Blogs haben Anfang und Ende

Mein opablog, das ja mal woanders gehostet war (nun auch schon fünf Jahre her; wo ich es aber verfügbar halte) existiert nun schon 11 Jahre. Noch kein Methusalem aber doch ganz schön lang.

Blogs kommen und gehen, sind Einem mal näher, dann wieder ferner; wie Bekanntschaften.

Manche gehen für immer. Weil die Bloggerin stirbt. „Alte Eule“ habe ich nicht vergessen, auch wenn ich jetzt längere Zeit nicht an sie gedacht habe. Soll ich auf sie verlinken oder ihr die Ruhe lassen? Doch ihr „Schwanengesang“ ist noch im Netz. Sie wollte also noch lange Stimme behalten. Andere, die inzwischen verstummt sind, haben damals schön über sie gesprochen. Ob ihr „Uhu“ noch lebt?

Bezahl 15 € im Monat und du bist unsterblich? Irgendwann bezahlt niemand mehr 15 €. Dann existierst du noch als Datenspur auf dem riesigen Speicher eines Hosters. Wozu die Spur?

Andere Blogs werden beendet von heute auf morgen. „Steinbergrecherche“ war so einer. Von dem Blog hab ich viel gehabt, und ich äußerte mich etwas ungehalten, dass wieder Einer sozusagen „die Kampfreihe verlassen“ hat.

Jetzt stellt MAI den Betrieb ein. Ich bedauere es sehr.

Der Blogger ist Einzelkämpfer (und das in sehr spezifischer Weise), und einmal stellt sich das Gefühl ein: Ich habe alles gesagt, womit ich die Welt retten wollte. Aber sie will sich nicht retten lassen. Sinnlos.

Dem Opa sind solche Erfahrungen und Fühlereien nicht fremd. Mein Blog zieht meine Kraft vom Garten ab, von anderem auch. Heute, nach getaner Gartenarbeit, saß ich in meinem Hängesessel. Es war schön, sinnvoll. Ich dachte dies und das, und wusste, dass die Konzentration für den zweiten Teil des Postings mir Mühe machen würde. Ich ermahne mich: Komm, es geht um den Frieden! Doch ich muss zur Kenntnis nehmen, dass sie sich nicht für den Frieden interessieren…

Seit etwas mehr als einem Jahr habe ich mich bemüht, nicht allein in der Bloggersphäre zu bleiben. Ich habe Freidenker kennen gelernt. Es frischt auf.

Irgendwann geht auch opablog zu Ende. Aber absehbar ist das noch nicht.

Dieser Beitrag wurde unter bloggen, Krieg abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Blogs haben Anfang und Ende

  1. Steffen schreibt:

    Jetzt hast du mich aber wirklich erschreckt. Ich dachte doch wirklich erst, du schmeißt auch hin. Zum Glück dann doch nicht. 🙂

  2. Theresa Bruckmann schreibt:

    Lieber Kranich 05,
    den Blog aufzugeben, wäre sehr schade! Und wer weiß, wie lange die drohende Internetaufsicht noch einen freien Meinungsaustausch zulässt!
    Es gibt Hochs und es gibt Tiefs.
    Sagen Sie bitte, wo Sie unterstützt werden möchten.
    Übrigens bin ich damals mit dem Anmeldeformular nicht klar gekommen und kenne deshalb bis heute die Bedingungen als Follower nicht.

  3. icke schreibt:

    Falls es ernst wird, kannst du deine Seiten in der Waybackmachine von archive.org speichern. Dabei muss jede einzelne URL deiner Unterseiten extra gespeichert werden.
    Wenn du weiter die Posts vollstaendig anzeigen laesst und auch die Kommentare im Post anzeigen laesst sowie die Anzahl der angezeigten Posts auf Maximal stellst, werden diese mit einem Speichern gesichert.

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