Totalausfall: Mediengleichschaltung der Kriegstreiber

von Ullrich F.J. Mies

Für alle Menschen, die den herrschenden Medien keinen Fingerbreit mehr über den Weg trauen, bot sich am Wochenende erneut ein eindrucksvoller Anschauungsunterricht: Etwa 150 Organisationen hatten zur großen Friedensdemonstration nach Berlin aufgerufen. Das Motto lautete „Die Waffen nieder“. Teilgenommen haben etwa 8.000 Menschen.
Bis zum späten Samstagabend, den 08.10., sahen sich die Herrschaftsmedien außer Stande, über dieses Ereignis zu berichten: Totalausfall bei der ZEIT, SPIEGEL-online, FAZ, SZ, Focus, der 20.00 Uhr-Tagesschau. Auf der ganzen online-site der ARD fand sich zu dem Ereignis nichts: Pressefreiheit vom Feinsten. Die wichtige Demonstration hat für sie nicht stattgefunden. Sie wurde ignoriert, totgeschwiegen.
Unterschlagung durch Weglassen von Informationen ist Manipulation.  Ich nenne das die perfideste Form der Desinformation. Gegen Lügen, Verdrehungen und Falschmeldungen kann man sich vielleicht noch wehren, Verantwortliche gegebenenfalls wegen Verleumdung abmahnen oder verklagen. Die Kriegs- und Propaganda-Akteure in der NATO und ihrem Berliner Hauptquartier unter Merkel/Steinmeier hingegen sind da schon weiter. Sie greifen mit ihren Büchsenspannern in den Medien zum letzten Mittel, dem Verschweigen.
Dieses Weglassen ist abermals kein Zufall, denn es findet permanent statt. Politische Ereignisse wie Großdemonstrationen schaden der herrschenden Polit-Formation in Berlin.
14-freidenker-4-opablog
 Darum sprechen sich politische Herrschafts-„Eliten“ und Medienmacher miteinander ab. Anders ist das schwarze Loch zur Friedensdemo in Berlin nicht zu verstehen.
Demgegenüber wird ein Sprengstoff-Fund auf allen Kanälen zum Großereignis des Tages hochgejubelt: Terrorverdacht. Ein Terrorverdächtiger ist flüchtig. Das ist die ständig wiederholte Nummer. Es bleibt dabei: Angstproduktion und Verunsicherung sind die zentralen Herrschaftsmittel.
…und so gibt es keinen Zweifel mehr: NATO-Kriegsestablishment, Bundesregierung und gleichgeschaltete Medien arbeiten Hand in Hand. Kriegstreiber und Organisatoren des totalen Informationskrieges sind eben die Feinde des Friedens und jeder Friedensbewegung.
Bedauerlicherweise müssen sich mündige Bürger heute wieder beim „Feind“ informieren, wenn sie z.B. etwas über Berliner Friedensdemonstrationen und vieles andere erfahren wollen, also wieder „Feindsender“ zu Rate ziehen. Und so waren es rt und sputniknews, die uns darüber in Kenntnis setzten, dass in Berlin eine große Friedensdemonstration stattfand.
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Einige Foto- und Videoeindrücke der gestrigen Demo vom Opa hier…
…und- zweiter Hinweis – zum Thema des vorstehenden Gastbeitrags von Ullrich Mies treffen sich die Berliner Freidenker am 12.10. zu ihrer monatlichen Gesprächsrunde – zu einer öffentlichen Runde mit Maren Müller von der „Ständigen Publikumskonferenz“, zu der alle Interessierten herzlich willkommen sind. Alle Infos dazu hier.
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4 Antworten zu Totalausfall: Mediengleichschaltung der Kriegstreiber

