„weder links noch rechts“

Diese Wendung spielt eine zwiespältige, merkwürdig-unklare Rolle.

Ken Jebsen, einer der gegenwärtig wenigen linken Aufklärer von Format, geht mit ihr hausieren. Gerne auch konterkariert er sein linkes Aufklärertum durch demonstrative Danksagungen an die Polizei oder durch gelegentliche Nettigkeiten für Frau Merkel.

Die selbsterklärten Gralshüter „echten Linksseins“ – DKP, KPD, Rotfuchs. Kommunistische Plastform oder wer auch immer – sind natürlich sauer, dass der Ken, dem sie unendlich viel verdanken, einen ihrer wichtigsten Glaubenswerte veralbert oder gar leugnet.

Denjenigen, die sich als einzige demonstrativ DIE LINKE nennen, geht der ganze Streit am Allerwertesten vorbei, denn was „links“ wirklich bedeuten könnte, interessiert Gysi und Zöglinge schon lange nicht mehr (wenn es sie jemals interessiert hat).

Bei meiner dauerhaften Sympathie für die Arbeit von Ken Jebsen blieb es nicht aus, dass ich hier im Blog zu bestimmen versuchte (sogar mehrmals), ob und was „Linkssein“ für mich ist.

Anfangs (etwa ab 2012) mögen diese Überlegungen etwas akademisch gewesen sein. Inzwischen ist Zeit vergangen. Wir erleben (ohne allzu viel zu verstehen), wie die Multipolare Welt geboren wird. Dabei könnte es zu einer fundamentalen Tatsache werden, dass diese Welt „weder links noch rechts“ ist. Sie betritt Dank des Agierens von Kräften die Bühne, die anscheinend „weder links noch rechts“ sind.

Opa, der skeptische Optimist, ist natürlich erst einmal froh, dass diese Multipolare Welt offenbar die Neue WeltOrdnung derer zurückdrängt, die sich selbst  „Exzeptionelle“ nennen. Aber was folgt danach? Entwickelt sich ein neuer Kampf der multiplen Pole um „den Platz an der Sonne“? Oder entwickelt sich die Multipolarität zu einer sozusagen „ALLPOLARITÄT“, die auf nichts anderes hinauslaufen kann als eine  „Macht ohne Herrschaft“? Wenn es soweit kommen soll, müsste wohl eine enorme revolutionäre Tatkraft aufgebracht werden, Linkssein im besten Sinne.

Das wäre die Stufe, wo „weder rechts noch links“ einerseits und „radikal links“ andererseits identisch werden. Denkmöglich scheint mir das zu sein.

Was die Zukunft ermöglicht und verlangt, wissen wir nicht.

Die Vergangenheit zu vergessen, haben wir kein Recht.

 

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15 Antworten zu „weder links noch rechts“

  1. Chemnitzer schreibt:

    Ernst Busch ist doch ein sehr gutes Beispiel für diese Verschiebung in der Bewertung. Sprache, Ausdruck, Diktion, Wortwahl,.. von diesem Lied werden nicht nur als unmodern und überholt verächtlich gemacht, das Lied wird nicht mehr gespielt als Zeichen eines vor der Geschichte versagten Systems. Es ist von den globalistischen Vertretern der real existierenden Linksparteien irgendwo in der Grauzone zwischen Rechts und der Querfront oder als „rechtsoffen“ jedenfalls nationalistisch und autoritär verortet.

    Die Wendung „weder links noch rechts“ will sagen: Ich möchte nicht von irgendwelchen Machtgruppen (Medien, Parteien, Kulturindustrie,…) in eine Schublade gesteckt werden um dort besser bekämpft zu werden. Verhindert man die Zuschreibung, zwingt man den Gegner sich mit Inhalten auseinanderzusetzen. Das ist auch fast schon ein Reflex, weniger eine ausgedachte
    Strategie. Oder wie Ken Jebsen sagte, einfach nur Notwehr.

