„Mutti Merkel“ landet einen Brüller!

Ich hatte auch gehört, was die Dame gesagt hatte und wollte mich gerade an ein passendes Posting machen. Da sehe ich, dass das Andreas Schlüter – WiPoKuLi – schon bestens erledigt hat. Dankbar übernehme ich seinen kompletten Beitrag (zur besseren Kenntlichkeit in Kursivschrift gesetzt; mit besonderem Dank auch deshalb, weil Andreas nicht nur die heutigen und damaligen christlichen Menschenverächter und Menschenschinder anprangert, sondern dabei zugleich den Dominikanermönch und kämpferischen Humanisten Bartolomé de Las Casas (1484-1566) würdigt).

mutti-obama

Heute auf dem Evangelischen Kirchentag: die Kanzlerin sitzt mit Obama (I have a drone) auf dem Podium und schlägt “eine historische Brücke” davon berichtend, dass nicht nur die Reformation 500 Jahre her sei, sondern ja auch kurz vorher Kolumbus nach Amerika gelangt sei. Dann landet sie den Kracher: “damals begannen unsere guten Beziehungen mit Amerika”. Was wohl die indigenen Völker Amerikas dazu sagen? Auf einem Bild aus de_Las_Casas´Werk werden ihre Vorfahren gerade „geräuchert“ und ihre Kinder an der Wand zerschmettert!gemetzel-2

Da war der Drohnen-Präsident (um nicht zu sagen “Drohnen-Mörder”) sowie Libyen- und Syrien-Zerstörer bei seinem Geschwafel von Verantwortung doch noch eine winzige Nuance subtiler! Ich muss die Frage stellen: hat Merkel sich schon auf „Trump-Niveau“ eingestellt, oder werden wir von einer geschichtsvergessenen Idiotin regiert?

Zu Andreas Schlussfrage: Ich halte Merkel für machtrational genug, dass sie – kalkulierend, dass ihr kaum jemand mit historischem Bewusstsein zuhört – auf den „originellen Scherz“ nicht verzichten wollte.

Ebenso wahrscheinlich aber könnte eine andere Erklärung sein: Merkel hat einen christlich-protestantischen Bildungshintergrund, der bekanntlich ein Halbbildungshintergrund ist, und mit „dem besten Gewissen“ das reproduziert, was als struktureller Zynismus der christlichen Großkirchen bezeichnet werden kann.

Jenseits der hier berührten „Merkelfrage“ halte ich noch die folgende Feststellung für angebracht: Hier wird ein weiteres Mal sichtbar (blitzt im Bruchteil einer historischen Sekunde auf) die intime Nähe der „modernen“, „wertebasierten“, „postfaktischen“ usw. bürgerlich-imperialistischen Demokratie zum Faschismus. Die „bewundernswerte“ Frau Merkel gesellt sich damit als dritte Heroine zu Albright (500’000 Tote Kinder waren den Preis wert) und Clinton („We Came, We Saw, He Died“). Willkommen im Klub!

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12 Antworten zu „Mutti Merkel“ landet einen Brüller!

  1. Schlüter schreibt:

    Vielen Dank fürs Verbreiten!
    Herzliche Grüße

  2. Schlüter schreibt:

    Und die weiteren Aussagen scheinen mir auch sehr treffend!
    Nochmals Grüße

  3. kranich05 schreibt:

    Übrigens wollte ich meine Ergänzungen zu Merkel NICHT als strikte Ablehnung ihrer Klassifizierung als „geschichtsvergessene Idiotin“ verstanden wissen.
    Wie die Ex-DDR-Bürgerin, Ex-SU-Studentin (die der russischen Sprache mächtig sein soll) heute deutsche Streitkräfte an die Grenze Russlands führt, das drückt eine Geisteszustand aus, der mir Rätsel aufgibt.

