Stalinismus und Umgebung (5) – Freidenker B und O in fortgesetztem Dialog(versuch)

Fortsetzung von „Stalinismus und Umgebung (4):

B: Drittens bist Du darüber gestolpert, daß Michael Kubi nicht richtig auf Deine Aussage reagiert hat, von 1936 auf 1937 sei die Zahl der Verurteilung auf das 300-fache gestiegen.

Hier wird es interessant. Was wolltest Du denn damit aussagen? Ich könnte daran eine interessante Aussage anschließen, denn mir scheint, daß eine wissenschaftliche Herangehensweise an diese Frage sich nicht darin erschöpfen darf, irgendwelche Opferzahlen zu berechnen, sondern zum Wesen des Prozesses vordringen muß.

Denn in der Tat reden wir, wenn wir über Repressalien/Säuberungen reden, eigentlich nur über 1937/38, was die von Dir gebrachte Steigerung innerhalb eines Jahres eindrucksvoll belegt.

Was kaum jemand erwähnt, wenn es darum geht, ist, daß in dieser Zeit die sowjetische Verfassung, Strafprozeßordnung usw. offiziell suspendiert wurden! Mit anderen Worten: Es wurde für einen begrenzten Zeitraum, der dann verlängert wurde, erneut revolutionäres (oder meinetwegen konterrevolutionäres) Recht gesetzt. (Das Vorzeichen ist erst mal egal. Wir kommen da gleich drauf.)

O: Ich stimme Dir zu, wenn Du sagst, daß eine wissenschaftliche Herangehensweise an diese Frage sich nicht darin erschöpfen darf, irgendwelche Opferzahlen zu berechnen, sondern zum Wesen des Prozesses vordringen muß.

Dieses Anliegen hatte ich bereits in meinen „Persönlichen Eindrücken“ von der bewussten Konferenz zum Ausdruck gebracht (die inzwischen von der Freidenker-Webseite gecancelt wurden, vermutlich, um so die „wissenschaftliche“ oder „kulturvolle“ Diskussion zu fördern).

Ich schrieb damals (Das Internet vergisst nichts, deshalb hier die Quelle): „Ich erlaubte mir, auf … wenig bekannte Tatbestände hinzuweisen, punktuelle Informationen, die keine systematische Diskussion ersetzen, für Nachdenkliche aber beachtenswert sein mögen“ und weiter: „Die Anzahl der aus politischen Gründen Verurteilten im allgemeinen und der Erschießungen im besonderen weist eine eindrucksvolle Dynamik über die Jahre 1921 bis 1954 auf. Nur die drei markantesten Jahre herausgegriffen…“.

Die Berechnung von Opferzahlen halte ich zwar für unverzichtbar (Du sicherlich auch, trotz Deiner etwas legeren Formulierung „irgendwelche“) aber auf dieser Basis geht es dann tatsächlich darum, zum Wesen des Prozesses vorzudringen.

Deshalb mein ausdrücklicher Bezug auf den gesamten Zeitraum 1921 bis 1954. Ich reiche einige Zahlen lt. der von mir angeführte Quelle* nach.

Zahl der vollstreckten Todesurteile aus politischen Gründen:

1922-1928 – 11.271

1930 – 20.201

1931 – 10.651

1932-1936 – 9.285, davon 1936 – 1.118

1937 – 353.074

1938 – 328.618

1939 und 1940 – 4.201

1941-1953 – etwa 50.000

Die Tabelle zeigt die kontinuierliche Anwendung der Todesstrafe über die drei Jahrzehnte Stalinscher Herrschaft.

Die Sowjetunion befand sich im scharfen innerem und äußerem Klassenkampf und es darf unterstellt werden, dass tatsächlich auch konterrevolutionäre und staatsfeindliche Aktionen nach geltendem Recht mit der Todesstrafe geahndet wurden. In welchem Zahlenverhältnis diese Art rechtmäßige Todesstrafen (nach geltendem sowjetischen Recht) zu willkürlichen, terroristischen Todesstrafen standen (die es auch vor 1930 und nach 1940 gegeben hat), weiß ich nicht. Untersuchungen dazu sind mir nicht bekannt.

Dieses sozusagen „übliche Todesstrafenniveau“ (immerhin etwa 3 pro Tag in den „guten Jahren“) erklärt aber nicht die Vervielfachung der Exekutionen in den Jahren 1930/31, 1937/38 und nach 1945.