    Diese politisch-medial propagierte Aufweichung und Verschiebung dessen was eigentlich Links war, gibt es. Daran ist die die Partei DIE LINKE in erster Linie verantwortlich. Eine Partei die nach Aussage von führenden vertretren den Klassenkampf als Obsolet betrachtet hat und Analyse der Macht- und Herrschaftsstrukturen (z.b. power structure Research) rundweg vermeidet, Medienkritik und Medienanalyse nicht betreibt und rigendwelche rechtssozialdemokratischen Denkmuster propagiert, diese Partei ist nicht links im klassischen Sinne.
    Durch die hetrogene Zusammensetzung, aufgrund des Erbes der DDR, der Altlinken der BRD,… zerfällt die Partei Die Linke eigentlich in drei Parteien, die sich gegenseitig lähmen und an der öffentlichen Wirksamkeit hindern. Diese Teile sind:
    1. die globalistischen, antinationalen, linksliberalen Bürgerlichen (Rechtssozialdemokraten)
    2. Linkspopulisten (z.b. Wagenknecht, Lafontaine,…)
    3. Kommunisten, sozialisten im Klassischen Sinne

    Wer tatsächlich das sozialistische und kommunistische Erbe verteidigen will und dem Land und den Menschen hier etwas Gutes tun möchte, der trete für eine Aufspaltung dieser unmöglichen Partei Die LINKE ein und gründe drei neue. Der erste Teil könnte sich ohne Schwierigkeiten mit der SPD vereinigen. Zwei weitere wirklich linke Parteien können diesem politischen System nur gut tun, es würden sich die Wahlmöglichkeiten, die Alternativen vermehren, Mobilisierung der bisher inaktiven Linken in Gang setzen und Bewegung in die politische Debatte bringen; es würde eine Diskursverschiebung stattfinden.

    • kranich05 schreibt:

      Sehr geehrter Chemnitzer,
      Ihr Kommentar freut mich. Und zwar wegen einer (eigentlich) Selbstverständlichkeit. Sie gehen auf das ein, was ich geschrieben habe. Das ist ein Unterschied zu (nicht seltenen) Kommentaren, die allenfalls einen Anknüpfungspunkt wählen und sich ansonsten mit ihrer eigenen Meinung „draufsetzen“. Ob mit einer bewussten Absicht, die Diskussion zu verschieben oder nur aus Nachlässigkeit in der Argumentationsweise sei dahingestellt.
      Ihnen ist nicht entgangen, dass für mich „links“ keine Schublade ist, sondern ein äußerst gehaltvoller Begriff. (Selbstverständlich weiß ich, dass „links“ oft als Schublade gebraucht wird. Ebenfalls selbstverständlich weiss ich, dass der zwar (historisch) äußerst gehaltvolle Begriff heute, nein, seit langem, einer gründlichen Erneuerung, Vertiefung, Aufhebung bedarf.
      Das ist das Gegenteil von. „Brauchen wir heute nicht mehr.“
      Diese „gründliche Erneuerung, Vertiefung, Aufhebung“ ist auch das Gegenteil von „attraktivem“ Wortgeklingel. Das gibt’s im Überfluss, und ich bin ein Feind davon.
      Dito bin ich ein Feind der recht zahlreichen Versuche (subjektiv) „treuer Linker“ aus dem Dilemma des ziemlich untauglichen gegenwärtigen Standes ihrer Theorie und Ideologie durch Neu-Stalinismus herauszukommen. (Solchen Versuchen gegenüber fällt es mir schwer, sachlich zu bleiben.)
      Für mich hat sich herausgestellt, dass der „Königsweg“ (ein Wort, das ich wirklich vermeiden sollte) „links“ „historisch richtig“ und „gegenwärtig“ und „zukunftsoffen“ zu begreifen, die wirklich nachdenkliche Beschäftigung mit dem ORIGINALEN LENIN (in seinem praktisch-inhaltlichen Kontext) ist.
      Im Blog und auch bei den Freidenkern http://www.berlin.freidenker.org/?p=4511 habe ich etwas deutlicher gemacht, was ich damit meine und gedenke das, weiter zu verdeutlichen.
      ORIGINALER LENIN ist NICHT der in stalinistischer/realsozialistischer Vermittlung gelernte Lenin.
      Bei dieser meiner Lenin-Orientierung komme ich mir sehr oft vor, wie der Rufer in der Wüste.
      Da hat mich wenigstens diese Info erfreut: „Ossietzky“ 15/2017 von Susanne Böhme-Kuby „Goodbye Lenin?“

      Ihre Überlegungen zur Linkspartei finde ich auch bemerkenswert. Wegen jetzt Zeitmangel komme ich später darauf zurück.