    • Dietmar Nisch schreibt:

      Auch mich gibt Frau Merkel & Co oft Rätsel auf, die mir bislang noch nicht lösbar waren. Als Tochter eines Pastors wäre es für sie doch kein Problem, einen human-gerechten Weg finden zu können.
      Da bekanntlich das Hirn eines jeden Menschen viel Wasser zum Leben benötigt und Wasser eine zumeist rechtsgerichtete Drehrichtung haben soll, dass sich auch die Gedanken zumeist nach rechts richten: nach Amerika. Bislang hatte es auch „gut“ funktioniert mit den Bush´s, Clinton´s und Obama. Trump macht für „Rechtswasserdrehung“ scheinbar Probleme und ihn erreichen ständig eine Brandung und Gicht wie sonst nur die Nordsee bei Winter-Vollmond.
      Eine „Linkswasserdrehung“ soll seltener sein in Menschen-Hirnen und wohl deshalb scheinbar so schwierig, mit gutem Gewissen nach Russland, zu Putin und Maria Sacharova nicht nur zu schauen, sondern ihnen ZUHÖREN zu wollen, Wort für Wort und man wird sich dann als vernünftiger Mensch finden können.

    • Joachim Bode schreibt:

      Vielleicht sieht der Geisteszustand so aus:
      Als gute Pastorentochter und System-Funktionärin der DDR musste sie daran interessiert (gewesen) sein, dem deutschen Imperialismus den endgültigen Garaus zu machen.
      Wie kann das besser geschehen, als deutsche Truppen erneut – innerhalb von rund 100 Jahren zum dritten Mal – an die Ostgrenze zu führen, um Russland heraus zu fordern. Immerhin hatten die beiden ersten Versuche des 1. und 2. Weltkrieges nicht dazu geführt, den deutschen Imperialismus mit Stumpf und Stiel auszurotten. Diesmal bestehen jedoch allein schon wegen der fortgeschrittenen Waffentechnik gute Chancen dafür, dass Deutschland und seine Imperialisten in der Folge eines dritten Waffengangs nicht mehr auffindbar sein werden.
      So kann unsere Friedens-Kanzlerin in Erfüllung ihrer geschichtlichen Sendung zur Befriedung der Welt beitragen…..

  4. Joachim Bode schreibt:

    Fake-News und Propaganda vor 500 Jahren:

    In Spanien begegnete man dem Vorwurf, ein besonders grausames und blutrünstiges Volk zu sein, mit dem Begriff der „Schwarzen Legende“ (Leyenda negra): die Berichte Las Casas’ wurden als Teil der antispanischen Propaganda und Geschichtsverfälschung abgetan… Im Jahre 1660 wurde der kurzgefaßte Bericht vom Heiligen Tribunal in Saragossa verboten. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass die Schilderungen von Las Casas dem Ansehen Spaniens schaden würden:
    „Dieses Buch berichtet von sehr schrecklichen und grausamen Handlungen, wie sie in der Geschichte anderer Nationen nicht ihresgleichen haben, und schreibt sie den spanischen Soldaten und Kolonisten zu, die der katholische König entsandt hatte. Nach meiner Ansicht sind solche Berichte eine Beleidigung für Spanien. Sie müssen deshalb unterbunden werden.“
    – Zensor der Inquisitionsbehörde von Aragón, 1659

