Die Freidenker auf der schwarzen Liste von Campact

Gestern beteiligte sich eine Gruppe Berliner Freidenker an der Demo „Wir haben es satt!“, selbstverständlich hatten wir unsere Freidenkerfahne dabei.

Nach wenigen hundert Metern verlangten zwei Menschen vom Ordnungsdienst, dass wir unsere Fahne verstecken – mit der Begründung, dass keine Fahnen von (politischen) Organisationen erlaubt seien. Unsere Entgegnung, dass Linkspartei, Grüne und viele andere Organisationen ihren Fahnen zeigten und die Freidenker zudem keine politische Partei, sondern eine Weltanschauungsorganisation seien, wurde mit der weiteren Begründung abgewiesen, dass Freidenker mit KenFM sprechen und damit Verschwörungstheorien teilen würden. Unsere Ablehnung der Verschwörungstheoriekeule wurde von den beiden Herren abgewiesen mit der Begründungr, dass die Grundsätze der Demo so festgelegt seien und ohne weitere Diskussion so durchgesetzt würden.

Weitere Informationen in Kürze.

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3 Antworten zu Die Freidenker auf der schwarzen Liste von Campact

  1. Herr Jeh schreibt:

    Mit Campact bereits zuvor schlechte Erfahrungen gemacht-uns daher abgemeldet! Schade ist es uns wg. derjenigen, die dort ihre Anliegen vortragen. Bei der letzten TTIP Demo wurden auch best. Gruppen ausgeschlossen. Unsere Teilnahme unterblieb deswegen, gleichwohl wir keiner dieser Gruppen angehörten. Verboten waren diese nicht. Bevormundung überall-ohne uns! Nächstens kommt bestimmt ein Bewerbungsverfahren, wo geprüft wird…der darf zur Demo, die aber nicht. Ein guter Stundenlohn wäre dann das mindeste. Daumenschrauben werden immer mehr angezogen…..

  2. sorbas schreibt:

    Solche Dinge hab ich über Campact leider schon öfter hören müssen. Seither gibt’s dorthin keinen Cent mehr von mir. Offensichtlich haben sie ja betuchte „Spender“ im Hintergrund und es geht also nur halbherzig um die Sache selbst. Das bedauere ich sehr.

    Jedoch: wo Hintergrund-Hauptagenda das Ausschließen anderer Menschen ist, also das auseinander Halten der Menschen, also das Spalten in letzlich gegnerische Gruppen, schwindet schon der Boden der Wahrheit und der Grad der Wirksamkeit z. B. einer Demo.

    Doch das dürfte wiederum Hauptagenda der Hintergrund-Spender sein.

  3. Lutz Lippke schreibt:

    Denunziation und Skandalisierung sind bevorzugte Mittel des „freiheitlichen“ Diskurses geworden. Im beckblog wird das vermieden und eher mit und auch über die Binde von Justitia sinniert. Das wirkt mitunter sehr beschränkt, aber ist trotzdem hochpolitisch. Rechtsbeugung, Richterrecht, Akte Rosenburg, Terrorabwehr, Meinungsfreiheit vs. Schmähkritik oder aktuell die Entlassung von Holm in Berlin sind auch juristische Themen. Leider vom politischen Diskurs zu sehr abgekoppelt. Zum Thema „Entlassung Holm“ wurde auf eine Kolumne des ehemaligen Wissenschaftssenators von Berlin Georg Turner verlinkt. http://community.beck.de/2017/01/21/berliner-hu-will-dienstverhaeltnis-mit-andrej-holm-beenden#comment-74652

    Dazu musste ich etwas einwenden http://community.beck.de/2017/01/21/berliner-hu-will-dienstverhaeltnis-mit-andrej-holm-beenden#comment-74653
    Leider wird im beckblog häufiger mal gelöscht. Daher hier meine Einwendung:
    „Lutz Lippke kommentiert am Di, 2017-01-31 17:07

    Ich kann zum Wissenschaftler Holm und seine Stasi-Vergangenheit als Nicht-Stasi-Ex-Ossi und Nicht-Soziologe nicht allzuviel beitragen. Mit Aufnahmefähigen könnte man über die alte Stasi und heutige Erfahrungen mit Demokratie, Recht und Geheimdiensten diskutieren. „Bigottes, seit 25 Jahren eingeübtes Geschrei“ turnt einem jedenfalls nach Auffassung von Götz Aly aus dem Link des Tagesspiegel an. Dass zur extra bemühten Wertung des Dritten Aly nicht verlinkt wird, spricht somit also nicht für den Prof. Dr. jur. und Wissenschaftsssenator a.D..