      Freundliche Grüße
      kranich05

    • kranich05 schreibt:

      Wie versprochen, möchte ich auf die Parteifrage zurückkommen.
      Zuvor sei noch einmal ganz knapp verdeutlicht, welchen Inhalt ich dem „Linkssein“ gebe. Dieser Inhalt ist der revolutionäre Sozialismus. Er ist in Einem dreifach wesensbestimmt:
      – Revolutionierung der ökonomischen Macht mit dem Kernelement Aufhebung des Privateigentums an den lebensbestimmenden Produktionsmitteln der Gesellschaft und ihre reale Vergesllschaftung
      – Revolutionierung der politischen Macht mit dem Kern der dem Wesen nach unmittelbaren (durchaus sinnvoll strukturierten und insofern doch vermittelten) Demokratie aller Bürger.
      – Revolutionierung der Kultur als ein langwieriger Prozess (der sich insofern mit der Vorstellung beißt, dass die Revolution ein Sprung sei, sich in einem „Abbruch der Allmählichkeit“ erschöpfen würde. (Zur Relativierung dieser naiven Vorstellung findet man vielleicht bei (Freidenker) Rainer Thiel nützliche Überlegungen – R. Thiel: „Allmähliche Revolution Tabu der Linken“, Berlin 2010)). Die tatsächliche Revolutionierung der Kultur, also des Alltags der Subjekte ist in gewissem Sinne das Wichtigste an der ganzen Revolution. Sie erst ermöglicht das progressive Funktionieren des gesamten gesellschaftlichen Systems, also sein fortwährendes Überschreiten der gegebene Grenzen im Interesse der Menschen.

      Es liegt auf der Hand, dass mit dieser inhaltlichen Sicht die Vorstellung von der neuen Gesellschaft als PRIMÄR und WESENTLICH graswurzelhaft, dezentral, lokal usw unvereinbar ist. Dieses „Fangen wir von unten an, von Mensch zu Mensch“ ist zwar absolut berechtigt. Es mag sogar zeitlich und im Begreifen und in der Machbarkeit am Anfang stehen. Jedoch es nur für sich zu nehmen und zur Ideologie für’s Ganze zu erheben, ist ein Irrweg.

      Dies als begründende Vorbemerkung, die nun doch etwas länger geworden ist.
      Eine alle Kräfte konzentrierende, mehrende und auf’s Gesellschaftsganze richtende Organisationsform (und nicht nur irgendwie die Kräfte „ausrichtend“, sondern sie aktiv in den gesellschaftlichen Kämpfen führende Organisationsform) ist unerlässlich. Das kann, glaube ich, nur eine Partei sein. Was an solcher Partei heute neu sein müsste, bedarf der Diskussion. (Ich glaube: Vieles. Zugleich wäre es kindisch, die Erfahrungen, enormen Erfolge/Siege und auch Grenzen der Führung der historischen Partei durch Lenin zu ignorieren. (Willi Übelherr meint oben, damit wären wir wohl kleine Kinder, die nach ihrer Obhut schreien. Gleicht er dem Geist, den er begreift?)
      Die differenzierte Sicht auf die Linkspartei finde ich hilfreich. Deren anhaltender Zustand (und davon abgeleitet der Zustand, in dem sich radikale Linke befinden) ist nicht nur unbefriedigend. Ich meine, dass er überwunden werden muss. Die Linkspartei muss aufgelöst werden. Das aber in einem planmäßigen Prozess! Verluste müssen minimiert werden. Auch in dieser Hinsicht ist die Politik Lenins INNERHALB der SDAPR beispielhaft. Ich sehe den Weg in der Herausbildung einer stabilen, eindeutigen, handlungsfähigen Struktur INNERHALB der Linkspartei. Eine Struktur, die bei Anerkennung des Programms der Gesamtpartei sogar eigene programmatische Grundsätze/Präzisierungen beschließt und auch nach außen und offensiv vertritt.
      Den Kampf um die Mehrheit innerhalb und außerhalb der Partei führen, solange man Minderheit ist nach innen und außen selbständig auftreten, den Bruch sich nicht aufdrängen lassen, ihn aber nicht scheuen, wenn er die radikale Orientierung voranbringt.
      Für eine solche klar umrissene KÄMPFENDE Fraktion innerhalb der Linken (nicht für das Feigenblatt „Kommunistische Plattform“) könnte ich mich erwärmen.

