Gibt es ein Ende der Zombifizierung?

Zombifizierung: Der Prozess, der einen lebendigen, bewusst lebenden Menschen in einen geistige Dämmerzustand versetzt.

Das Wortungetüm „Zombifizierung“ ist so auffällig, wie die dazu üblichen Bilder und Geschichten. Damals aus der Märchenwelt ( „Von Einem der auszog das Fürchten zu Lernen“), heute aus der Filmindustrie.

Worum es eigentlich geht hingegen, ist ein alter Hut – bewußtloses Funktionieren der Menschen in nichteigenem Interesse. Das klassische Vehikel dieses Prozesses durch viele Jahrhunderte war das gesellschaftliche Religionssytem.

Der Kapitalismus hat ein Universum menschlicher Wesenskräfte an den Tag gebracht – wenn auch wesentlich in vergegenständlichter und also toter Form – das die Zombifizierungsfähigkeiten der traditionellen Religionssysteme überdehnte und schließlich sprengte. Diese alten „Medien“ sind weiterhin bedeutsam, jedoch sind längst neue attraktive an ihre Seite getreten und täglich werden es mehr. (Eine kleine Webseite listet z. B. diese auf: Fernsehen, Computerspiele (inklusive X-Box, Wii und wie sie nicht alle heißen), Twitter und das Internet, iPhone. Und diese Liste ist natürlich keineswegs vollständig.)

Die Anti-Trump-Proteste (aus der Küche Soros/Clinton/McCain – die Küchenchefs sind nicht die Bosse!) markieren eine neue Stufe der im engeren Sinne politischen Zombifizierung. Sie besteht darin, dass wirklich Massen von Menschen (zumindest Zitate der „Volksmassen“, von denen die Marxisten immer als „Schöpfer der Geschichte“ sprachen) mehr oder weniger auf Knopfdruck mobilisiert werden können. Die Bilder der New York Times (!) von kürzlichen „Women’s Marches“ veranschaulichen das. (Die Bilder verraten ein wenig mehr, darauf zurückkommen!)

Wir sehen hier einen weiteren Höhepunkt einer Entwicklung, die mit etwas begann, dass Eventisierung von Politik genannt werden könnte. (Natürlich muss hier auch die faschistische Ästhetisierung des Politischen mitbedacht werden.)

Wir erleben gerade, wie die inhaltsleere aber unbedingt phraseologisch aufgeladene Mobilisierung der Massen eine neue Stufe der Perfektion erreicht und zwar auf der Strasse. Unverzichtbar ist dabei die Beherrschung von Internetmöglichkeiten. Identifizierung der maßgeblichen Akteure (das sind offene, verdeckte und geheime!) ist dringlich  – Klarheit über Campact ist nur ein erster Anfang.

Wird die Zombifizierung je ein Ende haben? Wenn es nach ihren Urhebern geht: Nein. Die „Entbewusstlichung“ des Menschen soll immer weiter fortschreiten, solange er zumindest als eine Art „biologische Folie“ nutzbar bleibt (z. B. als Produzent von Blut). Erst wenn der Mensch als biologisches Substrat überflüssig wird, hört die Zombifizierung auf, seine Existenz natürlich auch.

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2 Antworten zu Gibt es ein Ende der Zombifizierung?

  1. Lutz Lippke schreibt:

    Wir stecken in der Tat in einer Umbruchphase mit offenem Ausgang. Klettern oder stürzen am unübersichtlichen Steilhang? Sichern oder etwas wagen? Es gibt auf der einen Seite die mächtigen Strategen, die Finanzen, Menschen und Maschinen scheinbar mit unsichtbaren Kräften beliebig verschieben und für sich nutzen können. Fast unsichtbar sind sie und scheinbar gut vernetzt. Alles Paraphysik oder alternativlose Folge des Fortschritts- und Wachstumswahns?
    Es gibt auf der anderen Seite nicht nur Schlafschafe, sondern viele Initiativen, mutige persönliche Entscheidungen und viel Bedürfnis nach Austausch und positiver Kooperation. Es sind nicht immer die lautesten Stimmen. Man muss sie und sich finden. Ich fand gerade im Internet eine interessante Initiative von Naturwissenschaftlern. http://www.natwiss.de/index.php?id=47

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