Das geschah am 30. November 1939.

An diesem Tag begann die Rote Armee auf Befehl Stalins den Sowjetisch-Finnischen Krieg, der auch als Winterkrieg bezeichnet wird. Er dauerte bis 13. März 1940 und endete mit dem Friedensvertrag von Moskau, der ein sowjetisches Großmacht-Diktat war.

Mich hat der Winterkrieg Zeit meines Lebens kaum interessiert. Knapp, dass ich – gelernter DDR-Bürger – überhaupt davon wusste. Dass die Russen ein großes Interesse an der besseren territorialen Sicherung Leningrads hatten, war doch wohl absolut verständlich. Musste man sich da um Einzelheiten kümmern?

Erst in den letzten Jahren und ganz allmählich ist mein Interesse entstanden. – Und ein Erschrecken darüber, dass mensch, auch ein aufgeschlossener Mensch, für den ich mich ja immer gehalten habe, Krieg einfach vergisst. (klotzchrist:„Ohne Ausnahme gilt für die menschliche Gattung insgesamt, dass jeder von uns innerlich gefestigt und stark genug ist, das Elend und den Tod aller anderen mit moralischer Größe klaglos hinzunehmen.“)

Wer identifiziert sich freiwillig mit Benjamins „Engel der Geschichte“, der vom Sturm in die Zukunft getrieben, mit Entsetzen zurückschaut?

Ich las, dass 130.000 Soldaten der Roten Armee und 26.000 Finnen in diesem Krieg starben.

Ich weiss, dass viele verschiedenen Interessen, Motive, Faktoren zu diesem Krieg geführt haben (und natürlich nach dem Krieg weiterwirkten, bis heute. Und auch morgen). Doch ich verspüre Überdruss, all das hin und her aufzurechnen.

Der Krieg war überflüssig. Doch menschliche Köpfe haben ihn ersonnen. Ihnen erschien der Krieg sinnvoll, brauchbar, zweckmäßig, am Ende geboten. Wie kraus geht es in unseren Köpfen zu? China, das manche für sozialistisch halten, stellt sich Ziele bis 2050. Dann will es eine „Armee von Weltklasse“ haben.

Ist das die menschliche Vision?

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