Die Standardbegründung für Todesurteile besonders der Jahre 1937/38 „Verschwörung im Auftrag ausländischer Geheimdienste“ wird allein durch die Zahlendynamik ad absurdum geführt. Die Steigerung der Angriffe ausländischer Geheimdienste innerhalb eines Jahres auf mindestens das 300-fache (und die 300-fache Steigerung der erfolgreichen Abwehr durch sowjetische Organe!) sind Märchen, die den Verstand beleidigen. (Propaganda dieser Art machte in den 50-er Jahren in der DDR den Spruch populär: „Das gibt’s in keinem Russenfilm!“)

Nur nebenbei: Dem erneuten Anstieg der Repression Ende der 40-er und Anfang der 50-er Jahre wird m. E. zu wenig Beachtung geschenkt.

Der Hinweis, „daß in dieser Zeit die sowjetische Verfassung, Strafprozeßordnung usw. offiziell suspendiert wurden!“ erklärt wenig, kann aber zu den richtigen Fragen führen.

„Es wurde für einen begrenzten Zeitraum, der dann verlängert wurde, erneut revolutionäres (oder meinetwegen konterrevolutionäres) Recht gesetzt.“

Warum wurde „suspendiert“? Welcher Souverän hatte das Recht, zu „suspendieren“? Aus welchem Interesse? Wer begrenzte Zeiträume und verlängerte sie dann und warum?

Vor allem aber muss ich fragen: Wer SETZT REVOLUTIONÄRES RECHT?

Hat jemals Lenin, Trotzki oder irgendein Bolschewik X „revolutionäres Recht gesetzt“; eingesetzt, nach 20 Jahren ausgesetzt, erneut gesetzt? Dank welcher Eingebung? Haben ein paar Führer am Ende die ganze Revolution „gesetzt“?

Offenbar führt uns die Frage nach dem Recht zur Frage der Revolution und das ist keine Frage von Führern oder Führercliquen und ihren „außerordentlichen Maßnahmen“. Es ist eine Frage der Klassen, aller Klassen, und ihrer Interessen und Kämpfe. Diese Kämpfe spielen sich im Leben ab. Dort sind sie empirisch nachweisbar. Z. B. sind der Abbruch der NÖP 1928/29 und die Zwangskollektivierung der empirischen Analyse und theoretischen Verallgemeinerung zugänglich. Heute ist niemand mehr darauf angewiesen, Versatzstücke des damaligen Kultes aufzuwärmen. Wie lebte die Revolution in der Zwangskollektivierung? Oder wie nicht?

Soviel für heute. Der Dialog wird fortgesetzt.

 

* Diese Quelle, ich sage es nicht zum ersten Mal, ist Rogowin, ein – Oh Graus! – Trotzkist. Vermutlich bin ich der einzige Freidenker, der Rogowin gründlich liest (Gegenbeweis erwünscht!). Den Leuten, die von Kubis Auswertung neuester Quellen schwafeln (dazu hier oder hier), teile ich nur diese Kleinigkeit mit: Die o.g. Zahlen stammen aus der Anlage II „Statistische Angaben über die Opfer der Massenrepressalien“ seines Buches „Die Partei der Hingerichteten“, Essen 1999. Diese Anlage enthält auf elf Buchseiten 42 Quellennachweise. Davon sind (nach flüchtiger Zählung) 30 bis 35 Quellen, die erst ab 1990 zugänglich waren.

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, bloggen, Demokratie, Faschismus alt neu, Lenin, Machtmedien, Materialismus, Realsozialismus, Revolution abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Stalinismus und Umgebung (5) – Freidenker B und O in fortgesetztem Dialog(versuch)

  1. Karsten Seel schreibt:

    Guten Abend,

    weder (dazu hier oder hier – aus deinem Text oben) „schwafelt jemand“ über Kubis – zumindest finde ich in den Verlinkungen nichts davon.
    Ich empfehle – als Gegengewicht vielleicht – die Lektüre Gossweilers und Hesses um in „heimischen“ Gefilden zu bleiben …
    Noch einmal zu Furr – die deutliche Abwertung (ohne auf konkrete Inhalte einzugehen) bei Prof. Karl z.B., ist keine Argumentation sondern lediglich Verriss …
    Ich halte die Diskussion zum Thema für sehr notwendig, brachte sie doch mich (als völlig verunsicherten „Beobachter“) dazu, mich eingehender mit dem Tabu Stalinismus zu beschäftigen.
    Gossweiler zum Komplex Stalin – Trotzki usw. http://kurt-gossweiler.de/?p=852#more-852,
    in meinem Blog ein wenig „aufbereitet“ als PDF (lediglich die Form betreffend).
    Im Übrigen – „Trotzkist“ – ja, „Oh Graus“ …