  1. Pingback: 8000 Menschen, die es nicht gibt « DKP-Nachrichtenportal

  2. Peter Ahrens schreibt:

    Diese Demo war halt in ihrer Bedeutung so gering, dass sich niemand dafür interessierte. Nur 8.000 bei einer Einwohnerzahl von 82 Millionen Bundesbürger ist halt doch etwas zu wenig um wahr genommen zu werden. Ganz davon abgesehen, dass die sog. „Friedensbewegung“ noch nie etwas erreicht, geschweige denn verhindern konnte. Ob das der „NATO.Doppelbeschluß“ war oder die heutigen Kriege in Afghanistan (der russische und amerikanische Feldzug) im Irak, Libanon oder jetzt in Syrien. Wo war denn die Friedenbwegung ??? Nirgends !
    Weshalb also sollen da Leute hingehen, da doch nichts erreicht werden kann ? Dass die kapitalistische Presse es totschwieg, ist auch nichts neues. Auch die Kommunisten haben damals in ihrem jeweiligen Machtbereich nicht gerade „Propaganda“ für Dinge gemacht, die ihnen unliebsam waren. Ist also keine „Errungenschaft“ der Kapitalisten, sondern nur folgerichtig. Man sollte also hier nicht unnötig „aufjaulen“. Man muss auch bei der Friedsbewegung endlich lernen, dass sie nicht zu melden hat. Die da „oben“ doch machen was sie wollen, ob es die USA sind oder Rußland. Die NATO oder EU. Niemand fragt nach dem sog. „kleinen Mann“ Siehe Bombardement in Aleppo durch die Russen. Auch die Amis haben sich dort nicht mit Ruhm bekleckert, als sie auch Krankenhäuser bombardierten.
    Die Welt kann nur geändert werden, wenn alle zur Einsicht gelangen, dass Kriege, Gewalt eben nicht die richtigen Mitteln sind, um etwas zu lösen. Da kann auch eine weltweit agierende Friedensbewegung nichts machen.

    Peter Ahrens

  3. Lutz Lippke schreibt:

    Zur Friedensdemo kann man sagen, dass es ein williger Neuanfang war. Immerhin hat sich dieser noch kleine Teil der Gesellschaft auch von der medialen Gleichsetzung der Montagsmahnwachen mit Pegida & Co. losgelöst und man kann nun langjährige Erfahrungen und neue Formen der Beteiligung zusammenbringen. Die internen Querelen in der Friedensbewegung waren hier im Blog ausführlich Thema. Mit diesem gemeinsamen Erwachsenwerden wurde dem massiven Verleumdungsprojekt der „Qualitätsmedien“ endlich Vernunft und Aufklärung entgegen gesetzt. Mühsam, aber ein wichtiger Erfolg.
    Statt den hoffähigen Expertenkommentaren in den Öffentlichen zu Querfront und Rechtspopulismus noch von letztem und vorletztem Jahr folgt nun komplettes Verschweigen. Ist das als Offenbarung denn so schlecht? Gegen die meist nur einige Hundert „Aluhüte“ und „Verschwörungstheoretiker“ an Montagen hatten Medienexperten, Sozialwissenschaftler und etablierte Organisationen mit Sonderformaten, unzähligen Erklärungen und sogar Studien in TV und Presse massiv mobilisiert und nun sind den gleichen Experten 8000 Demonstranten und der Aufruf von über 100 Organisationen nicht mehr erwähnenswert? Stattdessen Pegida, „Fluchtterroristen“, Wuffi und Richter Hold auf allen Kanälen! Das ist doch auch eine kollektive Meldung der angestellten Journalisten von der Art: „Wir können nicht berichten, wir dürfen nicht berichten, wir wissen (noch) nicht, wie wir berichten sollen.“
    Ebenso hielte ich es aber auch für vermessen, wenn allein von den nun verbündeten Organisationen und Demoteilnehmern der Friedenswille beansprucht wird. Den Protest gegen Kriegstreiberei und Militarisierung auf die Straße zu bringen, ist sicher dringend notwendig, aber es gibt auch andere wichtige Formen der Beteiligung. Ich halte nicht viel vom belehrenden Zeigefinger, zumal dies kaum mobilisierend wirkt. Vielleicht wäre es sowieso gut, das Alltagsverhalten und die Intelligenz der „Massen“ nicht so gering zu schätzen. Der sogenannte Doofmichel und das folgsame Volk muss immerhin mit viel Propaganda, Fehlinformationen und Ablenkung gefüttert werden, um von der Herrschaftsagenda und Manipulation eingelullt zu werden. Viele wenden sich auch einfach ab. Ich kenne kaum noch jemanden, der die politische Medienlandschaft wirklich explizit verteidigen würde. Journalisten versuchen das nun selbst (siehe u.a. https://www.lügenpresse.de/info) und offenbaren erneut ihr Unvermögen, den gravierenden Unterschied zwischen vehementer Kritik an Propaganda, Verschweigen und Fehlinformationen und plattem „Lügenpresse“-Skandieren anzuerkennen. Ein Diskussionsforum traut man sich offensichtlich auch nicht. So bleibt es doch ein recht karger Versuch der Selbstrechtfertigung.

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