Für Genauigkeit und Sensibilität im politischen Kampf

Mir geht es um zwei konkrete Ereignisse der Konfrontation Linker mit Nationalisten/Rassisten/Faschisten:

Erstens:

Im Blog Saker wurde von einer Linken (die dort Admin ist) dieser Beitrag geschrieben. (Der Beitrag wurde auch von der „Linken Zeitung“ übernommen.) An dem Beitrag selbst habe ich nichts zu Kritisieren. In der umfangreichen Diskussion zu dem Beitrag aber werden von einem „Tamas“ unverhohlen nationalistische, rassistische, faschistische Positionen vertreten. Diese Kommentare werden von Admin „Russophilus“ dort zugelassen und teilweise gedeckt. Die Verfasserin des Artikels und „Russophilus“, so muss ich schließen, arbeiten bei der Blogführung zusammen und zwar kontinuierlich.

Das halte ich für absolut unzulässig und distanziere mich davon mit aller Entschiedenheit. Eindeutigkeit wirklicher Linker (also auch der Freidenker) in dieser Angelegenheit ist unverzichtbar. Sie darf auch nicht mittels sekundärer „Argumente“, etwa der Art, es gehe nur um ein Blog, seine Reichweite sei begrenzt, alles nur virtuell usw. für überflüssig erklärt werden.

Zweitens:

Auf einer linken Mailingliste erreichte mich unter der Überschrift „gefällt mir“ der folgende Link: <https://www.youtube.com/watch?v=VduBuAOLj68&feature=youtu.be> Der kurze Begleittext lautet „Diskussion darüber wäre sehr wünschenswert!“ Diskussion darüber ist in der Tat erforderlich, wobei ich die Wertung „gefällt mir“ in keiner Weise teile.

Der Link führt auf das Video-Statement einer Sammy aus Meerane, die eine eindeutig nationalistische und chauvinistische Position vertritt, offensichtlich auf der Linie Sarrazin, Elsässer, AfD. Das Besondere besteht darin, dass Sammy berechtigt Missstände gegenüber Hilfsbedürftigen anprangert.

Bei der Verteidigung der Interessen Hilfsbedürftiger dürfen sich die Linken von niemanden übertreffen lassen. Zugleich müssen sie gegen jede (auch verdeckte) nationalistische Vereinnahmung auftreten aber zugleich auch gegen jede Position, die Antirassismus mit national-nihilistische Ignoranz verwechselt („Deutschland entsorgen“).

Zu dem schwierigen Problemfeld „Linke und Nation“ ist ganz aktuell auf der Webseite der Berliner Freidenker ein aufklärender Artikel lesenswert.

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Demokratie, Faschismus alt neu, Krieg, Krise, Machtmedien, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Für Genauigkeit und Sensibilität im politischen Kampf

  1. Danke für den Hinweis auf Andreas Wehr. Diese Disskussion hätte ebenfalls vor 20 Jahren unter Linken geführt werden müssen, sie gab es marginal jedoch ohne Ergebnis.

    Wie hätte ein Ergebnis auch ausgesehen? Hätte sich die organisierte Linke in einer Art Selbstverpflichtung zu einer für alle verbindlichen Haltung zum Nationalstaat durchringen sollen? Der Nationalstaat als Träger, ja Fundament einer gelebten Demokratie. Demokratie und Rechtsstaates (Bindung der Gewalten an Recht und Gesetz, Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz, Gewaltenteilung und Kontrolle,…) sind, wenn überhaupt, nur auf (national)staatlicher Ebene möglich und die Tatsache, dass die EU kein Staat sein kann, wegen der vielen kulturellen und sprachlichen Unterschiede, wegen der unterschiedlichen Wertmaßstäbe und Identitäten und der daraus folgenden Verständigungsschwierigkeiten und Konfliktpotentiale ohne Ende, … Genau DAS hat die Linke nicht wissen wollen und niemals zu Ende debattiert!
    Warum wohl? Und wer hat das verhindert? Bisky? Gysi? Die Antideutschen in den linken Jugendorganisationen, die schon vor 15 Jahren aus trüben Quellen aufmunitioniert wurden, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann?

    Es ist ein unabgegoltenes Kapitel, diese Art der politischen (linken) Praxis der letzten 20 Jahre und es hat viel Konfliktpotential erst hervorgebracht!

    Wir sollten auch akzeptieren: die Opfer der Bildungslücke in der BRD, die Handwerker und „normalen“ Bürger ohne sozial- und geisteswissenschaftliches Studium, die habe sich doch wohl gar nicht als Adressaten der linken Pseudodiskussion erkennnen können, die innerlinken Anwürfe sollten nicht nach Außen dringen und nicht von den „einfachen“ Menschen verstanden werden. Schon allein aus diesem Hintergrund ist der Aufstieg des Compact-Magazins nur zwingend logisch und folgerrichtig. Die Linke hat so viele Defizite in ihrer Theorie, Strukturen und in ihrer praktischen Arbeit angehäuft, wer soll das jemals erneuern oder reformieren? Das geht nur auf dem Weg des Zusammenbruchs. Die organisierte Linke muss und wird scheitern und danach sich neu gründen. Aber erst nach dem nächsten Krieg.