    Grüße

    Gefällt mir

    • kranich05 schreibt:

      Hallo Karsten,

      hier schwafelt Rupp in aller Öffentlichkeit:

      https://deutsch.rt.com/inland/58433-2017-hundert-jahre-oktoberrevolution/

      Klaus v. Raussendorff haut in dieselbe Kerbe:

      https://deutsch.rt.com/inland/58344-100-jahre-oktoberrevolution-russland-deutschland-freidenker/

      „Schwafeln“ hin oder her: Die schlichte Wahrheit all dieser Polemik ist, dass Kubi neuere Primärquellen weitgehend ignoriert (während Interessierte das Gegenteil behaupten) und Rogowin sich systematisch auf Primärquellen, nicht zuletzt neuere, stützt. 

      Wenn Du schreibst: „Ich empfehle – als Gegengewicht vielleicht – die Lektüre Gossweilers und Hesses…“ läuft das eher auf Dialogverhinderung hinaus, denn:

      Ich mache in dem Beitrag, den Du kommentierst, ganz konkrete Ausführungen. (Mit denen wiederum habe ich mich konkret auf B. bezogen.) Du aber weichst in Namen aus. Haben Gossweiler oder Hesse Konkretes zu dem im Beitrag dargelegten Problemen geforscht/gesagt? Wenn ja, dann führe das bitte konkret an, damit ich darauf eingehen kann.

      Zu Furr habe ich in dem Beitrag zwar nichts gesagt. Ich stimme Dir aber zu, dass Prof. Karl „keine Argumentation sondern lediglich Verriss “ liefert. Ein Verriss kann berechtigt sein, überzeugt aber sicherlich keinen oder keine, der/die Furr schätzt.

      Den Gossweiler-Text, den Du verlinkt hast, habe ich gelesen, immerhin auf 31 Seiten ein Rundumschlag XX. Jahrhundert. Der knapp 90-Jährige erzählt aus der Geschichte seines Lebens und Denkens. Dabei geht er mit dem, was er zum Bestandteil dieser Geschichte macht und ebenso mit dem, was Nichtbestandteil wird, so um, dass die Geschichte für ihn stimmig ist. Ich kann nachvollziehen, dass eine so ausgebreitete, durchaus detailreiche Lebenserzählung auf einen „völlig verunsicherten „Beobachter““ Überzeugungskraft ausübt. Wenn ich versichere, kein „völlig verunsicherten „Beobachter““ zu sein und dass auf mich diese Geschichte gruselig wirkt, so bringt das wenig.

      Mein Vorschlag bei solch gegensätzlicher Wahrnehmung und Positionierung wie bei uns beiden ist, ins Detail zu gehen und zu prüfen. Dafür bieten sich sehr viele Punkte an. Ein Vorschlag wäre z. B. das, was mit den letzten Arbeiten und überhaupt den letzten Handlungen Lenins zusammen hängt, genauer zu betrachten. 

      Mein Glückwunsch zu  „Trotzkist“ – ja, „Oh Graus“. Wenn ich Dich richtig verstehe, wirst Du dort bestimmt nicht eintreten und Dir somit viel Kummer ersparen. Man muss nicht dem „großen Florentiner“, wie Marx sagte, folgen. („Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!“)

      Gruß meinerseits

      kranich05

      Gefällt mir

  2. Karsten Seel schreibt:

    Hallo Kranich,

    deinen Vorschlag zur Prüfung von Details nehme ich gerne an. Womit beginnen wir unsere Betrachtungen?