    aus:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bartolome_de_Las_Casas

  5. Menschenrechtler schreibt:

    Den Ex-USA-Präsidenten Obama und nach dazu die Bundeskanzlerin Merkel zum Evang. Kirchentag einzuladen, war im vornherein ein Unterfangen und eine Provokation insbesondere gegenüber evang. Christen, die in Obama keine Lichtgestalt sehen. sondern den Hauptverantwortlichen für die Drohnenkriege, den Überfall auf Lybien, den versuchten Regimechange in Syrien u.v.a.m.
    Der bayerische Bischof Bedford-Strohm „himmelte“ in seiner emotional, begeisternden Art und Fragen den amerikanischen Präsidenten geradezu an. Obama und auch die Bundeskanzlerin gaben selbstzufrieden vor das Beste gegeben zu haben, die Möglichkeiten Politik jedoch begrenzt seien. Das kritische Hinterfragen wurde vier jungen Menschen aus Amerika und Deutschland überlassen, die ausgefeilte Fragen z.B. nach dem Drohnenkrieg stellten. Obama hob die politischen Verdienste der Bundeskanzlerin hervor. Sehr viele arabische, muslimische Menschen werfen dem Westen einen „Kreuzzug“ gegen die arabischen Staaten vor. Diesem nachvollziehbaren Vorwurf, der zu dem menschenverachtenden Terror führt, haben sich die christlichen Kirchen und Gläubigen zu stellen.
    Jesus beantwortete eine Frage nach dem Verhältnis zwischen der weltlichen und göttlichen Macht mit der Aussage: „Gebt dem Kaisers was des Kaisers ist.“
    Dieses Gebot wurde vom Evang.Kirchentag, dem verantwortlichen Vorsitzenden der Evang. Kirche Deutschland schwerwiegend verletzt. Dieses Gespräch vor dem Brandenburger Tor an dem Tausende vornehmlich junge Menschen unkritisch und naiv begeistert Obama bejubelten und vom ARD übertragen wurde,
    artete in eine medienwirksame, oberflächliche, unpolitische Propaganda für die deutsche, westliche, amerikanische Politik aus.
    Ein erschreckender Konformismus zwischen der Evang. Kirche und der herrschenden Politik. Eine Art säkularer Fundamentalismus in sublimer Form, ein erschreckender Konformismus. Die Trennung von Kirche und Staat ist nachwievor nicht vollzogen und die obrigkeitsstaatliche Orientierung und auch Abhängigkeit des deutschen Protestantismus feierte in Berlin Urständ.
    Den muslimischen Staaten wird der Vorwurf gemacht, dass keine Trennung zwischen Staat und der Religion gegeben ist. Gleichzeitig wird in Deutschland die fehlende Trennung in verdeckter Form praktiziert und verschleiert. Beim Kirchentag wurde die Realität offenbar.
    Verantwortungslos gegenüber den gutgläubigen jungen Menschen eine positive Politik vorzugaukeln, die mit der Wirklichkeit der weltweit zerstörerischen Geopolitik himmelweit auseinanderklafft.
    Bischof Bedford-Strohm wurde 2014 ersucht, sich in der schwerwiegenden Menschenrechtsverletzung gegenüber Herrn Gustl Mollath zu engagieren. Dies wurde abgelehnt mit der Stellungnahme, die Kirche könnte sich in die Politik nicht einmischen……..

    • Menschenrechtler schreibt:

      Bei einer Schweigeminute anlässlich des Evang. Kirchentages für das Gedenken an die Toten der Flüchtlingskatastrophe unterbrach ein Mutiger das Wegschauen der Evang. Kirche und machte auf die Ursachen der Flucht durch die westliche Politik aufmerksam.
      Der mutige „Protestant“ wurde aus dem Saal geführt, es gab keinen Applaus und die Redner, u.a. der Innenminister ´De Masziere ging mit keinem Wort auf diesen Protest ein.
      In diesem Zusammenhang wird an das „Politische Nachtgebet“ der Theologin Dorethee Sölle Ende der 60-er Jahre in Köln aufmerksam gemacht.

  6. Stresstest - "Großraum Krefeld" schreibt:

    … apropos „Partie aufgeben“, Petra Maske geb. Müller ist mit 57 Jahren verstorben:

    http://trauer.nordbayern.de/traueranzeige/petra-maske

    • Joachim Bode schreibt:

      Das Engelchen in der Traueranzeige kann offensichtlich nur ein Fake sein…- im Zusammenhang mit dem daneben stehenden Namen…

      • Stresstest - "Großraum Krefeld" schreibt:

        … also, ich bitte Sie, Herr Bode, ein wenig mehr Pietät :)))

        Abgesehen davon, ist das kein „Engelchen“, sondern ein Putto:

        „Putten wurden für allegorische Darstellungen eingesetzt oder auch zur Wiederholung eines thematischen Gestaltungskonzepts, häufig jedoch zu rein dekorativen Zwecken. Seit der Antike verkörperten sie bis in die Gegenwart vielfach Liebesgötter. Die Sonderform der Eroten, kindlicher Eros-Figuren, ist seit der griechischen Antike bekannt.“

        https://de.wikipedia.org/wiki/Putto

        • Joachim Bode schreibt:

          Danke für die Klarstellung.
          Engelchen kommt also keinesfalls in Frage.
          Bei dem, wofür ein Putto stehen soll, habe ich aber ähnliche Bedenken, ob das dazu passt, was in den letzten Jahren zu vernehmen war.
          Na ja, Todesanzeigen drücken nicht selten das Gegenteil von dem aus, was man Realität nennt.

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