Zensur im opablog?

Das Thema kehrt regelmäßig wieder. Es hat mehrere Seiten, die schnell erklärt sind.

  1. Kommentare von Leuten, die noch nie kommentiert haben, die also zum ersten Mal kommentieren, müssen IMMER erstmal von mir freigeschaltet werden. Das habe ich so eingestellt als Schutz gegen fremde Vögel, die der SPAM-Filter nicht aussortiert hat.
  2. Leute, die ich einmal freigeschaltet habe, sind ab da IMMER freigeschaltet. Diese Regel gilt mit drei Ausnahmen: A – Leute, die ich ausdrücklich sperre. B – Kommentare, die zahlreiche (ich glaube: mehr als drei) Links enthalten. Das ist eine Systemeinstellung, die ich ganz nützlich finde. Solche Kommentare schalte ich manuell frei. Und C: Und nun kommt’s: Kommentare, die mein System WordPress nicht freigibt. Das passiert gar nicht so selten und ist mir rätselhaft. Es hat immer wieder „altgediente“ KommentatorInnen getroffen – Joachim Bode, Lutz Lippke, Therese Bruckmann, im Moment, wie ich gerade sehe ein Kommentar von Johannes S.  – die ich nicht im Traum sperren würde. Warum das passiert, ist mir unklar, ich habe aber keine Lust, den Ursachen nachzugraben. Wenn es zum echten Ärgernis werden sollte, muss ich das aber wohl mal tun.
  3. Bleiben die unter A genannten, die ich tatsächlich sperre. Meist ging dem ein längerer hier im Blog geführter Streit voraus, in dem man sich in prinzipiellen Dingen nicht einigen konnte. In seltenen Fällen gab es keinen längeren Streit, sondern mir ist jemand absolut blöd gekommen. (Meist ging es dabei im hardcore-Nazis oder hardcore-Stalinisten.)

Die letzte Formulierung verlangt nach einer weiteren Erläuterung: opablog ist MEIN PERSÖNLICHES Blog. Hier übe ich das Hausrecht aus, d.h. ich gebe letzten Endes den Rahmen für Austausch und Auseinandersetzungen vor. opablog ist KEINE freie Diskussions- oder Nachrichtenplattform. Ich bin der Meinung. dass wir dringend eine solche Plattform, etwa: „menschliche Emanzipation – Wie wollen wir leben?“ brauchen. (Ich beobachte seit langer Zeit, dass das Gelbe Forum annähernd so und offenbar nach brauchbaren Regeln funktioniert. Ich wäre sogar bereit an inhaltlichen Aufgaben der Administration einer solche Plattform mitzuarbeiten.) Aber ich selbst stelle mit opablog eine solche freie Plattform NICHT zur Verfügung.

Anlass für diese erneute Klarstellung war dieser Kommentar von Willi Übelherr. Willi Übelherr ist hier selbstverständlich nicht gesperrt und muss auch nicht extra freigeschaltet werden. Wenn solche komischen (Sperr-)Ärgernisse des Systems öfter eintreten, bitte ich um Mitteilung. Dann muss ich mich wohl mal ernsthaft kümmern.

Dieser Beitrag wurde unter bloggen, Demokratie, Leben, Machtmedien, Mensch, Widerstand abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Zensur im opablog?

  1. anvo1059 schreibt:

    Nun dieser Blog vertritt zu Weilen recht kontroverse Ansichten, die ich nicht immer Teile. Aber deshalb kann man seine Meinung/ Kommentar sachlich hier abgeben. Es sollte aber ein gewisses Niveau gewahrt werden und Sperrung von Kommentatoren oder das Löschen von Kommentaren sollte immer das letzte Mittel sein. Aber ich denke , das wird hier in diesem Blog so gehandhabt. Wer kontroverse Beiträge veröffentlicht die noch da zu mit der Offiziellen Meinung kollidieren, der muss mit Widerspruch rechnen. Auch mit sehr unqualifizierten….

