Herr Keiner über die Partei „Alternative für Deutschland“

Herr Keiner hörte immer wieder, dass der neugegründeten Rechtspartei AfD vehement bestritten wird, eine respektable deutsche Partei zu sein und ihr somit auch abgesprochen wird, eine politische „Alternative“ für dieses deutsche Gemeinwesen zu sein. „Dem muss ich entschieden widersprechen“, sagte Herr K. „Vielleicht passt so manches Vorhaben dieser Partei nicht zu dem Bild, was die Kritiker der AfD von diesem Deutschland haben, aber in der realen Welt der Durchsetzung nationaler Interessen ist diese neue Rechtspartei ziemlich gut und linientreu aufgestellt.

So kann man die Klagen der AfD über den ‚Ausverkauf der Wettbewerbsfähigkeit Deutschland‘ sicher für etwas übertrieben halten“, fuhr Herr K. fort, „doch es ist nicht zu übersehen, dass auch diese Partei sehr genau weiß, worauf es in dem Handel und Wandel mit den anderen Nationen wirklich ankommt: die heimische Arbeitsmannschaft höchst profitabel einzuspannen, um in der Konkurrenz um den Geldreichtum auf der Welt klar auf der Siegerseite zu stehen. Dass man sich mit diesem Wirtschaften auf Kosten anderer Nationen Feinde schafft, na klar! Auf die muss daher weltweit aufgepasst werden, selbstverständlich mit der dafür nötigen militärischen Gewalt. Eine Aufgabe, welche die Bundeswehr bekanntlich in vielen ‚Krisenregionen der Welt‘ wahrnimmt, nach Ansicht der AfD aber nicht gut genug: Sie hat die ‚Wiedereinführung der Allgemeinen Wehrpflicht‘ in ihrem Programm, damit nicht nur eine ausgewählte Schar, sondern das ganze deutsche Volk es sich zur ‚Herzensangelegenheit‘ macht, das eigene Leben für das ‚Wohl der Gemeinschaft‘ aufs Spiel zu setzen.

Apropos ‚Gemeinschaft‘. Wie alle anderen Parteien weiß auch die AfD, dass es mit ihrer ‚Alternative für Deutschland‘ eine Klassengesellschaft zu regieren gilt, die für die meisten Mitglieder der Volksgemeinschaft so manche ‚soziale Härte‘ im Programm hat. Diese systemnotwendige Armut auch nur irgendwie etwas sozialstaatlich abmildern? Das ist wegen der hohen Ansprüche an die „Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands“ entschieden nicht im Programm der AfD. Und auch damit liegt sie voll im Trend – die ‚Agenda 2010‘ und Frau Merkel lassen herzlich grüßen.

Bleibt nur noch das Eine, was die AfD dem wenig bemittelten Mitglied der deutschen Volksgemeinschaft ersparen will: Das sind die vielen Flüchtlinge, die im deutschen Interesse zu nichts nutze, sondern dem Gemeinwesen nur auf der Tasche liegen. Doch wem sagt sie das. Auch auf diesem Feld stößt die Rechtspartei bei der regierenden Koalition auf offene Ohren. Kein Tag vergeht ohne die ‚Erfolgsmeldung‘, dass es einmal mehr gelungen ist, die Zahl der ‚einströmenden‘ Elendsgestalten ‚drastisch zu reduzieren‘. Wer ‚zu uns‘ gehört und wer nicht – das brauchen sich die etablierten Parteien von einem politischen Neuling wie der AfD nicht sagen zu lassen. Und: Die AfD muss sich allerdings ins Stammbuch schreiben lassen, dass es bei ihr noch in einer Hinsicht an der nötigen ‚demokratischen Reife‘ fehlt: Eine verantwortliche Politik für Deutschland hat nicht zur ‚Selbsthilfe‘ in der Flüchtlingspolitik und vor die Tore der Flüchtlingsheime, sondern zur Stimmabgabe an einer dafür aufgestellten Wahlurne zu führen . Nur die Gewalt ist im Recht, die vom Staate ausgeht! Nur wer das kapiert, ist eine wirkliche ‚Alternative‘ für unser feines Deutschland.

Bleibt nur noch zu erwähnen“, sagte Herr Keiner zum Schluss, „dass es selbstredend schon längst Spekulationen bei den Etablierten über ein Bündnis mit der AfD gibt. Jedenfalls ließ das neulich der ehemalige Wahlkampfmanager des Alt-Kanzlers Kohl in einer Talk-Runde verlauten. Allerdings unter einer Bedingung: Wenn die AfD ihren Stimmenanteil bei der nächsten Bundestagswahl ‚mindestens stabilisieren‘ kann. Was im Klartext heißt: Wenn bis dahin alle Versuche fehlgeschlagen sind, diese neue Partei schlecht zu reden, ins Abseits zu stellen und mit allen Mitteln beim Wähler als undeutsche Partei in Verruf zu bringen, dann, ja dann müssen sich die Etablierten neu sortieren. Dann ist vielleicht wieder auf ‚Willkommenskultur‘ umzuschalten. Sarah Wagenknecht von der Linkspartei macht da im Gedankenaustausch mit Frauke Petry von den Rechten schon mal den Anfang. Grund: Auch ihrer Partei als deutscher Linkspartei sind viele ihrer Wähler zu den Rechten übergelaufen. Da ist berechnende ‚Annäherung‘ das Gebot partei-politischer Vernunft!“

© HerrKeiner.com  4. November 2016

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Demokratie, Krise, Machtmedien, Realkapitalismus abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s