden wir die vorstellungen, wie eine bestehende gesellschaft wohin transformiert werden koennte. Schwierig wird es fuer uns, weil wir die alltaeglichen schwierigkeiten einer kommunikation und einem ideenaustausch in so einem grossen land wie Russland heute uns nicht vorstellen koennen. Aber das ist vielleicht die wichtigste ausgangsbedingung, wie wir es auch heute alltaeglich erleben.

    Auch wir heute sind kaltgestellt und stellen uns kalt. Die „vorsaetzliche Ignoranz“. Wenn wir nicht aufhoeren, die konstruierten instanzen weiterhin anzuerkennen und uns damit abrackern, wieviel positives wir ihnen zugestehen wollen, haben auch wir keine chance.

    Die aufloesung privater privilegien war auch in Russland das zentrale element. Und mir kann niemand erzaehlen, dass die menschen in den regionen, staedten und doerfern nicht selbst sich gedanken machten, wie dies in ihrem umfeld geschehen kann. Aber genau das ist immer der ausgangspunkt.

    Die Bolschewikis verstanden sich ja, gemaess so mancher theoretischer erklaerungen, als ein apparat oder netzwerk, der diese basisbewegungen verbindet und zum ausdruck bringt. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.

    Die ueberladung mit theoretischen parolen und postulaten kam ja erst spaeter, soweit ich dies ueberblicke. Es war immer schwierig fuer mich, das reale Sein hervor zu lassen aus diesen schwaellen von aufgesetzten postulaten, die fuer mich immer dogmatik waren.

    Vielleicht gehe ich ja einen weg, der auch in diesem kreis eher fremd ist. Ich frage immer danach, was ist und was wollen die menschen ueberwinden, um eine stabile lebensgrundlage entstehen zu lassen. Da koennen wir uns dann einklinken, wenn wir dort leben, oder lassen es.

    Wenn nun die frage nach einer theorie der kritik des „Stalinismus“ auftaucht, kann ich mich eigentlich nur wundern. Wie wenig vertraut mit sich selbst sind unsere freundInnen hier.

    mit lieben gruessen, willi

    Gefällt mir

  8. kranich05 schreibt:

    Hallo Willi,
    danke für Deine Fragen, die gewisse Klärungen ermöglichen, nicht zuletzt hier für’s Blog.
    Zu 1: Dieses Blog, d. h. ich der Blogger, gehe eindeutig davon aus, dass der gewünschte und erforderliche Sozialismus/Kommunismus die Gesellschaft ist, die dem gegenwärtigen Realkapitalismus folgt bzw. ihn ablöst/überwindet. Der heutige Realkapitalismus ist natürlich in Vielem gegenüber dem von 1917 verändert, freilich auch nicht so, dass er ein völlig anderes Wesen hätte. Deshalb gilt, dass gegenüber Russland 1917 ernsthaft neue Wege gesucht werden müssen zugleich aber, dass damals gemachte Erfahrungen und erreichte Erfolge Gold wert sind und deshalb genauestens studiert und heute „aufgehoben“ werden müssen.
    Primär geht es dabei um die Jahre 1917-1922, die Jahre von Lenins Wirken. Es ist symptomatisch – und Niemand fühle sich durch meine Feststellung verletzt – dass die Diskussion des vorstehenden Postings, dass sich eindeutig auf 1918 und Lenin konzentriert, sofort auf Stalin und anderes abschwenkt.
    Interessant: Wir können nicht Lenin denken!

