Fundstück – 4.1.2018 – Stalinscher Terror: ein Mikrobild

Das Heft 83 der „Pankower Vorträge“ (Berlin 2006) trägt den Titel „Zwangsarbeit in Workuta“ und ist von Wilfriede Otto verfasst (mit Vorbemerkungen von Wladislaw Hedeler). Darin wird u. a. das Schicksal des KPD-Funktionärs Max Menzel (1903-1996) geschildert, der seit 1931 im Auftrag der Partei in der Sowjetunion lebte und in der Industrie, in einer Versuchswerkstatt, arbeitete. Er war gelernter Werkzeugmacher, wurde Obermeister einer Arbeitsgruppe von 20 Deutschen und fünf Russen, nahm 1935 die sowjetische Staatsbürgerschaft an und wurde Mitglied der KPdSU.

Seine deutschen Kollegen, die nicht Mitglieder der KPdSU und sowjetische Staatsbürger geworden waren, wurden im Januar 1937 nach Deutschland ausgewiesen. Am 20.7.1937 wurde Max Menzel im Rahmen der „deutschen Operation“ verhaftet. Damit begann sein Leidensweg durch viele Stationen stalinistischer Repression, der erst im Juni 1955 mit seiner Ankunft in der DDR endete.

Was geschah mit den Genossen seines unmittelbaren Umfelds zum Zeitpunkt seiner Verhaftung? Wilfriede Otto schreibt (Seite 19):

„Aus seinem unmittelbaren Umfeld von neun Genossen im Werk 3 wurden am 3.11.1937 zwei erschossen, vier wurden ausgeliefert, von zwei Deportierten starb einer während der Fahrt, einer fiel 1938 in Spanien.“  

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