  2. Heinrich Triebstein schreibt:

    Eine Karikatur aus dem Frankreich der 1960er Jahre zeigt Marx und Jesus mit Boxhandschuhen. Der Hutträger in der Mitte sagt ihnen: „Haut Euch!“ Seit Joseph Stiglitz das Eine Prozent benannt und Occupy mit seiner Anmaßung „also sind wir die 99 Prozent“ sich zur Wirkungslosigkeit verurteilt hat, stellt sich allen anderen Streiterinnen und Streitern für ein humane Welt die Frage: Was nun? Antonio Negri und Michael Hardt haben eine Antwort gegeben: In ihrem Bändchen mit dem Titel „Demokratie!“ unterteilen sie die 99 Prozent in vier „Rollen“: die Verschuldeten, die Vernetzten, die Verwahrten und die Vertretenen. Sie stellen das Potenzial dar, das Demokratie als „Regierung des Volkes, für das Volk, durch das Volk“ verwirklichen kann. Die Auseinandersetzung wird dann zwischen unten und oben geführt. Die Mitte dazwischen steht vor der Entscheidung, aus der Rolle des Radrennfahrers herauszutreten, nach oben zu buckeln und nach unten zu treten.
    Die -gidas haben einen schönen Einstieg geliefert. Außer in Dresden standen überall mehr Leute gegen sie auf der Straße als Anhänger und Mitläufer. Diese Mehrheit könnte sich aufschwingen zu sagen, wofür sie ist. Vater Robert (Keynesianer) und Sohn Edward (Philosoph) Skidelsky schlagen in ihrem Buch „Wie viel ist genug? Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens“ sieben „Basisgüter“ vor: Gesundheit, Sicherheit, Respekt, Persönlichkeit, Harmonie mit der Natur, Freundschaft, Muße. Gibt es nicht bei Karl Marx eine sehr verwandte Idee von der Befriedigung der geistigen und seelischen Bedürfnisse, nachdem der Kapitalismus seine Rolle als Bereitsteller der materiellen Voraussetzungen ausgespielt hat?
    Der Schweizer Befreiungstheologe Kurt Marti sagt es in einem Aphorismus: „Der Großen Mutter folgte der Große Vater, diesem der Große Bruder. Dabei sehnen wir uns nach kleinen Schwestern.“
    Papst Franziskus spricht von der „weltweiten Geschwisterlichkeit“. Nach Jeremy Rifkin stehen wir am Beginn des Zeitalters des „Biosphärenbewusstseins“, nachdem die Epochen des mythischen (Große Mutter), religiösen (Großer Vater), nationalen (großer Bruder), des psychologischen (20.Jahrhundert) Bewusstseins hinter uns liegen.

    • Chemnitzer schreibt:

      Herrlich unkonkret. Wie wollen sie vorgehen? Allein oder in der Gruppe? Organisationsproblem? Macht- und Herrschaftsverhältnisse, gibt es die?
      Warum nicht die Globalisierungskritiker unterstützen? Bevor etwas Neues aufgebaut werden kann, muss das bestehende gestürzt werden? Haben Sie Angst davor? Ich auch!
      Ihr Kommentar ist ein Beispiel für belangloses Bla, Bla

      • willi uebelherr schreibt:

        Lieber Chemnitzer, deine antwort an Heinrich ist das gleiche. Nur mit dem unterschied in den urspruenglichen kommentaren, dass sich Heinrich auf die grundlagen bezieht und das wie erst mal offen laesst. Und wir sollten uns schon darueber im klaren sein, dass ohne eine klare perspektive auch keine klaren handlungen erfolgen koennen.
        Klaus-Peter konzentriert sich ja auch auf die grundlagen. Und auch du hast recht, wenn du darauf hinweist, dass die zuordnungen „links“ und „rechts“ die inhaltlichen diffenzen innerhalb und zwischen den gruppen verschleiern.
        Also nach wie vor steht im mittelpunkt die frage, „wie wir eigentlich leben wollen“. Und da helfen schubladen nicht weiter. Wir landen notwendig bei der erkenntnis, dass dies sehr unterschiedlich in den verschiedenen regionen beantwortet wird. Und, ist es deshalb falsch?
        Aber so tritt etwas anderes in den vordergrund. Die lokale/regionale selbstbestimmung. Mit sicherheit werden so manche fragen ueberall auftauchen. Aber die art und weise, wie die menschen dies gemaess ihrer eigenheit realisieren wollen, hoechst unterschiedlich sein.
        In der konsequenz treten fragen in den vordergrund, die in ihrer allgemeinheit ueberall gelten. Wie z.b. macht es sinn, sich mit unsinn zubeschaeftigen? Brauchen wir militaerische und paramilitaerische apparate und deren infrastrukturen? Muessen wir einen gewaltigen parasitaeren apparat unterhalten, wie den staat, der voellig nutzlos ist?
        Damit treten die fragen in den vordergrund, was die grundlagen unserer menschlichen existenz sind. Welche sozialen strukturen nuetzlich und sinnvoll sind. Mit den sammelbegriffen „Sozialismus“ oder „Kommunismus“ kommen wir da nicht weiter, wenn wir uns nicht den inhalten zuwenden.
        Und, brauchen wir repraesentative strukturen? Brauchen wir institutionell wirkende parteien? Ich sehe da keinen sinn darin. Aber als privatverein kann sich jede person solchen verbaenden zuwenden wie fussballverein oder eine kirche. Da sehe ich keinen unterschied.

