Der Hauptfeind steht WO?

Gute Frage. Der Globus bietet reichlich Gegenden zur Auswahl.

globus

Auf der Luxemburg/Liebknecht-Demo am 10.1.2016 in Berlin wurde eine Antwort gegeben, die gute linke Tradition hat: „Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“

sdaj blog

Bekanntlich veröffentlichte Karl Liebknecht 1915 untere dieser Überschrift ein  Flugblatt, in dem er sich an das deutsche Volk wandte (mit einem Seitenblick auf alle Völker) und umfangreich begründete, dass der deutsche Imperialismus der Hauptfeind des deutschen Volkes ist, wie das kriegslüsterne Kapital jedes anderen Landes der Hauptfeind jedes anderen Volkes ist.

Das Bild oben zeigt ein Transparent der SDAJ, das die berühmte Losung einleitet mit: „Damals wie heute:“ Ich hoffe, mensch wird mir nicht Besserwisserei vorwerfen, wenn ich an dieser Stelle an Lenins Bitte an die Jugend erinnere (die ich momentan nur aus dem Gedächtnis zitieren kann), sich „keinesfalls nur die Schlussfolgerung, nur die Losungen anzueignen“. Sozialistische Aufklärung verlange zwingend, sich in die Gesamtzusammenhänge einzuarbeiten und die Allem zu Grunde liegenden Widersprüche aufzudecken. „Damals wie heute“ ist eine Behauptung, die der Begründung bedarf.

Erfreulicherweise haben Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann eine ausführliche und differenziert argumentierende Betrachtung zur Neuauflage von „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“ angestellt. Auf ihrer Argumentation aufbauend würde ich es gern auf diesen Punkt bringen:

Maximal präzise lautet die Frage nicht: WO? steht der Hauptfeind, sondern WER? ist der Hauptfeind! 

Darauf hat Abendroth schon 1979 geantwortet:

Der Hauptfeind ist „der Monopolkapitalismus, der erst die Schande des Kolonialismus und seiner zynischen Verbrechen, dann die Barbarei zweier Weltkriege und in der Verzweiflungssituation der großen Krise nach 1929 die auch in ihrer Zielsetzung totale Inhumanität des deutschen Faschismus geschaffen hat.“ (zitiert nach Friedrich-Martin Balzer, „Prüfet alles, das Gute behaltet“, S. 214f).

Der Kapitalismus ist heute in neuer Qualität Weltgesellschaft und somit verlangt die Bestimmung des Hauptfeinds die volle Dialektik zu berücksichtigen des heutigen Kräfteverhältnisses zwischen dem Weltherrschafts-USA-Imperialismus und dem Imperialismus der anderen Hauptmächte, insbesondere Deutschlands. Darum:

DEUTSCHLAND RAUS AUS DER NATO – NATO RAUS AUS DEUTSCHLAND
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