Against Trumpism? Eine Antwort aus Berlin

Die geopolitischen Koordinaten verschieben sich unaufhaltsam in Richtung einer multipolaren Ordnung. Die transatlantischen Fanatiker der USA-Weltherrschaft (NWO) jedoch wollen keinesfalls aufgeben.

Während es nur noch Stunden sind bis zur völligen Befreiung des seit Jahren von Terroristen beherrschten Ost-Aleppo, rief die CDU zu einer „Protestkundgebung der Künstler“ vor die russische Botschaft zu Berlin. Notorische Kriegshetzer – im intellektuellendeutsch „Bellizisten“ – und Bewohner gepflegter Elfenbeintürme schlossen sich dem Aufruf an. Einige hundert Menschen, eingerechnet bestellte junge Syrer, fanden sich ein, um Russland und Putin zu beschimpfen. Auch Bundestagsabgeordnete ergriffen die Gelegenheit und forderten?? – Sanktionen gegen Russland!

So pflegen Zombies bewährte „Deutsche Leitkultur“: Schon 1914 erklärten tausende deutsche Hochschullehrer (mit einem Theologen als Wortführer) die deutsche Aggression zum „Verteidigungskampf deutscher Kultur“.

Szenewechsel: Wer kein künstlerisches Œuvre in die Waagschale zu werfen hat, mag auf sein angejahrtes Linkstum zurückgreifen oder auf die Quecksilbrigkeit eines wahrhaftigen Gauklers. Es gilt wieder einmal die Welt zu retten, erst recht, wenn sie sich verändern will. Und es muss unbedingt bis 20. Januar 2017 geschehen, und sie wissen ganz genau, welcher „Change“ jetzt starten muss, und unbedingt muss es gegen „TRUMPISMUS“ gehen, auch wenn keiner sagen kann, was „TRUMPISMUS“ eigentlich ist. Hauptsache atemlose Hysterisierung nach wessen Rezept auch immer.

Die Berliner Freidenker haben darauf eine grundsätzliche, über die Tagespolemik hinausreichende Antwort gegeben:

1. Der Hauptfeind des Friedens ist der Imperialismus. Der Imperialismus, als höchstes Stadium des kapitalistischen Gesellschaftssystems, trägt seit seiner Entstehung vor 120 Jahren die Verantwortung für ungezählte Kriege mit Abermillionen Opfern. Heute maskiert sich der Imperialismus u.a. mit den Begriffen „Neoliberalismus“, „Förderer der Globalisierung“, „Kämpfer im Krieg gegen den Terror“, als „Menschenrechtsstreiter“ oder als „Westliche Wertegemeinschaft“. Ungeachtet seiner jeweils aktuellen Verkleidung ist der Imperialismus auch heute der Hauptverantwortliche für die gegenwärtigen Kriege und für die gegenwärtige Androhung eines Atomkrieges.

2. Die imperialistischen Hauptmächte, denen wir uns unmittelbar ausgesetzt sehen, sind der deutsche Imperialismus, der USA-Imperialismus, der französische, britische und israelische Imperialismus, sowie ihre Bündnissysteme NATO (einschließlich „Wirtschafts-NATO“) und EU. Absolut im Vordergrund steht unser Kampf gegen das Bündnis von deutschem und US-Imperialismus. Das ist eine Achse, gleichsam eine Zwillingskraft, gegen deren beide Pole wir gleichermaßen kämpfen, wobei je nach der konkreten politischen Problemstellung, der Eine oder der Andere dieses „duo infernale“ in den Vordergrund tritt.

3. Ohne Politik unzulässig zu personalisieren, bekämpfen wir solche FührerInnen, wie Merkel, Steinmeier, Gauck Obama, Hollande, Netanjahu, Stoltenberg, Juncker usw. als verantwortliche ExekutorInnen realer imperialistischer Kriegspolitik. Die Programmatik von PolitikerInnen, die nach höchsten Positionen in der Exekutive streben, beispielsweise Trump, Le Pen, Fillon aber auch weiterhin Clinton, analysieren wir gründlich und berücksichtigen dabei ihre Position als Noch-Nicht-Verantwortliche und spezifisch Taktierende.

4. Imperialismus ist in sich widersprüchlich. Auch im Zeitalter des Imperialismus existieren kapitalistische (kleinere) Mächte, die selbst keine oder nur partielle imperialistische Politik betreiben oder unterstützen. Zugleich existieren innerhalb der imperialistischen Hauptländer, auch in den USA und in Deutschland, imperialistische Kapitalfraktionen, die von den Haupthebeln der politischen Macht mehr oder weniger ausgeschlossen sind und darum kämpfen, die Politik ihres Landes nach ihren Interessen zu bestimmen und ihre eigenwilligen Profit- und Machtorientierungen durchzusetzen.

5. Ein solcher Kampf findet gegenwärtig in den USA aber zunehmend auch in den anderen imperialistischen Hauptländern statt und zwar zwischen der herrschenden neoliberal-globalistischen Linie (Bush, Obama, Clinton, Soros), die auf eine monopolare NeueWeltOrdnung gerichtet ist, und einer zur Herrschaft strebenden neoliberal-nationalistischen Linie (Trump), die bemüht zu sein scheint, die Herausforderungen der sich ausbildenden Multipolaren Weltordnung nicht rundweg zu ignorieren, sondern aktiv/offensiv („America first“) mitzugestalten.

Die Linie Obamas und noch stärker Clintons setzte und setzt seit Jahren auf die Entfesselung eines sehr großen Krieges gegen Russland, der bisher nur Dank der russischen Flexibilität sowie militärisch-politischen Stärke verhindert werden konnte. Die Linie Trumps scheint von der direkten und zeitnahen militärischen Konfrontation mit Russland abzurücken. (Vieles spricht für Wimmers Einschätzung, dass mit diesem Wahlergebnis der unmittelbar drohende Dritte Weltkrieg abgewendet worden sei.)

Der Kampf zwischen beiden Linien in den USA und im Weltmaßstab ist noch nicht entschieden. Im Gegenteil: Nach dem Wahlsieg von Trump wird er weltweit nicht zuletzt mittels bekannter aber auch modifizierter Soros-Strategien verschärft.

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Hier ein Posting zum Thema aus etwas anderem Blickwinkel.

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