Zusammenhänge im Blick

Aus den erbitterten gegenwärtigen Auseinandersetzungen in der linken antizionistischen Szenerie versuchen sich Viele herauszuhalten. Sie können deren Sinn nicht erkennen.

Ich beobachte den ideologischen Kampf so genau wie es mir möglich ist. Ich fühle mich nicht verpflichtet, Schlichter zu sein oder gar den Königsweg in der Debatte aufzuzeigen. Jedoch Abkoppeln kommt für mich nicht in Frage. Denn ich spüre, dass, wenn auch eingekleidet in „die Judenfrage“, grundsätzlichste Probleme verhandelt werden. Ich meine, dass der „innerjüdische Krieg“ sehr viel zu tun hat mit unserem so notwendigen „nichtjüdischen Krieg um Lenins Erbe“, den wir, uns ablenkend mit Stalinmythen und rosa getönten Erzählungen über Realsozialismus, immer noch erfolgreich vermeiden.

Der ideologische Kampf wird nur halb- oder gar nur viertelöffentlich geführt, so als seien wir technisch in der Mitte des 18. Jahrhunderts stehen geblieben. Ich hasse die Mailinglistenschreiberei aber ich kann es nicht ändern. Ich schreibe dort nicht, doch nehme ich (notgedrungen und in Maßen) beobachtend teil.

Nach dieser langen Vorbemerkung erlaube ich mir, den folgenden Text von Willi Übelherr aus einer Mail vom 23.12.2017 zur allgemeinen Kenntnis zu geben. Er enthält eine bedenkenswerte Zusammenschau unterschiedlichster aber zusammengehöriger Momente. Natürlich stimme ich inhaltlich nicht mit allem Dargelegten überein:

„In solchen scheinbar nicht oeffentlichen foren wie dieser „Kreis der 
freien DenkerInnen“ wird tacheles, also offen und ohne scheu, geredet. 
Das ist ja gut. Und so zeigt sich, welche persoenlichen emotionswellen 
ihre ausbreitung suchen.

Ich bin strikt gegen „political correctness“. Nur frage ich mich, warum 
Herr Verleger zu solchen wutausbruechen kommt wie vorher schon Elias 
Davidsson? Dass Abraham Melzer so abwertend schreibt, habe ich erwartet.

Und lieber Peter (www.peds-ansichten.de), ich duze, warum hat Gilad 
Atzmon nicht die moeglichkeit, seine ansichten im Rubikon zu 
veroeffentlichen? Mit dem „einführender Text („über uns“)“ ist das nicht 
vereinbar.

Ich bin begeistert von Gilad Atzmon, mit welcher ruhe er hier agiert. 
Irgendwann muss ich, oder muessen wir, seine englischen texte ins 
deutsche uebersetzen.

Und ich danke sehr Ruben Kaeblemann (Reuven Cableman) fuer seinen 
beitrag als wirklich glaeubiger jude. Hier verweise ich auf den blog 
„Der Isaelit“ www.derisraelit.org.

Ich danke sehr Rainer fuer seinen beitrag. Aber ich weise daraufhin, 
dass der juedische Holocaust nicht der „fürchterlichste Massenmord aller 
Zeiten“ war. Die massenmorde in Amerika, in Afrika, in Asien, in Europa 
bis zurueck zum 30 jaehrigen Krieg stehen stehen alle vor uns.

Wir muessen langsam begreifen, dass die europaeische kultur, und hier 
vor allem das Christentum, Landraub und Massenmord als ihr konstituives 
grundelement besitzen. Wir stehen vor der aufgabe, all diesen wahn seit 
3000 Jahren zu beenden. Alle regionalen zentren und imperien sind auf 
den massenmord fuer den landraub gegruendet.

Herr Verleger und das Bib reduzieren es auf das West-Jordanland, die 
Westbank. Aber es geht hier um West-Palaestina. Also der zum Jordan 
westliche teil von Palaestina. Und ich bin nicht bereit, „die fakten“ 
kolonialen landraubs durch die Europaeer anzuerkennen. Nicht in 
Palaestina, nicht in Suedwest Asien, nicht in Afrika oder sonstwo.

Mit sicherheit hat dies viel damit zu tun, dass ich seit etwa 7 Jahren 
in Latein Amerika lebe. Ich sehe jeden tag, was da passiert und wie die 
menschen von den maechtigen, den eliten, von aussen und innen, behandelt 
werden. Latein Amerika ist purer massenmord und landraub.

Das, was wir hier in dieser diskussion erleben, ist Inquisition, das 
bett des faschismus. Ich definiere faschismus als „Buendeln und 
Ausgrenzen“. Die Ja-Sager werden gebuendelt, die Nicht-Ja-Sager werden 
ausgegrenzt, vertrieben und vernichtet. Es ist eine zutiefst christliche 
methode, weshalb sich offene Faschismen immer in katholischen regionen 
konzentrierten.

Weil ich das so offen ausspreche, werde ich massiv ausgegrenzt, als 
Troll beschimpft (wobei ich die Trolle der norwegischen Sage sehr 
verehre), zum CIA-Agent erklaert, aus vielen listen ausgeschlossen. 
Deshalb weiss ich sehr gut, wie Gilad Atzmon sein ausgegrenzt werden 
erlebt. Oder auch Evelyn Hecht-Galinski.

