„Das ist ja gerade unsere Freiheit: Dass Jeder schreien kann, wie er will!“

Wir haben Urlaub, sind also auch zu Späßen aufgelegt. So fuhren wir gestern die 20 km von Prerow nach Barth, um an dem Wahlkampfauftritt der Kanzlerin teilzunehmen.

Was wir erlebt haben, war recht interessant. Dennoch möchte ich mir eine gründliche und subtile Analyse sparen, wegen Urlaubsfreiheit. Nur paar klitzkleine Notizen:

Die in der Überschrift wiedergegebene Definition von Freiheit durch unsere Kanzlerin ist eine solche.

Bei Nieselregen sonst aber ruhigem Wetter waren etwa 500 Leute auf den Marktplatz gekommen.

Ich kam Angela nah wie nie (fotografisch).

Ein anderes Foto zeigt den Griff ins Klo eines Protestlers:

Teflon-Merkel satirisch „auseinanderzunehmen“ wäre einen lohnende Aufgabe. Sie selbst liefert gute Ansatzpunkte. Es spricht nicht für’s deutsche politische Kabarett, dass das nicht wirklich gelingt.

Uns sprang Merkels ebenso offenkundiger wie kackfrecher Taschenspielertrick ins Auge (den sie gleich mehrfach praktizierte) – die Interessen der Superreichen/der größten Ausbeuter rigoros zu vertreten, ohne diese jemals zu nennen. Genannt/vorgeschoben werden immer die kleinen Handwerker, Gewerbetreibenden, Bauern. Das ist eigentlich leicht zu durchschauen, wird es aber nicht. Warum?

Die UWILLIGKEIT und NICHTBEREITSCHAFT (und daraus erworbene UNFÄHIGKEIT) der kleinen (tapferen) Bürger irgend etwas zu Durchschauen, ist das Problem. Dieser Kleinbürger will GEFOLGSCHAFT sein.

(Das war schon das Problem im Faschismus. vielleicht nicht DAS Problem aber doch eines, das wir/ich unterschätzt haben/habe. Kurt Pätzold, der kürzlich verstorbene Historiker hat dazu verdienstvoll gearbeitet, sich geäußert und ein letztes wichtiges Buch geschrieben „Gefolgschaft hinterm Hakenkreuz“.)

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5 Antworten zu „Das ist ja gerade unsere Freiheit: Dass Jeder schreien kann, wie er will!“

  1. klotzchrist schreibt:

    Vielleicht ist das einfacher als Du Dir die Arbeit machst.
    Es gibt eine Masse „Durchblicker“, die sehr wohl wissen, dass sie „verarscht werden“. Das stimmt sie zufrieden, diese Souveränität, die sich nichts vormachen lässt.
    Vor allem im geistigen und materiellen Mittelstand, also jener Betreuungsmasse, auf deren Wählerpotential die Politik (und ihre Deutung als ordentliche Schutz- und Sicherheitsspenderin) berechnet ist, um die Machthabe für die nächste Wahlperiode zu sichern.

  2. Theresa Bruckmann schreibt:

    Wer kann mir sagen, ob und wie man beide Stimmen, also auch
    seine Zweitstimme, einem solchen Volksvertreter bzw. seinen
    Kollegen/innen geben könnte?
    Oder empfiehlt sich dann die Kombination: Bürgerkandidat/in
    plus Zweitstimme für eine ’sympathische‘ Partei?
    Im Prinzip gibt es dieses Problem schon lange – nämlich, dass
    man eine Person wählen möchte – aber nicht seine Partei stärken
    will. (Als Bsp. fällt mir Sven Giegold ein).
    https://docs.google.com/document/d/1c5N_MU6JubXCohuHotmRN_xlWAUZQIhErAjR1TANW4Y/edit

  3. Theresa Bruckmann schreibt:

    Ernüchterung!
    https://www.wahlumfrage.de/musterstimmzettel-zur-bundestagswahl-2017/
    Der Blick auf den Muster-Wahlzettel für meinen Wahlkreis zeigt mir,
    meine eingeschränkten Möglichkeiten:

    Für meine Erststimme:
    Kein/e Bürgerkandidat/in, aber auch kein Direktkandidat einer anderen
    von mir favorisierten neuen Partei ist aufgestellt.
    Der Kandidat der LINKEN ist hier aber eine Möglichkeit.

    Für meine Zweitstimme:
    Aus den Reihen der Bürgerkandidaten kann ich hier wiederum keine/n
    unterstützen, da sie ja darauf verzichten, als Partei organisiert zu sein.
    Andere neue Parteien stehen hier aber zur Wahl.

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