    Zu 2: Solange die realkapitalistische Macht (und dabei ich noch nicht einmal die ökonomische, sondern die politische) nicht gebrochen/überwunden ist, muss sie gebrochen/überwunden werden. Die Kräfte, die gegen diese totale Macht antreten, brauchen höchste Effektivität. Die ist ohne revolutionäre Führung und Führer nicht zu haben.
    „gebrochen“ oder „überwunden“? Wenn es gelingt durch dezentralen Massenkampf (und anderes) die Macht sehr brüchig zu machen, dann genügen vielleicht „kleine Schubse“ um sie beiseite zu fegen – friedlich, kaum Blut, Massenaktionen, keine exponierte Fürhung. (Solche Phasen gab es in der Oktoberrevolution.)
    Eine große Chance heute sehe ich dabei in der unmittelbaren sozusagen simultanen Kommunikation und Entscheidungsfindung von Menschenmassen mittels Internet. DAS könnte heute, lange vor umwälzenden Ereignissen, bereits erprobt und eingeübt werden.
    Doch diese MÖGLICHKEITEN zu sehen und darauf zu orientieren, darf keinesfalls dazu führen, die HEUTIGE REALE MACHT zu ignorieren. Im Gegenteil! Bei jeder Kilowattstunde, über die die Energiegenossenschaft entscheidet, muss sie sich ihrer Abhängigkeit von der – im Zweifel – faschismusbereiten Macht bewusst sein. (Das war jetzt zugespitzt.)
    Diese Macht ist total, höchst effizient, höchst wach, unbegrenzt skrupellos (zur Not IMMER faschismusbereit) Mit der haben wir es zu tun. Und unendliches Ideologenreden über „Wege“ und „Lösungen“, das über diesen Elefanten im Zimmer schweigt, ist nicht ernst zu nehmen.
    Solche Ideologen und ihre Videos haben in diesem Blog keinen Posting-Platz. Natürlich können die Diskutanten hier auf ihre Quelle und Hochgeschätzten verweisen. Die Gedanken (und die Kommentare) sind frei. Nicht frei ist die Linie des Blogs (auch wenn ich gelegentlich es nicht schaffe, sie durchzuhalten).
    Dies Blog ist kein Ersatz für die gewünschte große komplexe Diskussionsplattform, in der wir den wirklichen gesellschaftlichen Denkprozess lernen könnten.

    Gefällt mir

  9. fidelpoludo schreibt:

    Lieber Kranich,
    das Thema Lenin, aber auch die Frage nach der Vermeidbarkeit oder Unvermeidbarkeit der Übergabe der Macht an Stalin und der möglichen Unzulänglichkeiten der Organisationsstruktur der bolschewistischen Partei, interessieren mich. Um allerdings hier einigermaßen kompetent mitreden zu können, müßte ich meine Beiträge um mindestens ein halbes bis ein Jahr zurück- bzw. vorstellen, bis ich einen Teil der vorgeschlagenen Literatur mir erarbeitet hätte. Dennoch frage ich, ob Du bereit bist, aus Deinem überlegenen Wissen auch auf Fragen zu reagieren, die für Dich schon längst beantwortet scheinen oder sind.
    Ich fange mal an: Du schreibst:
    „Lenins (praktizierter) Grundsatz des Nichtausschlusses von Gegenmeinungen unter Bolschewisten wurde im Verlauf weniger Jahre restlos aufgegeben. (Dabei kann ich nicht genau einschätzen, ob Lenin diesen Grundsatz praktizierte, einfach weil ihn die Verhältnisse dazu zwangen oder ob bzw wie weit es eine bewusst gepflegte „Kultur“ des produktiven Umgangs mit Gegenmeinungen gab.)
    Es wird behauptet, dass Stalin nicht nur als gelehriger Schüler Stalins galt und auftrat, sondern dass Lenin ihn zumindest eine gewisse Zeit lang auch besonders anerkannt und sogar gefördert habe, ihn sogar in besondere Ämter gehoben habe. Dass Lenin Stalin nicht hat verhindern können – kurz vor seinem Tode soll er ja vor ihm gewarnt haben – deutet für mich auf zwei einander nicht ausschließende Möglichkeiten hin:
    1. Seine Einschätzung des Charakters anderer (Mitstreiter oder Gegener; vielleicht nur Mitstreiter) entsprach nicht ganz dem Niveau seiner sonstigen intellektuellen Fähigkeiten. Ein psychologischer Mangel sozusagen. Oder:
    2. Die Strukturen einer Kaderpartei ließen sich dem Anforderungswechsel vom Kampf um die Macht zum Ausbau, der Sicherung und Handhabung der Macht nicht oder nur unzureichend entsprechend anpassen und umstellen. Standen Demokratie und Meinungsfreiheit nachweisbar in irgendeiner Form auf seinem „Zieleplan“ und wenn ja an welcher Stelle und eventuell wie weit zeitlich in die Zukunft verschoben? Welche Rolle spielte neben der Idee der „Rätedemokratie“ ihre Praxis?

    Stimmt es, dass die Anhägerschaft der Bolschewisten überwiegend in den Städten und Großstädten konzentrierten (ca. 20% der Bevölkerung), während die Bauern und die Landbevölkerung kaum oder fast gar nicht oder sogar entschieden gegen die Bolschewiken eingestellt waren. Was an der Zwangskollektivierung war bei Lenin schon angedacht? Gar nichts, nur ein geringer Teil oder hat er sie in groben Zügen mit zu verantworten?
    Ich glaube, das reicht erst einmal.
    Sind Dir die Fragen zu blöd, vergiß sie einfach. Dann melde ich mich wieder, wenn ich mehr weiß.