    Grüße

    Gefällt mir

    • kranich05 schreibt:

      Zunächst möchte ich doch daran erinnern, dass ich im Posting mit der Zahlenreihe über Todesurteile aus politischen Gründen doch einige konkrete Details vorgelegt habe. Natürlich sind diese Zahlen nicht ausreichend – nicht vollständig, nicht differenziert genug, mit Ungenauigkeiten behaftet. Mehr Konkretheit und Tatsachenfülle wäre wünschenswert. Ob aber wir das leisten können und leisten wollen, bezweifle ich.
      Dennoch meine ich, dass schon diese begrenzten Zahlen die Aussage erlauben, dass Stalin und sein Regime kontinuierlich und bei zeitbegrenzten extremen Häufungen Menschen aus politischen Motiven hingerichtet haben. Das erfolgte zumindest zeitweise unter massenhafter Verletzung nicht nur der Menschenrechte, sondern auch der Gesetze des Sowjetstaates. Stalin und seine Clique tragen die Verantwortung für einen Massenterror der sich nicht zuletzt gegen bewährte Bolschewiki und auch ausländische Kommunisten richtete und dem Sozialismus schweren Schaden zufügte.

      Unter den möglichen Themen im Zusammenhang mit Stalinismus interessieren mich besonders die Divergenzen bzw. der Bruch zwischen Lenin und Stalin. Besondere Bedeutung haben dafür natürlich die letzten Arbeiten Lenins. Dazu habe ich hier
      https://opablog.net/2016/12/22/stalinismus-und-umgebung-2-die-letzten-arbeiten-lenins-und-der-umgang-mit-ihnen/
      und hier https://opablog.net/2016/12/27/stalinismus-und-umgebung-3-das-jahr-1923/
      bereits einige Details aufgeschrieben. Vielleicht siehst Du da Diskussionsbedarf?
      Gruß
      kp

      Gefällt mir

  3. Pingback: Stalininismus und Umgebung (6) – Kommen die Diskutanten B und O allmählich zum Kern? | opablog

  4. günter meisinger schreibt:

    hallo mir bisher unbekannter Kranich,
    erst noch eine Anmerkung zu s&u 4: dort wolltest du, bei aller stalinkritik, u.a. wenigstens noch SEINEN sieg über den nazismus als große leistung gelten lassen, was aber so auch nicht stimmt. dieser sieg wäre früher und ohne den verlust von über 30 Millionen Sowjetbürger zu haben gewesen, wenn stalin´s Paranoia nicht am Vorabend des weltkriegs noch die rote armee tausende ihrer fähigsten köpfe durch Hinrichtung beraubt hätte, darunter der legendäre bürgerkriegsgeneral tuchatschewski. vielleicht ahnst du schon, daß sie alle wg. angebl. Trotzkismus hingerichtet wurden. jedenfalls standen die nazis schon vor den toren Moskaus, als sich dank eines strengen winters, den die russen eher überlebten, das blatt in letzter sekunde noch zugunsten moskau´s wendete. die Sowjetmenschen verteidigten ihre Heimat heldenhaft, trotz stalin, aber nicht für oder wegen Stalin -der dann für einen erfolg gefeiert wurde, der unter seiner Führung beinahe zum mißerfolg geführt hätte, was die Weltherrschaft der nazis bedeutet hätte.-

    nun aber zu dem unsäglichen Michael kubi, dessen dämliches stalinbuch, das von keinem linken oder Sozialist. medium beachtet/rezensiert wurde, nur zeigt was er alles nicht verstanden hat. er begenete mir vor ca. einem jahrzehnt in den damaligen vereinsräumen von „zusammen e.v.“ in ffm.; wo er mir so eine art modernen Stalinist. schauprozeß initiierte. die Mitglieder waren eigentlich eingeladen, weil ich ein Referat zum Stalinismus halten sollte. dies wurde dann von der verbandsführung um Philipp kissel und aitak barani verhindert (jene U-Boote der ultrastalinist. „Kommunist. initiative“ in der dkp, aus der die soeben gerade wieder ausgetreten sind, da ihnen immer noch nicht Stalinist. genug.) stattdessen wurde mir eine art Anklageschrift verlesen, wonach ich diese leute beleidigt haben soll, und dann referierte jener Michael kubi mit hilfe alter stalinheftchen der kpd/ML. schon damals behauptete er, die Öffnung der sowj. Archive hätte Stalin entlasted, obwohl das genaue Gegenteil der fall war- die ehemaligen geheimarchive des geheimdienstes KGB belegen jedes verbrechen Stalins (kein einziges, nicht von ihm persönl. abgezeichnetes Todesurteil); darunter auch den mord an kirow. das sagten übereinstimmend die vielen Journalisten aller polit. Richtungen, die unter Gorbatschow noch leicht nach rußland strömen konnten um für nur geringes entgelt Akteneinsicht zu nehmen. heute ist das viel teurer und viel schwieriger- nur noch für Historiker. und so bedauert kubi scheinbar -in seiner neuen Notiz gegen dich und rogowin in der Zeitschrift „offensiv“- kein historiker zu sein. komisch nur, daß damals, als noch viele leicht einsicht bekommen konnten und auch viele leute Dokumente veröffentlichten, keines der Stalinist. Grüppchen oder Individuen davon gebrauch machte. während sich nun einige aus der dkp eher auf die abenteuerliche Behauptung einigten, die Gorbatschow-Administration habe Millionen alter Dokumente gefälscht, gehört kubi zu denen welche sich auf angebl. neue, Stalin entlastende Dokumente der ehem. Archive stützen. davon hat er meines Wissens keines veröffentlicht, der beweis bleibt schuldig. er stützt sich dabei auf den Scharlatan grover furr, der, wie noch ein paar gutverdienende Professoren aus den USA, die vorzüge des stalinschen Systems entdeckt zu haben glaubt. deswegen hier noch ein kritischer Artikel zu grover furr, der noch nichtmal von einem bösen Trotzkisten stammt (kubi´s erwähnte Replik heißt „wie Trotzkisten lügen“) sondern von einem Mitglied der indischen KP (CPI), früher moskautreu. selbst da scheint man kritischer geworden zu sein:

