Welche Schwalbe? Welcher Sommer?

Die Zentralmacht unseres Bundesstaates – dafür stehen Namen wie Merkel, Schäuble, Steinmeier, de Maiziere, v. d. Leyen, Gauck, Seehofer usw. – erfüllt ihre Pflicht (und sicher ein gutes Stück Kür). Sie funktioniert im Interesse des tonangebenden, transatlantischen, aggressivsten Teils des deutschen Monopolkapitals (ein Schwergewicht dabei die Autoindustrie). Sein Interesse hat es etwa so definiert: Uneingeschränkte Unterstützung der US-amerikanischen Kriegspartei bei aktiver Verfolgung eigener deutsch-imperialistischer Ambitionen. (Wer Infolücken bezüglich der US-amerikanischen Kriegspartei hat, kann diesen mit Hilfe des Blogs „Parteibuch“ entgegenwirken.) Die Zentralmacht funktioniert, bedenkt man die schwierigen Zeiten, nahe am Optimum.

Zu diesem Optimum gehört das meisterhafte Spiel über Bande. Gegensätzliche Randkräfte der Gesellschaft (gerne nach einem entleerten Links-Rechts-Schema) werden in den Vordergrund geschoben und tragen in der von den Systemmedien grell beleuchteten Arena erbitterte Kämpfe aus. Popanz Faschismus gegen Popanz Antifaschismus – während die Zentralmacht, die IN JEDER HINSICHT GEFÄHRLICHSTE MACHT, als ausgleichende, vernünftige Mitte erscheint.

Noch haben die Kämpfe zwischen Popanz Faschismus und Popanz Antifaschismus viel Theatralik, viel Eventcharakter. Mensch darf sich freuen, dass trotz allem propagandistischen Getöses meist nur wenige hundert oder tausend Teilnehmer auf die Strassen gehen. Doch täuschen wir uns nicht. Die Massen, die Millionen, beobachten aufmerksam, was geschieht. Sie werden sich, wenn die Zeit gekommen ist, in Bewegung setzen. Der Titel „Kapputtschlaahn“ von „Elsterglanz“ wurde bei Youtube im Laufe der Jahre fast 2 Mio Mal angeklickt, der Titel „Wir sind total bescheuert“ mehr als 1 Mio Mal.

Für die Zentralmacht sind die erwähnten Popanz-Kämpfe kein Spiel (trotz des Anscheins). Da werden ideologische Positionen bezogen/vorbereitet, Kräfte rekrutiert und in Stellung gebracht, Logistik erprobt. Das Fortschreiten zum blutigen Ernst wird die Zentralmacht nicht überraschen, im Gegenteil.

Die rechtsextreme und die linksextreme Szene waren durch die Jahrzehnte virulent und stets von Geheimdiensten durchdrungen. Schrittweise „wuchern“ diese Szenen derzeit auf weitere, auf „normale“ Gesellschaftsschichten aus, AfD einerseits, „Gutmenschenaktivisten“ andererseits. Für die letztgenannte Szene – Linke, Friedensaktivisten, Humanisten – ist es ein (teils selbstverschuldetes) Verhängnis, sich nicht eindeutig von aufhetzenden Linksdarstellern (dem Lumpenproletariat früherer Kämpfe) abgegrenzt zu haben. Ein mittlerweile klassisches Medium der verquasten Koexistenz von echten Antifaschisten, verschiedenartigen Narren und gekauften Gesinnungslumpen ist indymedia.

In der Ukraine wurden (nach vielen Journalistenmorden) die persönlichen Daten von 4000 Journalisten veröffentlicht.

Auf indymedia wurden am 30.4. und am 1.5. 2016 die persönlichen Daten von 3000 und 2000 AfD-Mitgliedern veröffentlicht. Damit sogenannte Antifa-Kämpfer „Hausbesuche“ machen können.

Der Deutsche Michel mag sagen: „Es wird nix passieren. Das ist eine Schwalbe, die keinen Sommer macht.“ Ich erwidere darauf: Der „Sommer“, auf den solche Schwalben verweisen, ist der Bürgerkrieg.

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