Elias Davidsson: „Der Brunnenvergifter Gilad Atzmon“

Ein Beitrag des Antizionisten und Antiimperialisten Elias Davidsson auf Rubikon

„Leider sind wir gewöhnt, dass der Vorwurf des Antisemitismus genutzt wird, um die Friedensbewegung zu spalten und zu diskreditieren. Aber natürlich gibt es auch im Jahre 2017 noch ganz realen Antisemitismus. Die Friedensbewegung täte gut daran, hier eine klare Linie zu ziehen — so etwa im Falle Gilad Atzmon.

Folgende Ausführungen beruhen gänzlich auf einem Interview von Gilad Atzmon mit einem US-amerikanischem Sender.

  1. Atzmon legt größten Wert darauf, eine sogenannte Debatte über den Holocaust im Namen der Meinungsfreiheit zu entfachen. Man darf wohl fragen, warum das für ihn so wichtig ist. Die Wichtigkeit bestehe für ihn darin, die Zukunft richtig zu beurteilen. Es gibt Organisationen, die tatsächlich für die Meinungsfreiheit als Grundsatz kämpfen, was ich vorbehaltlos unterstütze. Atzmon hingegen geht es in erster Linie um die Freiheit, den Holocaust zu hinterfragen, nicht um das allgemeine Recht auf Meinungsfreiheit.
  2. Atzmon behauptet, dass das einzige Thema der Geschichte, dass man nicht berühren dürfe, der Holocaust sei. Das ist aber falsch. Zunächst ist kein Thema so intensiv und gründlich erforscht und „berührt“ worden wie der Holocaust. Es ist verständlich, dass die Opfer des Holocausts, ihre Kinder und Enkel es nicht dulden, dass man die Ermordung ihrer Familienmitglieder „berührt“ (d.h. hinterfragt und damit das Verbrechen relativiert) und ihre Peiniger damit verschont. Wer würde so etwas dulden? Dass sie ein gesetzliches Verbot der Holocaustleugnung in einigen Ländern durchgesetzt haben, ist verständlich (obwohl ich persönlich nicht viel von solchen Gesetzen halte). Atzmon steht nicht auf die Seite der Opfer, sondern versucht eben das Verbrechen zu verharmlosen. Daher spricht er immer wieder vom „sogenannten Holocaust“, im Sinne „sogenannter Völkermord“. Was er mit „sogenannt“ meint, verschweigt er aus verständlichen Gründen.

So schreibt er ganz im Sinne von klassischen Holocaustleugnern: „Ich denke, dass wir 65 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz das Recht haben müssen, anzufangen, Fragen zu stellen. Wir sollten historische Beweise und Argumente verlangen, anstatt einem religiösen Narrativ zu folgen, das durch politischen Druck und Gesetze aufrechterhalten wird. Wir sollten den Holocaust seines judeozentrischen Ausnahmestatus entkleiden und ihn als historisches Kapitel behandeln, das in eine bestimmte Zeit und an einen bestimmten Ort gehört. Der Holocaust muss wie jedes andere historische Narrativ auch korrekt analysiert werden. 65 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz sollten wir die Frage stellen können: warum? Warum wurden die Juden gehasst?“ (Der Wandernde Wer?, S. 210; The Wandering Who, S. 175).“

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8 Antworten zu Elias Davidsson: „Der Brunnenvergifter Gilad Atzmon“

  1. Pingback: Atzmon, Davidsson, hier | opablog

  2. Wolfgang Oedingen schreibt:

    In dem Zusammenhang wärs vielleicht nicht schlecht, sich mal mit dem Buch „Wahrheit sagen-
    Teufel jagen“ von Gerard Menuhin auseinander zu setzen. Gilad Atzmon verstehe insofern gut,
    da es heute existenzvernichtend sein kann, sich mit einer anderen als der durchgesetzten Meinung zum Holocaust zu exponieren. Schon ihn als Brunnenvergifter zu bezeichnen, zeigt, dass man ihm
    nicht vorbehaltlos gegenüber tritt. Anschauliches Beispiel aus jüngerer Zeit: 9/11. Da gilt auch nur das offiziell Verlautbarte und wehe denen, die es wagen auf Ungereimtheiten hinzuweisen.

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  3. Wolfgang Oedingen schreibt:

    Ergänzend weise ich auf das Gezerre um Ken Jepsen, wo exemplarisch anschaulich gezeigt wird,
    was es heisst eine andere, nicht genehme Meinung zu vertreten. Da wird auch vor körperlicher
    Bedrohung nicht zurückgeschreckt.Von übelster Diffamierung ganz zu schweigen. Das möchte sich
    wohl auch Gilad Atzmon -verständlicherweise – ersparen.

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  4. Theresa Bruckmann schreibt:

    Er fehlt uns: Joseph Beuys und gerade in den letzten Wochen
    muss ich häufig an seine Aktionen und ‚Sozialplastiken‘
    denken. Heute z.B. fiel mir ein, dass eine Begegnung dieser Art
    mit weniger Angst verbunden sein könnte, als so manche
    zwischenmenschliche:

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  5. Theresa Bruckmann schreibt:

    Josef Beuys: „Wie soll man einen Menschen erziehen?“
    Std. 1:17

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  6. Theresa Bruckmann schreibt:

    Habe lange überlegt, welche Melodie ‚groß‘ genug ist,
    das Weihnachtsfest zu symbolisieren. Hier mein Vorschlag zum Fest:

    Frohe Weihnachten!

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    • kranich05 schreibt:

      Danke für die schöne Musik.
      Für mich das Gipfelwerk zur Weihnacht, wenn ich denn eins suchen würde, wäre nach gutem Brauch Bachs Weihnachtsoratorium.
      Ihr Link hat mir bewusst gemacht, dass ich unter den frühbarocken Meistern Prätorius am allerwenigsten kenne.

      Morgen kommt meine Musik zur diesjährigen Weihnacht – ohne Gipfelanspruch.

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  7. Theresa Bruckmann schreibt:

    Danke kranichh05, Sie machen mich neugierig auf Ihre Musik.

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