Drei dumme, wirklich saudumme Fragen

  1. Man streitet sich darüber, ob die Deutsche Fussball Liga etwas beisteuern muss, wenn „Risikospiele“ erhöhten Polizeiaufwand erfordern. Ich verstehe davon nichts und bringe es deshalb nur zu der ganz dummen Frage: Weiss der Demokrat/die Demokratin eigentlich welche ökonomische Macht die DFL ist? Sollte der mündige Bürger so etwas parat haben?
  2. Meine nächste Frage betrifft die deutschen Geheimdienste. (Die Frage hängt damit zusammen, dass kritische Bürger sich zunehmend über den sogenannten Tiefen Staat Sorgen machen.) Weiss Jeder/Jede wie viel Mitarbeiter die deutschen Geheimdienste haben und wie viel Euro ihnen jährlich zur Verfügung stehen? Sollte der mündige Bürger das wissen?
  3. Zur dritten Frage besteht aktueller Anlass: Mein Inforadio (wie alle übrigen Massenmedien auch) drückt seit Kurzem auf die Tränendrüsen der braven Bürgerinnen und Bürger wegen der fehlenden Unterhosen der Bundeswehr-KämpferInnen. Der Gipfel gestern: Noch nicht einmal für Schutzwesten langt’s! Bevor mich mein Fürsorgetrieb übermannte, fragte ich mich: Wie viel Geld kriegt eigentlich die Bundeswehr? Die Frage scheint abgrundtief saudumm zu sein. Jedenfalls stellte sie keiner der gewählten Volksvertreter, die mir zu diesem das Bürgerherz empörenden Skandal zu Ohren kamen (SPD, CDU, CSU, AfD, Grüne).

Als ich gestern in der U-Bahn fuhr, bearbeiteten acht von zehn in meinem Blickfeld befindliche Mitfahrer ihre Smartphons mit einer Leidenschaft als hinge ihre Seligkeit davon ab. Ich überlegte, ob sie etwa solche saudummen Fragen da hineintippten. Sie danach zu fragen, habe ich mich aber nicht getraut.

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10 Antworten zu Drei dumme, wirklich saudumme Fragen

  1. klotzchrist schreibt:

    – Geheimdienste Stand 2016: Der Sicherheitsapparat rüstet auf: 73 Millionen mehr für den BND, 45 Millionen mehr für den Verfassungsschutz und 500 Millionen mehr für das BMI.
    – Die militärische Aufrüstung in den Bereich 2 Prozent des BIP ist beschlossene Sache.
    – Um sich von der ökonomischen Wucht der DFL eine Vorstellung zu machen: Die Bundesliga zahlte in der Saison 2011/12 insgesamt fast 662 Millionen Euro an Steuern und Abgaben, davon 174 Millionen Umsatzsteuer (abzüglich Vorsteuer) und 363 Millionen Euro Lohnsteuer.

    Es wird ja nichts verschwiegen. Wozu auch? Es interessiert eh kein Schwein was anderes, als dass da unten auf dem Rasen Millonäre rumrennen. Und das sind noch dazu die ärmeren Schweine des Wirtschaftsgiganten.

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    • Joachim Bode schreibt:

      …. und diese ärmeren Schweine strengen sich zumeist ziemlich sehr an und halten ihre Knochen hin…. im Gegensatz zu den reicheren Schweinen.

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    • kranich05 schreibt:

      Jetzt würde mich nur noch interessieren, lieber Klotz, lieber Christ,
      ob Du diese (größtenteils veralteten) Zahlen parat hattest oder sie erst zusammengoogeln musstest.
      Und 2% des BIP?? Keine Ahnung, was das ist. Wieviel Soldaten- und Soldatinnenunterhosen mögen das sein? Ob’s reichen wird? (Frische und warme Unterhosen können, zumal gegen Russland, kriegsentscheidend sein.)
      Mal angenommen, der Wehretat betrüge rund 40 Mrd… Ich würde mir zutrauen bei ’ner ordentlichen Provision, dafür ’ne Milliarde Unterhosen „beizustellen“, eventuell, je nach Rabattstaffel, noch mehr.
      Warum kommen alle diese hochgebildeten Verantwortungs- und Leistungsträger –
      Den schon vergessen? https://youtu.be/938KwcfDQ2c
      nicht selbst auf solche Ideen?
      Leider werden die saudummen Fragen immer quätscher. Ich höre auf.