      • Heinrich Triebstein schreibt:

        Lieber Zeitgenosse aus Chemnitz,
        die Filter in unseren Köpfen haben viele Gesichter. Wie ICH vorgehen will, ist nicht die Frage, die jetzt ansteht. Indem Sie so fragen, erwecken Sie in mir den Eindruck, als brauchten Sie jemanden, der Ihnen sagt, was Sie tun sollen.
        Ich habe, anknüpfend an der Unruhe, die im konservativ/rückwärtsgewandten Lager aufgekommen ist, auf die Mehrheiten verwiesen, die GEGEN die -gidas (außer in Dresden) auf der Straße standen. Diese Mehrheiten FÜR die von mir genannten Ziele erneut auf die Straßen und Plätze zu bringen, ist außerhalb meiner Möglichkeiten. Die Organisationen der Zivilgesellschaft, die den Protest GEGEN die -gidas organisiert haben, könnten sehr wohl neu entscheiden und die Frage des WOFÜR in den Mittelpunkt rücken. Das würde der Neigung der autoritär strukturierten SPD entgegenwirken, sich erneut in die Hängematte einer großen Koalition zu fläzen. Für RotRotGrün zu werben, ist derzeit der Weg, den ich gehe.

      • Ira Maria schreibt:

        Chemnitzer, DAS Klingt sehr gut! Lasst uns ZUSAMMENKOMMEN und konkrete, real funktionierende, möglichst EINFACHE Strategien und FAIRE Lösungen erarbeiten, anstatt nur (Entschuldigung) theoretisches, selbst“verliebtes“ Geschwafel.

  3. willi uebelherr schreibt:

    Liebe freunde,

    das ist ja eine interessante antwort von Klaus-Peter(kranich05) auf meine antwort an Chemnitzer.

    Ich stelle ja grundsaetzlich in frage, dass parteien als politische kraft in einer regionalen gemeinschaft positiv und konstruktiv wirken koennen. Und dies natuerlich im system einer repraesentativen Republik. Weil parteien nur gruppenegoismen transportieren und als vertikal hierarchische organisationsstrukturen notwendig nur ihrer eigenen erhaltung gewidmet sind.

    Nun zu sagen, die „Die Linke“ verlassen das irgendwie „linke“ ist ja tautologisch, weil sie es gar nicht anders koennen. Dafuer gibt es ja diese strukturen und instanzen.

    Wir muessen doch nicht uns mit Lenin beschaeftigen, um zu verstehen, was wir selbst brauchen. Wir sind doch keine kleinen kinder, die immer nach ihrer obhut schreien. Also etwas mehr „autonomes Subjekt“ waere da schon hilfreich.

    Und ist es so verwunderlich, dass die fragen auftauchen, was eigentlich „links sein“ sein sollte? Also bei dem theater, was wir da in den letzten 150 jahren so alles nachvollziehen koennen, kann uns das nicht mehr verwundern. Vielleicht eher die frage, warum sich menschen „Linke“ nennen, ohne dabei deutlich zu machen, was sie damit eigentlich transportieren wollen.

    Wenn wir allen menschen ein „Gutes Leben“ garantieren wollen, dann helfen uns solche schablonen nichts. Dann muessen wir uns einer guten ernaehrung, dem guten wasser, einer guten behausung und bekleidung, einer guten kommunikation, einem guten transport und vor allem einem hohen grad von unabhaengigkeit als grundlage unserer autonomie zuwenden. Da will ich mal ein programm einer „linken Partei“ lesen, wo solche fragen aufgeworfen werden.

    Noch absurder werden die programme, wenn es um lokale und regionale selbstbestimmung geht. Wir sind doch immer hoechst ungleich in unserer gleichwertigkeit. Alle diese politischen instanzen tun so, als waere ueberall das gleiche und muesste ueberall das gleiche geschehen. Das entsteht aber aus ihrem organisatorischem denkapparat und nicht aus der wirklichkeit. weil die uns ganz was anderes sagt.

