9/11 wurde 16 – gelebte „Dysfunktionalität“ – Update 16.9.2017

… und von den einflussreichen Medien hat sich allein KenFM des Themas in gebührender Weise angenommen. (Ist KenFM einflussreich? Ja. Seit 14 Stunden ist das Video auf youtube und wurde bereits 38 000 mal abgerufen. Von den bedeutenden Blogs sei hier zum Thema nur „Parteibuch“ erwähnt, wo auch seltene Links zu finden sind.)

Mit Bröckers, Davidsson, Ganser und Schreyer hatte Ken Jebsen vier der profiliertesten Aufklärer des deutschsprachigen Raums zur Live-Diskussion geladen.

Es lohnt sich, das gesamte Zweieinhalb-Stunden-Gespräch zu verfolgen. Zum Tathergang wurden nur wenige unverzichtbare Aussagen gemacht. Im Zentrum stand dagegen die politische, vor allem geostrategische Bedeutung des Ereignisses. Dabei wurden einige besonders wichtige Momente in seltener Schärfe herausgearbeitet:

Dass bis heute nicht nur eine umfassende Untersuchung der Ereignisse verhindert werden konnte, sondern sogar im Zuge des „Krieges gegen den Terror“ die außergerichtliche Tötung von Menschen zu einer Normalität in den Staaten der westlichen Welt geworden ist – wie besonders Elias Davidsson  hervorhob – ist Ausdruck einer elementaren und fundamentalen „Dysfunktionalität“ (dieser Ausdruck wurde verwendet) unserer Gesellschaft.

Dass für diese „Dysfunktionalität“ die Herrschenden sorgen, mit all ihren Machtmitteln, unter denen die Medien eine berüchtigte Rolle spielen, ist altbekannt. Weniger Beachtung findet, wurde in dieser Diskussion aber beim Namen genannt, dass auch ansonsten verdienstvolle Aufklärer, etwa Norman Paech, Rolf Gössner, Noam Chomski und viele, viele andere, durch dröhnendes Schweigen zu 9/11 ihren fragwürdigen Beitrag zu dieser „Dysfunktionalität“ leisten. In der Diskussion wurde sie nicht ausdrücklich genannt, deshalb füge ich es hier zu: Nicht nur die Systemmedien, auch die Linkspartei leistet keinen Beitrag zur Aufklärung von 9/11. Auch die Bundestagsabgeordneten der Linkspartei gehen über die außergerichtlichen Tötungen reaktionslos hinweg.

Welche Abgründe sich hier auftun, wurde in der Schlussrunde der Diskussion angedeutet, als Ken Jebsen die rhetorische Frage stellte: Was würde geschehen, wenn eine Untersuchung von 9/11 die Verantwortung der Inhaber der Staatsgewalt aufdecken würde?

Welche Revolution, frage ich, des Bewusstseins oder wessen auch immer, steht dann an?

Müssen wir etwa ernsthaft „Revolution“ denken?

 Gott behüte!   

Update 16.9.2017:

Voltairenet schreibt:

„Präsident Trump verbietet jegliche Bezugnahme auf die Bush-Version, während dem Gedenken an den 11. September“

V. führt für diese Trump zugewiesene Aussage keine Quellen an.

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8 Antworten zu 9/11 wurde 16 – gelebte „Dysfunktionalität“ – Update 16.9.2017

  1. Bernhard Meyer schreibt:

    „Auch die Bundestagsabgeordneten der Linkspartei gehen über die außergerichtlichen Tötungen reaktionslos hinweg.“
    Hust. – Heike Hänsel von unserem Wahlkreis hat oft auf öffentlichen Plätzen die „Drohnenmorde“ angzeprangert. Auch in Ramstein sind Linke aufgetreten und haben u.a. gegen genau diese Morde gewettert. Was mich eher stört, ist ihre nach meiner Ansicht verschwommene Haltung zur NATO. Ich höre sie einfach nie „Deutschland raus aus der NATO“ sagen.

    • kranich05 schreibt:

      Meine Meinungsäußerung mag nicht in Bezug auf JEDE Äußerung JEDES oder JEDER Bundestagsabgeordneten 100% zutreffen.
      Viel mehr geht es mir um Stellungnahmen der Gesamtpartei und auch nicht um bloße Presseerklärungen, sondern um A. parlamentarische Aktivitäten und B. um den außerparlamentarischen Druck, damit diese Aktivitäten Gewicht kriegen.

  2. Bernhard Meyer schreibt:

    Betrifft Kritik an Noam Chomskis Schweigen zu 9/11:
    Habe mal folgendes Argument von ihm gelesen, das sinngemäß so geht: Es gibt einen riesigen Haufen von gut dokumentierten und bewiesenen Verbrechen, die die USA in der Welt begangen haben und wegen derer die Verantwortlichen angeklagt und verurteilt gehören. Der Streit um 9/11 kostet unnötige Energie.
    Ich finde das Argument nicht verlogen, sondern nachvollziehbar. Vielleicht konnte Chomski deswegen immer noch so wirkungsvoll bleiben. Allerdings sollte er die anderen, die seine Meinung darin nicht teilen, nicht als Spinner bezeichnen.

  3. klotzchrist schreibt:

    Einspruch, Euer Ehren!
    Eine „gelebte Dysfuktionalität“ funktioniert doch hervorragend.
    Bloß weil sie nicht im Sinne der Geschädigten funktioniert, heißt das noch lange nicht, dass
    „die Gesellschaft“ dazu da und eingerichtet wäre.

  4. klotzchrist schreibt:

    Ja, ich habe solche schönen Sachen auch mal als Kultur genossen. Hat aber bei Lagebesprechungen schon damals nichts genützt.
    Ich bin schon auch dafür, dass man den demokratisch herbeigeführten Rückfall weit hinter die bürgerliche Aufklärung, nämlich in die Barbarei, als solche benennt.
    Aber „gelebte Dysfunktionalität“ ist nun mal eine in sich widersprüchliche Metapher, mit deren Eleganz anscheinend alle Beteiligten zu leben entschlossen sind.

    • kranich05 schreibt:

      1:0 für Dich.
      Meine letzte schwache Verteidigung besteht in dem Hinweis, dass ich „Dysf.“ nicht nur nicht erfunden, sondern selbst in „Gänsefüßchen“ gesetzt habe.

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