Dilemma und Chance der Epoche

Die Epoche der Barbarei, in die wir immer tiefer geraten, zu beenden und die angestauten Entwicklungsprobleme der Menschheit zu lösen, erfordert die Revolution. In den Internetmedien, in denen mancher keck daherredet, wird das Wort „Revolution“ zunehmend gebraucht. Damit ist aber keinesfalls die soziale Revolution gemeint, wie sie historisch-materialistisch begriffen ist. Im Gegenteil, die kleinste Andeutung in diese Richtung wird mit entschiedenstem Antikommunismus zurückgewiesen. Es geht aber genau und ausschließlich um diese Revolution, um die revolutionäre Überwindung des Kapitalismus, der kapitalistischen Produktionsweise, deren erster Schritt, der keineswegs übersprungen werden kann, die Enteignung des großen kapitalistischen Privateigentums an den Bedingungen und Mitteln der Produktion ist. Diesen Schritt hatte der Realsozialismus getan. Der Realsozialismus ist gescheitert. Deshalb traut sich niemand mehr, diesen Schritt zu fordern (oder auch nur zu denken) – das aber ist eine absurd-kleinmütige Weise des Schlussfolgerns. Der erste Schritt ist nur die eine Seite der Revolution, die „zweieinig“ ist, wie Lenin sagte. Die andere Seite ist die Vergesellschaftung der Bedingungen und Mittel der Produktion. Daran ist der Realsozialismus mit Pauken und Trompeten gescheitert – er hat es im Kern nur zu Verstaatlichung gebracht. (Eine um historische Gerechtigkeit bemühte Untersuchung würde herausarbeiten, dass es große Bemühungen und auch gewisse Schritte/Erfolge in Richtung Vergesellschaftung gab. Das ändert aber nichts an der Gesamteinschätzung.) Die proletarischen Revolutionäre „wussten“ seit Lenin, wie die Vergesellschaftung zu bewerkstelligen sei, nämlich mittels der „Partei neuen Typs“. Dieses „Wissen“ hat sie (nicht Lenin selbst) in die Irre geführt, und die historische Widerlegung dieses Weges lässt uns, die Revolutionäre (aber damit die ganze Menschheit) ratlos verharren. So sei doch wenigstens die Aufgabe formuliert: Es geht um die Vergesellschaftung der Produktionsweise ohne Partei. (Knepler (90-jährig) „Macht ohne Herrschaft“, war/ist, soweit ich sehe, der Einzige, der einigermaßen kühn in diese Richtung weiterdachte.) Interessanterweise, erfreulicherweise bietet das tägliche moderne Leben eine große Zahl von Anregungen und Ansätzen von Vergesellschaftung. Diese sind spontan, haben also viel Untaugliches an sich. Doch, da sich die Menschheit Aufgaben stellt, die sie lösen kann,  Bildergebnis für smiley werden die Leute dem Prozess schließlich historische Bewusstheit geben und sich ermächtigen. Traditionslinke könnten schon heute – soviel „Nestbeschmutzung“ muss sein – etwas mehr tun, damit es deutlicher in diese Richtung geht.

Dieser Beitrag wurde unter ökologisch, Bewußtheit, bloggen, Krise, Leben, Lenin, Machtmedien, Materialismus, Mensch, Realkapitalismus, Revolution abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s