Ich hoffe, dass auf der kommenden konferenz vom Projekt kritische 
Aufklaerung dies aufgearbeitet werden kann. Auch, warum diese 
hatztiraden gegen Ken Jebsen, warum Rubikon gegen Gilad Atzmon, warum 
die „linken“ gruppen und institutionen gegen kritisches denken.

Konferenz „Zur Zeit der Verleumder“
in Berlin 10. Februar 2018
http://projektkritischeaufklaerung.de/de/konferenz-in-berlin-am-10-februar-2018/

Die landesverbaende der „Die Linke“, insbesondere die jugendverbaende, 
werden heute und schon seit 2011 massiv gesaeubert. Wir stehen direkt im 
offenen klassenkampf, im kampf um deutungshoheiten. Es geht um die 
substanzen.

Fuer mich geht es dabei immer um die frage, wer ist der Souveraen in 
einer region. Repraesentative strukturen und instanzen, die notwendig 
sich der methode der christlichen mafia zuwenden, oder die bevoelkerung.

Die christliche Inquisition begann 360 im roemischen imperium mit den 
buecherverbrennungen. Kurz nachdem der Katholizismus zur roemischen 
Staatsreligion erklaert wurde. Das erste mit den buecherverbrennungen 
waren die zerstoerung von schulen, universitaeten und bibliotheken. Die 
wahrheit musste verschwinden und damit die moeglichkeiten, sich der 
wahrheit anzunaehern. In diesem leeren raum koennen dann all diese 
dummen geschichten verbreitet werden.

Das ist auch das prinzip des Wahhabism. Da darf es keine geschichte 
geben. Alles historische wird zerstoert. Das koennen wir auch gut im 
gebiet der Maja nachvollziehen. Und auch der Inkas in Peru und drumherum.

Deswegen bich ich so dankbar, dass Gilad Atzmon Geschichte als stetiges 
Nachforschen versteht. Da gibt es keine endpunkte. Es hat viel mit 
unserem heutigen denken zu tun, was wir aus der „Erzaehlung der 
historischen Verlaeufe“ (Ilan Pappe) entnehmen wollen und was nicht.

Aber den grossen durchbruch, liebe freunde, werden wir in diesen 
virtuellen raeumen nicht leisten koennen. Dafuer muessen wir uns den 
grundlagen unserer meschlichen existenz zuwenden. Unserer bedingtheit 
von der Natur. Wir muessen die fragen beantworten, was wir fuer die 
stabilisierung der materiellen lebensgrundlagen brauchen.

Finanzsysteme brauchen wir nicht, Militaer, Paramilitaer, 
Ruestungsproduktion und Ruestungsforschung brauchen wir nicht, armeen 
von parasitaeren buerokraten brauchen wir nicht, monsterhafte 
buerokratische zentren brauchen wir nicht.

So kommen wir notwendig zum prinzip der massiven dezentralisierung und 
parallelisierung und hoher redundanz. Hohe redundanz bedeutet immer 
mehr, als maximal notwendig ist.

Und wir kommen zu unserem globalen netzwerk fuer freie technologie, an 
der jede person teilnehmen kann und jede person die resultate nutzen 
kann. Die grundprinzipien hierfuer sind: „Global denken, lokal handeln“ 
und „Wissen ist immer Welterbe“.

Ja, liebe freunde, das gilt auch fuer eure buecher, die ihr schreibt. 
Wir brauchen keine autoren, die nur dafuer schreiben, dass bedrucktes 
papier verkauft werden kann. Mit oder ohne werbung. Wir brauchen 
autoren, die dafuer schreiben, dass andere ihre gedanken lesen koennen. 
Und wenn menschen diese texte in materieller, bedruckter form haben 
wollen, dann muessen sie fuer den aufwand des drucken und binden etwas 
zurueckgeben.

Wir sind heute in der lage, dass alle menschen frei und uneingeschraenkt 
miteinander in kontakt treten koennen. Das muessen wir realisieren. Es 
ist die telekommunikation in form eines InterNet, ein transportsystem 
fuer digitale daten in packetform, wo die lokalen gemeinden, klein bis 
gross, die konstituierenden elemente sind. Das geht nur in der netzform, 
wo jeder knoten sich mit seinen nachbarknoten verbindet.

Die welt wuerde heute anders aussehen, wenn schon Sokrates und Epikur, 
Jesus von Nazarth und Ibn Rushd, Immanuel Kant und Gottfried Wilhelm 
Leibnitz, Rosa Luxemburg und Erich Fromm und die vielen anderen diese 
moeglichkeiten gehabt haetten, wie wir sie heute haben oder haetten.

Nur sage ich auch, wenn wir uns nicht selbst ermaechtigen, um unsere 
lebensweise selbst zu organisieren und selbst zu bestimmen, haben wir 
keine chance und keine zukunft.

mit der bitte um nachsicht fuer die groesse dieser email,
mit lieben gruessen, willi
Asuncion, Paraguay“

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Demokratie, Kirche, Krieg, Krise, Leben, Lenin, Machtmedien, Materialismus, Mensch, Realkapitalismus, Realsozialismus, Revolution, Widerstand abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Zusammenhänge im Blick

  1. Pingback: „Gilad Atzmons „The Wandering Who“, die Meinungsfreiheit und ich“ (III) | opablog

  2. faresfalastin schreibt:

    Lieber Herr Dr. Kurch,
    Sie haben in Ihrem Kommentar >>Zusammenhänge im Blick<>Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!<< (Zambon Verlag 2017/2018) Mit einem Vorwort von Evelyn Hecht-Galinski

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s