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  2. klotzchrist schreibt:

    Habe vergessen zu erwähnen, dass dieses „Mehr“ zwischen 12 und 18 Prozent in 2017 beträgt.
    Das sind Steigerungsraten, von denen sonst nur in breiten Massen geträumt wird.
    Aber für etwas demnächst endlich Gutes, das es – den Kritikern des bestehenden Schlechten zufolge – nur dann bringt, wenn es davon mehr wird, ist halt nichts zu teuer.

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    • osthollandia schreibt:

      Solange die Bundeswehr kein Ziel hat, es keine Vision für sie gibt und niemand ihr sagt, für was sie eigentlich gut ist, so lange wird das Chaos da nicht verschwinden. Brauche ich Unterhosen für einen neuen Russlandfeldzug oder eher für Krieg in Arabien? Wer die Frage nicht beantwortet weiß nicht, ob er lange oder kurze Unterhosen kaufen soll und dann kaufen sie halt gar keine.

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  3. klotzchrist schreibt:

    Ärgerlicherweise verschwinden öfter mal meine Kommentare, vermutlich wegen meines technischen Unvermögens.
    Der letzte längere Beitrag, der sich mit dummen Fragen befasste, die es nicht gibt, sehr wohl aber jene enthirnten täglichen Antworten der Medien auf Fragen, die überhaupt keiner gestellt hat, (am wenigsten die Wirklichkeit selber), nämlich: jeder Satz ein Beleg für die edel gepflegte, alternativlose Stabilität, ist schon wieder verschwunden.
    Das nimmt einem wirklich den Schwung.
    Eins aber doch noch: für meinen Namen kann ich nix, Den haben mir meine Eltern verpasst.

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  4. nervos belli schreibt:

    Die Bundeswehr bekommt anscheinend so in der Gegend von 30 Milliarden pro Jahr, schon seit vielen Jahren. Hab ich bei sipri.org vor ein paar Wochen rausgefunden.

    Zur DFL und den Polizeieinsätzen: wenn man z.B. ein Karnevalsverein ist hier in BaWue und Veranstaltungen wie Bälle, Umzüge, etc. macht, muss man für den Schutz selbst sorgen und dafür zahlen. Für etwaige Polizeieinsätze auch zahlen. Da ist es nicht einzusehen wieso die DFL nicht komplett für diese Polizeieinsätze auch zahlen muss.
    Gleiches Recht für alle Veranstaltungen.

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  5. Theresa Bruckmann schreibt:

    Das scheint mir, ist der richtige Platz für die Stimmen aus München:

    Die NachDenkSeiten haben der Münchner Sicherheitskonferenz
    einen ganzen VIDEO der Woche – Blog gewidmet:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=42572

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  6. Lutz Lippke schreibt:

    Zur deutschen Beteiligung an Angriffskriegen gibt es ja auch eine rechtliche Dimension, die kaum thematisiert wird. Zum 1.1.17 wurde der §80 StGB gestrichen, der die Beteiligung an Angriffskriegen unter Strafe stellte. Stattdessen wurde das Völkerstrafgesetzbuch um den Tatbestand ergänzt. Es bestehen aber wohl echte Hindernisse für dessen Anwendbarkeit, vor allem aber Methoden der Umdeutung und Verharmlosung, wie ich sie in „Recht vs. Demokratie?“ aufgezeigt hatte. Die Linke hatte auch juristische Mittel gegen die deutsche Beteiligung in Syrien versucht. Leider wird auch hier wieder Konsequenz versäumt. Es gab mal viel Ärger um den Slogan „Soldaten sind Mörder!“ In der Tat, ist das auch sehr unbestimmt und in Kollektivschuld verhaftet. Warum nennt man nicht den konkreten Straftatbestand, die konkret Verdächtigen und Strafvereiteler? Der Generalbundesanwalt hatte Ermittlungen mit fadenscheiniger Begründung abgelehnt. Im November 1989 wurden Karikaturen von solchen Herren in Großdemonstrationen mitgeführt. Die direkte Verantwortungszuweisung und Verachtung war damals Teil des Vorgehens gegen die Machthaber. Das sollte nach heute geltendem Recht sowohl juristisch als auch durch direkte Ansprache möglich sein. Warum werden Roß und Reiter so selten genannt?
    https://www.heise.de/tp/features/80-StGB-Vorbereitung-eines-Angriffskriegs-ist-seit-1-Januar-2017-gestrichen-3590763.html
    https://www.heise.de/tp/features/Generalbundesanwaltschaft-weist-Strafanzeigen-wegen-Syrien-Einsatz-der-Bundeswehr-ab-3263481.html?seite=all

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