Nein zur NATO! – IIa, IIb

IIa

Die NATO sollte nicht als statisch, als betagte Institution und nicht als Bürokratiemonster, betrachtet werden. Sicher ist sie das auch; vor allem aber ist sie ein dynamisches Gebilde. Dabei hat sie Doppel-, ja, Dreifachcharakter. Einerseits ist sie eine eigene Entität, ein strukturiertes Ganzes für sich. Zweitens ist sie Instrument der absoluten Macht der US-Elite. Und drittes ist sie Operations“hinterland“ der einzelnen NATO-Mächte, jeweils nach Maßgabe ihrer geo- oder regionalpolitischen Ambitionen. Das Wesen aber aller hiermit angedeutete Komplexität besteht in der maximal effizienten Durchsetzung der Weltmachtpolitik des USA-Imperialismus. Die NATO IST Politik, aktive, aggressive Politik, die außerhalb, wie innerhalb des NATO-Rahmens betrieben wird. Letzteres schließt ein, heute mehr denn je und viel zu wenig beachtet – die massive geheimdienstliche Fundierung und Durchdringung aller NATO-Aktivitäten. (Ganser konnte hierzu manche Wahrheit aufdecken.)

IIb

Der zeitgemäße, sowohl „entgrenzte“, als auch hybride  Einsatz der NATO war und ist in der Ukraine zu betrachten. Geradezu schulbuchmässig aber wird er heute in Syrien praktiziert. Den Krieg gegen Syrien führen seit Langem NATO-Staaten – USA, Türkei, Frankreich, GB, jetzt auch BRD – ohne dass dazu je eine NATO-Maßnahme beschlossen worden wäre – die NATO agiert im Krieg und ist (als NATO) unsichtbar. So konnte es geschehen, dass der NATO-Staat Türkei ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen hat, ohne dass irgendeine deutsche Friedensorganisation dagegen Stellung bezogen hätte. Darüber hinaus bestätigte die NATO der Türkei demonstrativ das Recht auf Selbstverteidigung und auch dazu äußerte sich keine Friedensorganisation.

Deutsche traditionelle Friedensorganisationen leisten durchaus (die einen mehr, die anderen weniger) Aufklärung gegen die NATO, zahlreiche Detailanalysen sind wertvoll, und sie bekunden ihre Ablehnung. Jedoch weit überwiegend geschieht all das in akademischer Form. Der politisch-frontale Kampf gegen die NATO ereignet sich bestenfalls in mehrjährigen Abständen als Event und wird im übrigen systematisch, so mein Eindruck, vermieden.

Angesichts der Politisierung der NATO in neuer Qualität bedeutet das Vermeiden des „No-NATO-Kampfes“ durch die traditionelle Friedensbewegung ihre gravierende Entpolitisierung. Und Entpolitisierung ist natürlich auch Entdemokratisierung.

Ich bin froh, dass es einen entschiedenen Aufruf gegen die NATO gibt und dass er spürbare Unterstützung gefunden hat. Das ist ein erfreulicher Anfang. Viel mehr ist notwendig.

DEUTSCHLAND RAUS AUS DER NATO – NATO RAUS AUS DEUTSCHLAND!
Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, bloggen, Demokratie, Faschismus alt neu, Krieg, Machtmedien, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Nein zur NATO! – IIa, IIb

  1. Theresa Bruckmann schreibt:

    Was in IIb beschrieben wird, trifft sehr gut, das was man beobachten kann. Aber wie kann das sein?
    Also Familienmitglieder unterstützen einander und sind für einander da, ganz ohne Abkommen,
    aber ein Bündnis ist doch so etwas wie ein Zweckverband und folgt vertraglich vereinbarten
    Regeln oder etwa nicht?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s