    • kranich05 schreibt:

      Danke für diesen Kommentar.

    • KinderLogik schreibt:

      Es tut schon weh, dass Sie Kapitalismus- und Nato hörige Sozialarbeiter als Elite sehen und den normalen Arbeiter als minderwertig. Dabei können die Arbeiter meist logischer und ökonomischer denken, als die staatlich – also von Arbeitern – subventionierten Geistes“Wissenschaftler“.
      Vielleicht sollten Sie mal etwas Marx, Lenin, Stalin lesen oder sich über die DDR bei sascha313 informieren, bevor Sie über Arbeiter hetzen. Dass selbständige Handwerker oft REAKTIONÄR sind und eine braune Adenauer Zeit zurückwünschen, sollte Alltagswissen sein.
      Ich bin kein Rechter : Im Gegenteil.
      Die AFD steht ganz offen, voll
      1) hinter der NATO und USA
      2) Für noch mehr Steuergeschenke an Superreiche
      3) Für EU, „freien Welthandel“ und internationalem Lohndumping
      4) Für brutale Kürzungen, die Arme wie – Rentner, Arbeitslose, Geringverdiener, chronisch Kranke – betreffen
      5) Für das Absaugen (Braindraining) ausländischer „Fachkräfte, um hier noch weiter die Löhne nach unten zu drücken
      Vor zwei Jahren wollten die AFD Chefdenker Bonzen, dass Arbeitslose erstmal ihre Organe verkaufen, bevor es Geld gibt. Also : Diese Partei hasst und verachtet die Deutschen.
      Die AFD ist als ein Sammelbecken von besonders Kapitalismus und NATO freundlichen CDU / FDP Mitgliedern gegründet worden. Damit die Deutschen überhaupt wissen, dass es AFD gibt, haben die USA/NATO hörigen Mainstreammedien der Superreichen jahrelang bzw, JAHRZEHNTELANG gearbeitet. Schon in den 70er hatte besonders der Axel Springer Konzern (BILD, Die Welt) darauf gesetzt, eine Partei „rechts“ von CDU/FDP zu gründen. Damals nannten die sich konservative Aktion, Republikaner, Schill Partei, Heinrich Lummer Fraktion , PRO Bewegungen. Diese braunen Lumpen sind pro Polizeistaat zum Schutz der Superreichen und einen Militärstaat für den Überfall auf andere Länder.
      Im Gegensatz zur NPD, waren und sind diese Gruppen eben noch unsozialer und USA/NATO höriger, als CDU/CSU/GRÜNE/FDP/PIRATEN.
      Auf gar KEINEN Fall sind die AFD Führer Patrioten oder die Partei der einfachen Leute.

    • Joachim Bode schreibt:

      „… Die organisierte Linke muss und wird scheitern und danach sich neu gründen. Aber erst nach dem nächsten Krieg.“

      Was soll man dazu sagen?
      Mir fällt dazu nur ein: Nach dem „nächsten Krieg“ wird auch der „Regionale Beobachter“ nicht mehr „beobachten“ können.

  2. Politicus schreibt:

    „Wir sollten auch akzeptieren: die Opfer der Bildungslücke in der BRD, die Handwerker und “normalen” Bürger ohne sozial- und geisteswissenschaftliches Studium“

    Würden Sie, regionaler Beobachter, das bitte tiefer Erklären, sonst neige ich dazu das so zu interpretieren dass Sie im, selbsternannten, Elitendenken verhangen sind.

    Zu den Linken, das Thema ist einfach wie Banal. Die Linke ist fester Bestandteil des BRD-Parteienzirkuss. Da bleibt Intellekt und Vision auf der Strecke bzw. ist nicht erwünscht.

  3. Politicus schreibt:

    „Bei der Verteidigung der Interessen Hilfsbedürftiger dürfen sich die Linken von niemanden übertreffen lassen.“

    Nun und was soll das jetzt Aussagen? Das die linke Bewegung mit allen ihren unseligen auswüchsen das alleinige Recht auf Verteidigung von Hilfsbedürftige hat. Das ist doch anmaßend, unversöhnlich und gleicht der CDU/CSU mit „es darf keine Partei rechts von uns geben“. Welch ein Irrsinn.

    Und wie sagte Franziskus dieser Tage? Brücken bauen und nicht einreißen. Eine Kampfansage an das Gesagte aus dem Video, dient doch nur dem obigen. Der Hilfsbedürftige als politischer Spielball. Eben so wie es im Moment betrieben wird. Spaltung und Lagerschaffung ohne Sinn und Verstand.

    Ich will es mit aller Deutlichkeit sagen, alle beteiligten ob links, rechts, Mitte, Bürgerbewegung, Gutmenschen usw. haben durch ihre Machtkämpfe nachhaltigen Schaden in der Bevölkerung verursacht. Dies aus niederen Beweggründen.

    • kranich05 schreibt:

      Obigen Kommentar habe ich ausschließlich deshalb freigeschaltet, damit meine LeserInnen mal sehen, was hier auch ankommt. P. ist mir von anderen Blogs bekannt, von Blogs, die z. T. nicht moderieren oder ganz andere Moderationsregeln haben.
      Reine Zeitverschwendung. Ab in den Papierkorb.
      Hier herrscht keine Demokratie. 🙂

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