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  2. willi uebelherr schreibt:

    Lieber Klaus-Peter, ich danke dir sehr fuer deine erklaerung. Meine ploetzlich auftretenden zweifel sind ausgeraeumt. Und ich will mich ja nicht wichtigr machen, wie es unsere auch betroffenen freunde eh schon sind.
    mit dank und lieben gruessen, willi

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  3. Theresa Bruckmann schreibt:

    Lieber Herr Dr. Kurch,
    danke für die Ausführungen.
    Ich mache jetzt mal einen Testlauf, denn irgendwie könnte es sein, dass mein
    Text – ohne dass ihn einer zur Kenntnis nehmen konnte – in einem ‚Schwarzen
    Loch‘ verschwunden ist.
    Ich stelle ihn einfach noch einmal hier ein und schicke ihn gleichzeitig per
    E-Mail, dazu ein 2. Mal als E-Mail-Anhang an Sie.
    Bin gespannt, wo der Text hängen bleibt.

    Dem stimme ich voll zu, bin aber noch nicht ganz durch mit den
    gestrigen Anregungen.
    Das war bisher auf jeden Fall sehr hilfreich, denn ich dachte heute
    plötzlich, dass es sinnvoll wäre, einmal aufzuschreiben, „was der
    Fall ist“ (z.B. dass das Zusammenwirken alles Lebendigen irgend-
    wie eine „Bewährung“ im Sinne von Popper, d.h. nicht falsifiziert,
    ist), d.h. (einmal vorsichtig ausgedrückt) dass es wahrscheinlich
    keine Verbesserung der Natur als Ganzem durch den Menschen
    geben wird. Das schließt natürlich nicht aus, dass der Mensch sich
    die Natur in einer Weise nutzbar gemacht hat, die ihm zu mehr
    Komfort, Wohlstand, Glück, verholfen hat. Wenn man aber ihren
    Jetzt-Zustand betrachtet, muss man rückwirkend vieles mit Frage-
    zeichen versehen.
    Auf jeden Fall
    müssen wir von dem ausgehen „was der Fall ist“.
    Und die Erde lässt nicht mit sich verhandeln.
    Also bewegen müssen wir uns.
    Wobei klar ist, dass menschengemachte Ordnungen wieder durch
    den Menschen geändert werden können und müssen.
    Also Verwaltungen, Hierarchien, Produktionsverhältnisse (industrielle
    wie landwirtschaftliche), Gesundheit, Bildung, Mobilität u.v.m.
    Die nächste Frage:
    Was steht für mich aufgrund meines Vorverständnisses fest bzw.
    welche Befangenheit bringe ich in meine Wertungen ein?