    Mainstream, VOL L No 47, November 10, 2012

    Reply to Grover Furr: Senseless Defence of Stalinist Repressions

    Wednesday 21 November 2012, by Anil Rajimwale

    COMMUNICATION

    I must first thank Mainstream for starting some kind of debate on the Stalin question.

    I read through Grover Furr’s reply (Mainstream, October 27, 2012) to my review of his book (that appeared in this journal’s August 4, 2012 issue). I must thank him too for responding. But he has not met any of the points raised in the review. The ‘documents’ that he refers to in his book and mentions in his reply just show nothing: they do not provide any grounds to justify the measures taken against those repressed by Stalin. The ‘documents’, if the word can be used here at all, are simply statements of unsubstantiated accusations by the official side, nothing more. The accused were given no chance to defend themselves and a vicious campaign was run to defame them even before the ‘trials’. In other words, the charges themselves were fabricated.

    Besides, have any documents been made public that defend the point of view of the accused? None at all! The Soviet (now Russian) archives are all full of official materials. Not all documents have been opened or made public. How can you judge those accused on the basis of such materials? This is blatantly unjustified and illegal, and clearly points to the misuse of the huge state machinery against the individuals. Any powerful state can use all its powers to justify itself and to defame, demean and wrongly ‘judge’ (accuse) those whom it wants to repress and suppress. It happens in the bourgeois and advanced capitalist states quite commonly, and it also happened in the Soviet state. The Soviet Union did not set any better example in this regard; by no means. It tried to suppress any difference and dissent. It suppressed simple expression of views, not only the activities. This was the most unfortunate and indefensible aspect of the Soviet state, and Stalin’s regime was the most blatant example of it. This happened much before he led the USSR to victory over fascism, and continued well after the War was over.

    The author has not been able to counter any of the arguments/points raised in the review. Khrushchev himself might have been a useless fellow as the author asserts. But many of the questions raised in his report had been referred to/raised even earlier and certainly after it in great details by several authors including prominent figures of the communist movement: RPD, Gromyko and a host of others, even Marshal Zhukov have critically referred to Stalin’s highly questionable methods. So much has been written by prominent persons of the communist movement, and their credentials cannot be doubted. They have even seen with their own eyes things like disap-pearances of people. Even if we take it that cer-tain details in the Khrushchev report are wrong, this does not refute the fact that inhuman and severe repressions took place widely under the guidance of Stalin. And Lenin no doubt had foreseen some such trend in Stalin.

    The author of the book himself admits that millions of people and prominent leaders were repressed, harassed, tortured and killed. I have referred to the page numbers in his book to this effect. Why and on what grounds were they repressed? Furr simply keeps quiet. Having admitted the repressions, the author shifts the blame on Stalin’s henchmen, and spares Stalin of any responsibility. And then Grover Furr claims: “I do not ‘defend’ the Moscow trials, executions, ‘atrocities, repressions, tortures’” etc! A wonderful claim indeed! This is really a very strange attitude.

