Fundstück – 7.1.2018 – Ken Jebsen

Zum Interview Ken Jebsens mit Petra Wild – „Massendemonstrationen im Iran“: merkt Willi Übelherr an:

„… der Titel schon ist verlogen. Es gab keine Massendemonstrationen gegen die politische Fuehrung im Iran, wohl aber Massendemonstrationen fuer die souveraene Selbstbestimmung der Menschen im Iran. Aber das versteht Ken Jebsen nicht. Und ich vermute inzwischen, er will es auch nicht verstehen. Er haette doch die besten Moeglichkeiten, als Iraner oder Halb-Iraner, dies nachzuforschen. Farsi wird er bestimmt sprechen.

Im Interview mit 13:25 beginnt der kleinbuergerlich spiessige Kalauer, den nur „Journalisten“ zustande kriegen:
„.. Was raten sie von aussen. Wie koennte sich das land oeffnen, ohne
seine eigene Identitaet zu verraten. Weil kein Land heutzutage allein
existieren kann. Vor allem nicht, wenn es solange von einem Embargo
belegt wird. Solange wie Kuba haelt das keiner durch. Auch dort hat es
zu massivem schaden gefuehrt.“

Hier geht ja alles durcheinander….

a) Oeffnen ohne Identitaetsverlust, gegenueber wem und fuer wen und fuer was?
b) Weil kein Land heutzutage allein existieren kann.
c) Embargo, der ausschluss, die sperrung von aussen und dann oeffnen von innen?
d) Kuba blockade und schaden?

Arbeitet Ken Jebsen fuer die Fortsetzung kolonialer, heute imperialer genannt, Expansion? Oder versteht er einfach nicht, aus welchem spiessig kleinbuergerlichen Sumpf heraus er agiert?“

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12 Antworten zu Fundstück – 7.1.2018 – Ken Jebsen

  1. Bernhard Meyer schreibt:

    Ich vermisse die Quelle!
    Ansonsten großen Dank für Ihre Arbeit.
    Schöne Grüße
    Bernhard Meyer

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    • kranich05 schreibt:

      Die Quelle ist eine Mail von Herrn Übelherr, und diese wiederum ist eine Mail aus einem sehr großen Mailverteiler, den Herr Übelherr regelmäßig „füttert“.
      Ich bin stiller Leser in diesem Verteiler (und finde dort manchmal wichtige Erkenntnisse, daneben auch große Ärgernisse) und rate, keineswegs vorschnell die eigene Mailadresse dort einzuspeisen.
      Ich leite Ihnen, sowie Paradigma und Herrn Bode die betreffende komplette Mail weiter.

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  2. Paradigma schreibt:

    Herr Uebelherr Ihre Worte und Kritik an dem Interview von Ken Jebsen kann ich nicht nachvollziehen und auch nicht akzeptieren. Ken Jebsen stellt der Frau Petra Wild die Frage, ob es sich um Massendemonstrationen gehandelt hat, Frau Wild verneint dies und KenFM gibt sich damit zufrieden und stellt dies nicht infrage. Die Überschrift mag sicherlich irreführend sein, das geführte Interview war jedoch sehr informativ und enthielt auch brisante Informationen über die zugespitzte Lage in den aufgeführten Ländern. Wie Sie die Statements von Jebsen als kleinbürgerlich und damit auch die Arbeit von KenFM herabsetzen, kann ich überhaupt nicht verstehen. Wie bei allen Interviews von Jebsen kommt es in erster Linie auf die Aussagen des Interviewten an und weniger auf KenFM, der vorwiegend Fragen stellt.
    Wie begründen Sie Ihren nachfolgenden Satz, mit dem Sie KenFM seine Glaubwürdigkeit und Integrität rigoros absprechen und ihn auch noch als spießig kleinbürgerlich herabwürdigen?

    „Arbeitet Ken Jebsen fuer die Fortsetzung kolonialer, heute imperialer genannt, Expansion? Oder versteht er einfach nicht, aus welchem spiessig kleinbuergerlichen Sumpf heraus er agiert?““
    Dies Herrn Jebsen zu unterstellen ist hammermäßig und bedarf einer Erkärung ihrerseits.
    Petra Wild beschreibt sehr differenziert über den Iran und u.a. den neoliberalen Wirtschaftskurs des gegenwärtig bestimmende Reformerflügels,, die damit verbundene Verarmung von Menschen und einer vorsichtigen Annäherung an den Westen, um die Wirtschaft zu heben.
    Was soll an den Fragen, die in sich schlüssig sind, „durcheinander“ sein?