    Also ich bin der festen Überzeugung, dass es einmal besser war
    und wieder besser werden muss.
    Ich stelle die neoklassische Theorie, die Marx’sche Systemanalyse,
    die Keynesianische Theorie als solche, also als Theorie erst einmal
    nicht infrage (obwohl es da diverse Widersprüche gibt, die aber
    möglicherweise gar nicht relevant sind für das was an Theorie
    notwendig ist für eine bessere Zukunft).
    Dabei habe ich Prof. Mausfeld im Hinterkopf, der etwa meint,
    die derzeit Mächtigen wollen Theorien abgeschafft sehen, damit
    sie sagen können „es gilt das Vernünftige und vernünftig und
    damit alternativlos, ist das und das“.
    Ich akzeptiere diese Theorien einfach einmal als mögliche
    Werkzeuge, mehr nicht!
    Weiter hat für mich Gültigkeit:
    Kants „der Mensch sei Zweck, nie Mittel“.
    John Rawls (Theorie der Gerechtigkeit) den Meistbenachteiligten
    MUSS jede Reform etwas bringen, den Gutgestellten kann/darf
    sie etwas bringen.
    Weiter:
    Bin ich überzeugt davon, dass die ganzen Transformationen
    der jüngeren und jüngsten Vergangenheit nur in die Richtung
    von unten nach oben
    und von Gemeineigentum oder öffentliches Eigentum, hin zu
    privatem Reichtum gingen.
    Ich denke dabei an die Transformation durch die Treuhand,
    die Transformation in Russland unter Jelzin (mit starker
    US-Unterstützung), an die Assoziierungsverträge der EU
    mit Beitrittsperspektive und solche ohne im Rahmen der
    Europäischen Partnerschaft (EP) und jetzt im Rahmen
    neuer struktureller Partnerschaften mit afrikanischen
    Staaten in Form von „Ertüchtigungsmaßnahmen“, damit dort
    Polizei, Militär, eine Opposition, aufgebaut werden kann usw.
    Auch CETA, TTIP und all diese Verträge dienen letztendlich
    den Starken.
    Auf der Strecke bleiben die Armen, durch Landgrabbing,
    Dürre- und andere Katastrophen, durch Kriegshandlungen
    Ver- und Getriebene,
    Menschen auf verseuchten Böden (Uranmunition),
    schwermetallvergifteten Böden durch Abbau von Kupfer,
    Uran, Phosphat usw.,
    Gegenden, die praktisch unbewohnbar sind durch
    Atomtests u.v.m.
    Gleichzeitig brauchen wir Transformationen großen
    Ausmaßes (Transformation meint, dass Reformen nicht
    ausreichend wären) bei der Mobilität, bei der industriellen
    Landwirtschaft, beim Umgang mit Energie, bei der
    industriellen Produktion, im Bildungsbereich (welches
    Menschenbild fördert das Menschenwohl), Gesundheits-
    bereich (Prävention, Arztpraxen, Krankenhäuser).
    Dass unser Finanzsystem fragil ist, dürfte kaum noch
    einem verborgen geblieben sein.
    Weil unser Unbehagen und die Vorstellung davon, dass
    ganz Wesentliches für unser Dasein nicht nachhaltig ist,
    wächst, ist klar, dass verschiedene große Transformationen
    notwendig und nicht mehr zu verdrängen sind.

    Zu diesem „der Mensch sei Zweck, nie Mittel“ zähle ich
    natürlich auch unser Geldsystem.
    Es muss den Menschen dienen und nicht umgekehrt
    und zurückgeführt werden auf diese der Wirtschaft und
    den Individuen dienende Funktion.
    Ich glaube auch fest daran, dass es die sog.“Schwarm-
    intelligenz“ gibt, dass also viele Menschen, die zusammen
    debattieren, diskutieren weiterdenken, bessere Modelle
    und Pläne entwickeln, als einige wenige sog. Experten.
    Ich bin auch der festen Überzeugung, dass keine der
    „3 Säulen“ unseres Wirtschaftssystems alles besser macht.
    Ich denke, dass man sich bei jedem Sektor ansehen muss:
    Was ist das Ziel? Wo wollen wir hin?
    Mit welcher Wirtschaftsorganisation erreichen wir dieses Ziel
    am besten? Bildung z.B. wird sich sicher nicht zum Besten
    entwickeln unter privatwirtschaftlichem Management, Wasser,
    Strom, Gas, Mieten wohl auch nicht.
    Könnte das genossenschaftlich gehen?
    Oder in öffentlichem Eigentum?
    Was die Entlohnung der arbeitenden Menschen angeht,
    denke ich, brauchen wir eine Demokratisierung der Wirtschaft.
    Wie erreichen wir die? Wie muss die Wirtschaft organisiert sein?
    Mir ist auch klar, dass derzeit arbeitende Menschen in öffentlichen
    Einrichtungen nicht besser entlohnt werden, nicht bessere Arbeits-
    bedingungen vorfinden, als in Konzernen (alle stehen mittler-
    weile zu einander in Konkurrenz).
    Hier muss man sich fragen, mit welcher Organisationsstruktur
    liefe das optimal? Wo führt Wettbewerb zu notwendigen Inno-
    vationen, wo ist Wettbewerb eher von Nachteil?
    Wenn Konsenz darüber gefunden ist, mit welcher Organisationsform
    ein Sektor der Bevölkerung am besten dient, muss man halt die
    Menschen dafür gewinnen und darf sich nicht in „Systemfragen“,
    Rechts-links-Kategorisierungen verzetteln und aufreiben, oder gar
    sich „Querfront“ vorwerfen lassen.
    Ich stelle mir immer vor, wie die Mächtigen in unserer Gesellschaft
    sich darüber amüsieren, wie sich Leute (mit an sich denselben Interessen)
    wegen winziger Details in den Haaren liegen wie die Hühner bei Witwe
    Bolte, die je einen Bissen bearbeiten, der an Schnüren mit den Bissen
    der anderen verbunden ist, so dass sie gut abgelenkt und mit sich selbst
    beschäftigt sind.
    „Gut so, Unterthanen, Brot und Spiele eben“ zur Ablenkung von der
    eigentlichen großen Denkaufgabe: „Wie könnte es der Mehrheit der
    Bevölkerung viel besser gehen?“
    Es muss doch unter Menschen mit ganz ähnlichen Wünschen und
    Vorstellungen von einem guten Leben im Einklang mit der Natur
    und in Freundschaft zu anderen Völkern möglich sein, einen solchen
    Konsens herzustellen.

