Fundstück – 29.6.2017 – Russlands Anti-Kriegs-Strategie in Syrien und der Ukraine (Der Saker)

Die Dynamik in Syrien unterscheidet sich nicht wesentlich von der Dynamik in der Ukraine: Die Neokons wissen, dass sie ihr ursprüngliches Ziel nicht erreicht haben: das Land zu kontrollieren. Sie wissen auch, dass ihre verschiedenen damit verbundenen finanziellen Pläne zusammengebrochen sind. Und schließlich wissen sie ganz genau, wem sie diese Niederlage zu verdanken haben: Russland und insbesondere Putin. Also sind sie auf Plan B ausgewichen. Plan B ist fast genauso gut wie Plan A (volle Kontrolle), denn Plan B hat breitere Auswirkungen. Plan B ist auch sehr einfach: zettle mit Russland eine größere Krise an, aber lass es nicht zu einem heißen Krieg kommen. Plan B kreist um eine „resolute“ „Reaktion“ auf die russische „Aggression“ und um eine „Verteidigung“ der US-“Alliierten“ in der Region. Praktisch bedeutet das ganz einfach: bringe die Russen dazu, dass sie offen Streitkräfte nach Novorossia schicken oder bringe die Russen dazu, dass sie militärisch gegen die USA oder deren Verbündete in Syrien einschreiten. Hat man das erst einmal verstanden, dann kann man ganz leicht erkennen, dass die jüngsten US-Angriffe in Syrien einen kleinen örtlichen Zweck haben – die Syrer zu ängstigen oder zu behindern – und einen großen globalen Zweck – die Russen in einen Einsatz von Gewalt gegen die USA oder einen Alliierten zu locken. Man muss es nochmal wiederholen: was die Neokons wirklich wollen ist ein „lauwarmer“ Krieg mit Russland: eine Eskalation der Spannungen, wie er es nicht einmal im Kalten Krieg erlebt haben, aber auch keinen ganz „heißen“ 3. Weltkrieg. Ein lauwarmer Krieg würde wenigstens der NATO wieder so etwas wie einen Zweck geben („unsere europäischen Freunde und Alliierten“ vor der „russischen Bedrohung“ zu schützen): die bereits jetzt hoffnungslos rückgratlosen EU-Politiker würden alle in einen noch fortgeschritteneren Zustand der Unterwürfigkeit gebracht werden, der Militärhaushalt würde noch weiter steigen und Trump könnte sagen, er habe „Amerika“ wieder „groß“ gemacht. Und wer weiß, vielleicht würde sich das russische Volk endlich gegen Putin erheben, man weiß nie! (Das würden sie nicht – aber die Neokons haben sich von so irren Theorien noch nie durch so nebensächliche und insgesamt unbedeutende Dinge wie Fakten oder Logik abhalten lassen.)

(Quelle)

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6 Antworten zu Fundstück – 29.6.2017 – Russlands Anti-Kriegs-Strategie in Syrien und der Ukraine (Der Saker)

  1. Kassandra schreibt:

    Selbstverständlich sollte das syrische Volk auch sogenanntes „Giftgas“ gegen die IMPERIALISTISCHEN Terroristen anwenden. Hätte Syrien von Anfang an mit „Giftgas“ gearbeitet, gäbe es heute keine 100 tausende toter oder verkrüppelter Syrer, zerbombte Städte, Dörfer und Infrastruktur. In Deutschland werden selbst harmlose Demonstranten oder lustige Kneipenschläger von der Polizei mit Gas attackiert. So schlimm, dass diese Opfer erblinden oder für immer traumatisiert sind.
    Ein Land, was von imperialistischen Staaten angegriffen wird, sollte sich NICHT an Spielregeln (keine Landminen, keine ABC-Waffen) der KAPITALISTISCHEN Aggressoren halten. Der Westen will Kriege und Regime Changes zum Null Tarif ! Teure Kriege müssen ja mangels Gewinne abgeblasen werden.
    Wir erleben ja gerade, was diese westlichen Schlächter gegen das wehrlose Venezuela machen

  2. Kassandra schreibt:

    Nein : Das habe ich von antikriegTV . Es gibt da ein Interview mit dem letzten Chef der DDR-Auslandsaufklärung Werner Großmann.
    Hier der Link : https://www.youtube.com/watch?v=va8v2Hf7AZk

    • kranich05 schreibt:

      Dass Großmann gesagt habe, ein vom Imperialismus angegriffenes Land solle mit totalem Krieg antworten, ist Ihrer Phantasie entsprungen. Großmann, der viel sagt (in dem verlinkten Interview aber auch an anderer Stelle), was mich nicht überzeugt, ist trotzdem zehnmal differenzierter als Ihr Statement. Er hat letztlich, letztlich, allerletztlich eine humanistische Haltung, während sie eine manichäische zum Ausdruck bringen.

    • Rheinlaender schreibt:

      Liebe Kassie,
      der Opa Blog ist ein netter bürgerlich, kapitalistischer Blog. Also pazifistisch. Kommunisten sind nur dann willkommen, wenn sie friedlich und wehrlos sind. Wehrhafte Kommunisten, die Kapitalisten, leider – auch mal töten müssen – haben hier keinen Platz. Daher auch die dumme Hetze gegen Stalin in diesem Blog.
      Freidenker zu sein, heißt nicht, permanent gegen Stalin zu hetzen. Es heisst nur FEIGE für das Großkapital zu sein.

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