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    • kranich05 schreibt:

      Die Quelle ist eine Mail von Herrn Übelherr, und diese wiederum ist eine Mail aus einem sehr großen Mailverteiler, den Herr Übelherr regelmäßig „füttert“.
      Ich bin stiller Leser in diesem Verteiler (und finde dort manchmal wichtige Erkenntnisse, daneben auch große Ärgernisse) und rate, keineswegs vorschnell die eigene Mailadresse dort einzuspeisen.
      Ich leite Ihnen, sowie Paradigma und Herrn Bode die betreffende komplette Mail weiter.

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  3. Paradigma schreibt:

    Hallo Herr Dr. Kurch,
    nachträglich noch ein gutes Neues Jahr Ihnen persönlich und auch für Ihre wertvolle Arbeit Ihres Blogs.
    Für mich ist es wenig verständlich, wie wenig man sich mit der innenpolitischen Lage, dem Rechtstrend und insbesondere dem Erstarken der AFD auch in diesem Blog befasst.
    Ich habe versucht, dazu und auch im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik der Regierung Merkel dies in einem etwas ausführlichen Beitrag darzustellen. Vielleicht haben Sie Interesse diesen nach einer kritischen Durchsicht in Ihren Blog zu bringen. Kann ich Ihnen diesen Beitrag über E-Mail zukommen zu lassen?
    Beste Grüße E.St.

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  4. Joachim Bode schreibt:

    Jetzt habe ich doch stundenlang vergeblich versucht, die von Willi Uebelherr angemerkten Kritikpunkte zu finden, wenn nicht sogar nachzuvollziehen. Meine Frau hat mir währenddessen einige Male versichert, sie könne noch keine Anzeichen von Alzheimer bei mir entdecken, so dass ich meine völlige Ratlosigkeit insbesondere über den letzten Absatz des Kommentars schließlich akzeptiert habe. Trotzdem bzw. deswegen fühle ich mich jetzt, nach der Stellungnahme von Paradigma, besser, weil bestätigt…..

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    • kranich05 schreibt:

      Die Quelle ist eine Mail von Herrn Übelherr, und diese wiederum ist eine Mail aus einem sehr großen Mailverteiler, den Herr Übelherr regelmäßig „füttert“.
      Ich bin stiller Leser in diesem Verteiler (und finde dort manchmal wichtige Erkenntnisse, daneben auch große Ärgernisse) und rate, keineswegs vorschnell die eigene Mailadresse dort einzuspeisen.
      Ich leite Ihnen, sowie Paradigma und Herrn Bode die betreffende komplette Mail weiter.

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  5. willi uebelherr schreibt:

    Liebe freunde,
    Klaus-peter hat nicht die komplette mail hier weiter gegeben. Insbesondere nicht den teil, wo ich die punkte ) bis d) naeher erklaere. Ich will nicht in das werk von Klaus-Peter eingreifen.
    Aber ich will eine sehr kritische antwort aus unserem kreis hier weiter geben, weil sie manche von euch bestaetigen. Nur meine aussage kann nur mit der vollen email wirklich beirteilt werden.
    Diesen kreis nenne ich den „Kreis freier DenkerInnen“ und so ist das offene austragen von unterschiedlichen herangehensweisen und standpunkten das wichtigste element in unserem diskurs. Und das ziel? Die antworten zu finden auf die frage: Wie wollen wir leben.
    mit lieben gruessen, willi

    ——– Weitergeleitete Nachricht ——–
    Betreff: Re: Ken Jebsen im gepraech mit Petra Wild zum Iran
    Datum: Sun, 7 Jan 2018 13:10:57 +0100
    Von: Detlev Matthias Daniel

    Lieber Willi,

    das ist mal wieder so ein typischer Fall von „Be-Willi-gung“. Willi thront oben und nickt entweder gnädig ab, was andere von sich geben, oder er läßt es krachend durchfallen. Petra Wild ist in diesem Fall so ziemlich das Gegenteil. Sehr sorgfältig wägt sie ab, was sie zurückweist, richtigstellt, was spekulativ bleibt und wozu sie stehen kann. Ein hohes Gewicht haben „Fakten“, also das, was sie selbst beobachten kann. In Bewertungen hält sie sich deutlich zurück. Anders Ken Jebsen, der immer wieder versucht, die Aussagen in ein eindeutiges Narrativ einzuordnen. Aber – und das spricht für ihn – er macht das nicht mit Gewalt. Er bietet es an und läßt Petra Wild entscheiden. Und sie nimmt diese Rolle an und spielt sie autonom. Ken Jebsen stellt die Fragen und so wie er es tut, ist es egal, aus welcher Sicht er das tut, denn er läßt seine Gesprächspartnerin ausreden und gibt ihr jeden Raum für die mögliche Antwort. Eine Interpretation und Bewertung seiner Sichtweise ist also in diesem Zusammenhang völlig überflüssig.