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    • kranich05 schreibt:

      Liebe Frau Bruckmann,
      das Ergebnis des Tests: Der Text ist sowohl als Mail, als auch als Mailanhang angekommen. Genauso ist er auch, wie Sie sehen, hier im Blog angekommen. Was nicht den von mir vorgenommenen Einstellungen entspricht, ist, dass ich ihn erst freischalten muss.
      Das nervt mich nun wirklich, und ich werde mich kümmern.
      Der Haken ist, dass WordPress eigentlich/ursprünglich auf englisch kommuniziert und ich mir das gern ersparen wollte. Wie ich weiss, gibt es aber inzwischen ein deutschsprachiges WordPressforum und dort werde ich mich mal hinwenden.
      Gruß

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    • Lutz Lippke schreibt:

      Liebe Theresa Bruckmann, ich stimme Ihren Überlegungen voll zu.
      Im Grundsatz darf kein Gedanke aus rein ideologischen Gründen gemieden werden.
      Damit haben Viele ein großes Problem, Etablierte und Verfestigte logischerweise mehr als Suchende und Unzufriedene.
      Einer befürchteten Beliebigkeit und Intransparenz dieser Gedankenfreiheit kann mit konkreter Nachfrage und thematischer Fokussierung entgegen gewirkt werden. Dies durch Unterstellungen und Totschlagargumenten ersetzen zu wollen, führt zu Stillstand, Unterwürfigkeit und ideologischer Verhärtung gegensätzlicher Positionen. Macht und Streit sind eben auch Elemente unserer Entwicklung. Es gibt Theoretiker, die das auf ein „egoistisches Gen“ zurückführen ( siehe Dawkins). Diesem genetisch begründetem Selbsterhaltungstrieb (Selektion) steht aber auch die Entwicklung zu Verändertem und Neuem als namensgebende Größe der Evolution entgegen. So fanden andere Forscher auch ein „altruistisches Gen“. Stehen sich egoistischer Selektionskampf und altruistische Entwicklung/Vereinigung nun unversöhnlich gegenüber oder bedingen sie einander? Warum sind uns uferlose Beliebigkeiten genauso unangenehm wie unbegründete Einengungen? Braucht Evolution nicht gerade vielfältige Möglichkeiten und zugleich Fokussierung? Wenn wir das auf Ideen-Evolution übertragen (z.B. Meme), dann ist vielfältige, aber zugleich auch fokussierte Kommunikation wohl deren Wesenszug. Deren Abstimmung auch ein Balanceakt, der eine angemessene Bandbreite > 0 benötigt. Also kein Punktwert und keine Grenzenlosigkeit. sondern ewige Verhandlungsmasse.

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  4. Theresa Bruckmann schreibt:

    Danke, Herr Dr. Kurch,
    mir ging es mindestens in gleichem Maße um das Ansehen des Blogs,
    wie darum, Rückmeldungen von Menschen zu bekommen, die ihre
    Gedanken dem entgegensetzen und mich damit auch auf Denkfehler,
    Denkbarrieren aufmerksam machen, so dass man gemeinsam weiter-
    kommt. Ich kann nicht oft genug betonen, dass ich an die ‚Schwarm-
    intelligenz‘ glaube.

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