Hans Jürgen Krysmanski

Wie mir  erst jetzt durch einen Artikel in der „jungen Welt“ bekannt wurde, ist Hans Jürgen Krysmanski, der Soziologe und Erforscher des Reichtums und der Macht der Superreichen, am 9. Juni im Alter von 80 Jahren gestorben.

Krysmanski war mir vor etwa 10 Jahren bekannt geworden, nachdem ich lange in der Richtung „Herrschaftsstrukturforschung“ gesucht hatte. In meinem alten opablog und im neuen ebenso sind, beginnend mit 2007, viele Beiträge zu finden, die sich auf Krysmanski beziehen. Übrigens sind die wiederholten Interviews von Ken Jebsen mit Krysmanski eine hervorragende Quelle, um ihn und seine Forschungen recht schnell aus erster Hand kennen zu lernen.

Er gehört zu den Sozialforschern und politischen Aufklärern, die mir, meinem theoretischen und politischen Denken, in jüngerer Zeit am meisten weitergeholfen haben. Bei ihm war empirisch begründetes Denken des Sozialen zu studieren ohne jedes Abgleiten ins Empiristische. Die Strukturen, letztlich die Machtfragen, blieben im Blick. Die alten marxistischen Erkenntnisse blieben Grundlage, ohne sie jedoch heilig zu sprechen. Lenin und dann der Realsozialismus waren keine bevorzugten Themen Krysmanskis, doch liefert er Unersetzliches, um sowohl Lenin und den Realsozialismus zu denken, heute zu denken, als auch über beide hinauszukommen.

Ich hatte während der Hoch-Zeit des Mollath-Skandals Kontakt zu ihm aufgenommen. Viele Indizien sprachen dafür, dass sowohl einige Superreiche, als auch „die Politik“ von diesem Skandal mehr als nur tangiert waren. Hinzugerechnet die anderen fast zeitgleichen Skandale, die die Maßregelung von Steuerfahndern in Frankfurt/Main (Schmenger und Andere) und Nürnberg (Ingrid Meier (Affäre Diehl) betrafen. Ich versuchte Krysmanski (und damit etwaige Studenten/Doktoranden) für diese Thematik zu gewinnen. Er schrieb mir freundlich zurück. Ich sei doch schon sehr richtig in der Spur. Er sei emeritiert und versuche jetzt sein Rentnerdasein zu bewältigen. Er hatte keine freie Kapazität, sich in die angebotene Thematik zu stürzen.

Wenn wir Freidenker uns nachhaltig der Frage zuwenden: „Wie wollen wir leben?“ werden uns zweifellos auch Krysmanskis Forschungsergebnisse und sein Engagement Vorbild und nützlich sein. Hans Jürgen Krysmanski ruht jetzt, wie so Viele, und er bleibt treuer Kampfgefährte.

Der Bloggeropa in Dankbarkeit.

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2 Antworten zu Hans Jürgen Krysmanski

  1. ullrichfj schreibt:

    „Hinzugerechnet die anderen fast zeitgleichen Skandale, die die Maßregelung von Steuerfahndern in Frankfurt/Main (Schmenger und Andere) und Nürnberg (Ingrid Meier (Affäre Diehl) betrafen.“

    Das waren keine „Maßregelungen“, das war organisierte politische Kriminalität, nichts anderes:
    Die hessischen Steuerfahnder wurden nicht gemaßregelt, sie wurden durch ein politisches Komplott von Verbrechern PSYCHIARTRISIERT, das war die Sachlage.

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