Ein spaßiger Videobeweis der grassierenden, selbstzerstörerischen Verblödung

Eine Szene nach dem letzten Schneesturm im Staat New York. Der einfahrende Zug schleudert die Schneemassen von den Gleisen auf die am Bahnsteig Wartenden.

Dass das Mädel im Vordergrund offenbar vor seinem Handy träumt und den einfahrenden Zug erst bemerkt, als sie von den Schneemassen bereits zugeschüttet wird – na ja, kann passieren. Beachtlicher finde ich etliche andere Wartende (ich zähle drei), die das nahende Unheil kommen sehen, es aber unbedingt filmen müssen, anstatt sich in Sicherheit zu bringen (Letzteres machen anscheinend nur zwei).

Man mag einwenden, dass das ganze unter „Riesenspaß“ zu buchen sei. Opa soll es nicht so bierernst nehmen. – Ich weiß nicht, liebe Leute, ganz mag ich solcher Beschwichtigung nicht folgen.

Etwas Anderes ist auch noch interessant:

Dieses Video ist nach anderthalb Tagen bereits viereinhalb Millionen mal angeklickt worden. Es gibt zur Stunde (9 Uhr MEZ) über 5200 Kommentare.  Und es gibt unter „Amtrak Snow-mo Collision“ bei youtube unzählige (bei 40 habe ich aufgehört zu zählen) Versionen.

Welche Mühe macht es demgegenüber nur tausend Klicks zu erreichen für einen wohlüberlegten Beitrag! Und selbst Ken Jebsen, der natürlich die Möglichkeiten der neuen Medien viel besser ausschöpft als Opa, generiert oft nur Zehntausende, seltener Hunderttausende Besucher in längeren Zeiträumen. Mühen der Aufklärung.

(via Sputnik)

Zu all dem passt auch dieses.

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4 Antworten zu Ein spaßiger Videobeweis der grassierenden, selbstzerstörerischen Verblödung

  1. Jacques Prilleau schreibt:

    „Mühen der Aufklärung.“

    Aufklärung ist nicht lustig, zeigt ihre Möpse nicht und verursacht nur bei halbwegs bewussten Menschen ein Gruseln und einen Schauder, den der durchschnittliche Online-Medienkonsument regelmäßig braucht, um sich lebendig zu fühlen.
    Außerdem bekommt man kein anerkennendes, die Gehirnchemie beeinflussendes, Emoji als Antwort zurückgesimst, wenn man KenFM-Filmchen verschickt. Da muss der Filmschnippsel schon kurz, knackig und emotional sein. Am ehesten wird bei der Darstellung von Gefährlichem, Tabubrüchen (Sex), Abartigkeiten (Tod) und Szenen bei denen man maximale Schadenfreude empfindet, der ersehnte Cocktail an Glücklichmachern ausgeschüttet.
    Das passt doch als willkommenes kurzes Zuckerli der Ablenkung in eine Leistungsgesellschaft der gestressten wachmacher-gepushten Studenten, Aufstocker und Mindestlöhner, Möchtegernkarrieristen. Inhalt ist doch nur anstrengend.

    • kranich05 schreibt:

      Danke Prilleau für den Kommentar.
      Der mir die Aufklärung ein wenig zu ernst nimmt.
      Kenn’se den?
      „Ein Hurenhaus geriet um Mitternacht in Brand.
      Schnell sprang, zum Löschen und zum Retten,
      Ein Dutzend Mönche von den Betten.
      Wo waren die? Sie waren – – bei der Hand.
      Ein Hurenhaus geriet in Brand.“

      Von demselben Aufklärer ist mir in Erinnerung (kann aber die Quelle nicht finden):
      „Es soll ein Buch uns wie ein Weib vergnügen.
      Doch wer mag immer über Büchern liegen?“
      (Gendermäßig vielleicht etwas fragwürdig :-)))

      Außer dem Dank für Ihren Kommentar auch noch Dank für den Link auf ihre Webseite.
      Ihr Anruf des Kanzlerkandidaten Schulz ist ja einfach genial.
      https://prilleau.wordpress.com/2017/03/16/heh-kanzlerkandidat-schulz/
      einschließlich des verschrobenen Zitats von Haindling.

      Opa hätte gern die pauschale Erlaubnis, von Ihrer Seite Gelegentliches ins opablog übernehmen zu dürfen (natürlich mit Quellenangabe).
      Gruß!

      • Jacques Prilleau schreibt:

        Danke, Opa, für die Aufklärung(en),
        muss ich mir merken.

        Erlaubnis sehr gerne erteilt, weitere Nachfragen nicht erforderlich.

        „Der mir die Aufklärung ein wenig zu ernst nimmt.“
        Hach, das stimmt. Aber ein wenig Spass gönne ich mir schon. Manchmal. 😉

      • Frieder Kohler schreibt:

        Hallo Opa, Du kennst meine Sorgen, doch hier schöpften wir aus derselben Quelle in http://www.schwaebische-post.de/1557256/ und aus den Kommentaren zu dem sog. Blitzgesetz in Baden-Württemberg http://www.schwaebische-post.de/1559707/ wirst Du mit Deinen wachen Augen erkennen, dass selbst bei ca. 900 – 1600 „Klicks“ bei den Lesern kein Klick erfolgt: Es findet keine Diskussion, kein Diskurs statt, 2 – 3 mal im Jahr meldet sich eine mutige Leserin mit der Entschuldigung für den fehlenden Mut, sich in den Medien zu bekennen und deshalb lieber eine Postkarte zu schreiben! Ob auf der Schwäbischen Alb oder im Breisgau ist festzustellen, dass die Schafherden auf den alten Wegen ziehen, und es den Herden wenig nützt, wenn der Hirte ein Schaf ist…Herzliche Grüße mit dem alten Goethe: „Es bleibt einem jeden immer noch so viel Kraft, das auszuführen, wovon er überzeugt!“

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