    Gruß, Detlev

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  6. Pingback: Ken Jebsen – kein Fundstück | opablog

  7. Paradigma schreibt:

    Danke Herr Uebelherr für Ihre Antwort. Die Beschreibung des Interview von Frau Wild durch KenFM ist m.E. voll und ganz zutreffend. Ihre Erklärung zu den Punkten a bis d, die mir Kranich freundlicherweise übersandt hat, macht Ihren Standpunkt zumindest inhaltlich nachvollziehbarer
    Ist es jedoch notwendig und adäquat von Ihnen gewesen, wegen einer paar allgemeiner Statements KenFM in dieser Weise herabzusetzen? Sicherlich nicht und dies war auch unsensibel angesichts der schamlosen Attacken gegen den mutigen Ken Jepsen, die ihm sehr geschadet haben.
    Dieser Dissens im Kleinen zeigt deutlich auf, aus welchen Gründen fortschrittliche Kräfte nicht zusammenfinden können. Besserwisserei, Rechthaberei, Aufrechterhaltung der reinen Lehre,
    egobesetzte Rivalitäten, Eifersüchtelein und Mißtrauen verhindern ein solidarischen erfolgversprechenden Einsatz für den Frieden, für die Verteidigung der Demokratie und des Rechtstaates und die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus und der AFD.
    Diese Problematik ist nicht nur individuell angelegt, sondern hat auch mit den typisch deutschen kollektiv angelegten Extremen zu tun, die zwischen einem egobesetzen Individualismus und dann wieder mit einem fatalen Konformismus und Intoleranz hin und her geht. Im Gegensatz dazu die Rechten und Rechtsextremen, die trotz vieler Unterschiedlichkeiten sehr viel größere Einigkeit aufweisen. Dies wird auch aktuell brisant in der Ablehnung der Systemparteien, der Flüchtlingspolitik und zeigt sich im erschreckenden, gleichförmigen Hass in den rechten Blogs.
    Im Gegensatz dazu Italien: Trotz weltanschaulicher Gegensätze sprechen und unterhalten sich Linke, Sozialisten und Kommunisten mit Rechten und sogar Faschisten….
    Diese Problematik ist nicht nur eine Frage des Denkens, sondern auch der menschlichen, charakterlichen Herausforderung trotz verschiedener Ansätze und Auffassungen gemeinsam, solidarisch und erfolgversprechend politisch handeln zu können.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Lieber Paradigma, ja, ich verstehe sehr gut, was du meinst. Und ich stehe auch zu Ken Jebsen, mit allen einschraenkungen.
      Die problematik hat ja zunaechst unser freund Klaus-Peter erzeugt, weil er nur einen kurzen teil aus der email entnahm. Und so viele buchstaben waren es auch nicht, die er sich sparte.
      Und ich habe euch die kritische antwort von Detlev weiter gegeben, um deutlich zu machen, dass mein tun nicht einfach so hingenommen wurde.
      Der hinweis, oder die kritik von klaus-Peter, dass wir/ich eigentlich einen blog benoetigen, ist ja mehr als berechtigt. Aber es gibt auch noch einige vorbehalte. Einige texte verbreite ich auch in fb. Meine seite, „Linksfraktionen“ und „KenFM nur fuer Systemkritiker“. Und zu meiner ueberraschung wurden bisher nur etwa 3 texte in der KenFM gruppe nicht weitergegeben.
      Diese antwort war fuer mich wichtig, die begrenztheit im denken von Ken Jebsen deutlich zu machen. Nicht um ueber ihn herzufallen. Ja, das sagt sich immer so leicht.
      Vielleicht ist es richtig, wie Detlev argumentiert. Ken Jebsen oeffnet mit seinen fragen einen raum und Petra Wild hat ihn grossartig ausgefuellt.
      Allerdings bleiben so auch fragen nicht gestellt, die den hintergrund ganz wesentlich bestimmen. Zum beispiel die „Achse des Widerstands“. Weil die aktionen gegen Iran, und heute nur ueber heimliche aktionen bis zur vernichtung einzelner personen, sind dieser konfrontation geschuldet, die sich doch deutlich zu gunsten der gegner kolonialer hegemonie verschieben. Und das wird in bezug auf Palaestina, West und Ost, sich noch deutlich zuspitzen.
      Ken Jebsen tut so, als ginge es primaer um den Iran. Aber das stimmt nicht. Es geht um den sich organisierenden widerstand gegen koloniale hegemonie in Suedwest Asien und konzentriert sich notwendig auf Palaestina, weil damit auch die aufloesung von Israel auf der tagesordnung steht.
      mit gruessen, willi

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  8. Theresa Bruckmann schreibt:

    Karin Leukefeld äußert sich hier umfassend zu den Ereignissen im Iran:
    https://www.rubikon.news/artikel/auf-dem-weg-nach-persien

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