Mit Nazimethoden für Humanismus

Der heutige Künstler, Aktionskünstler, Philipp Ruch erklärt, dass er gegen Nazis Nazimethoden anwendet. Vielleicht ist da ein entschuldigender Subtext mitgedacht („Sie wissen doch, wie ich das meine…“), zumindest kann der hervor gezogen werden. Ich fürchte jedoch, dass hier eher nüchterne Selbstaussage als „Politische Schönheit“ im Spiel ist.

Ruch und seine Mitkünstler haben, glaubt man den Systemmedien, eine wahre Bombe gegen einen AfD-Politiker hochgehen lassen. Und sie haben natürlich in guter, wenn auch bemooster, Tradition „Eine Ohrfeige dem öffentlichen Geschmack“ verpasst. ZPS, politisch korrekte Empörungsagentur, agiert gern mit Särgen oder sargähnlichen Gegenständen. Auf dem Event-Markt kommt das an.

Mitten ins Getümmel namens „Holocaust“ haben sie sich und uns gestürzt. Das raumgreifende Mahnmal am Brandenburger Tor, materialisierte Staatsräson des deutschen Imperialismus und heiliges Gut zugleich, liegt im Spotlicht dieser Politischen Schönheit – nicht aber das Mahnmal für alle Menschenopfer des deutschen Imperialismus. Das hat uns nämlich keiner beschert.

Und kein Künstler des Zentrums stößt sich daran.

Von Liebe zu den Menschen verspüre ich nichts im Wirken der Aktivisten mit den geschwärzten Gesichtern.

Sie haben sich für „politische Schönheit“ entschieden. Sie wollen auf dem Glatteis tanzen, dass frühe Meister und Meisterinnen dieses Faches (unvergessen das Künstlerkollektiv „Joseph und Leni“) bereitet haben.

Johann Sebastian Bach kannte nicht das Problem der menschenfeindlichen Schönheit. Er hat aus dem „Streit zwischen Phöbus und Pan“ eine Kantate gemacht, die das („wakkelnde“) Herz erfreut.

Der bedeutende DDR-Schriftsteller Franz Fühmann schrieb „Marsyas und Apollon“. (Laut Wikipedia gibt es eine Lesung dieses Textes durch Fühmann. Ich konnte sie leider im Internet nicht finden.)

Ich, in plebejischen Art der lebendigen Schönheit zugetan, habe Apollon, den blutigen Triumphator des kalten Schönen, immer gehasst.

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