    Gefällt mir

    • kranich05 schreibt:

      Lieber fidelp,
      Deine Fragen sind alles andere als blöd, und ich werde gern darauf antworten. Wie kann ich das unter den hier beschränkenden Bedingungen machen?
      Wahrscheinlich werde ich mir heute Abend/Nachmittag Deinen Fragekommentar auf die Festplatte laden und dann einfach ein Antwortposting schreiben, dass ich dann morgen oder übermorgen online stelle.

      Gefällt 1 Person

      • fidelpoludo schreibt:

        Danke! So machen wir’s.

        Gefällt mir

      • fidelpoludo schreibt:

        Ein spezieller Fall eines „Umschlags von Quantität in Qualität“?
        Zu meiner Schande: Erst jetzt – durch einen Zufall – habe ich wieder einmal die Bestätigung eines altbekannten Gemeinplatzes mir vor Augen führen müssen:
        „Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah“ (?!), der sich wohl als volkstümliche Anverwandlung von Goethes Vierzeiler „Erinnerung“
        „Willst du immer weiter schweifen?
        Sieh, das Gute liegt so nah.
        Lerne nur das Glück ergreifen,
        Denn das Glück ist immer da.“
        verstehen läßt. Ich habe mich einmal wieder „nomadisierend“ zwischen dem Opablog und den mich aktuell beschäfigenden Themen, die mich laufend anbellen und anspringen und mich zu einer Reaktion herausfordern, ganz unstet und spontan ausweichend auf die „Suchsparte“ beim Opablog begeben und habe „Stalinismus“ eingegeben und siehe da:
        „Stalinismus (1), (2), (3), (4), (5), (6), (7), (8)“
        präsentieren sich vor meinem entzündeten, verwunderten (warum eigentlich?) Auge. Zweifellos tut sich mir dadurch die Möglichkeit auf, mit einigen wenigen Flügelschlägen wesentlich näher an den Wissensstand des „Überfliegers“ Kranich mich heranzufliegen als ursprünglich befürchtet. Dass, wo von Stalin die Rede ist, Lenin nicht weit sein kann, einmal vorausgesetzt. Gebe ich „Lenin“ ein, sind die Ergebnisse schon rarer. Rein quantitativ sieht es also so aus, dass des Kranichs Vorwurf, wir stürzten uns alle auf Stalin und vernachlässigten Lenin, ein Stück weit auf ihn selbst zurückfällt. Bliebe zu überprüfen, wie der Umschlag von Quantität in Qualität in diesem speziellen Falle Gestalt annimmt.

        Gefällt mir

  10. willi uebelherr schreibt:

    Liebe freunde, ich bin mir nicht sicher, ob dieser kommentar zu diesem thema passt. Das thema ist ja eher rueckwaerts gewandt, waehrend das, was ich hier einbringen will, nach vorne zeigt. Allerdings immer mit bezug auf das vergangene.

    Russland ohne Europa? Auf der Suche nach der „russischen Idee“ – oder ist Russland nationalistisch?
    Kai Ehlers, 1.5.2018
    https://kai-ehlers.de/2018/05/russland-ohne-europa-auf-der-suche-nach-der-russischen-idee-oder-ist-russland-nationalistisch/

    In diesem text kommt das potential zum ausdruck, was im Sein und Denken der russischen bevoelkerung angelegt ist. Und wohl auch in der russischen Foederation. So wird vielleicht verstaendlich warum gerade dort menschen wie Bakunin und Kropotkin sich entwickeln konnten und menschen wie Gustav Landauer in Bayern. Und alle 3 waren ja nie regional reduziert.

    Kai Ehler hat ja so manchen „westlichen“ filter in seinem blick. Aber, und das ist ihm hoch anzurechnen, er thematisiert das tiefere, was so manche eigenheiten empor spuelt.

    Gefällt mir

    • fidelpoludo schreibt:

      Lieber Willi!
      Eine erste Lektüre des Ehlerstextes läßt mich einigermaßen ratlos zurück. Das mag an meinem Filter liegen, von dem sich niemand, der ehrlich ist, freisprechen kann. Die zwei ersten Drittel erinnern mich an Rudolf Steiner und den an ihn angelehnten Joseph Beuys.
      Ich weiß nicht, ob ich hier wirklich tiefer einzusteigen gewillt bin.
      Warum hört man nichts mehr von Lutz?

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s