    Seid alle ganz lieb gegruesst, willi
    z.zt. Asuncion, Paraguay

    • Ira Maria schreibt:

      Lieber Willi, du sprichst mir aus dem Herzen und aus der Seele, vielen, vielen Dank!
      Darüber hinaus stelle ich fest, du bist (oder warst?) ja ganz in meiner Nähe!!! 🙂
      Vielleicht sollten wir uns mal treffen!!!
      Ich habe (mehr oder weniger aus Versehen, aber dennoch passend, finde ich, folgenden Kommentar gerade an anderer Stelle gepostet, wo jemand vor mir vom Mut, sich „hier“ einzubringen, geschrieben hatte, das hat mich zu meinem (mutigen?) Bekenntnis, eine (POSITIVE, KONSTRUKTIVE BRÜCKE zu bilden bzw. immer und immer wieder bilden zu wollen, anstatt sich immer wieder in ideologischen „Grabenkämpfen“ gegenseitig zu entkräften, animiert und zu folgendem Kommentar, den ich gerade schrieb: “ Zum Thema „Rechts“ und „Links“-Abgrenzerei möchte ich hier kurz anmerken, dass es sich offenbar in der Tat um eine Spalterei handelt, (…die da ständig betrieben wird…) der wir uns endlich ENTGEGENSTELLEN SOLLTEN!!!
      Nur weil Ken Jebsen dieses Motto bei den Mahnwachen ausgegeben hat, („Wir sind NICHT links, wir sind nicht rechts, WIR SIND ALLE FÜR DEN FRIEDEN!!!), fühlte ich mich angesprochen und habe ich mitgemacht; alles „linke“ Geschwätz (Entschuldigung, ich möchte nicht mehr nur Gerede hören, sondern endlich KONSTRUKTIVE Taten sehen!!!) stößt mich NUR NOCH AB!!!
      Schubladendenken und-reden führt uns KEINEN SCHRITT WEITER, sondern nur Auseinander und gar auch noch GEGENEINANDER, und GENAU DAS wollen die, die uns hier weltweit unterdrücken, in erlogene Kriege hetzen und IMMER UND IMMER SO WEITERMACHEN MÖCHTEN…
      IST DOCH ZUM KOTZEN, oder etwa nicht????!!!!!!!“

      Ist doch wahr!!! Wir müssen endlich mit unserer Hirnwindungsgymnastik, die ja auch ganz nett und vor allem für´s Ego sehr angenehm sein kann, dennoch mal aufhören, und wirkliche GEMEINSAME Ziele finden und Lösungen anpeilen, sonst gehen wir hier ALLESAMT, sowohl „RECHTE“ UND „LINKE“ als auch Kleine und Große und Einfarbige und Bunte und ALLE MITEINANDER KLÄGLICH UNTER !!!!!!!

  4. Joachim Bode schreibt:

    Vielleicht war ja die ursprüngliche Unterscheidung in Links und Rechts gar nicht so verkehrt:

    Links saßen diejenigen, die die überkommenen Privilegien abschaffen und durch „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ im Sinne der Aufklärung ablösen wollten, und rechts siedelten sich die an, die auf den autoritären, ausbeuterischen und bevormundenden Strukturen beharren wollten.

    Was ist heute anders?

    • willi uebelherr schreibt:

      Lieber Joachim, es kommt hierbei auf den standort an. Wenn wir als zuschauer damals ins parlament blickten, dann war die geometrie vertauscht. Dass diese, deine referenzierte perspektive damals verwendet wurde, kam ja nicht von ungefaehr.
      Wenn wir noch tiefer gehen und nach den inhalten fragen, gab uns gibt es keine zuordnung mehr. Zumindest in diesem umfeld.
      mit gruessen, willi

  5. Pingback: Opas Wahlen, Opas Wahl | opablog

  6. Siegfried Kühbauer schreibt:

    Ich neige der Ansicht von Joachim Bode zu. Links sind diejenigen, die die überkommenen Privilegien abschaffen und durch „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ im Sinne der Aufklärung ablösen. Rechts sind die, die auf den autoritären, ausbeuterischen und bevormundenden Strukturen beharren und sich daran bereichern. Wo die jeweils sitzen ist meiner Ansicht nach unerheblich. Nicht die Ausrede, sondern die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit.

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