Würde mit einem Sieg von Trump eine neue Phase des Imperialismus starten?

Ich denke, das könnte sein.

Unabhängig von dem, was Trump sagt oder will, geht die etwa 30-jährige Phase der fast uneingeschränkten Dominanz des USA-Imperialismus (+ Verbündete) dem Ende entgegen. Die volle Durchsetzung der NWO bleibt dem US-geführten Zentrum der Kapitalmacht verwehrt. Die multipolare Welt ist zur realen Möglichkeit geworden und bricht sich Bahn. Es sind wahrlich nicht die „werktätigen Massen“, die das bewirkt haben. Vielmehr sind es die Konkurrenten. Es würden einfach zu viele mächtige Konkurrenten auf der Strecke bleiben, wenn die NWO nach dem Willen der hochzentralisierten, imperialistisch-zionistischen Neocon-Cliquen vollendet würde.

Mächtige Konkurrenten sind in Russland, China und weiteren Ländern konzentriert aber auch in den Hauptländern des Westens selbst. In modernen rechtspopulistischen Parteien aber auch in Kandidaten wie Trump finden die Interessen der Letzteren ihren politischen Ausdruck. Ich erwarte, dass diese Interessen eine neue Phase des Imperialismus einleiten – Imperialismus in einer multipolaren Welt. (Diese Tendenzen würden sich wohl auch bei einem Wahlsieg Clintons durchsetzen, vermutlich aber mehr Opfer kosten.)

Die multipolare Welt ist höchst erstrebenswert, weil sie uns von der direkten Konfrontation der atomaren Supermächte befreien könnte. Sie wird aber, vermute ich, alles andere als eine Idylle. Nicht ausgeschlossen, dass sie ein Knäuel dialektischer Widersprüche großer Mächte wird, die einerseits kooperieren und andererseits auf’s Schärfste (auch mit kriegerischen Mitteln) konkurrieren.

Mit der Rivalität annähernd gleichbedeutender kapitalistischer Mächte würde eine Situation entstehen, die formal an den Beginn des Imperialismus/Vorabend des 1. Weltkriegs erinnert. Welche Bedingungen sind heute anders und sprechen gegen eine einfache Wiederholung der Geschichte? Könnte es eine dialektische Negation der Negation geben? Darüber sollte man gründlich nachdenken; ist mir aber im Moment „zu schwör“.

Die Alle-Welt-Versklavungsideologie des Westens, grell mit den Farben der Aufklärung und der französischen Revolution überschminkt, will nicht mehr recht verlocken. Aus den dunklen Tiefen der Religionen, der Nationen und der Stämme aufsteigende Phantasmagorien versuchen sich der Menschen zu bemächtigen. Sind neue alte Kopfstände angesagt?

schlaf-der-vernunft

Werden Volksmassen, organisiert, der Aufklärung verschrieben,  auf die Bühne der Geschichte zurückkehren (für das, was einmal Emanzipation genannt wurde)?

Wann wird wieder hyazinthen dem Kosmonauten das Meer der Griechen?

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