Fundstück – 8.2.2017 – MultiPolareWeltordnung

„China (hat) kein Interesse an einer förmlichen Allianz mit Russland, auch nicht an der Bildung eines anti-US oder anti-westlichen Blockes irgendeiner Art. Vielmehr hofft Peking, dass China und Russland ihre Beziehung in einer Art und Weise aufrechterhalten können, die den beiden grossen Nachbarn ein sicheres Umfeld bietet, um ihre Entwicklungsziele zu erreichen und einander durch eine gegenseitig nutzbringende Kooperation zu unterstützen, und damit ein Modell dafür bieten, wie bedeutende Länder ihre Differenzen bewältigen und so zusammenarbeiten, dass damit das internationale System gestärkt wird.“

(Quelle)

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2 Antworten zu Fundstück – 8.2.2017 – MultiPolareWeltordnung

  1. Theresa Bruckmann schreibt:

    Auch Thierry Meyssan sieht einige positive Ansätze (und was sind schon 2 Wochen Amtszeit):
    http://www.voltairenet.org/article195199.html

  2. Lutz Lippke schreibt:

    Natürlich erfasst so Artikel zu poltischen Zielstellungen, wie er von Zeit-Fragen freundlicherweise aus dem Chinesischen übersetzt wurde, nicht alle Verwicklungen, taktischen Winkelzüge und Widersprüche realer Politik insbesondere von großen Mächten. Dies trifft sicherlich auch auf die chinesische Außenpolitik zu. Aber selbst wenn man diese Darstellungen von Fu Ying nur als teilwahre Außendarstellung und Wunschperspektive von China gelten lassen wollte, bleibt es wohltuend, solch reflektierte und venunftbasierte Sichtweisen zu lesen. Man kann dabei wohl davon ausgehen, dass die Übersetzung das Original nicht verbessert, sondern einfach ins Deutsche übertragen hat. Der Text erinnert mich auch an bedeutende Reden von Putin, die ähnliche Argumente auf hohem intellektuellen Niveau in allgemein verständlicher Sprache enthalten. Leider ist es fast unmöglich, unter politisch Verantwortlichen im sogenannten Westen ähnliche Qualitäten zu finden. Man hat den Eindruck, dass wir im Westen dahin gekommen sind, nur noch zweit- oder sogar drittklassiges Personal und Intriganzien in die politisch einflussreichsten Positionen zu befördern. Ist das schicksalhaft durch Demokratie und Freiheit bedingt oder gerade ein Hinweis auf erhebliche Missstände gerade in Bezug auf diese „westlichen Werte“? Nachdem nun Mister Trump mit viel Gejohle und Lärm von allen Seiten die politische Bühne betreten hat, wird diese Frage besonders aktuell. Nachdem das Establishment zuvor schon die Wirkmächtigkeit „westlicher Werte“ allgemein in Verruf gebracht hatte, wird die Neuausrichtung der US-Außenpolitik unter Trump offenbaren müssen, was da von amerikanischer Seite derzeit möglich ist. Die chinesische Autorin stellt die außenpolitischen Beziehungen und Vorstellungen der großen Drei untereinander als ungleichseitiges Dreieck der Nähe dar, wobei die Seite China-Russland als die stabile Kürzeste (nah) und die Seite USA-Russland die instabile Längste (entfernt) ist. China hatte in 2014 mit Russland ca. 100 Mrd. Dollar Handelsvolumen, mit den USA 600 Mrd. Dollar. Die EU findet in dem Artikel keine direkte Erwähnung als außenpolitische Größe. Indirekt kommt die EU über die erfolglose Phase der russischen Bemühungen um eine gefällige Einordnung in die transatlantischen Strukturen und nicht gerade vorteilhaft. Im asiatisch-pazifischen Raum, in dem sich China hauptsächlich verortet, wird Europa sicher auch zukünftig kein wesentlicher Einfluss zugestanden werden. Für Europa wäre neben der weltweiten Stärkung und Entwicklung des Völkerrechts zu friedlichen Beziehungen insbesondere ein atlantisches Beziehungsdreieck USA-Russland-EU außenpolitische Kernaufgabe. So wie China als Handelsriese stabile und gleichberechtigte Kooperation und Vertiefung im pazifischen Dreieck anstrebt, müsste die EU eine ähnliche Rolle im atlantischen Dreieck anstreben. Stattdessen rennt die EU zunehmend in eine wirtschaftliche Abschottung und militärische Konfrontation zu Russland und versucht eine röchelnde USA-Politik wiederzubeleben, bei der sich die transatlantischen Partner im Gedärm ihres allmächtigen Bosses USA mit allerlei Geschäftstüchtigkeit eingerichtet hatten. Die Label Demokratie und Freiheit dienten in diesem Biotop eher als schamloser Sichtschutz denn als tatsächliche Wertegrundlage und Entwicklungsagenda. Täuschung und Beliebigkeit anstatt stabile Substanz und nachhaltige Selbstreflektion. So gesehen könnte nicht nur die europäische politische Elite von China sehr viel lernen, sondern wir alle.

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