Fundstück – 12.11.2017 – Trump und der geopolitische Hauptkriegsschauplatz

gefunden bei Parteibuch

„Deiner Bemerkung, dass wir dem Gedanken einer friedlichen Welt all unsere Bemühungen unterordnen müssen, kann ich nur vollumfänglich beipflichten. Nichts lässt sich auf der Welt gemeinsam verbessern, solange nicht nur die bestehenden Kriege nicht befriedet werden, sondern obendrein auch noch (von im Grunde immer der gleichen Clique der Reichen und Mächtigen) ständig neue Kriege angezettelt werden. Meine hoffnungsvolle Botschaft ist, dass ich glaube, dass das weiße Haus und die US-Militärführung das seit der zweiten Amtszeit von Obama auch so sehen, und sie entsprechend handeln.

Trumps persönliche Fähigkeit liegt in der Show, er ist ein begnadeter Showman, der es blendend versteht, in den USA Massen zu begeistern. Ich glaube, deshalb wurde er von Obama und der US-Militärführung engagiert, das vom US-Militär unter Obama begonnene und überragend wichtige Projekt der Entmachtung der globalen Kriegstreiber fortzusetzen. Und ich glaube, er macht seine Sache bislang ziemlich gern und gut, und er nimmt es sportlich, dass ihm dabei der Gegenwind der Kriegstreiber permanent in Orkanstärke ins Gesicht bläst….

… Der geopolitische Hauptkriegsschauplatz ist heutzutage Westasien, aka Nah- und Mittelost. Wenn Trump nun in anderen Regionen ganz hart auftritt, dann kann er es sich politisch eher leisten, die laufenden Kriege in Westasien allesamt geopolitisch zu Gunsten von Russland, Iran und Partnern ausgehen zu lassen, und Nordafrika gleich dazu.

Bei der ganzen Aufrüstung und Kriegsrhetorik im Baltikum kommt genausowenig irgendwas raus wie bei der Sache mit Nordkorea. Man kann ja mal eine Umfrage etwa in Deutschland, Polen oder bei den Balten machen, wer da gerade Lust auf einen heißen Krieg gegen Russland hat, Einsatz von Atomwaffen natürlich eingeschlossen. Das ist total außerhalb jeder akzeptierten Realpolitik. In Korea sieht die Sache ähnlich aus.

Und während die zionistischen Kriegstreiber mit solch absurden potenziellen Kriegen im Baltikum und in Korea beschäftigt sind, verlieren sie all ihre tatsächlich existierenden Westasienkriege – mit tatkräftiger Unterstützung oder Unterlassung durch Trump und das US-Militär, wie etwa der Fall Barzani zeigt.“

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2 Antworten zu Fundstück – 12.11.2017 – Trump und der geopolitische Hauptkriegsschauplatz

  1. Parteibuch schreibt:

    Danke für diese Hervorhebung.

    Ich hatte nun eigentlich gehofft, dass obmt meiner ungewöhnlichen These, dass der Showman Trump von Obama und der US-Militärführung engagiert wurde, um Obamas Politik fortzusetzen, hier wenigstens per Kommentar ein bisschen Widerspruch kommen würde. Aber da kommt nichts – wie bei mir. Ist die Idee so grotesk falsch oder so offensichtlich zutreffend, dass sich dazu kein Widerspruch regt und keine Diskussion aufkommt?

    Ein paar Hinweise: Trump hat sehr öffentlichkeitswirksam Obamas Kriegsminister Ash Carter gegen General Jim Mattis als seinen ersten Minister ausgetauscht. Und was haben Donald Trump und Jim Mattis dann gemacht? Sie haben praktisch alle militärischen Führungspositionen in den USA so belassen, wie Obama sie besetzt hat. Zum Beispiel:

    Joseph F. Dunford als CJCS: https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_F._Dunford

    Trump vertraut also dem gleichen höchsten Soldaten als seinem höchsten militärischen Berater wie Obama. Und auch alle von Obamas JCS, wirklich alle, blieben unter Trump im Amt:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Joint_Chiefs_of_Staff#Current_members_of_the_Joint_Chiefs_of_Staff

    Und nicht nur das, auch die Befehlshaber der Current combatant commands sind im Grunde die Gleichen wie zuletzt unter Obama:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Unified_combatant_command#Current_combatant_commands

    Votel hat das USCENTCOM, Thomas hat das USSOCOM und Hyten das USSTRATCOM.

    Anders gesagt: bei Trump sind im US-Militär exakt die gleichen Generäle an der Macht wie zuletzt unter Obama. Sofern ihre Amtszeit abgelaufen war, hat Trump sie nicht ausgetauscht, sondern allesamt zur Verlängerung an den Kongress empfohlen.

    Ich finde das sehr erstaunlich, dass das praktisch nirgendwo diskutiert wird. Ist das nicht erstaunlich?

    • kranich05 schreibt:

      Hallo Parteibuch,
      mal abgesehen davon, dass mein kleines Blog ohnehin nicht besonders diskussionsmächtig ist, glaube ich, dass man Deine steilen Thesen als willkommene Denkanregung nimmt. Alle möchten Trump verstehen, können sich aber keinen rechten Reim auf ihn machen. Deshalb greift man dankbar zu ungewöhnlichen Erklärungen.
      Die Medien haben den Menschenrechtsimperialismus installiert. Sie haben den Progressiven die Begriffe genommen, auch dadurch, dass sie mit ihnen spielen. Trump setzt darauf eine weitere Verkehrung. Er spielt mit den Mustern der Reaktionäre und neutralisiert sie damit.
      Es gibt also gute Gründe, sein Showtalent als Bestandteil ernster Politik zu nehmen.

      Hauptsache wir vergessen nicht, dass er bei alldem imperialistischer Politiker bleibt.
      Ausdrücklichen Dank für die vielen qualifizierten (!) Hinweise auf den Zionismus.
      Wenn ich an die Koch-Brüder hinter Trump denke, erwäge ich, ob es nicht auch im Zionismus größere Modifizierungs- und Differenzierungstendenzen gibt.
      Vor Jahr und Tag (im Zusammenhang mit Trumps Wahlhkampagne) hat Parteibuch dazu mal interessante Informationen geliefert.

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