Die nächste oder übernächste mächtige Frau?

Mein jüngstes Posting über Frauenmacht passierte eher beiläufig. Einerseits erscheint mir das Thema nicht so fesselnd, um sich daran systematisch abzuarbeiten. Andererseits verdient die immer mal wieder kolportierte Kaffeekränzchenkultur dieser drei Tanten doch etwas Aufmerksamkeit, denn sie ist ein spezifisches mediales Vehikel, eben ein zuckriges, um uns die Käuflichkeit „der Politik“ durch das GGG (Ganz Große Geld) schmackhaft zu machen.

Mein bewährter hessischer Gastautor Joachim Bode hat den Blick nach Rheinland Pfalz gerichtet – sozusagen von Weinland zu Weinland? – und die Anstrengungen einer „Frischer Schwung, Neue Kraft“-Winzerkönigin auf dem Parcours zur Macht gewürdigt:

Der ziemlich dümmste Wahlkampftrick der letzten Jahre…. sucht uns derzeit aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz heim.

Dort sitzt seit – ungefähr – Kurt Beck´s Regentschaft die im Volke recht beliebte SPD-Frau Manu Dreier einer Koalition vor.

Deren CDU-Kontrahentin Julia Klöckner arbeitet nun schon seit Jahren zunächst am Sturz von Beck, jetzt an dem von Dreier, um die eigene Inthronisierung als Ministerpräsidentin zu erreichen. Die früher zu ihren Wein-Königin-Zeiten und auch noch danach recht pummelig wirkende und eher simpel und dörflich dahinplappernde Klöckner musste das Karriere-Ende Beck´s nicht verantworten – das schaffte die SPD schon selber. Zum Wahlsieg bei der letzten Landtagswahl reichte es für Klöckner ebenfalls nicht – seitdem kämpft sie verbissen gegen Malu Dreier.

Hilfe erhält sie dafür aus Berlin und selbstverständlich von den sogenannten Qualitätsmedien. Ihre dort immer länger dauernden Aufenthalte bzw. Auftritte führten zu erstaunlichen Ergebnissen:

Vom früher unübersehbaren Babyspeck kann inzwischen keine Rede mehr sein. Ihr weiteres Update wurde nicht nur von Mode-Designern vorangebracht, sondern auch durch sie selbst mit Rhetorik- und anderen Kursen, die ihr mit Sicherheit nicht leicht gefallen sein dürften. Man spürt es an ihrer etwas umständlichen Anstrengung, sich professionell und sachkundig auszudrücken. Unter all ihrem wortreichen Geschwätz habe ich bisher noch keinen einzigen eigenen Gedanken entdeckt, der nur auf Klöckners Mist gewachsen sein könnte.

Kurz: Frau Klöckners Auftritte klingen heute – fast – vollendet runderneuert; ein Plagiat von Mode und Geist – sowas wollen die Leute! Ich habe bei ihren Auftritten ständig den Eindruck, dass sie aber nicht ganz das schafft, was sie doch so sehnlichst will.

Dem hier beschriebenen Format entspricht der Wahlkampftrick ziemlich genau, der gerade über die Mattscheibe flimmerte:

Angeblich planten Schäuble und Merkel (man beachte die Reihenfolge) die europaweite Erhöhung der Benzinsteuer, um die Kosten der Flüchtlingskrise zu finanzieren. Das Vorhaben war so langlebig wie eine Eintagsfliege, besser: wie eine Totgeburt, noch besser: wie ein Fake.

Wegen der bekanntermaßen enormen Begeisterung der europäischen Nachbarländer, dem nicht nur in Sachen Willkommenskultur einzelgängerisch auftretenden Deutschland durch Erhöhung der Benzinsteuer finanziell unter die Arme greifen zu wollen, bestanden natürlich von Anfang an die allergrößten Chancen zur Verwirklichung des Vorhabens. Um so heldenhafter der fernmündliche Auftritt unserer CDU-Kandidatin Klöckner, der es doch tatsächlich dabei gelang, im Rahmen nur eines einzigen mit Berlin (Schäuble und/oder Merkel?) geführten Telefonats das gigantische Besteuerungs-Vorhaben vom Tisch zu fegen! Welch ein ruhmreicher Coup der Kandidatin! Das ist der Stoff, aus dem die Ministerpräsidentinnen und deren Erfolgsgeschichten sind! Solche Anführer braucht das Land!

Als Bayer würde ich sagen: Passt scho!

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4 Antworten zu Die nächste oder übernächste mächtige Frau?

  1. klotzchrist schreibt:

    Stimmt auffallend.

  2. Joachim Bode schreibt:

    Klöckner-Plagiat 2. Akt:

    Frau Julia Klöckner, CDU-Spitzenkandidaten in Rheinland-Pfalz, nimmt aus Verzweiflung, die sich abzeichnende Niederlage in der bevorstehenden Landtagswahl abzuwenden, bei den CSU-Vorschlägen zur Flüchtlingsfrage „Anleihe“:

    Auffanglager an der Grenze und eine wie auch immer sich nennende Obergrenze.

    Laut Regierungssprecher Seibert hat die smarte Julia diesen angeblich „original von Klöckner“ stammenden Vorstoß mit Bundeskanzlerin Merkel abgesprochen (für solch unverschämt falsche Mitteilungen wird Seibert aus der Steuerzahlerkasse hoch bezahlt!). Und Merkel läßt dies geschehen nach dem Motto: Mir doch egal, was die Klöckner sagt, Hauptsache ist doch, dass die CDU die Wahl gewinnt.

    Man darf gespannt sein auf Plagiat Nummer 3. Es wird kommen wie das Amen in der Kirche.
    Hach, wird das spannend!

  3. Joachim Bode schreibt:

    Grade sehe ich im ZDF-Lügensender, mit welchem Slogan Julia Klöckner den Wahlkampf bestreitet.
    3 mal raten! Mit einem Plagiat…. – womit sonst!
    „Anpacken, wirtschaften, voranbringen…“ – ja, was klingelt da? Das ist „Wir schaffen das“ in seine Einzelheiten zerlegt. Und weil`s so schön ist: „Wir schaffen das“ ist nix andres als das Plagiat von Obama´s „Yes, we can“.
    Merkel war schneller als Klöckner – und dennoch selber kein Original.

    Oh Gott des Plagiats – wann wirst Du uns verlassen!?
    Ich sehe schon den Freiherrn Guttenberg wieder auferstehen. Frau von der Leyen, deren Doktorarbeit immer noch auf den Segen eines offiziell festgestellten Plagiats wartet, wird ihm eine passende Gefährtin im politischen Berlin sein.

  4. Joachim Bode schreibt:

    Julia Klöckner, die neue Angela Merkel

    http://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Julia-Kloeckner-die-neue-Angela-Merkel-article16855326.html

    – so titelt n-tv am heutigen Tag und läßt damit den Wunsch als Vater des Gedanken heraus.
    Klöckner als Plagiat von Merkel – die schrecken vor nichts mehr zurück. Was soll einem dazu noch einfallen…
    Doch, eine Frage noch: Wo steckt bei Julia Klöckner das Plagiat der Rückseite von Merkel, von IM Erika?

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