    Götz Aly erklärt konkret: „Da all das unter einer fürsorglich-diktatorischen Staatsgewalt geschah, halte ich die Stasi-Vorwürfe gegen den seinerzeit jugendlichen Holm für bigottes, seit 25 Jahren eingeübtes Geschrei. …Menschen ändern sich mit den Verhältnissen, und das eigene Gedächtnis funktioniert im Allgemeinen selbstgnädig.“

    – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/25336142 ©2017

    Herr Turner im Tagesspiegel weiter: „Götz Aly stößt auf Gesinnungen, die die Wirklichkeit lange widerlegt hat. Dazu Bekenntnisse gegen die parlamentarische Demokratie (wofür andere sich schon mal eine Überprüfung ob ihrer Verfassungstreue gefallen lassen mussten) und für die „Selbstermächtigung“ von Partikularinteressen.“

    Götz Aly im Original: „Als 36-Jähriger begeisterte sich der nunmehr auf die Berliner Verfassung vereidigte Staatssekretär Holm für die „Ablehnung der Strukturen der repräsentativen Demokratie – sei es in Form von Parlamenten oder Parteien“. Stattdessen warb er für eine rätedemokratische „parallele Machtausübung und -kontrolle im Sinne partizipativer und protagonistischer Demokratie“. Protagonisten sind für den Autor Hartz-IV-Empfänger, Menschen, die an den Rändern der Gesellschaft leben, denen „Entscheidungsmacht“ und „Hebel in die Hand gegeben“ werden sollen, um ihre Interessen mit den Techniken der außerparlamentarischen Doppelherrschaft gegen „alte Bürokratien“, überkommene Gesetze und Eigentumstitel durchzusetzen.“

    Um Überkommenes und Widerlegtes wirklich feststellen zu können, müsste man schon genauer prüfen. Mit Ruhm bekleckern sich die parlamentarischen Strukturen derzeit nun ja gerade nicht. Man wüsste gar nicht, wo man anfangen sollte, um noch zu einem sinnvollen Ende zu kommen. Dass sich Holm verfassungswidrigen Zielen verschrieben hätte, behauptet Götz Aly tatsächlich nicht, sondern lässt es allenfalls irgendwie schwach durchschimmern. Warum nur?

    Interessant ist daher auch die Vita des Besserwessis. Professor Turner, Jahrgang 35, war zum Kriegsende 10 Jahre alt und wurde Rechts- und Staatwissenschaftler in einer BRD-Justiz, die wesentlich von Nazi-Verbrechern dominiert wurde. Hierzu ist die Akte Rosenburg aktuelles Thema. Eine Abhandlung des Rechtsprofessors zum guten Werden unter diesem schlechten Einfluss ist nicht bekannt. Aber kann ja alles gut gegangen sein und er hatte damit nichts zu tun und wusste auch nichts davon.

    Götz Aly auch zur Situation der Ost-Unis nach der Wende: „Das gilt insbesondere für die ehemaligen DDR-Universitäten, die von westdeutschen Beutemachern heimgesucht wurden, darunter viele emsig netzwerkende Trantüten, die dort ihre letzte Karrieregelegenheit witterten und denen der Stasi-Fragebogen höchst gelegen kam, um Ost-Konkurrenten auszuschalten.“

    Das ist das Umfeld, in dem Herr Holm offensichtlich west-sozialisiert wurde. Zu dieser Zeit war der Ex-Wissenschaftssenator von Berlin jedoch schon wieder weg, so dass er auch davon nichts wissen musste. Mit Diepgen war er gerade abgewählt worden. Die ARD über die parlamentarische Zeit des Wissenschaftssenators: „Ganz Berlin ist eine Schmiere“. Verschleuderte Steuergelder, schwarze Kassen, Bestechungsaffären, Korruption.“ Auch davon musste er nichts gewusst haben. Ein Glückspilz!

    Nun sollte es wirklich als überholt gelten, dass man mit Filz und Schmierentheater die parlamentarische Demokratie gerade nicht ruiniert. Trotzdem gibt es die unentwegten Strippenzieher und intransparente Dauer-Pannen beim BER, den Sicherheitsbehörden usw.. Sicher alles nur Versehen und Missverständnisse. Ob Holm der richtige Mann als Staatssekretär ist und auch Lösungen für die tatsächlichen Probleme hat, kann man sicher kritisch diskutieren. Aber wohl kaum mit der Attitüde des quasi Vollkommenen, das nicht zu hinterfragen wäre. Da müssten sich die Kolumnisten einflussreicher Medien erstmal selbst an die Nase fassen. Zu kurz kann die wohl kaum sein.

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