    He refers to the achievements under the Stalin regime. How do these justify the killings? Were these achievements certificates to kill and repress as and when the ‘great leader’ wished? This question has not been answered and it is this which is very disturbing. Vast number of com-mon people as well as communist activists and members contributed to the Soviet advance and to the positive aspects of Soviet rule. And pre-cisely a large number of them were killed! Was that not shocking? Should one keep a ‘cool’ stance in the face of these horrendous crimes?
    The author of the book says: “These magni-ficent achievements took place during Stalin’s regime.” So?! Should we then give a clean chit to Stalin as regards the atrocities committed under his regime and through his express approval and knowledge? An assessment of achievements, failures and problems of the Soviet regime is quite another matter and a welcome one. But here we are discussing the specific issue of repressions and killings under his regime and that too of the revolutionaries themselves.

    I am really surprised at the attitude of people like the author of the book, who try to cover up the crimes committed by referring to the victory in the War and other achievements. Those repressed, arrested and killed also contributed greatly, and they were therefore far greater than Stalin himself: despite severe repressions they did not lose faith in the Soviet system. There were any number of people, Army officers etc. being released for Army duty, who fought bravely during the War, earned victories against fascism, and then they were simply arrested by the Stalinist authorities and sent to long impri-sonments and/or shot! Many of them returned from the fascist jails and camps only to land in Stalinist camps and even got ‘eliminated’. Those who survived, wondered and sought to fit in or justify on the basis of some ‘mistake’ by ‘somebody who misled’ Stalin. Were they not far greater and braver than Stalin himself? And what does it all amount to as far as the regme and the system were concerned?

    The author himself confirms in the book that ‘millions were repressed’ etc. But puts the blame, not on Stalin but on people like his henchmen like Yezhov and others! So, it is Stalin bothways!

    Details of unjust repression, arrest and shooting of Bukharin, the giant of a Soviet theoretician and leader, have recently come out along with his extraordinary book, The Philosophical Arabesques. The Stalinist regime tortures and kills the writer of this great work on Marxist philosophy and Hegelian dialectics, suppresses his work, the subsequent Soviet regimes knowingly or unknowingly ‘lose’ the manuscripts, and they are published after ages, after the Soviet regime has collapsed! A stinging commentary on the Stalinist and Soviet regimes! One wished this task was rather performed by some reactionary capitalist dictatorial regime.

    No amount of repressive acts and killings can ever be justified, more so when committed by revolutionaries themselves. Bukharin, Zinoviev, Kamenev, Trotsky, Blyukher, Rokossovsky, Ordjonikidze, Tomsky, Rykov, Krzhizhanovsky, and so on were giants of revolutionaries, each contributing to the cause of the people and the revolution. They had their failings; so too had Stalin and others. Those do in no way justify their killings, tortures or repressions. Even Marshal Zhukov himself was sought to be demoted and isolated. A falsification and hate campaign was carried out against them by the Stalinist regime, and Stalin never came to their rescue or defence. It is interesting that Stalin has hardly a word of praise to say about his colleagues, or none at all. What kind of revolutionary ‘leader’ was he?! Contrast this with the great Lenin, and one is at once struck by the difference.

    Revolutiona-ries paid with their lives for suggesting improve-ments in socialism or expressing different views, and Stalin was squarely responsible for their persecution and elimination. Millions of common masses deported to the labour camps will always remain a blot on the Stalinist regime. No amount of cover-up can hide these facts, Khrushchev or no Khrushchev.

    Today, those who seek to justify Stalin’s crimes try to refer to some ‘documents’ fruitlessly. But they do not seek any documents when it comes to the victims. What kind of revolution is it where the topmost ‘leader’ sets in motion a whole machine of repressions against his own comrades and people actively working and devoting their lives for freedom, socialism and the Party?

    It is time that one stops justifying the crimes against revolutionaries and their killings. We do not live in a medieval world. It is really sickening when one learns of the repressions, the frame-ups and killings in the Soviet Union under Stalin. One can understand such things happening in capitalist or imperialist countries. But one can never forgive and forget such injustices under a regime claiming to be revolutionary and socialist.

    This is the least we can do for the millions of great builders of socialism who gave their lives in the most tragic circumstances, not to any imperialist machine but to the repressive state machinery headed by just one person in the name of the Communist Party in the Soviet Union. It was a typical Stalinist dictatorship. It is to the credit of those millions and those great names, who remained loyal to the cause of socialism despite the severe repressions, which were enough to break anybody.

    It is to these real heroes and heroines that socialism owes its successes.

    Anil Rajimwale

    New Delhi

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s