Fundstück – 21.11.2017 – Charta von Paris

„In Übereinstimmung mit unseren Verpflichtungen gemäß der Charta der Vereinten Nationen und der Schlußakte von Helsinki erneuern wir unser feierliches Versprechen, uns jeder gegen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit eines Staates gerichteten Androhung oder Anwendung von Gewalt (…) zu enthalten. Wir erinnern daran, daß die Nichterfüllung der in der Charta der Vereinten Nationen enthaltenen Verpflichtungen einen Verstoß gegen das Völkerrecht darstellt. Wir bekräftigen unser Bekenntnis zur friedlichen Beilegung von Streitfällen. (…) Nun, da die Teilung Europas zu Ende geht, werden wir unter uneingeschränkter gegenseitiger Achtung der Entscheidungsfreiheit eine neue Qualität in unseren Sicherheitsbeziehungen anstreben. Sicherheit ist unteilbar, und die Sicherheit jedes Teilnehmerstaates ist untrennbar mit der aller anderen verbunden. Wir verpflichten uns daher, bei der Festigung von Vertrauen und Sicherheit untereinander sowie bei der Förderung der Rüstungskontrolle und Abrüstung zusammenzuarbeiten.“

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Eine Antwort zu Fundstück – 21.11.2017 – Charta von Paris

  1. Theresa Bruckmann schreibt:

    Danke für die Erinnerung an diesen Text aus dem Jahre 1990.
    Wenn doch bloß heute noch gelten würde, was Präsident Putin im Herbst 1991 in seiner Rede vor dem deutschen Bundestag bitter beklagte – und wie Leo Ensel ihn hier zitiert:

    „Wir leben weiterhin im alten Wertesystem. Wir sprechen von einer Partnerschaft. In Wirklichkeit haben wir aber immer noch nicht gelernt, einander zu vertrauen. Trotz der vielen süßen Reden leisten wir weiterhin heimlich Widerstand.“

    Waren wir nicht schon einmal weiter?
    Habe intensiv nachgedacht über Jugoslawien nach Titos Tod, über die deutsche Beteiligung
    am Jugoslawienkrieg und dennoch: Waren wir nicht in Deutschland auf dem Weg zu diesem
    ’neuen Denken‘?
    Denn spätestens seit Maidan, noch mehr seit der Münchener Sicherheitskonferenz im Februar 2014 – Stichwort: ‚Neue Macht und Verantwortung‘ das Drehbuch für die Militarisierung Deutschlands und der Beginn der Reden gegen Putin – sprechen wir doch eine krass andere Sprache und man hört und staunt, wie befremdlich das Versprechen der Pariser Charta von 1990 heute klingt:
    „In Übereinstimmung mit unseren Verpflichtungen gemäß der Charta der Vereinten Nationen und der Schlußakte von Helsinki erneuern wir unser feierliches Versprechen, uns jeder gegen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit eines Staates gerichteten Androhung oder Anwendung von Gewalt (…) zu enthalten…“
    In den 1990ern griff aber auch das „Shareholder Value Denken“ um sich mit einem ganz anderen Sprachverhalten. Seitdem wird an jemanden „kommuniziert“, ein ganz anderes Denken und Sprechen, das bis heute – bei ‚älteren‘ Jahrgängen – noch immer befremdlich klingt und eigentlich signalisiert, dass man nicht an einem Dialog interessiert ist!

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