Friedensfahrt 2016 – vorgemerkt

Die Friedensfahrt vom 7. bis 21. August gehörte zu den intensivsten zwei Wochen meines Lebens. Sie gab mir Anregungen, über die ich nachdenken muss. Der Zufall will es, dass ich vor dieser Fahrt und jetzt danach extrem intensiv lese – Rogowins sechs Bände. Diese Bücher saugen mich förmlich in sich hinein. Manches also, auf das ich ausführlicher zurückkomme.

Jetzt aber geht es mir nur darum, in kürzester Form einige Feststellungen/Eindrücke/Gedanken aus den Fahrttagen festzuhalten, bloße Erinnnerungszeichen, völlig ungeordnet, bis später:

  • Wir waren keine NRO, alles selbstgewollt, selbstfinanziert
  • ganz positive Überraschung Belarus, Minsk
  • russische Kultur und Unkultur, Orthodoxie
  • Georgsband
  • Differenziertheit der Gruppe, gepflegt in Dialogen, Persönlichkeiten
  • reaktionärer Nationalismus
  • nirgends der radikale Emanzipationsansatz, Aufklärung passe?
  • Erfahrung im Spannungsfeld „Ordnung“ und „Chaos“, „Schwarm“
  • „Macht ohne Herrschaft“ ?
  • Wir haben etwas GETAN (nicht nur demonstriert)
  • Geschichtslosigkeit (Beim Wunsch nach Neuanfang wird Bewährtes, Gültiges verworfen)
  • Die Russen haben ihren Realsozialismus nicht bewältigt
  • Das unendliche grüne Land (Kriegswahn)
  • Russland ist stark, geeint, antifaschistisch, nicht imperialistisch
  • Gesicht gezeigt
  • Linke Ignoranz
  • Passable Rechte (Freidenker und Rechte)
  • Katyn. Friedensfahrt nicht gegen Polen, gegen kein Volk
  • Wo ist das russische Volk? (Raumschiff Friedensfahrt?)
  • neue Kommunikationstechniken und -prinzipien
  • Keine Feinde benennen? (Positiv denken)
  • DDR-SU-Beziehung existierte für die Fahrt nicht – DSF (Die Deutschen haben noch weniger als die Russen ihren Realsozialismus bewältigt.)
  • „Friedensfahrt“ eine Marke für die Zukunft?
  • „Volksdiplomatie“- genauso geschichtsmächtig/ohnmächtig wie einst die Wandervögel oder die bündische Jugend?
  • Mögliche neue Friedensfahrtprojekte
  • Müssen, 85 Jahre danach, Faschismus und Antifaschismus neu gedacht werden? Wie?
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Eine Antwort zu Friedensfahrt 2016 – vorgemerkt

  1. Anja Böttcher schreibt:

    Gedankenspiel:

    Seit Beginn dieser von US-Machtpotentaten verordneten Konfrontationspolitik treibt mich der Gedanke um, ob es nicht möglich wäre, ein deutsch-russisches Kommunikationsforum „von unten“ zu aufzubauen.

    Der technischen Schwierigkeiten bin ich mir bewusst: Während eine inhaltlich & politisch wirklich freier Austausch möglich sein müsste (ohne die hysterischen Verschreiungsreflexe grün=bourgoiser Gesinnungslinker, deren Toleranzrahmen weniger von substanziell politischen Kriterien abhängt, als davon, ob sich jemand in den von ihnen goutierten diskursiven Rastern bewegt), würde es natürlich einer Forenmoderation bedürfen, um genuinem Trollverhalten & nicht mehr aktzeptablem Chauvinismen jeglicher Art die Tür zu weisen), wäre der sprachlichen Barriere vielleicht dadurch Genüge getan, wenn jeder, der teilnimmt, alle seine sprachlichen Kompetenzen sozial soweit zur Verfügung stellt, dass er/sie das, was er/sie zu sagen hat, in allen Sprachen, die ihm/ihr zur Verfügung stehen, einstellt & dem einen oder anderen Beitrag eine Übersetzung zukommen lässt. (In meinem Fall beschränkt sich die fremdsprachliche Kompetenz auf Deutsch & Englisch, bei anderen auf Deutsch & Russisch, durch jeden französischen oder holländischen Kommentar könnte ich mich jedoch auch vestehend durchbeißen – & in der Summe könnnten zahlreiche Zuträger vielleicht eine breite cross-border-Kommunikation ermöglichen.)

    Ich empfinde es nämlich als hochgradig unersprießlich, wenn tatsächlich transatlantische Netzwerker das wechselseitige deutsch-russische Bild bestimmen. Diese Propaganda ist ja nicht nur den Russinnen & Russen gegenüber gemein, sondern auch uns gegenüber: Denn die Vorstellung, die dümmlich blasierte Sicht eines Bidder, einer Golineh Atai oder eines Christian Neef auf dieses Land würde auch für die meine gehalten, treibt mich ziemlich auf die Palme.

    Aber irgendwie ist das alles schwierig.

    In anderen Fällen nicht: Als ich mich ärgerte, wie die deutsche Propagandafront & Politik mich zu den Griechinnen & Griechen in Beziehung setzte, konnte ich einfach vor Ort der lokalen Hellas Solidarität zuarbeiten & schon hatte ich lebendige konkrete Kontakte. Es war möglich, auf Veranstaltungen, durch Solidaritätsaktionen & wechselseitige Besuche klarzumachen: Es gibt auch noch andere Deutsche als die Schäubles & Cos – & die denken anders über das Land als der teutsche Kommiss=Kopf. Und das Schöne war: Die Botschaft landete auch.

    Nun gibt es aber hierzulande ja sogar mehr Exilrussen als Exilgriechen, dazu noch jede Menge Russlanddeutsche & studierte Slawisten, immer noch existierende Kontakte Ostdeutscher nach Russland (etwa durch Studienaufenthalte & gemeinsame Projekte), aber dennoch existiert das große offene Gesprächsforum, auf dem wir Bürger=Diplomatie regelmäßig betreiben können, nicht.

    Warum nicht? Wo ist die Barriere?

    Es treibt mich einfach um. Da ist eine Idee, aber keine Vorstellung, wie man sie umsetzen könnte. Warum ist das im Falle Russlands schwerer als im Falle anderer EU-Staaten?

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